Warum zahlen Südeuropäer keine Steuern?

Süd- und Osteuropäer, heisst es, zahlen ihre Steuern nicht, wie sie sollten. Das ist nicht moralisches Versagen, sondern rationales Verhalten, genährt aus Erfahrung.

Andres Wysling berichtet: Süd- und Osteuropäer, so heisst es, zahlen ihre Steuern nicht, wie sie sollten. Das ist nicht moralisches Versagen, sondern rationales Verhalten. Im Bild Spaziergänger an der Küste von Faliro bei Athen.

Schon lange vor den griechischen Sagen gab es die griechische Bürokratie. Sie bestand aus dunklen Gängen, in denen viele Leute sich verirrten und nie mehr gesehen wurden. Im Innersten dieses Labyrinths wartete ein schrecklicher Stier auf seine Opfer, um sie zu fressen. So wie damals ist es heute noch, in Griechenland und in vielen andern Ländern. Gescheit ist, wer sich dem Staat nicht nähert. Wer es wagt, der verliert vielleicht nicht gerade das Leben, aber auf jeden Fall viel Geld und Zeit. Und die Gegenleistung des Staats ist oft ungenügend.
Findige Bürokraten haben für alle Länder der Europäischen Union die sogenannte Steuerlücke errechnet , die Differenz zwischen geschuldeten und effektiv bezahlten Steuern. Sie ist vor allem in Ländern Süd- und Osteuropas eklatant. Jetzt hagelt es Vorwürfe: Die Bürger dieser Staaten wollten ihre Steuern nicht zahlen, das sei verwerflich, und die Beamten könnten die Steuern nicht eintreiben, sie seien unfähig oder sie hätten keine Computer. Doch moralische Anklagen und technische Erklärungen sind nicht der Kern des Problems. Die Steuerlücke zeigt die Kluft zwischen dem Staat und seinen Bürgern – sie zeigt eine Vertrauenslücke.
Warum sie ihre Steuern nicht zahlen

Schwarze Blanke www.w-t-w.org/en/heinz-schwarze-blanke/

Schwarze Blanke
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Netwar: Der Computer muss neu erfunden werden

Cyber-Angriffe auf die Industrie: Das könnte teuer werden. In Chats tauschen sich Experten weltweit über den Stand der virtuellen Kriegsführung aus und stellen fest: Das Wettrüsten hat längst begonnen.

Bald werden Hacker mit digitalen Angriffen nicht nur einzelne Flugzeuge vom Himmel holen, sondern ganze Flotten. Doch was davon ist Science-Fiction? Panikmache, medialer Hype? Und wie gefährdet sind wir heute in Deutschland, Frankreich, Europa?

„Ein Einzelner mit nur einem Laptop kann heute mehr Zerstörung herbeiführen als eine konventionelle Waffe wie eine Bombe!“ Mit dieser Aussage von Ian West, dem Direktor für Cybersicherheit bei der Nato, taucht die Dokumentation von Marcel Kolvenbach ein in die verborgene Welt des Cyberkrieges. Die Spurensuche führt in die Cyberwaffenschmieden nach Israel, zu den Roten Hackern nach China und zur weltweit größten Hackerkonferenz in den USA, auf der NSA-Chef Keith Alexander gefeiert wird. In virtuellen Chats tauschen sich die Experten weltweit über den Stand der virtuellen Kriegsführung aus und stellen fest: Das Wettrüsten hat längst begonnen. Bald werden Hacker mit digitalen Angriffen nicht nur einzelne Flugzeuge vom Himmel holen – sondern ganze Flotten. Doch was davon ist Science-Fiction? Panikmache, medialer Hype? Und wie gefährdet sind wir heute in Deutschland, Frankreich, Europa?

Ein Elite-Hacker aus Berlin macht den Test. Mit Laptops bewaffnet rückt er an, um einen Stromversorger an der deutsch-französischen Grenze zu hacken. Ein Angriff auf Bestellung, denn der Geschäftsführer möchte sein Unternehmen sicher machen, will wissen wie gefährdet es ist. Das Ergebnis erschreckt. Dieser Hack ist keine Inszenierung. Er hat tatsächlich stattgefunden und die Ergebnisse werden seitdem in der Energiebranche heiß diskutiert. Eine absolute Sicherheit werde es nie geben, fürchten die Beteiligten. Cyberwar-Experten wie Dr. Sandro Gaycken und Professor Volker Roth fordern darum eine völlig neue IT und kritische Infrastruktur: „Der Computer muss neu erfunden werden.“
Siehe bei 48min.

