Aus einem ehemaligen Polizisten Horst Glanzer wurde ein schwerkranker Mann. Verantwortlich dafür macht er Krankenversicherer und Justiz. Anstatt aufzugeben, kämpft er seit Jahren immer wieder erfolgreich für Gesetzesreformen. Kontrovers über den voraussichtlich neuen Coup eines Bürgerrechtlers aus Niederbayern.
Rating für Türkei auf Ramschniveau
Die Ratingagentur Moody’s senkt den Daumen über die Türkei und stuft die Bonität das Landes weiter herab. Die türkische Regierung kritisiert die Abwertung und macht dem Unternehmen Vorwürfe.
Reuters berichtet: Die Ratingagentur Moody’s bewertet die langfristigen Verbindlichkeiten der Türkei nur noch mit der Note „Ba1“. Das ist zwar nur eine Herabsetzung um eine Stufe, bedeutet aber, dass die Türkei aus dem so genannten Investment-Bereich in den Ramsch-Bereich hineinrutscht.
Weiterhin stabil ist der Rating-Ausblick. Das heißt, dem Land droht vorerst nicht, weiter abgestuft zu werden. Allerdings könnte der Türkei eine milliardenschwere Kapitalflucht bevorstehen. Große Investoren verlassen sich in der Regel auf die Ratings und sind quasi gezwungen, Geld abzuziehen, wenn die Ratingagenturen Länder schlechter bewerten.
Moody’s hatte bereits Mitte Juli nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei erklärt, eine Herabstufung zu prüfen. Es müssten die mittelfristigen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und politische Einrichtungen bewertet werden, hieß es. Nun teilte Moody’s mit, für die Jahre 2016 bis 2019 werde für die Türkei nur noch ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent erwartet. Das liege deutlich unter den 5,5 Prozent, mit denen die türkische Wirtschaft im Schnitt zwischen 2010 und 2014 gewachsen sei.
Belastetes Investitionsklima
Die Reaktion der Regierung auf den gescheiterten Militärputsch werfe Fragen auf, erklärte Moody’s. So gebe es nach dem türkischen Vorgehen gegen Privatfirmen, die Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fettullah Gülen hätten, nun zunehmende Sorgen mit Blick auf den Schutz privater Investments in der Türkei. Das belaste das Investitionsklima insgesamt. Die Türkei wirft Gülen vor, Drahtzieher des gescheiterten Putsches vom 15. Juli zu sein. Gülen weist die Vorwürfe zurück.
Bei der türkischen Regierung stieß die Rating-Herabstufung durch Moody’s auf Kritik. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, der Schritt zeige, dass die Bewertung nicht neutral sei.
Superreiche Frauen in Afrika
Isabel dos Santos, Angolas Präsidententochter, 
ist nach außen so etwas wie das It-Girl des Kontinents. Doch hinter den Kulissen geht es um Öl, Macht und eine Familie, die ein ganzes Land im Griff hält.
Wenn man die Tochter des angolanischen Präsidenten fragt, wie sie so reich und mächtig wurde, lächelt sie fein. Und erzählt die Geschichte von der Prinzessin, die Eier verkaufte. Das ist der Kern dessen, was sie der Welt über sich sagen will: dass man es mit einer normalen, netten, nicht weiter aufregenden Frau zu tun hat, die – und das ist der zweite Teil der Geschichte – sie arbeitet als Unternehmerin. Als ihr Vorbild nennt sie ihre Großmutter. Die sei morgens früh aufgestanden, habe dafür gesorgt, dass die Kinder frühstückten und zur Schule gingen, und habe dann Obst und Gemüse auf dem Markt verkauft.
Aber Isabel dos Santos verkauft keine Früchte auf dem Markt. Sie steht an der Spitze eines Wirtschaftsimperiums, dessen Größe von außen nur geschätzt werden kann. Denn ihre Geschäfte gehören zu den Dingen, über die Isabel dos Santos der Welt wenig mitteilen will. Geschätzte drei Milliarden Dollar Vermögen.
