Zügel straff ziehen bei Steuerflucht?

Auf die Schweiz kommt ein neues Problem zu

Die Schweiz zieht die Zügel in Sachen Steuerflucht immer straffer an. Unter amerikanischem Druck hat sie im Bankensektor aufgeräumt. Die Banken haben versprochen, dass sie künftig ein sauberes Spiel spielen werden, und sie werden für die Verfehlungen der Vergangenheit saftige Bussen bezahlen. Doch nun zeichnet sich am Horizont bereits ein neues Risiko ab: Auf das Fluchtgeld folgen die undeklarierten Luxusgüter.

Es ist die eidgenössische Finanzkontrolle, die Alarm schlägt. Sie hat kürzlich einen Bericht zu den Zollfreilagern veröffentlicht. Im Fadenkreuz befinden sich nicht die Freilager von Chavornay oder Vevey – die sind zu klein. Ins Visier genommen wurde ganz klar das Zollfreilager Genf, das eine rasante Entwicklung hinter sich hat. Gelagert werden dort tausende von Edelsteinen, Bilder von grossen Meistern oder unbezahlbare Spitzenweine.
Auf die Schweiz kommt ein neues Problem zu

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Rutschpartie der Renditen

Der schweizerische Geld- und Kapitalmarkt

Der Aufschwung in Europa bleibt wenig dynamisch, die Preise steigen so langsam wie seit Jahren nicht mehr. Beides beeinflusst die Zinsprognosen und lastet auf den Renditen sicherer Staatstitel.

Die internationale Anlegerschaft begnügt sich bei Investments in Anleihen von staatlichen Schuldnern hoher Bonität mit immer geringeren Verzinsungen. Am Dienstagnachmittag rentierten zehnjährige Schweizer Staatsanleihen – das Paradebeispiel eines «sicheren Hafens» – nur noch mit 0,87%. Zuletzt waren solch tiefe Sätze vor mehr als einem Dreivierteljahr zu beobachten. Anfang 2014 rentierten zehnjährige «Eidgenossen» noch mit bis zu 1,25%. Auch die Verzinsung deutscher Staatstitel derselben Laufzeit erreichte mit 1,52% ein Neun-Monate-Tief.
Rutschpartie der Renditen

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Armut: Die Mittelschicht schrumpft bereits seit vielen Jahren

40 Prozent der Weltbevölkerung an der Schwelle zur Armut

Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise droht 2,8 Milliarden Menschen ein Abstieg in die Armut. In den vergangenen Jahrzehnten gelang Milliarden Menschen in den Schwellenländern der Sprung in die Mittelschicht. Doch ohne ausreichendes Wirtschaftswachstum drohen sie nun, wieder abzurutschen.
40 Prozent der Weltbevoelkerung an der Schwelle zur Armut

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel www.w-mandzel.de

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Slowdown puts 1bn middle class at risk

 

Wie Banken mit Zins-Manipulationen reich wurden

Zins-Swaps:
Der US-Einlagensicherungsfonds klagt gegen die größten Banken der Welt wegen Betrugs mit Zins-Derivaten. Zins-Derivate werden in den USA mit einem Volumen von 426 Billionen Dollar gehandelt. Das entspricht etwa dem Siebenfachen des weltweiten BIP.

Die Deutsche Bank hat mal wieder juristischen Ärger in den USA und wegen des Libor-Skandals. Das größte deutsche Institut gehört zu den Banken, die vom US-Einlagensicherungsfonds FDIC wegen der möglichen Manipulation des Referenzzinssatzes Libor verklagt wurden.

Deutsche Wirtschaftsnachrichten berichten: Die Steuerzahler der Vereinigten Staaten zahlten in der Vergangenheit Milliarden Dollar für einen Betrug, der durch die weltweit größten Banken angestiftet wurde. Hintergrund ist eine Derivate-Form, genannt Zins-Derivate.

Der LIBOR (London Interbank Offering Rate) ist der Leitzins, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen können. Dieser Zinssatz wurde von mehreren globalen Großbanken manipuliert und führte in den USA und Europa zu milliardenschweren Geldbußen. Kläger war die US-Einlagensicherung Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) .