Cyberwar Veteran

Plant Indien goldgedeckte Staatsanleihen?

Gold ist in Indien die größte Liquiditäts-Reserve.

Die Regierung in Neu Delhi will die Bürger Goldüber Gold-Konten und Gold-Staatsanleihen dazu verleiten, ihre Edelmetall-Bestände gegen Geld zu verpfänden. Die Eigentümer würden einen festgelegten Zinsertrag erhalten, im Gegenzug müssten sie ihr Gold abgeben. Zinsen für Gold? Unter der Voraussetzung, dass die “staatlichen Stellen” dieses eingesammelte Gold sicher aufbewahren und den Bürgern dafür Papiergoldscheine in die Hand gibt, könnte so eine goldgedeckte Währung entstehen. Ist da nicht Misstrauen angesagt, wenn auf das eingesammelte Gold Zinsen bezahlt werden sollen? Das ist vom Prinzip her schlicht unmöglich, denn Gold vermehrt sich nicht! 

DWN berichtet: Indische Privathaushalte besitzen insgesamt mehr als 20.000 Tonnen Gold. Im Land kam es zu massiven Goldkäufen nachdem im November 2014 die Importbeschränkungen aufgehoben wurden. Im März 2015 wurden insgesamt 125 Tonnen Gold nach Indien importiert. Im Vorjahresmonat wurden noch 60 Tonnen Gold importiert. In den Privathaushalten ist das Gold nicht monetisiert und es liegt somit keine finanzielle Bewertung vor.

Finanzminister Arun Jaitley will diesen Prozess umkehren und eine Monetisierung der Goldbestände des Landes durchführen: Es sollen Goldkonten und goldgedeckte Staatsanleihen eingeführt werden. Diese sollen als Alternative zum gängigen Goldkauf gelten und den Eigentümern einen festgelegten Zinsertrag einbringen. Die Goldkonten sollen zudem die privaten Leihhäuser ersetzen. Das sind Einrichtungen, bei denen sich die Bürger Darlehen gegen ein Goldpfand besorgen können.

Der Einfuhrzoll von Gold in Höhe von zehn Prozent soll dennoch bestehen bleiben. Hinzu kommt, dass Jaitley die Einführung einer indischen Goldmünze plant. „Eine solche indische Goldmünze würde dazu beitragen, die Nachfrage nach Münzen, die außerhalb Indiens geprägt wurden, zu verringern und zugleich das Recycling von im Land verfügbarem Gold befördern“, zitiert die Zeitung Star den Finanzminister.

Physisches Gold gilt als Liquiditätsreserve, welches sich außerhalb des internationalen Finanzsystems befindet. In diesem Zusammenhang berichtet die Notenbank in Neu Delhi:

„Die Kreditaufnahme gegen Gold beruht auf der Grundlage physikalischer Verpfändung. Gold ist eine Liquiditätsreserve, weil es jederzeit in Bargeld umgewandelt werden kann, um dringenden finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen. Die größten Goldbestände in Privathaushalten befinden sich in Süd-Indien. Dort ist die Bereitschaft der Verpfändung von Gold weitaus höher als in anderen Regionen des Landes, wo die Menschen sehr zögerlich reagieren.“

Indien ist einer der größten Goldimporteure der Welt und importiert jährlich 900 bis 1.000 Tonnen Gold.
Indien plant goldgedeckte Staatsanleihen

Einkommensungleichheit, die Kluft zwischen Arm und Reich

Arm und Reich driften im OECD-Raum immer weiter auseinander. In der Mehrzahl der Länder kommt wirtschaftliches Wachstum eher höheren Einkommensgruppen zugute – ärmere Haushalte bleiben zurück. Der Bericht beleuchtet, in welchen Bereichen Ungleichheit entsteht und wo politische Schritte erforderlich sind.

