Vetternwirtschaft unter Kambodschas Elitefrauen

In Kambodscha ist der prominente Regierungskritiker Kem Ley getötet worden.

Der politische Kommentator und Aktivist sei heute früh in einem Geschäft in der Hauptstadt Phnom Penh erschossen worden, heißt es in Medienberichten. Die Polizei habe den mutmaßlichen Täter festgenommen. – Kem Ley war bekannt für seine Kritik insbesondere an Ministerpräsident Hun Sen, der Kambodscha seit 31 Jahren regiert. In den vergangenen Monaten wurden in dem südost-asiatischen Land zahlreiche Regierungskritiker und Menschenrechtsaktivisten festgenommen.

Die Verwandtschaft von Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen hat mit der Kontrolle über die wirtschaftlichen Schlüsselsektoren des Landes ein gigantisches Vermögen angehäuft – auf Kosten der Bevölkerung.

Recherchen zeigen auf, dass zum Beispiel Hun Sens älteste Tochter, Mana, 22 Firmen mit einem Stammkapital von 66 Mio. $ vorsteht. Darunter befinden sind zahlreiche Minengesellschaften, Medienunternehmen, die grossen Energieversorger des Landes und Telekomfirmen. Einige der Unternehmen haben Exklusivverträge mit der Armee des Landes abgeschlossen.

Manas 100%-Anteil am Medienkonglomerat Bayon TV etwa garantiere ihrem Vater eine positive Berichterstattung in den Hauptnachrichtensendungen, womit sich auch stets die Wahlen gegen die ohnehin kraftlose Opposition gewinnen liessen. Ausserdem sei die agile Erstgeborene im Tourismussektor aktiv, betreibe Luxus- und Touristenhotels und halte Anteile am Angkor-Nationalmuseum in der wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeit, der Tempelstätte Angkor Wat bei Siem Reap.

Ihre jüngere Schwester Hun Maly betreibt mit TK Avenue die grösste Shoppingmall der Hauptstadt, die erste und nobelste Adresse, wo es für diejenigen, die es sich leisten können, westliche Konsumgüter wie Apple-Computer, Adidas-Sportschuhe, Nestlé-Kaffee oder Samsung-Smartphones zu kaufen gibt.
Cambodia Report
Globalwitness.org
Kambodschas Elitefrauen

Philippinen Avantgarde der Emanzipation?

Die Philippinen machen ohne Quotenregelungen und trotz relativ hoher Armut eine sehr gute Figur in Sachen Gleichberechtigung. Der philippinische Humor bringt am besten auf den Punkt, wie sich vordergründiger Machismo und matriarchalische Grundstruktur im Land verbinden. «Auf den Philippinen», so lautet der Spruch, «hat der Ehemann das letzte Wort, und dieses lautet: ‹Ja, Liebling!›»

Die Schule der Frauen
Siegfried Herzog berichte: Wenn westliche Frauen nach einem Vorbild in Sachen Emanzipation suchen, sollten sie nach Südostasien blicken. Die Philippinen sind ein Land, in dem die Gleichberechtigung stupende Fortschritte gemacht hat.

Hillary Clintons bevorstehende Nominierung zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin wird als Meilenstein für die Emanzipation der Frauen in den Vereinigten Staaten gefeiert. In deren einstiger Kolonie, den Philippinen, ist so etwas längst Routine. Seit der Rückkehr des Landes zur Demokratie 1986 gab es zwei Präsidentinnen und eine Vizepräsidentin. Und am 30. Juni ist mit Leni Robredo eine weitere Vizepräsidentin vereidigt worden. Robredo hat in einem knappen Rennen den Sohn des Diktators Ferdinand Marcos geschlagen.

Wenn man in den Philippinen Tagungen von Finanzmanagern besucht, machen Anzugträger nur knapp die Hälfte der Anwesenden aus. Die Mehrheit trägt Röcke. Wer an einem Flughafen einen Trupp von Armee-Spezialkräften sieht, findet darunter eine Handvoll Frauen. An der philippinischen Militärakademie ist unter den drei Jahrgangsbesten stets mindestens eine Offizierin. Und wer eine philippinische Botschaft aufsucht, wird häufig von einer Botschafterin begrüsst….NZZ

Filipinas, 1886 by Juan Luna

Filipinas, 1886 by Juan Luna

Hedge Funds: Konzepte

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.

