Transparenzregister

Das Transparenzregister nach § 18 des Geldwäschegesetzes (GwG) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Verzeichnis, das erstmals zum 1. Oktober 2017 die wirtschaftlich Berechtigten von Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Stiftungen, die auf dem Finanzmarkt agieren, erfasst und zugänglich macht. Es soll dazu dienen, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern.…EU- Regeln

Ein neues Transparenzregister soll offenlegen, wer die verborgenen Eigentümer deutscher Firmen sind und damit bei der Bekämpfung der Geldwäsche helfen. Aber die Regierung macht den Bürgern die Einsicht in das Register schwer – zur Freude von Lobbyisten.

Das Register soll also für mehr Durchblick sorgen, verborgene Finanzströme erschweren und Geldwäsche bekämpfen helfen. Dennoch ist das Verzeichnis in seiner deutschen Version kein Musterbeispiel an Offenheit. Anders als beispielsweise die britische Regierung entschied die Große Koalition im vergangenen Jahr bei der Umsetzung der EU-Vorgaben, der breiten Öffentlichkeit den Zugang zu dem Register zu verwehren.

Das „Netzwerk Recherche“ kritisierte das bereits damals. Journalisten oder auch Vertreter von NGOs können jetzt zwar im Einzelfall Einsicht in das Verzeichnis beantragen. Sie müssen jedoch in jedem Einzelfall ein „berechtigtes Interesse“ nachweisen. Das können zum Beispiel Indizien für mögliche Unregelmäßigkeiten sein, die auf den Verdacht von  Geldwäsche oder Korruption verweisen.

Transparenzregister: Einsichtnahme und Eintragungen

Europa verliert den Kampf gegen die Geldwäsche

Europa verliert durch fehlende Kommunikation den Kampf gegen die organisierte Kriminalität.

Europol-Direktor Rob Wainwright warnt vor der zunehmenden Finanzkriminalität.

Rund 400 professionelle Geldwäscher verursachen in Europa laut einer aktuellen Europol-Auswertung finanzielle Verluste in Milliardenhöhe, berichtet Politico. In 99 Prozent der Fälle bleibt die Geldwäsche von den Strafverfolgungs- und Finanzbehörden unentdeckt. Ursächlich dafür sind fehlende Absprachen zwischen den einzelnen europäischen Staaten, ist Europol-Chef Rob Wainwright überzeugt. Im internationalen Kampf gegen Geldwäscher arbeite jeder Staat für sich. Großbritanniens ist bislang Hauptakteur bei Europol. Nach dem Brexit könnten der EU wichtige Daten über illegale Finanztransaktionen verloren gehen.

Laut Europol werden zwischen 0,7 und 1,2 Prozent, rund 29 Milliarden Euro, des jährlichen Bruttoinlandsproduktes der EU als verdächtige finanzielle Aktivitäten eingestuft. Im vergangenen Jahr wurden den nationalen Behörden zum Kampf gegen Geldwäsche, den Financial Intelligence Units (FIU), rund eine Million Fälle von Banken gemeldet. Hierbei handelte es sich um Finanztransaktionen bei denen Bankmitarbeiter den Verdacht hatten, dass Geld aus illegalen Geschäften getauscht oder zur Unterstützung von terroristischen Vereinigungen benutzt werden sollte. Über 65 Prozent der Fälle wurden in zwei Staaten gemeldet: Großbritannien und den Niederlanden.

In der EU hat jeder Mitgliedsstaat seine eigene FIU. Dessen Aufgabe ist es, im Auftrag von Staatsanwaltschaften illegale Finanztransaktionen aufzuspüren. Eine Koordinierung durch eine übergeordnete Behörde auf EU-Ebene gibt es nicht. Nach Ansicht von Wainwright sind die fehlenden interstaatlichen Absprachen der Grund, warum die Aufklärungsrate seit Jahren stagniert. „Die Banken geben jedes Jahr 16 Milliarden Euro aus, um ihre Compliance-Regeln in der Verhinderung illegaler Finanzgeschäfte zu verbessern und wir spüren gerade einmal ein Prozent der kriminellen Vermögenswerte auf“, so Wainwright….Europa verliert den Kampf gegen die Geldwäsche/ Europe is losing the fight against dirty money