Auf der Wirtschaftskonferenz vor zwei Jahren trat sie als Chefin des Mobilfunkunternehmens Unitel Angola auf. Auch an einer angolanischen Supermarktkette soll sie beteiligt sein. Aber in den vergangenen Jahren machte Isabel dos Santos immer mehr Geschäfte in Portugal; sie ist an portugiesischen Banken, Medien, Energieversorgern und Telekommunikationsfirmen beteiligt. Und sie will noch mehr: Als kürzlich die spanische Investmentgesellschaft CaixaBank das viertgrößte portugiesische Geldinstitut BPI übernehmen wollte, schritt Isabel dos Santos ein. Sie hält knapp zwanzig Prozent Anteile an BPI – und schlug kurzerhand eine Fusion mit Portugals zweitgrößter Bank vor. Deals dieser Größenordnung sind es, die Isabel dos Santos beschäftigen.
Das ist überall auf der Welt viel Geld – aber in Angola unvorstellbar viel. Die Menschen dort sind bitterarm, nicht einmal die Hälfte kommt an ausreichend sauberes Trinkwasser heran. In keinem Land auf der Welt ist das Risiko für ein Kind größer, dass es stirbt, bevor es fünf Jahre alt ist.
Es gibt durchaus Regierungschefs in Afrika, die sich um Transparenz und Bescheidenheit bemühen. In Nigeria legte Präsident Muhammadu Buhari zum Amtsantritt sein Privatvermögen offen: 150.000 Dollar auf der Bank, dazu fünf Häuser, zwei Lehmhütten, 270 Stück Vieh und ein paar Schafe.
Buhari war früher schon als Militärherrscher Staatschef seines Landes und ist sicher kein armer Mann. Aber immerhin erklärt er, was er hat. Tansanias neuer, John Magufuli, verbot als eine der ersten Amtshandlungen ehemaligen Regierungsmitgliedern die Auslandsreisen auf Staatskosten.
Die Regel sind solche Beispiele nicht. Natürlich geraten Politiker auf allen Kontinenten in den Ruch, sich zu bereichern, von Israel bis Frankreich, von Spanien bis Australien. Doch auch wenn es ein trauriges Klischee bedient: Korrupte Regierungschefs gibt es in Afrika mit seinen mehr als 300 Millionen Menschen in Armut besonders viele.
Selbst wer hoffnungsvoll beginnt, kann später schwer enttäuschen: Robert Mugabe (Simbabwe), José Eduardo dos Santos (Angola) und Paul Biya (Kamerun) waren vor mehr als 30 Jahren als Volkshelden gestartet. Ihre genauen Vermögenswerte kennen heute wohl nur sie selbst, aber wirtschaftliche Verflechtungen und ihr Lebenswandel weisen sie als waschechte Kleptokraten aus.
Sie haben es mit sieben anderen Herrschern auf die Liste der wohlhabendsten Machthaber des Kontinents geschafft. Fast immer sind erhebliche Ländereien und noch massivere Rohstoffvorkommen die Basis der Vermögen.
Hier sind Afrikas reichste Staats- und Regierungschefs im Überblick: Spiegel.de/fotostrecke
„Mister Präsident : Ich dachte, all die Millionen von Dollar, sein für Hilfe um uns zu erziehen und unsere Familien zu helfen, ihre Pflanzen zu wässern“?
Nachhaltige Anlagen im Aufwind?