Hedge-Fund ist nicht gleich Hedge-Fund. Wir sprechen über unterschiedliche Hedge-Fund Kategorien und die Entwicklung der HF-Industrie über die letzten Jahre.

edsteinink.com

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Italien: Streit um die strengen Haftbedingungen für Mafiabosse

Gennaro Migliore, Mitglied der Regierungspartei Partito democratico und Staatssekretär im Justizministerium, gibt nach seinem Besuch im Hochsicherheitsgefängnis von L’Aquila Ende Juni eine Pressekonferenz und entfacht mit seinen Äußerungen einen heftigen Streit in den Medien. Der Artikel 41 bis, der besonderes strenge Haftbedingungen für Terroristen und Mafiabosse vorsieht, müsse auf jeden Fall beibehalten werden, so Migliore, aber man müsse auch neu darüber nachdenken – auch für Häftlinge in Isolationshaft gälten Menschenrechte und Menschenwürde. Außerdem hatte er vor der Presse offenbar nicht deutlich gemacht, dass sein Vorschlag, SKype-Telefonate zu erlauben, nur für normale Häftlinge gelte.

Seit Anfang Juli melden sich nun verschiedene Gruppen zu Wort. Losgetreten hatte den Streit ein Artikel der Tageszeitung „Il fatto quotidiano“: „Die Regierung der laxen Haftbedingungen – Geben wir den Bossen Skype!“ Der Autor betont, dass dieser Vorschlag der grundlegenden Intention des Gesetzes, jeden Kontakt eines Mafia-Bosses zu seinem Umfeld unmöglich zu machen, diametral entgegenstehe.

Für die Antimafiarichter sei hier Gian Carlo Caselli zitiert, der darauf hinweist, dass die Isolationshaft für Mafiabosse „mit dem Blut von Falcone und Borsellino“ bezahlt worden sei. Tatsächlich hatte die italienische Regierung nur 16 Tage nach dem Attentat auf den Antimafiarichter Falcone bei Capaci (23. Mai 1992) ein Dekret erlassen, das ein für Terrorismus, Revolutionen und ähnliche Notlagen schon vorhandenes Gesetz auf gefährliche Mafiabosse ausdehnte. Kurz darauf (19.Juli 1992) jagte eine weitere Bombe den zweiten Protagonisten des Maxiprozesses, den Antimafiarichter Paolo Borsellino, mit seiner Eskorte in die Luft., Anlass genug für die Regierung, das Dekret in ein Gesetz umzuwandeln.

Davor, so Caselli, konnten Mafiabosse ihren Aufenthalt im Gefängnis sich so angenehm wie möglich gestalten, „mit Austern und Champagner“, und vor allem konnten sie ihre Rolle als Boss behalten, ihre Geschäfte weiterführen und aller Welt beweisen, dass sie mächtiger waren als der italienische Staat. Deshalb Caselli: Solange es die Mafia gibt, kann man auf die Hochsicherheitshaft nicht verzichten.
Auch Vertreter der Bewegung 5 Sterne, deren Position in der italienischen Politik durch die Wahlsiege bei den Bürgermeisterwahlen gestärkt worden ist, äußerten sich „entsetzt über den Leichtsinn“, mit dem die Regierungspartei von Matteo Renzi über eine Reform des 41 bis nachdächte.

Die heftigen Reaktionen auf den Vorschlag des Staatssekretärs sind zu sehen vor der grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen Antimafia-Vertretern und einer Politik, die die Einhaltung der Mafia-Regel des Schweigens (die „omertà“) einer mutigen Stellungnahme vorzieht und die den Kampf gegen die Mafia bisher nicht ins Parteiprogramm aufgenommen hat. Außerdem sind Teile der Öffentlichkeit sehr empfindlich geworden, weil die Antimafia-Gesetzgebung der 90er Jahre von den folgenden Regierungen an verschiedenen Stellen verwässert oder gar zurückgenommen worden ist, was u.a. als Beleg gewertet wird für die Existenz der „trattativa“, den Verhandlungen zwischen italienischem Staat und Vertretern der Cosa Nostra, die seit 2 Jahren Gegenstand eines Prozesses in Palermo ist.

“Gegen den Artikel 41 bis”

Gegen den Artikel 41 bis

 

 

 

 

www.ilfattoquotidiano.it/premium/articoli/il-governo-del-carcere-molle-diamo-skype-ai-boss-reclusi/

Zum Prozess zur „trattativa“ gibt es einen aktuellen englischen Dokumentarfilm
mit Helen Mirren.


Und aus Italien der Kommentar zum Film von Saverio Lodato,
Journalist und Mafia-Experte

Der Bankraub – Die Dokumentation

Es war ein Crash, der die Weltwirtschaft ins Wanken brachte. Die Finanzkrise 2008 traf die Welt tief ins Mark.. Die Doku zum Spielfilm „Der Bankraub“ rekonstruiert, wie es dazu kommen konnte.

Der Finanz-Crash 2008 sorgte nicht nur für einen Wertverlust allein an den Börsen in Höhe von mindestens 30 Billionen Dollar, den Konkurs von Banken rund um den Globus und den Bankrott von fast 1.500 Hedgefonds. Die Kommentare waren einhellig: „Es ist die schlimmste Krise seit dem schwarzen Freitag von 1929“ oder: „Die Welt, so wie wir sie kennen, wird nicht mehr dieselbe sein“.