Nun stellt sich heraus, dass die Manipulationen am Libor auch den Derivate-Handel mit sogenannten „Zins-Swaps“ betreffen. Denn der Libor ist die entscheidende Messgröße für den Handel mit Derivate-Geschäfte, mit dem Hunderten von Billionen US-Dollar umgesetzt werden.

16 Großbanken, darunter JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup, als auch zahlreiche europäische Großbanken, sind in diesen neuen Skandal verwickelt, welche die Zins-Derivate handelten. Im Privaten und Geheimen.

Derivate sind Finanzmarkt-Instrumente, die nicht an der Börse gehandelt werden, sondern „Over-the-Counter“. Sie beziehen sich auf einen unterliegenden Wert, wie beispielsweise auf eine Aktie oder einen Zinssatz. Dabei wird zwischen fixen und variablen Zinssätzen unterschieden. Üblich sind dabei „Swaps“, bei denen in der Grundform ein variabler Zinssatz gegen einen festen Zinssatz getauscht wird, wobei zwei Vertragspartner vereinbaren, zu bestimmten zukünftigen Zeitpunkten Zinszahlungen auf festgelegte Nennbeträge auszutauschen.

Diese Derivate-Kontrakte, die nicht an der Börse gehandelt werden, sondern „Over-the-Counter“, werden der in der Regel zwischen zwei Vertragsparteien geschlossen und haben einen sogenannten „Hebel“. Rein theoretisch können das sinnvolle Produkte sein, etwa, um sich gegen ein Zinsrisiko abzusichern.

Zins-Swaps werden in den USA mit einem Volumen von 426 Billionen Dollar gehandelt. Das ist etwa das Siebenfache des Bruttoinlandsprodukts aller Länder der Welt .

Das Betrugspotential liegt darin, dass der „Swap“ eine separate Finanzvereinbarung ist und im Wesentlichen eine laufende Wette auf die Zinsen beinhaltet. In den USA sind, wie auch seinerzeit in Deutschland, auch Kommunen auf diese „Zinswetten“ eingegangen.

Die deutschen Kommunen verklagten seinerzeit die Banken, mit denen sie derartige Geschäfte machten, und warfen ihnen Falschberatung vor. Die Kommunen hatten sich wegen ihrer angespannten finanziellen Lage auf solche Derivate-Deals eingelassen – in der Hoffnung, hier einen „Schnitt“ zu machen. Allerdings haben die Kommunen leichtfertig geglaubt, dass die Banken die wundersame Geldvermehrung steuern können. Wären die Kämmerer zu einer ordentlichen Geschäftsführung verpflichtet – sie hätten sich auf derart riskante Wetten niemals einlassen dürfen.

Der Kreditnehmer (also der Käufer der Zins-Derivate) schuldet sowohl Darlehen mit variablem Zinssatz und das, was er mit dem quasi separaten Swap-Geschäft zahlen muss. Und die Benchmarks (Vergleichsmaßstäbe) für die beiden Zins-Sätze folgen sich nicht immer gegenseitig. Die Wall Street verkaufte den Gemeinden Libor-Swaps, die leichter zu handeln waren und schnell zu einem Absahnen für die Banken führten.

Nachdem die FDIC bisher mit ihren Klagen wegen Absprachen und Erpressung im Kontext mit dem Kartellrecht gescheitert war, verfolgt sie nun einen anderen Ansatz: Der Schwerpunkt ihrer erneuten Klage richtet sich auf Betrug und kriminelle Absprachen, wobei im Fokus der Vorwurf steht, die Banken hätten absichtlich den LIBOR-Satz zu niedrig gehalten, um sich zu bereichern. Die FDIC ist dabei nicht der erste Kläger, der auf diesen Sachverhalt abhebt, jedoch verleiht gerade seine Klage in seiner Eigenschaft als Einlagensicherungsfonds in diesem Kontext erhebliches Gewicht.