Es zeigt sich, dass Vermögen in Deutschland stärker konzentriert sind als in vielen anderen OECD-Ländern. Die reichsten zehn Prozent der Deutschen besitzen demnach 60 Prozent der Nettohaushaltsvermögen, im OECD-Schnitt halten die zehn Prozent der Reichsten nur 50 Prozent der Vermögen. Insgesamt verschärft die Ballung bei den Vermögen jedoch OECD-weit die Nachteile der Haushalte mit niedrigem Einkommen. Im Jahr 2012 besaßen die 40 Prozent der ärmsten Haushalte aus 18 OECD-Ländern, für die Daten vorlagen, gerade einmal drei Prozent des Gesamtvermögens.

Steigende Ungleichheit hat laut Bericht nicht nur Auswirkungen auf die Gesellschaft, es beeinträchtigt auch die wirtschaftlichen Aussichten eines Landes. Werden die untersten 40 Prozent einer Gesellschaft abgehängt – also auch größere Teile der Mittelschicht – dann nutzen Volkswirtschaften nur einen Teil ihres Potenzials. Nach Berechnungen der Studienautoren hat die steigende Ungleichheit seit 1985 dazu geführt, dass die Wirtschaft in 19 OECD-Ländern zwischen 1990 und 2010 um 4,7 Prozentpunkte weniger gewachsen ist als das bei unveränderter Ungleichheit der Fall gewesen wäre. In ungleicheren Gesellschaften haben es Familien aus schwächeren sozialen Schichten schwerer, ihre Chancen auf Bildung und damit auf sozialen Aufstieg zu verwirklichen. OECD-Analysen zeigen, dass steigende Ungleichheit keinen nennenswerten Effekt auf die formale Bildung und die Kompetenzen von Menschen aus verhältnismäßig wohlhabenden Familien hat. Für sozial schwache Familien geht sie allerdings einher mit verkürzter Bildungsdauer und häufig auch mit schlechteren Resultaten bei den schließlich erworbenen Fähigkeiten.
Deutschlands untere Mittelschicht wird abgehaengt
In-it-together-web

Warum werden Geldwäsche-Richtlinien nicht umgesetzt?

Durch schwere Steuerhinterziehung und Geldwäsche kommt es zu ungeheuren globalen Machtverschiebungen. Illegale Gelder allein in Europa haben inzwischen einen Jahresumsatz von $1.6 Milliarden, den eines G20 Staates zwischen Italien und Russland (UNODC). Gelder die gerne in Staaten mit liquiden Märkten und funktionierenden aber wohlfeil verhaltenen Rechtssystemen wie Schweiz und Deutschland investiert werden.

Das EU Parlament hat sich auf die 4. Geldwäsche-Richtlinie geeinigt. Ist das jetzt der entscheidender Schritt gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung?

Briefkastenfirmen können in Zukunft nicht mehr im Verborgenen operieren. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung im Europäischen Parlament zu neuen Regeln gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung. An diesem Mittwoch hat das Europäische Parlament den entsprechenden Kompromiss aus dem Trilog bestätigt. Damit ist die neue Richtlinie beschlossen. Dazu sagt der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion und Schattenberichterstatter zur Richtlinie, Sven Giegold.

„Das EU-Parlament geht einen entscheidenden Schritt gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Mit diesen Regeln werden Geschäftsstrukturen offen gelegt, die zur Steuervermeidung und für Geldwäsche genutzt werden. Kern des Kompromisses ist, dass alle EU-Länder ein öffentliches Register einrichten müssen, das transparent macht, welche Personen hinter Firmen stehen und wer Gewinne einfährt. Aufgelistet werden müssen alle Personen, die mindestens mit 25 Prozent an Unternehmen beteiligt sind. Außerdem werden Whistleblower, die Informationen zu Geldwäsche öffentlich machen, zusätzlich unter besonderen Schutz gestellt werden.

Schwarzgeld zum Beispiel aus Drogenhandel oder Terrorismus wird bisher unter anderem mit Briefkasten-Firmen in verschiedenen Ländern gewaschen. Unternehmen benutzen ähnliche Strukturen, um Steuern zu vermeiden. Solche kriminellen oder unfairen Machenschaften werden nun erheblich erschwert.