Eines der Grundprinzipien der EU ist es, allen Mitgliedsstaaten die Hoheit über Finanzsouveränität zu garantieren. Seit dem vergangenen Jahr gibt es in Frankreich Bestrebungen, im Rahmen einer EU-Reform auch den Finanzsektor zu vereinheitlichen. Im März stellte Staatspräsident Emmanuel Macron gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Reformpläne vor und sprach sich für eine Schaffung eines europäischen Finanzministers aus. Im Juni wollen sie konkrete Reformpläne vorlegen. In der EU wird das Ansinnen Macrons bislang mehrheitlich abgelehnt.

Zu einem Zentrum für internationale Geldwäscher könnte sich jedoch Großbritannien nach dem Austritt aus der EU entwickeln.

Bankenaufseherin beklagt Lücken bei der Geldwäsche-Bekämpfung. Drei Fälle von Geldwäsche hat es in der Euro-Zone 2018 schon gegeben. Die oberste EZB-Bankenaufseherin beklagt nun Schwachstellen bei der Bekämpfung….
Daniele Nouy EZB Bankenaufseherin.

(Foto: K.-U. Häßler – Fotolia)

Die Sanktionen treffen russische Unternehmen hart

Die neuen Strafmaßnahmen gegen Oligarchen und Konzerne wirken sich an der russischen Börse aus. Besonders betroffen ist der Aluminiumhersteller Rusal.

Solche Wirkung zeigten die US-Sanktionen noch nie: Die Finanzmärkte in Moskau taumeln, das Imperium des Unternehmers Oleg Deripaska ist bedroht. Nun zittern auch andere Oligarchen.

Der Börsenwert der größten russischen Bank Sberbank brach um 17 Prozent ein, wahrscheinlich nicht zur Freude des Kremls: Die Bank befindet sich mehrheitlich in russischem Staatsbesitz.

Die Aktien des Finanzkonzerns gelten als Barometer für die gesamte Wirtschaft in Russland.

Auch der Rubel verlor wegen der erneuten Sanktionen so an Wert, wie seit drei Jahren nicht mehr. Das bedeutet, dass Importe in Russland teurer werden und die Kaufkraft der Russen sinkt….US-Sanktionen treffen russische Unternehmen hart

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

 

Der Libor ist manipulationsanfällig

Eine schreiende Warnung. In den letzten Jahren gab es nicht nur immer wieder Klagen in Sachen Libor* Skandalen, Finanzaufseher drängten auf ein neues System oder auf die Abschaffung. Das waren Machenschaften während der Finanzkrise, die die Finanzwelt erschütterten.

Der Anstieg des Referenzzinses Libor deutet strukturelle Probleme an. Der Referenzzinssatz dient im internationalen Bankgeschäft als Grundlage für zahlreiche Finanzprodukte einschliesslich Hypotheken und Finanzderivate.

Andreas Uhlig berichtet: Innerhalb eines Jahres hat sich der US-Dreimonate-Libor-Satz auf über 2,3% praktisch verdoppelt. Dieser kräftige Anstieg ist von Bedeutung, weil der Libor der Referenzzinssatz im internationalen Bankgeschäft ist und als Grundlage für zahlreiche Finanzprodukte einschliesslich Hypotheken und Finanzderivate dient. Um welche Grössenordnung es dabei geht, deuten neue Berechnungen des von Banken und anderen Marktteilnehmern gebildeten Alternative Reference Rate Committee (ARRC) an: Im US-Markt basieren variabel verzinste Derivate und Kredite im Wert von rund 200 Bio. $ auf dem Libor, was einen Viertel über früheren Angaben liegt. Derivative machen geg en 95% dieser Summe aus.

Der im Herbst 2015 begonnene Anstieg hat jetzt das höchste Niveau seit über neun Jahren erreicht. …Eine schreiende Warnung
Das Rätsel um den ganz besonderen Zins

*Libor oder LIBOR ist die Abkürzung für: London Interbank Offered Rate, in London täglich festgelegter Referenzzinssatz im Interbankengeschäft.