Denn weshalb würden niedrigere Zins-Festsetzungen die Banken bereichern? Verdienen sie nicht mehr Geld, wenn die Zinsen hoch sind?

Die Antwort lautet: Nein. Im Gegensatz zu den meisten Banken nutzten sie ihr Kapital nicht für gewöhnliche Unternehmenskredite, sondern für Zins-Swaps-Deals.

Das Verhalten der beklagten 16 internationalen Großbanken hat bei 38 inzwischen abgewickelten US-Banken für massive Verluste gesorgt. Dazu gehören Washington Mutual, einer der größten Bankenpleite in der Geschichte der USA.

Da die FDIC die Einlagen der Bankkunden auszahlen musste, hat sie eindeutiges Interesse am Ausgleich der entstandenen Verluste und Strafschadenersatz. Dies jedoch nur dann, wenn vor Gericht eindeutig vorsätzliche Betrug nachgewiesen wird.

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Russland und China steigern Militärausgaben

West- und Mitteleuropa sparen

Militärkosten
Russland und China erhöhen Wehretat um 100 Prozent
Während im Westen die Militärausgaben schrumpfen, heizt China das Wettrüsten in Asien an. Mit Russland und Saudi-Arabien ist es das Land mit den stärksten Zuwächsen. Am meisten geben aber die USA aus.

China rüstet am schnellsten auf

Sipri zeigt im Vergleich der Zehnjahresentwicklung 2004 bis 2013, welche Staaten in der Welt heute am schnellsten aufrüsten. An erster Stelle steht China mit Zuwächsen seiner Militäretats um 170 Prozent. Auf Platz zwei und drei folgen Russland und Saudi-Arabien, die beide ihre Wehrausgaben jeweils um mehr als 100 Prozent in der vergangenen Dekade erhöhen konnten. Die USA bringen es auf ein Plus von zwölf Prozent. Bei Frankreich fielen gar die Ausgaben über eine Dekade um 6,4 Prozent, für Großbritannien um 2,8 Prozent. Nur Deutschland gab für seine Bundeswehr zwei Prozent mehr aus. Seit der Weltfinanzkrise 2008 sparten mehr als ein Dutzend Staaten in Europa über zehn Prozent Verteidigungsausgaben ein.
Russland und China erhöhen Wehretat um 100 Prozent
Sipri.org/research/armaments
Sipri Military Expenditure 2014/ Excel

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IWF-Tagung zeigt Zuversicht und Gefahren

Deutsche Welle berichtet: Passend zum Beginn der IWF-Tagung kamen aus IWF TagungGriechenland, dem Land der dunkel-dräuenden Kassandra-Rufe, endlich einmal gute Nachrichten. Nach vier Jahren war es dem krisengeschüttelten Land gelungen, seine Staatsanleihen auf dem internationalen Finanzmarkt zu platzieren. Damit verstärkten sich gleich zu Beginn des IWF-Treffens in Washington die positiven Signale, und das ließ viele der angereisten Finanzminister und Notenbankchefs entspannter in die Zukunft blicken, als man es von den letzten IWF-Treffen gewohnt war.

Die Eurokrise scheint überwunden, die Industrieländer um die USA und Deutschland finden zurück in die Rolle der Weltwirtschafts-Lokomotive und die Schwellenländer trifft die restriktive US-Geldpolitik dann doch nicht so stark, wie das manche noch Wochen vor dem Treffen vorhergesagt haben. Soweit die schöne neue Welt von Washington.

Risiken bleiben

Alles bestens also? Keineswegs! Ob der Optimismus von Finanzminister Schäuble und seinen Kollegen angesichts der positiven IWF-Vorhersagen für das Weltwirtschaftswachstum wirklich gerechtfertigt ist, wird sich schon sehr schnell in den nächsten Wochen und Monaten herausstellen. Denn die 24 Regierungs- und Notenbankvertreter im IWF-Lenkungsausschuss haben recht, wenn sie einräumen, dass weiterhin „Abwärtsrisiken“ bestehen.