Gerade nach dem LuxLeaks-Skandal sind europäische Regeln gegen Steuervermeidung wichtig – auch um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die EU zu stärken. Die Grünen/EFA-Fraktion hatte sich besonders für ein komplett öffentliches Register eingesetzt. Das scheiterte an den Regierungen der EU-Mitgliedsländer. Immerhin konnten wir erreichen, das alle Interessierten mit einem legitimen Interesse wie Journalisten und die Zivilgesellschaft Zugang zu den Informationen bekommen. Bei der Umsetzung der Richtlinie in den EU-Mitgliedsländern muss darauf geachtet werden, dass die ausgehandelten Rechte in allen Mitgliedsländern tatsächlich zugänglich werden.“

RICHTLINIE (EU) 2015/ zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystemszum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung.

Geldwäsche Experten weisen allerdings I dont caredarauf hin, dass die Richtlinien bisher in keinem der Länder umgesetzt werden.

Die neue Richtlinie tritt erst in 2 Jahren in Kraft. Bis dahin werden die bisherigen Regelungen halt auch nicht umgesetzt.

 

Mehr zum Thema Geldwäsche:
Frauen und Kinder leiden überproportional unter Korruption/ Folge 5 Geldwäsche

Collection Dirty Money

Muss Risikotoleranz erlernt werden?

Thesen aus der Finanzmarkttheorie

Anleger sind unterschiedlich fähig und willens, Risiken einzugehen. Leider schätzen sie ihre Risikotoleranz oft falsch ein. Die Wissenschaft will das ändern.

Thorsten Hens berichtet: Viele empirische Studien haben ergeben, dass sich die meisten Privatanleger wie in der untenstehenden Abbildung dargestellt verhalten. Sie kaufen, wenn es an der Börse bergauf geht, und verkaufen, wenn es wieder bergab geht. Dieses Aktien Tokioprozyklische Verhalten «buy high – sell low» kostet laut diesen Studien zwischen 4% und 6% an Rendite pro Jahr. Ein Grund für das teure Fehlverhalten ist die Überschätzung der persönlichen Risikotoleranz, während die Kurse steigen. In dieser Zeit glauben die Privatanleger, dass sie Verluste gut ertragen können – aber wenn die Verluste einmal eintreten, ist dem nicht mehr so, und sie verkaufen. Andere Anleger wiederum scheuen mögliche Verluste so sehr, dass sie am Finanzmarkt überhaupt nicht mehr investieren und somit keine Chance haben, ein ansprechendes Vermögen aufzubauen oder ihren Ruhestand finanziell besser abzusichern. Für diese Anleger und ihre Berater wäre es wichtig, die jeweilige Risikotoleranz richtig einzuschätzen, um dann danach handeln zu können. Dies hat sich allerdings als ein komplexes Problem erwiesen. Dieser Beitrag zeigt deshalb auf, welche Methoden in der Wissenschaft bisher entwickelt wurden, um die persönliche Risikotoleranz zu ermitteln. Diskutiert wird zudem, wie die Forschung bessere Hilfestellung für die Praxis leisten könnte.

Sozioökonomisches und Persönliches
Die Wissenschaft begann zunächst damit, die Risikotoleranz anhand von sozioökonomischen Charakteristika der Anleger zu ermitteln….
Risikotoleranz muss erlernt werden
"For clients with an extremely low risk tolerance, I recommend they talk to someone with a ground-floor office."

Boni für die Ehefrau?

Auch Banker zahlen Boni: An ihre Ehefrauen

Es hört sich bizarr an, aber offenbar entspricht es einer gängigen Praxis: Sehr gut verdienende Banker oder Fondsmanager in den USA zahlen ihren Ehefrauen einen Jahresbonus.

Natürlich sei die Höhe des «Ehefrauen-Bonus» auch abhängig von der Performance und dem Bonus des Ehemannes. Aber das Prinzip sei dasselbe wie in der Finanzbranche.

Sogenannte  «Glam SAHMs – glamorous stay-at-home-moms»: Um die 30 Jahre alt (wobei alle rund zehn Jahre jünger aussähen), ausgebildet an Elite-Universitäten, aber ohne Beruf oder regelmässiges Einkommen.