Blockchain

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen
im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Bitcoins & Blockchain sind „Talk of Town“. Nicht viele wissen aber wirklich um was es geht. Wir versuchen eine Kurzübersicht zu geben, die wir in einer 8-Video-Staffel in der Fintool-Academy vertiefen.

Weitere Lernvideos Finanzkompetenz 

Spotify – ein Börsengang mit Seltenheitswert

„Mr. Spotify“ ist jetzt Milliardär.
Der Musik-Streamingdienst ging an die Börse….Sprung ins Ungewisse

Die Führung der Wall Street hatte bei 132 Dollar einen Referenzkurs festgelegt, der Anlegern als Orientierung für den möglichen Wert der Spotify-Aktie dienen sollte. 132 Dollar je Aktie sind gleichbedeutend mit einem veranschlagten Unternehmenswert von 23 Milliarden Dollar (knapp 18,7 Milliarden Euro).

Georg Winters berichtet: Der tatsächliche Firmenwert lag dann gestern Abend bei fast 28 Milliarden Dollar. Das bestärkt jene, denen langfristig fast alles, was mit digitaler Welt zu tun hat, als börsentauglich gilt. Irrtum natürlich nicht ausgeschlossen. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass Spotify anders als der Video-Streamingdienst Netflix, dessen Aktie ein Börsenliebling ist, im Börsenprospekt schon selbst auf die Euphoriebremse getreten ist: „Wir sind von Lizenzen Dritter für Musikaufnahmen und Kompositionen abhängig, und eine ungünstige Veränderung, ein Verlust oder ein Widerruf dieser Lizenzen könnte unser Geschäft, unseren Gewinn und unsere Liquidität negativ beeinflussen.“ Auch das sollten Anleger bedenken, ehe sie sich von digitaler Begeisterung die Sinne komplett vernebeln lassen…..Quelle:  RP

Die Vetternwirtschaft des Regierungschefs Orban

Orbans erfolgreiche Freunde machen ihm im Wahlkampf zu schaffen
Regierungschef Orban dürfte auf einen klaren Wahlsieg in Ungarn zusteuern. Aber der Vorwurf, sein Umfeld sei auf unsaubere Weise zu wirtschaftlichem Erfolg gekommen, sorgt für Gegenwind. Tatsächlich gibt es viele Hinweise auf Vetternwirtschaft.

Matthias Benz berichtet:  Diejenigen, auf die Orbans wohlwollendes Auge fällt, haben ausgesorgt. Der Rest schaut lieber weg. Im ungarischen Wahlkampf spielt eine Person eine Hauptrolle, die gar nicht für ein Parlamentsmandat kandidiert. Istvan Tiborcz ist nicht nur ein erfolgreicher Jungunternehmer, sondern auch der Schwiegersohn von Viktor Orban. Sein Name steht nun im Zentrum einer Affäre, die viele Ungarn als symptomatisch für eine Günstlingswirtschaft rund um die Orban-Regierung halten. Mitten im Wahlkampf ist nämlich ein Bericht der EU-Anti-Betrugs-Behörde OLAF bekannt geworden, in dem einer Ex-Firma von Tiborcz unsaubere Machenschaften vorgeworfen werden.

Wundersame Aufstiege

Orbans Schwiegersohn war Miteigentümer der Firma Elios gewesen, die in vielen ungarischen Städten neue Strassenbeleuchtungen installiert hat – häufig mitfinanziert aus EU-Strukturhilfen…NZZ

Hochgewachsen, blaue Augen, intensiver Blick – Gergely Karácsony dominiert den Raum, sobald er ihn betritt. Der 42-Jährige ist der gefährlichste Herausforderer von Ministerpräsident Viktor Orbán bei der Parlamentswahl am 8. April. Er ist zwar nur Bürgermeister des Budapester Stadtteils Zugló. Er ist aber auch der einzige Politiker im Land, dessen Beliebtheitswerte mit denen Orbáns vergleichbar sind…..
Und plötzlich hat Viktor Orbán einen Gegner

Christiane Pfohlmann
www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann
www.pfohlmann.de

 

Finanzminister beim G20-Treffen in Buenos Aires

Der neue deutsche Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz beim Treffen der G20-Finanzminister in Buenos Aires.