Das wohl am schwersten vorhersehbare Risiko trägt den Namen Ukraine. Dass IWF-Chefin Christine Lagarde ihr Tempo erhöht und das Land noch Ende April mit einer Geldspritze in Höhe von 18 Milliarden Dollar vor dem Bankrott retten will, ändert nur wenig an dem rasch anwachsenden Schuldenberg des Landes und dem Konflikt mit Russland um drastisch erhöhte Gaspreise und unbezahlte Rechnungen.

Die IWF-Frühjahrstagung, an der auch Russland teilnahm, konzentriere sich auf Finanz- und Wirtschaftspolitik, hörte man in Washington immer wieder in diesen Tagen. Mit dieser – zumindest verbalen – Selbstbeschränkung ist es immerhin gelungen, Russland im Boot zu halten. Dass dessen Finanzminister Anton Siluanow in den Treffen mit seinem amerikanischen und deutschen Amtskollegen ankündigte, sich an dem Hilfsfonds für die Ukraine beteiligen zu wollen, mutet aber eher surreal an, nachdem Präsident Putin alles tut, um das Land vor Ort zu destabilisieren. Sein zeitgleich versandter Brief an 18 Staats- und Regierungschefs, in dem er mit einem Stopp der Gaslieferungen an die Ukraine droht, lässt Ungutes erahnen.

Problemfall Russland

Allerdings erfuhr man in Washington weder von dem gutgelaunten Finanzminister Schäuble noch von IWF-Chefin Lagarde etwas darüber, wie man verhindern will, dass Russland am Ende der Hilfskette für die Ukraine mit Verweis auf unbezahlte Rechnungen die Hand aufhält und den Löwenanteil der IWF-Gelder kassiert. Dass Russland sich selbst zu einem noch viel größeren Risiko für die Weltwirtschaft entwickeln kann als die Ukraine, wurde in Washington nur hinter vorgehaltener Hand thematisiert. Experten sehen das Land bereits in die Rezession rutschen, während der IWF für 2014 immer noch ein Wirtschaftswachstum prognostiziert.

Aber nicht nur geopolitische Krisen sorgen für Ungewissheit. Auch hausgemachte Fehler und Laschheiten können sich schnell rächen und den derzeit aufgehellten Konjunkturhimmel wieder eindunkeln. Schwellenländer wie Brasilien haben die Zeiten großer wirtschaftlicher Erfolge nicht für Reformen des Steuersystems oder der Handelsregularien genutzt. Werden sie jetzt angesichts einer eingetrübten Konjunktur ihren Ankündigungen struktureller Reformen Taten folgen lassen? Wie wirkt sich in diesem Zusammenhang die von Peking bewusst herbeigeführte Reduzierung des einst stürmischen Wachstums auf die Schwellenländer aus? Wenn China niest, bekommen die anderen Schnupfen, heißt eine alte Regel.

Und auch in der Eurozone lauern mit der Niedriginflation und einem starken Euro Gefahren, die sich hemmend auf die gerade einsetzende Erholung auswirken können. Ganz abgesehen von dem hohen Sockel der Arbeitslosigkeit gerade in den südeuropäischen Krisenländern. IWF und Europäische Zentralbank haben sich auch jetzt in Washington nicht auf eine gleichlautende Analyse, geschweige denn eine Strategie einigen können. IWF-Chefin Lagarde sorgt also weiterhin die „Lowflation“, wie sie es sagt. EZB-Präsident Mario Draghi betrachtet eher den starken Euro als Wachstumshemmer. Tröstlich immerhin, dass beides mit der gleichen Medizin, nämlich einer „gelockerten Geldpolitik“, bekämpft werden könnte.

Neue Gruppierung?

Mehr Wachstum durch Reformen, auf diese wohlklingende Formel haben es die 188 Vertreter der Mitgliedsländer des IWF in ihrer Abschlusserklärung gebracht. Das klingt schön, ist aber völlig unverbindlich. Viel wird von Kooperation und Koordination unter den Hauptakteuren abhängen. In Washington hat sich die IWF-Frühjahrstagung als Format hierfür bewährt, auch wenn die durch den US-Kongress blockierte Reform des Währungsfonds weiter auf sich warten lässt.