Sie hätten drei bis vier Kinder und seien mit Hedgefonds- oder Private-Equity-Fonds-Managern verheiratet.
Auch Banker zahlen Boni- An ihre Ehefrauen

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

 

Weltweit immer weniger sicher bezahlte Arbeitsplätze

Internationale Arbeitsorganisation: Weltweit wächst die Job-Unsicherheit

Nur ein Viertel aller Arbeitsplätze ist stabil, stellt die Ilo in ihrem Jahresbericht fest. International herrscht demnach eine große Ungleichheit.

Nur ein Viertel der Arbeitskräfte weltweit hat einen sicheren bezahlten Arbeitsplatz. Das geht aus dem Jahresbericht der Internationalen Arbeitsorganisation (Ilo) hervor, der am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde. Drei Viertel der Arbeitskräfte in den untersuchten 180 Ländern besäßen gar keinen Arbeitsvertrag, seien selbstständig oder hätten einen befristeten Job.

„Diese neuen Tendenzen reflektieren die Unsicherheit, die die Arbeiter in der Welt heute trifft“, kritisierte Ilo-Generaldirektor Guy Ryder. Von den Menschen, die für ihre Arbeit bezahlt würden, hätten nur 42 Prozent einen unbefristeten Vertrag. Laut Ilo sind im Laufe der vergangenen zehn Jahre außerdem die Lohnunterschiede zwischen ständigen und temporär Beschäftigten stark gestiegen.
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Der Ilo-Jahresbericht wies überdies auf große internationale Ungleichheiten hin. In den entwickelten Wirtschaftsnationen sowie in Zentral- und Südosteuropa seien etwa acht von zehn Arbeitnehmer Angestellte. In Südasien und in Afrika südlich der Sahara seien es hingegen etwa zwei von zehn. Die übrigen arbeiteten auf eigene Rechnung oder innerhalb ihrer Familie. Die Zunahme unsicherer Arbeitsverhältnisse gehe vielfach mit einer „Zunahme von Ungleichheiten und Armut“ einher, warnte Ilo-Chef Ryder.

Seine Organisation forderte die Regierungen in aller Welt auf, Arbeitskräfte besser gegen Willkür und ungerechte Behandlung zu schützen. Dies gelte auch für Europa, wo der Schutz der Arbeitnehmer seit der Finanzkrise im Jahr 2008 grundsätzlich zurückgefahren worden sei. Die Krise habe zu einem starken Anstieg der Teilzeitarbeit geführt, insbesondere bei Frauen. Dies und neue Beschäftigungsformen wie Minijobs in Deutschland oder Verträge auf Abruf in den Niederlanden bedeuteten, dass die Regierungen überlegen müssten, wie auch diejenigen Einkommenssicherheit erhielten, die keine Vollzeitstelle hätten.

Eine positive Entwicklung stellte die Ilo bei Arbeitskräften fest, die unter der Armutsgrenze leben. Hätte vor 20 Jahren noch die Hälfte der Arbeitskräfte weltweit weniger als zwei Dollar (1,76 Euro) pro Tag verdient, habe dies 2014 nur noch auf ein Viertel zugetroffen. Zehn Prozent der Arbeitskräfte müssten allerdings mit Tageslöhnen unter 1,25 Dollar auskommen.

Schwarze Blanke www.w-t-w.org/en/heinz-schwarze-blanke/

Schwarze Blanke
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China als zweite Börsen-Supermacht?

Shanghai Composite CHART - MAX

Shanghai Composite Chart

Leserkommentar: „In China gibt doch große Chancen zu investieren. Habe 2006 in 4 Aktien der Hongkonger Börse investiert. Die stehen nun bei 32. Macht aktuell 732%.“

Die New Yorker Börse bekommt erstmals ernsthafte Konkurrenz. Denn Chinas Aktienmärkte werden bald endgültig geöffnet und zusammengeführt. Es entsteht ein Finanzplatz, an dem niemand mehr vorbeikommt…

Demnächst soll die Börse von Shanghai auch jene von Shenzhen eine direkte Verbindung mit dem Aktienmarkt in Hongkong erhalten. Und das wäre ein weiterer, wenn nicht der entscheidende Schritt, dass in China ein neues globales Handelszentrum für Aktien entsteht, das es sogar mit der Wall Street aufnehmen könnte.

