Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

Warum Menschen schlechte Wetten eingehen

Interview: Michael Rasch: Der Behavioral-Finance-Papst Hersh Shefrin erklärt psychologische Fallen für Anleger – und warum einige Menschen den finanziellen Selbstmord wählen und dennoch rational sind.

Mr. Shefrin, was ist Behavioral Finance?

Die Anwendung von Psychologie auf finanzielle Entscheidungen und Finanzmärkte. Sie analysiert, wie sich reale Menschen verhalten, und spiegelt psychologische Phänomene.

Geht es auch um Irrationalität?

Ich mag die Begriffe perfekte Rationalität und imperfekte, also fehlerhafte Rationalität. Dazwischen gibt es zahlreiche Schattierungen.

Was sind die wichtigsten Resultate Ihrer Arbeit in den letzten Jahren?

Wir haben herausgefunden, dass professionelle Anleger Entscheide treffen, die nur zum Teil die Fundamentaldaten spiegeln. Es gibt also psychologische Einflussfaktoren. Umgekehrt spiegeln Märkte fast immer einen Mix aus Fundamentaldaten und psychologischen Effekten. Bei der Prognose künftiger Cashflows neigen Analytiker dazu, den mittelfristigen Verlust an Wettbewerbsvorteilen von Unternehmen zu unterschätzen. Sie sind also tendenziell zu optimistisch bei der Firmenbewertung.
Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

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Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

Geldwäsche: Ex-Chef von Espirito Santo verhaftet

Banco Espirio SantoDer ehemalige Chef der Banco Espirito Santo wurde von der Polizei festgenommen. Er soll noch am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden. Die Verhaftung steht im Zusammenhang mit einem Geldwäschefall.

Medienberichten zufolge steht die Festnahme mit einem Geldwäschefall in Zusammenhang, in dem Salgado freiwillig als Zeuge ausgesagt hatte. Er ist das Oberhaupt der portugiesischen Bankiersfamilie, die in Geldprobleme geraten ist. Vertreter der Familie konnten zunächst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Die Bankenkrise in Portugal wirkte sich auch auf die Schweiz aus. Dort musste eine Espirito-Santo-Tochter notverkauft werden.
PGR Monte Branco PressRelease
Money Laundering

Zeitbombe Steuerflucht

Wann kippt das System? Gerade erst mit dem Geld der Steuerzahler gerettet, erarbeiten die Banken neue Strategien, um ihren reichen Kunden die Steuerhinterziehung zu ermöglichen. Die Entlarvung von Steuerflüchtlingen wie Amazon und Total macht begreiflich, wie die tiefen Löcher in Europas Staatskassen entstehen konnten.

Man stelle sich vor, ein jeder könnte selbst entscheiden, ob er Steuern zahlen und trotzdem die von der Allgemeinheit finanzierten, sozialstaatlichen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Sicherheit, öffentlicher Nahverkehr usw.) in Anspruch nehmen will. Das ist keine Utopie – es ist heute Realität.

Internationale Konzerne können Milliardengewinne erwirtschaften, ohne einen einzigen Euro Steuern zahlen zu müssen. Wohlhabende Steuerzahler wiederum bringen den Großteil ihrer Reichtümer mit Hilfe des Schweizer Bankgeheimnisses oder durch in Jersey ansässige Firmen vor dem Fiskus in Sicherheit.

Ganze Staaten drohen inzwischen aufgrund der immer umfangreicher werdenden Steuerflucht zusammenzubrechen. Schätzungsweise 20 bis 30 Billionen Dollar werden jedes Jahr in Steuerparadiesen versteckt. Dies entspricht etwa einem Drittel der weltweiten Schulden.

Der französische Finanzexperte, Journalist und Autor Xavier Harel bietet einen faszinierenden, lehrreichen Einblick in den Wirtschaftszweig Steuerflucht. Er reist dafür auf die Kaimaninseln, ins amerikanische Delaware, nach Jersey, in die Schweiz und nach Großbritannien.

Mit einer Prise Humor enthüllt Harel die meisterhaft erdachten Steuersparmodelle von Colgate, Amazon und Total und stellt auch die großen Beratungsfirmen wie KPMG, Ernst & Young sowie PricewaterhouseCoopers für ihre Mithilfe bei der Plünderung der Gesellschaft an den Pranger.