Ob die nach Russlands Ausschluss verschlankten G7 oder die G20 von gleicher Effektivität sind, darf man bezweifeln. Viel spricht dafür, dass man über eine neue Gruppe nachdenken sollte, in der die fünf wichtigsten Wirtschaftsnationen schnell und wirkungsvoll agieren können: Das wären dann die USA, China, Brasilien, Indien und Deutschland.

IWF

Man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen

In Brüssel greifen 1.700 Lobbyisten mit einem Budget von 120 Millionen Euro in die EU-Gesetzgebung ein.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichte berichten:
Finanzlobby hat in Brüssel Regulierung verhindert

Die Finanzindustrie beschäftigt 1.700 Lobbyisten und gibt jährlich 120 Millionen Euro aus, um in die EU-Gesetzgebung einzugreifen. Mehr als 700 verschiedene Finanzlobby-Gruppen waren in den EU-Institutionen im vergangenen Jahr aktiv, so ein Bericht. Die Beziehung zwischen Gesetzgebern und Lobbyisten ist eng.

Die Finanzindustrie beschäftigt 1.700 Lobbyisten und gibt jährlich 120 Millionen Euro aus, um in die EU-Gesetzgebung einzugreifen. Mehr als 700 verschiedene Finanzlobby-Gruppen waren in den EU-Institutionen im vergangenen Jahr aktiv, so ein Bericht. Die Beziehung zwischen Gesetzgebern und Lobbyisten ist eng.
Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hat die EU die nationalen Regierungen aufgefordert, insgesamt rund 1,6 Billionen Euro in die Banken zu pumpen, um sie am Leben zu halten. Brüssel hat eine Reihe von Rechtsvorschriften zu Verschärfung der Regulierungen von Banken beschossen – allerdings mit kräftiger Unterstützung der Finanzindustrie.

„Die Finanzlobby ist ein großes Hindernis für eine effektive Regulierung“, schlussfolgert der Bericht „The fire power oft the financial lobby“ von Corporate Europe Observatory, einer Organisation, die sich für Transparenz einsetzt. „Das relative Scheitern des Reformprozesses zeigt die enorme Kraft der Finanzlobby in den EU-Institutionen“, heißt es dort.

Die Krise offenbare eine klare Notwendigkeit für strengere Regeln auf den Finanzmärkten, sagt Kenneth Haar, der Sprecher der Organisation zum EUobserver. „Aber die Reform hat sich als schwierig erwiesen.“ Die Zahlen belegten dies. Die Finanzlobby habe die Schlagkraft, um sich den Reformen zu widersetzen. „Diese Macht wurde offenbar in jedem Kampf um Regulierungen seit der Pleite von Lehman Brothers ausgenutzt“, so Haar.

Bei der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Europäischen Parlaments vor den Mai-Wahlen, sagte die Vorsitzende Sharon Bowles, seit 2009 hätten die Abgeordneten 63 neue Gesetze auf den Weg gebracht. Die meisten beschäftigen sich mit Finanzmarktregulierungen.

Großbritannien, mit dem größten Finanzdienstleistungssektor der EU hat, zählt mehr als 140 Lobby-Gruppen, gefolgt von Deutschland und Frankreich.

Der Wirtschaftsausschuss war die wichtigste Anlaufstelle für die Lobbyisten. Die Beziehung zwischen Gesetzgebern und Lobbyisten ist für viele Beobachter zu eng. Es gibt auch Hinweise, dass Abgeordnete „Copy & Paste“-Änderungen der Finanz-Lobbyisten übernehmen.

Eine Reihe von Abgeordneten im Ausschuss haben direkte Verbindungen in den Finanzsektor. Dazu zählt auch der deutsche EU-Abgeordnete der CDU Burkhard Balz. Als Abteilungsdirektor der Commerzbank verdient er mehr als 10.000 Euro pro Monat.

Inzwischen gibt es eine wachsende Zahl von EU-Beamten und Mitarbeiter von Abgeordneten, die durch die „Drehtür“ neue Jobs als Lobbyisten bekommen haben.