Christina Chung, Chefstrategin für China bei Allianz Global Investors, hält den Plan für sehr bedeutsam und vergleicht das Vorhaben mit dem Bau einer Autobahn, der zwei Städte miteinander verbindet. Alles geht dann schneller, problemloser, leichter. „Es wäre ein echter Durchbruch“, sagt sie. Und es würde die Börsenwelt durcheinander wirbeln.

Denn mit der Verbindung von Hongkong, Shanghai und Shenzhen entstünde ein gemeinsamer Aktienmarkt mit einer Marktkapitalisierung von rund 13 Billionen US-Dollar. Die New Yorker Börse läge zwar noch davor. Sie bringt es auf rund 16,5 Billionen Dollar, und zusammen mit der Nasdaq ist der amerikanische Aktienmarkt sogar etwa 25 Billionen Dollar schwer…
China wird zur zweiten Börsen-Supermacht
DW-FI-China-Boerse-Aufm

Frauen besonders anfällig für Lobbyarbeit?

Es wird immer die männliche Form für Lobbyisten verwendet damit folgt man unausgesprochenerweise dem Klischee, dass ein Lobbyist ein übergewichtiger Mann mit grauen Schläfen sei.

Karl Jurka berichtet: Der Journalist Hans-Martin Tillack kritisiert die Branche: Sie sei schädlich für das Wirken der Demokratie. Auch wenn das Klischee auf mich durchaus zutrifft – die Mehrheit der LobbyistinnenInteressenvertreterinnen und Lobbyistinnen in Berlin ist weiblich. Selbst in meinem eigenen Unternehmen sind die Damen längst in der Mehrzahl. Liegt es daran, dass es für Frauen einfacher ist, hinter der Bühne als auf der Bühne zu arbeiten? Dass Frauen fleißiger, einfühlsamer und damit besser in der Recherche wären? Jedenfalls sollte man die in Berlin zunehmende weibliche Komponente und die Frauen-Organisationen, die ebenfalls gekonnt Lobbyismus betreiben, wie etwa die „Frontfrauen“, nicht übersehen.
Das Leben der Lobbyisten

Schweizer Milizsystem sei besonders anfällig für Lobbying?

Eine mehr als peinliche Aktion einer gemeinhin als «führend» bezeichneten Agentur hat in den letzten Tagen die Diskussion über Lobbying im Schweizer Parlament befeuert. Vorab: Diese Diskussion ist richtig und wichtig.

Christian Bretscher berichtet:  Die Einflussnahme von Interessengruppen aller Art auf die Politik ist eine Realität, die so alt ist wie die Politik selbst. Entsprechend wichtig ist es, diese Einflussnahme mit aufmerksamem Blick zu beobachten. Umso bedauerlicher sind die wenig reflektierten Schlüsse und Forderungen einiger Kommentatoren nach den jüngsten Vorfällen.

Da ist zunächst einmal die vollkommen verfehlte Behauptung, das Schweizer Milizsystem sei besonders anfällig für Lobbying. In die Welt gesetzt wurde sie durch einzelne Profipolitiker aus dem linken Spektrum, denen das Milizsystem seit langem ein Dorn im Auge ist. Ein simpler Blick über die Grenzen zeigt indessen, dass in den Berufsparlamenten unserer Nachbarländer mindestens so stark lobbyiert wird wie im Schweizer Milizparlament – ganz zu schweigen vom Lobbying-Eldorado USA. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich sogar, dass die Auswüchse in den Profiparlamenten ganz andere Ausmasse annehmen. Nicht selten lassen sich die – vom Staat schon fürstlich entlöhnten – Berufspolitiker darüber hinaus von Organisationen oder Unternehmen zusätzlich dafür «entschädigen», dass sie – in aller Regel verdeckt – deren Interessen vertreten. Das Schweizer System, das ein National- oder Ständeratsmandat klar als «Teilzeitjob» versteht und gleichzeitig volle Transparenz über weitere Einkünfte und Mandate verlangt, ist demgegenüber nicht nur ehrlicher, sondern vor allem auch transparenter: Die Interessenbindungen unserer Politikerinnen und Politiker sind bekannt und können von den Wählerinnen und Wählern in deren Beurteilung einbezogen werden…
Trau, schau, wem

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