Investoren, die nachhaltige Anlagen links liegenlassen, begründen dies oft mit der Sorge, auf Rendite verzichten zu müssen. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Nachhaltige Anlagensind gefragt und halten mit konventionellen Investments locker mit.
berichtet: Die Unternehmen schenken ökologischen und sozialen Themen sowie jenem einer guten Unternehmensführung (Good Governance) zunehmend Beachtung. Teilweise geschieht das aus der Überzeugung, dass es sich dabei um wichtige Erfolgsfaktoren handelt. Allerdings steigt auch der Druck von aussen immer mehr. Sowohl Investoren als auch die Öffentlichkeit achten stärker auf Aspekte abseits von Finanzkennzahlen oder der herkömmlichen Unternehmensberichterstattung. Und nicht zuletzt werden die Gesellschaften immer wieder durch regulatorische Veränderungen zu einem nachhaltigeren Verhalten angeleitet. Aktuelles Beispiel ist die Abstimmung zur Initiative «Grüne Wirtschaft», die unter anderem die Drittelung des «ökologischen Fussabdrucks» der Schweiz bis 2050 fordert. Die ewig Unterschätzten
Dabei gibt Vorteile auf vielen Ebenen. Für Anleger nicht unerheblich ist, ob sich diese Massnahmen auch in einem höheren Unternehmenswert niederschlagen. Viele Investoren sind diesbezüglich noch skeptisch, denn obwohl die nachhaltig verwalteten Gelder seit Jahren hohe Wachstumsraten aufweisen, liegt ihr Marktanteil bei den Anlagefonds und -mandaten in der Schweiz noch immer bei bescheidenen 3% bis 5%.
Die Suche nach einer Beziehung zwischen ökologischen, sozialen und Governance (ESG) Kriterien und Unternehmensfinanzleistung (GFP) kann bis in die 1970er Jahre zurückverfolgt werden.
Wissenschaftler und Investoren haben mehr als 2.000 empirische Studien veröffentlicht. longfinance.net
Kulturell verankerte Nachhaltigkeit bringt Vorteile

Haben Frauen in der Finanzbranche schlechte Chancen auf Topjob?
In der Finanzbranche sind die Geschlechterunterschiede laut der Studie besonders ausgeprägt. Vor allem Teilzeit ist ein Karrierekiller Berlin – Frauen haben einer deutschen Studie zufolge in der Finanzbranche besonders schlechte Chancen auf eine Führungsposition.
Derstandard berichtet: Zwar sei hier rund die Hälfte aller Beschäftigten weiblich, der Frauenanteil in den hohen Führungsjobs liege aber nur bei 19 Prozent, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW am Mittwoch mitteilte. Zum Vergleich: Über alle Branchen sind es 48 und 31 Prozent. Obwohl es in der Finanzbranche vergleichsweise viele Top-Jobs gebe, profitierten hiervon hauptsächlich Männer. Eine der größten Karrierehemmnisse für Frauen sei die Teilzeitarbeit, sagte DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst. „Unternehmen präferieren nach wie vor Vollzeitkräfte in Führungspositionen.“
Ähnliche Situation in Verwaltung Ähnlich selten wie in der Finanzbranche sind Frauen in den Führungsetagen der Öffentlichen Verwaltung anzutreffen: Hier sind mehr als zwei Drittel der Beschäftigten weiblich, aber nur gut ein Drittel der hohen Führungskräfte. „Es zeigt sich, dass vor allem die Vollzeiterwerbstätigkeit den Karrierechancen der Frauen hilft“, so Holst. Die Politik sollte deshalb die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern – etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung und einer Familienarbeitszeit. Unternehmen wiederum müssten bestehende Praktiken überprüfen und Hemmnisse für den Aufstieg von Frauen überwinden.
Studie: Hohe Führungspositionen, In der Finanzbranche haben Frauen im Vergleich zu Männern besonders geringe Chancen
Bahamas-Papers bringen Ex-EU-Kommissarin in Bedrängnis
Die frühere EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes
war von 2000 bis 2009 Direktorin der Firma Mint auf den Bahamas. „Ein administrativer Fehler“, sagt sie heute.
Nach dem Finanzplatz Panama («Panama-Papers») werden nun von mehreren Medien bzw. dem Journalistenkonsortium ICIJ die Offshore-Praktiken auf den Bahamas unter die Lupe genommen. Am Mittwochabend haben unter anderem die «Süddeutsche Zeitung», der «Guardian» und der «Tages-Anzeiger» verschiedene Aspekte des Themas aufgearbeitet. So sollen etwa die Banken UBS und Credit Suisse nach der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zu den aktivsten Unternehmen gehören, was die Gründung von Firmen in dem Inselstaat anbelangt. Solche Offshore-Vehikel können unter anderem für die Hinterziehung von Steuern verwendet werden.