Zuletzt zeigt er den unglaublichen Zynismus von Banken wie der UBS oder BNP Parisbas auf. Gerade erst mit dem Geld der Steuerzahler gerettet, helfen sie ihren gut betuchten Kunden weiterhin dabei, ihre Reichtümer am Fiskus vorbeizuschleusen. Doch die Steuerflucht hat ihren Preis. In Griechenland zeigt Xavier Harel, wie ein europäisches Land pleiteging, weil es nicht in der Lage war, Steuern einzutreiben. Und alle Länder sind vom Bankrott bedroht, wenn es nicht gelingt, den ungeheuerlichen Privilegien der Konzerne und reichen Steuersündern Einhalt zu gebieten.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de
Harm Bengen

Parteien verschleiern 45 Millionen Euro pro Jahr

Die Gier der Parteien

Das große Tor für Lobbyisten:
Parteien verschleiern 45 Millionen Euro pro Jahr

Seitdem offizielle Parteispenden strenger geregelt werden, weichen die Parteien auf Sponsoring aus: Keine Höchstgrenzen, keine Spendernamen – Sponsoring taucht im Rechenschaftsbericht nicht auf. Diese Summen sind das Einfallstor für Lobbyisten, die auf die Gesetze Einfluss nehmen. Dank der Verschleierungspraxis der Parteien können sie sicher sein, dass der Bürger nie erfährt, warum es zu bestimmten Gesetzen kommt.
Parteien verschleiern 45 Millionen Euro pro Jahr

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.d

Harm Bengen

 

Betrügerisches Pyramidensystem oder Multi-Level-Marketing ?

«Herbalife-Thriller»
Spannungsbogen lässt sich kaum noch weiter dehnen

Der Hedge-Fund-Manager Bill Ackman versucht Anleger und Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen, dass Herbalife ein betrügerisches Pyramidensystem sei. Management und spekulative Anleger halten dagegen

Der Hedge-Fund-Manager Bill Ackman versucht Anleger und Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen, dass Herbalife ein betrügerisches Pyramidensystem sei. Management und spekulative Anleger halten dagegen.

Thriller finden nicht nur im Kino statt, sondern auch im wahren Leben. So versucht der aktivistische Hedge-Fund-Manager Bill Ackman Anleger und Aufsichtsbehörden schon seit Dezember 2012 davon zu überzeugen, dass es sich beim Geschäftsmodell des amerikanischen Unternehmens Herbalife um ein betrügerisches Pyramidensystem handle. Er hat eine Wette im Wert von etwa 1 Mrd. $ auf fallende Kurse bei Herbalife-Aktien abgeschlossen. Diese sind daraufhin zwar zunächst gefallen, haben sich aber 2012 wieder erholt und Ende 2013 sogar Rekordkurse erreicht.

Am Montag haben sie auf tieferem Niveau gut 11% ihres Wertes verloren, nachdem Ackman angekündigt hatte, am Dienstag die Resultate einer investigativen Recherche vorzulegen, für die er gut 50 Mio. $ investiert hat. Sie sollte beweisen, dass Herbalife seine unbedarften Vertriebspartner vorsätzlich mit zu optimistischen Verdienstaussichten täuscht, dass die Umsatzentwicklung falsch dargestellt wird und dass ganz gewöhnliche Produkte zu überhöhten Preisen verkauft werden. Die sogenannten Ernährungs-Klubs, die den Vertrieb fördern sollten, glichen den fiktiven Handelsräumen Enrons. Der amerikanische Energiekonzern dieses Namens gehörte phasenweise zu den grössten Konzernen der USA, ging im Jahr 2001 aber nach wiederholten und massiven Bilanzfälschungen bankrott.

Das Management von Herbalife weist die Vorwürfe von sich. Eine von ihm in Auftrag gegebene Analyse kommt zum Schluss, dass 97% der Herbalife-Produkte an normale Konsumenten gehen. Es handle sich um ein ganz normales «Multi-Level-Marketing-System» mit stetig wachsenden Erlösen und Erträgen, heisst es. Während Ackmans Präsentation hat sich der Herbalife-Kurs von den jüngsten Kursrückschlägen erholt. Möglicherweise zeigt er aber nicht die ganze Wahrheit. Denn kurzfristig hat Herbalife das Interesse spekulativer Anleger auf seiner Seite. Investoren wie Carl Icahn, George Soros und andere haben sich mit Anteilen von bis zu 17% beim Unternehmen eingekauft. Es ist mehr als offen, ob sie von der operativen Strategie des Unternehmens überzeugt sind oder ob sie nur die so genannten Short-Seller, also Ackman und Co., aus ihren Positionen vertreiben und von dem dadurch ausgelösten, kurzfristigen Kursfeuerwerk profitieren wollen.
Kill him

 

 

Währungsmanipulation: Neue Ermittlungen gegen Großbanken

Sabine Paulus berichtet:  Die Bankenwelt kommt nicht zu Ruhe: Auch in Großbritannien Mutmassliche_Waehrungsmanipulationenermitteln die Behörden wegen mutmaßlicher Währungsmanipulationen. Konkrete Fälle sind noch nicht bekannt, die Anzeichen auf den Skandal verdichten sich jedoch europaweit: Deutsche CFOs mit Schwellenländergeschäft sollten aufhorchen.
Währungsunion

www.rodrigocartoon.com

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IWF mahnt mehr Investitionen an

IWF lobt Deutschland – mahnt aber mehr Investitionen an

Gernot Heller berichtet:  Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält trotz besserer Wachstumsaussichten in Deutschland erheblich mehr staatliche Investitionen für nötig.