Auch Deutschland geriet in den Sog der Krise, weil sich viele deutsche Geldinstitute an den abenteuerlichen Anlageprodukten beteiligt hatten und nun in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren. Am 13. Oktober 2008 griff die Bundesregierung ein. Sie beschloss das teuerste Gesetz der deutschen Geschichte: mit einem Rettungsschirm für die Banken, der fast 500 Milliarden Euro betrug. Deutsches Sorgenkind war die „Hypo Real Estate“, die immer wieder mit Milliardenkrediten und Garantiezusagen vor dem Untergang bewahrt wurde.

Die Autoren Frank Gensthaler und Hannes Vogel treffen deutsche Kleinanleger, die viel Geld durch die Finanzkrise verloren haben und sich bis heute um Gerechtigkeit und einen Ausgleich bemühen. Sie sprechen mit einem ehemaligen leitenden Angestellten der Investmentbank Lehman-Brothers, deren Zusammenbruch im Jahr 2008 in der Finanzwelt Schockwellen auslöste. Und sie begegnen Politikern, die sich bis heute dem Vorwurf ausgesetzt sehen, dem waghalsigen Treiben auf den Finanzmärkten tatenlos zugesehen zu haben. Außerdem gehen sie der Frage nach, welche Lehren Politik und Wirtschaft aus der Krise gezogen haben und ob Anleger heute besser vor unseriösen Finanzprodukten geschützt sind. „Der Bankraub

Lars Klüter comicschmiede.de

Lars Klüter
comicschmiede.de

Endet das Jobwunder in Deutschland?

Die Erwerbslosenzahlen in Deutschland sind so niedrig wie selten zuvor. Doch die OECD erwartet, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit bald vorbei ist und warnt, Deutsche Arbeitslosigkeit wird nicht mehr weiter sinken.

Die deutsche Exportindustrie wird unter Brexit leiden. Die Dienstleistungsbranchen suchen laut der Bundesagentur für Arbeit aber momentan noch weiter nach Mitarbeitern. Zudem habe der Arbeitsmarkt von den Nachwehen des alljährlichen Frühjahrsaufschwungs profitiert, berichteten die Ökonomen.
Arbeitsmarkt

Wirtschaftskriminalität: Jedes dritte Unternehmen in Deutschland betroffen

Korruption, Geldwäsche, Betrug? In der deutschen Wirtschaft kommen solche Verbrechen wesentlich häufiger vor als Unternehmer glauben: 36 Prozent der Firmen in Deutschland verzeichneten in den vergangenen zwei Jahren einen Skandal oder wurden Opfer von Wirtschaftskriminalität. Doch nur 23 Prozent fürchten eine Attacke im eigenen Unternehmen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung KPMG. Viele Unternehmen schätzen demnach ihr Gefährdungspotenzial völlig falsch ein. Mehr als jedes dritte Unternehmen in Deutschland ist Opfer von Wirtschaftskriminalität. Doch viele sehen kaum Risiken. Und selbst Opfer unterschätzen die Folgen, die ein Skandal auf den Ruf und die Geschäfte haben kann.
Wirtschaftskriminalitaet-2016-2-KPMG

http://www.schleycartoons.com/

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Blanke Nerven wegen Bankenkrise

Börsenbeben für Europas schwache Banken. Erstmals hat Premier Renzi seinen Landsmann Mario Draghi offen kritisiert: Dieser hätte in seiner Zeit als führender Beamter im Finanzministerium mehr tun können, um das Bankensystem zu stabilisieren. Schon bald könnte dieses System in Italien gewaltig unter Druck geraten. Die Machenschaften von Politik und Banken in Italien werden zur ernsten Gefahr für den Euro.

Die Banca Monte dei Paschi Bank hat schon einiges überstanden. Seit 1472 residiert die sie im herrschaftlichen Palazzo Salimbeni, mitten im historischen Stadtkern von Siena. Sie hat Kriege und Krisen überstanden und dabei stets irgendwie überlebt. Doch diesmal könnte es für die älteste Bank der Welt wirklich eng werden. Der letzte Warnschuss kam vor wenigen Tagen in Form eines Briefs von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Bis zum 3. Oktober, heißt es darin, müsse das traditionsreiche Geldhaus einen Plan vorlegen, wie es seine Problemkredite bis 2018 um 40 Prozent abbauen will. Seit das Schreiben am Montag bekannt wurde, rauscht der Aktienkurs immer weiter in die Tiefe. Bis Dienstagabend betrug das Minus rund 30 Prozent.

Die Krise von Monte dei Paschi steht sinnbildlich für die Schwäche vieler europäischer Finanzinstitute, besonders ausgeprägt ist diese aber in Italien. Die Geldhäuser des Landes haben in den vergangenen Jahren einen gigantischen Berg fauler Kredite in ihren Bilanzen angehäuft. ..DWN

Faule Kredite Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

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Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/