Ein Bericht, der die Änderungen von Abgeordneten auf Rechtsvorschriften über Hedgefonds und Private-Equity-Firmen untersucht hat, ergab, dass mehr als 900 der 1.700 Änderungen von Lobbygruppen vorbereitet wurden.

Organisationen, die sich für mehr Transparenz einsetzten, wollen schärfere Regeln, wie etwa verbindliche Registrierung von Lobbyisten erzwingen. Das Transparenz-Register der EU wurde im Jahr 2008 eingeführt. Bislang haben sich 2.800 Lobby-Gruppen angemeldet, allerdings ist die Teilnahme freiwillig. Die Lobbyisten müssen nicht offenlegen, bei welchen Gesetzen sie versucht haben, einzugreifen.

Die Lobby-Industrie ist in den vergangenen Jahren extrem gewachsen. Zeitgleich stieg die Rechtsetzungskompetenz der EU. Die Gesetzgebung im Finanzsektor ist in der laufenden Legislaturperiode eine der Prioritäten der Institutionen. Zudem werden immer mehr Gesetze in den Brüsseler Hinterzimmern vereinbart – durch Schattengremien in sogenannten Trilog-Sitzungen.
MEP Burkhard Balz Declaration of Financial Interests:
EP_MEP_Balz_DFI_17.3.14

Plakat zum 'Diener zweier Herren'

Plakat zum ‚Diener zweier Herren‘

Mit der original Studie:
The Fire Power of the Financial Lobby – A Survey of the Size of the Financial Lobby at the EU level : Impact of lobbying

Merkels Sparpolitik

Angela Merkel wurde vorgeworfen, ihre Sparpolitik ruiniere Spanien, Griechenland und den Euro. Muss man sich jetzt entschuldigen?

Was wurde Angela Merkel nicht alles vorgeworfen. Sie „ruiniere“ Spanien, sie „dränge“ Griechenland aus der Euro-Zone, sie setze die Zukunft Europas aufs Spiel. Dies sei womöglich der Sommer, in dem die Währungsunion zerbricht, wegen der Kanzlerin natürlich und ihrer Sparpolitik.

Die Währungsunion gibt es noch. Kein Land hat sie verlassen. Die Wirtschaft wächst wieder. Die Arbeitslosigkeit geht allmählich zurück. Und jetzt kann sich Griechenland sogar wieder am Kapitalmarkt Geld zur Finanzierung des Staatsbetriebs leihen, um nicht mehr allein auf Hilfszahlungen aus Europa angewiesen zu sein.

Griechenland! Das Symbol für alles, was in dieser Krise angeblich falsch gelaufen ist. Das Land, in das vor ziemlich genau vier Jahren die ersten Hilfsmilliarden flossen. Das vor allen anderen die harten Sparauflagen aus Berlin und Brüssel zu spüren bekam. Wenn die Kanzlerin diese Woche nach Athen reist, dann besucht sie ein Land, das sich nicht auf den Euro-Austritt vorbereitet, sondern wieder als vollwertiges Mitglied der Währungsgemeinschaft anerkannt werden will.

Und nun?….. Merkels Sparpolitik

www.koufogiorgos.de

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Wenns um Geld geht, versagt die Aufsicht!

Unsere Korrespondentin Dr. Caroline Bono lenkt unser Aufmerksamkeit auf das Thema,   Aufsichtsbehörden schauen weg. «Unwirksame Medis bleiben auf dem Markt»

Vier Jahre lang kämpften die Forscher darum, die vollständigen Daten zu Tamiflu zu erhalten. Ein Pharma-Experte erklärt, warum die Firmen den Zugang zu Studien oft verweigern.

Herr Volante, der Schweizer Pharma-Riese Roche hat sich vier Jahre lang geweigert, die Studiendaten zum Medikament Tamiflu herauszugeben. Nun kamen Forscher zum Schluss, dass das Medikament praktisch wirkungslos ist. Wie ist es möglich, dass Roche die Herausgabe dieser Daten verweigerte?