Erstmals hat mit Argentinien ein südamerikanisches Land die G20-Präsidentschaft und will am liebsten über Themen wie die „Zukunft der Arbeit“ diskutieren. Aber beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires stehen andere Konflikte im Fokus – und man muss sich für eine drohende Staatspleite wappnen. Nicht alles ist auf der Tagesordnung, wird aber am Rande diskutiert. Die Themen im Überblick….Handelsblatt

Trumps Zölle auf Stahl und Aluminium
Besteuerung von Digitalkonzernen
Regulierung von Kryptowährungen
Drohende Staatspleite in Venezuela

ZEIT ONLINE

Investments in den Klimaschutz

Klimawandel könnte 140 Millionen Menschen heimatlos machen. Weltbank rät mehr in die Forschung in diesem Bereich zu investieren.

Innerhalb bestimmter Regionen sei die Flucht vor dem Klimawandel bereits eine Realität, heißt es in dem Bericht. Die sogenannten Klimaflüchtlinge kämen zu denjenigen hinzu, die bereits aus politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Gründen auf der Flucht seien.

Es sei aber davon auszugehen, dass die Zahl der „Klimaflüchtlinge“ um 80 Prozent reduziert werden könne, wenn die Politik „an mehreren Fronten“ tätig werde. Dazu zählten etwa die Verringerung der Treibhausgasemissionen, die Berücksichtigung von Migration in Entwicklungsplänen sowie Investitionen in die Untersuchung interner Klimafluchtprozesse.

Die Weltbank versteht die Studie als Weckruf: Der Klimawandel werde Millionen Menschen innerhalb ihrer Heimatländer zur Flucht zwingen. Die großen Städte müssten sich auf starken Zuzug vorbereiten.

Die Folgen des Klimawandels könnten einem Bericht der Weltbank zufolge Millionen Menschen innerhalb ihrer Heimatländer zur Flucht zwingen. Alleine in Afrika südlich der Sahara, Lateinamerika und Südasien könnten rund 2,8 Prozent der Einwohner der Länder in der Region betroffen sein. In absoluten Zahlen wären das 143 Millionen Menschen, die bis 2050 durch Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel ihr Zuhause verlieren und umsiedeln.

Bericht der Weltbank Groundswell

Kannibalismus im Klamottengeschäft

 
H&M, Inditex und Newcomer wie Zalando machen sich gegenseitig den Markt streitig. Die Aktien der Erstgenannten leiden, die teuren von Zalando haben dagegen Aufwind.

Christof Leisinger berichtet: Der Handel befindet sich im Wandel – es genügt ein Blick auf die Kursentwicklung der Aktien von börsenkotierten Mode- und Einzelhandelsunternehmen, um diese These zu bestätigen. So haben die Papiere des schwedischen Unternehmens H&M in den letzten drei Jahren gut 60% ihres Wertes verloren, nachdem sie zuvor gut gelaufen waren. Am Donnerstag sind sie um bis zu 5,2% und auf den tiefsten Stand seit neun Jahren gefallen.

Wachstumssorgen belasten

Hintergrund sind Sorgen, das einstige Erfolgsunternehmen könne nicht mehr an seine frühere Wachstumsdynamik anknüpfen. Solche durch intensiven Wettbewerb mit dem spanischen Konkurrenten Inditex und Newcomern wie Zalando ausgelösten Bedenken sind kurzfristig durch Sonderverkäufe verstärkt worden, mit denen die Lager von übrig gebliebener Winterkleidung geräumt werden sollten. Diese Aktion habe im vergangenen Monat zu einem deutlichen Umsatzrückgang geführt, der wohl auch den Gewinn belasten werde, fürchten nun die Analytiker….NZZ