DiePresse berichtet: Nun geraten die Bahamas als Steueroase in den Fokus der Aufmerksamkeit. ICIJ, das Konsortium investigativer Journalisten, das im Frühjahr auf Briefkastenfirmen in Panama aufmerksam gemacht hatte, hat heute Mittwoch Informationen über finanzielle Aktivitäten Prominenter auf den Bahamas veröffentlicht. Insbesondere wird dabei die frühere EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes angeprangert.
Die Niederländerin, die 2004 bis 2010 EU-Kommissarin war, sei von 2000 bis 2009 Direktorin der Firma Mint Holdings (Mint Limited) auf den Bahamas gewesen und habe dies weder der Öffentlichkeit noch der EU-Kommission mitgeteilt, heißt es auf der Homepage des ICIJ.
Kroes
bestätigte, ihre Verbindung zu dieser Firma nie veröffentlicht zu haben. Sie ließ aber das ICIJ über einen Anwalt wissen, die Firma sei nie operativ gewesen, es sei ein Verwaltungsfehler gewesen, sie nicht aus dem Register zu streichen. Das Unternehmen sei von einem mit Kroes befreundeten jordanischen Geschäftsmann gegründet worden, um zu prüfen, ob man Anteile des US-Energieriesen Enron, der später pleiteging, übernehmen könne. Da der Deal nicht zustande kam, sei sie davon ausgegangen, dass ihre Beteiligung hinfällig gewesen sei. Als sie 2009 draufgekommen sei, dass ihr Namen noch in den Registern steht, habe sie den „administrativen Fehler“ korrigiert.
Millionen Dokumente veröffentlicht
Das ICIJ veröffentlicht rund 1,3 Millionen Dokumente aus dem Firmenregister der Bahamas mit den Namen von Direktoren und manchen Eigentümern von mehr als 175.000 Firmen, Fonds und Stiftungen auf den Bahamas, die zwischen 1990 und 2016 registriert wurden. Jeder könne die Informationen einsehen unter:Offshoreleaks.icij.org
Laut ICIJ werden damit Verflechtungen mit Firmen offengelegt, die von früheren oder aktuellen Politikern aus Amerika, Afrika, Europa, Asien oder dem Nahen Osten besessen oder geführt werden.
EU-Kommission untersucht Steuerbescheide
EU-Kommission prüft Luxemburgs Steuerpolitik. Hat der Energiekonzern GDF Suez in Luxemburg Steuervorteile bekommen? Die EU-Kommission untersucht nun Steuerbescheide auf mögliche Verstöße.
Die Steuerpolitik des kleinen EU-Staats war 2014 im sogenannten Luxleaks-Skandal in Verruf geraten. Damals war bekannt geworden, dass Großkonzerne in Luxemburg teilweise weniger als ein Prozent Steuern zahlen mussten. Aus den veröffentlichten Dokumenten ging hervor, wie Luxemburg Hunderte Firmen mit dubiosen Angeboten ins Land lockte. Großkonzerne wie Amazon, Coca-Cola, Facebook, Google, Ikea und McDonald’s sparten so Milliarden Euro an Steuern.
Die EU-Kommission hatte bereits unrechtmäßige Beihilfen an Fiat Chrysler in Luxemburg angeprangert. Dagegen zogen sowohl die Regierung des Landes als auch der Konzern vor Gericht.