Salvatore Volante: In der Schweiz und in Europa waren Pharma-Firmen bisher nicht verpflichtet, diese Daten zu veröffentlichen. In den USA ist das hingegen der Fall, und auch in der EU hat sich diese Praxis kürzlich geändert. Die Schweiz hinkt da noch hinterher.

Wer kontrolliert, ob die Ergebnisse dieser klinischen Studien auch stimmen?

Will ein Unternehmen oder eine Institution eine Studie durchführen, muss sich diese bei einem ethischen Komitee anmelden. Diese kantonalen Komitees bestehen aus unabhängigen Ärzten und Experten, die meist auch einer Universität oder einem Institut angeschlossen sind. Das Gremium beurteilt aber nur das Studienkonzept. Nach Abschluss der Studie prüft die nationale Zulassungsbehörde das von der Firma vorgelegte Resultat. Auf dieser Grundlage und dem Nutzen-Risiko-Profil wird dann eine Marktzulassung erteilt.

Kommt es vor, dass unabhängige Forscher eine Studie wiederholen?

Nein. Obwohl das theoretisch möglich wäre, scheitert es meist am Geld: Studien mit tausenden von Patienten kosten schnell mehrstellige Millionenbeträge.

Die Konsumenten sind also auf die Ehrlichkeit der Pharma-Firmen angewiesen, was die Studienergebnisse betrifft?

Ja. Und auf die sorgfältige Prüfung der Daten durch die zuständige Behörde. In der Schweiz ist es das Bundesamt für Gesundheit, das für die Prüfung der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit zuständig ist.

Wie oft kommt es vor, dass ein Medikament vom Markt genommen wird, weil es nicht wirksam ist?

Das ist meines Wissens noch nie passiert. Wenn ein Medikament zurückgezogen wird, dann, weil erst nach der Marktzulassung schwere Nebenwirkungen bekannt wurden. Oder wenn ein Mittel – in Kombination mit anderen Medikamenten – zu Todesfällen geführt hat.

Bei der Debatte um die Wirksamkeit von Tamiflu steht nicht nur Roche in der Kritik, sondern auch die Heilmittel-Zulassungsstelle Swissmedic. Zu Recht?

Falls sich die Ergebnisse der Cochrane-Studie bestätigen, muss sich Swissmedic die Frage gefallen lassen, warum sie Tamiflu für den Markt zugelassen hat. Und warum sie das Medikament für wirksam gehalten hat.

Was muss sich in Zukunft ändern, damit sich der Fall Tamiflu nicht wiederholt?

Zwei Änderungen sind nötig. Erstens sollen die Daten aller klinischen Studien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Und zweitens soll die Marktzulassungsbehörde von den Firmen auch nach der Zulassung weitere Studien zur Wirksamkeit verlangen können.
Medikament unwirksam? Was ist hier falsch?

Tamiflu

Bitcoin Werbung versucht Frauen zu erobern

Immer mehr Frauen in den USA wollen teilhaben an der von Männern dominierten Welt des digitalen Geldes.
Dafür wählen sie allerdings einen recht unemanzipierten Ansatz: In Blogs wie The Bitcoin Wife oder TheBitMom tauschen sie sich aus, was es Neues aus der Welt der digitalen Währung gibt.

Nichts da, Drogen und Waffen! Von wegen Bitcoin ist vor allem die Währung für illegale Geschäfte im Internet, meint die US-Bloggerin Pua Pyland. «Bitcoins auszugeben ist so einfach. Man kann einige berauschende Dinge damit kaufen – und ich rede hier nicht über Silk Road», sagt die Gründerin von The Bitcoin Wife mit Bezug auf den längst geschlossenen Online-Schwarzmarkt, auch «Drogen-Amazon» genannt. Bitcoins seien vielseitig einsetzbar, vor allem auch für Frauen, proklamiert die 33-Jährige aus Utah. „Dies sind aufregende Zeiten, und nicht nur die Jungs sollten Spass daran haben.“
Die Bitcoin-Welt wird von Frauen erobert
Bitcoins not accepted