Zuletzt hatte EU-Kommissarin Margrethe Vestager
international mit ihrem Vorgehen gegen Apple für Aufsehen gesorgt: Die irische Regierung soll 13 Milliarden Euro Steuern von dem Unternehmen nachfordern. Die EU-Kommission hatte befunden, dass die Steuervereinbarungen von Apple in Irland eine jahrelange verkappte staatliche Beihilfe gewesen seien. Irland und Apple haben das zurückgewiesen und wollen vor Gericht gehen. Diese Auseinandersetzung könnte sich über Jahre hinziehen. dpa
BIZ befürchtet Banken-Crash in China
In China zeichnet sich eine erhebliche Schuldenkrise der Unternehmen an. Die Lücke zwischen der gesamten Wirtschaftsleistung und den Schulden der Firmen liegt mittlerweile 30 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erwartet eine Banken-Krise.
Im Juni hatte schon der Internationale Währungsfonds (IWF) vor den hohen Schuldenständen in China gewarnt und ein sofortiges Gegensteuern angemahnt. Die Volkswirte der BIZ sehen auch Chinas Fähigkeit zum Schuldendienst, also zur Zahlung der Zinsen und zur Tilgung, auf einem im internationalen Vergleich schwachen Niveau. Der IWF fürchtet, dass die Unternehmensschulden in China Überhand nehmen – immerhin liegen sie bei 145 Prozent der Wirtschaftsleistung. Allerdings schneidet Brasilien noch schwächer ab.
Die hohe Verschuldung der Unternehmen beunruhigt inzwischen auch die chinesische Bankenaufsicht. Sie drängt Banken dazu, sich untereinander besser über ausfallgefährdete Schuldner zu verständigen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, berichtete Caixin am Freitag.
Die Komitees sollten mindestens drei Gläubigerbanken umfassen und Verhandlungen mit den Schuldnerfirmen führen, um einen tragfähigen Rückzahlungsplan zu entwickeln. In der Provinz Henan gibt es diese Komitees bereits – sie umfassen dort 125 Banken, welche die Schuldentragfähigkeit von über 500 Unternehmen untersuchen. Der Umfang der betreffenden Schulden beträgt demnach über 120 Milliarden Euro und entspricht fast 50 Prozent aller Unternehmensschulden in der Provinz. BIS Quarterly Review
Closet Indexing
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.
Nicht selten werden aktive (und deswegen teure) Anlagefonds praktisch wie ein Indexfonds verwaltet. Versprochene Überrenditen werden dadurch verunmöglicht, hohe Kosten aber gerne verrechnet. Nehmen Sie sich in Acht. ESMA

*Closet Indexing »Entferne verdeckte Index-Nachbilder aus dem Depot«
Weitere Lernvideos Finanzkompetenz
Ehemalige Handtaschen ein Wirtschaftsfaktor
Krokodile in Nordaustralien. Wo die Handtaschen leben
Patrick Zoll berichtet: Bis in die siebziger Jahre wurden Salzwasserkrokodile in Australien fast bis zur Ausrottung gejagt. Dann wurden sie unter Schutz gestellt. Heute sind sie ein Treiber der lokalen Wirtschaft. nzz.Krokodile
Die Luxusgüterindustrie schätzt diese Krokodilart aufgrund ihres feinen Leders und der schönen Struktur besonders. In den letzten Jahren, so sagen Branchenexperten, hätten die grossen Luxusgüterkonzerne direkt in die Farmen in Australien investiert. So sichern sie sich den Nachschub und können die Produktion steuern.
Eine Haut der besten Qualität, die keine Schäden aufweist, ist in unbearbeitetem Zustand rund 800 austr. $ wert. Die Anforderungen steigen ständig. Schon kleinste Schäden führen zu deutlichen Preisabschlägen. Denn wer mehrere tausend Dollar für eine Handtasche bezahlt, will perfekte Qualität. Insgesamt generierte die Industrie im Northern Territory im Fiskaljahr 2014/15 25 Mio. $. 19 Mio. $ entfielen auf Häute; Fleisch, Zähne, Schädel und andere Produkte ergaben den Rest. Ein crocodile-strategic-plan Strategiepapier der lokalen Regierung und der Vereinigung der Krokodilfarmer sieht vor, bis 2020 den Umsatz zu verdoppeln.