Der Fonds teilte in seinem am Montag veröffentlichten Länderbericht mit, dieses Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftskraft von 1,9 Prozent zu rechnen. 2015 dürfte es dann 1,7 Prozent nach oben gehen. Bisher waren die Experten von 1,7 Prozent für 2014 und 1,6 Prozent für 2015 ausgegangen. Der IWF lobte Deutschland ausdrücklich für seine Finanz- und Wirtschaftspolitik. Angesichts der mittelfristig allerdings relativ bescheidenen Wachstumsperspektiven rät er zu mehr Investitionen. Ohne Vereinbarungen zu verletzten, könnte der Staat dafür jährlich zusätzlich ein halbes Prozent der Wirtschaftleistung – also rund 14 Milliarden Euro – ausgeben.

Finanzpolitisch stehe Deutschland stark da, die Arbeitslosigkeit sei niedrig und auch der Bankensektor habe sich Schritt für Schritt stabilisiert, so der IWF. „Deutschland könnte aber mehr tun, um sein Wachstum zu fördern und seine Rolle als Zugpferd im Euro-Raum auszubauen.“

Die Bundesbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Frühjahr eine Wachstumspause eingelegt hat. Sie sieht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Vierteljahr lediglich auf dem Niveau des Vorquartals, wie ihre Volkswirte im neuen Monatsbericht schrieben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sich zuletzt zuversichtlicher geäußert und rechnen mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent. Im Zeitraum von Januar bis März war dank des milden Winters mit 0,8 Prozent das stärkste Plus seit drei Jahren erzielt worden.

IWF – REGIERUNG SOLLTE TROTZ GUTER LAGE HANDELN
Die IWF-Experten sehen Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen. So fordern sie, angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen die Entwicklungen am Immobilienmarkt und bei den Lebensversicherern wachsam zu verfolgen. Für den Immobilienmarkt sieht zum Beispiel Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, wie er gerade wieder in einem Handelsblatt-Interview sagte, die Gefahr von spekulativen Preisblasen. Und für die Lebensversicherer haben Bundestag und Bundesrat gerade ein Maßnahmenpaket beschlossen, um diese zu stabilisieren. Ihnen fällt es immer schwerer, die den Kunden versprochenen Renditen am Kapitalmarkt zu erzielen.

Auf Deutschland kommen laut IWF gleich mehrere Probleme zu – die Demografie sowie womöglich auch stark steigende Energiepreise. Dadurch seien die Wachstumsaussichten mittelfristig bescheiden. Der IWF rät zu höheren Investitionen des Staates, etwa in den Ausbau von Straßen sowie Bildung und Forschung. Deutschland sollte den Spielraum nutzen, den es hierfür habe.IWF mahnt mehr Investitionen an

Mancher Euro gilt in Europa nichts

Jedes Land der Euro-Zone gibt Sonderprägungen aus. Doch nicht all diese Münzen sind in Deutschland Zahlungsmittel. Urlauber laufen Gefahr, mit Münzen nach Hause zu kommen, die nur Sammlerwert haben.

Kathrin Gotthold berichtet:  Rund ein Drittel der in Deutschland kursierenden Euro-Münzen stammen aus dem Ausland. In den meisten Fällen erkennt man das vor allem an der Rückseite. Doch es gibt immer mehr Münzen, bei deren Gestaltung Staaten kreativ geworden sind. Diese Geldstücke sind Sonderprägungen – und bei ihnen sollte man besser genau hinschauen. Denn nicht immer sind sie auch in Deutschland gültig.

„Das ist kein Problem, wenn es sich um eine Zwei-Euro-Münze handelt. Diese sind gesetzliches Zahlungsmittel in allen Euro-Ländern, ihre Annahme darf also nicht verweigert werden“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband Deutscher Banken.

Anders sieht es jedoch aus, wenn es sich um Fünf- oder auch Zehn-Euro-Münzen handelt, die ebenfalls von vielen Staaten ausgegeben werden. Denn sie gelten nur im jeweiligen Land als gesetzliches Zahlungsmittel. Wer mit solchen Sondermünzen in der Tasche über die Grenze kommt, fährt also Gefahr, mit ihnen hierzulande nicht zahlen zu können.

Dabei ist es recht schwer, den Überblick zu behalten. „Wie viele und wie oft Länder Sonderprägungen ausgeben, wird von Euro-Land zu Euro-Land unterschiedlich gehandhabt“, sagt Beller. Deutschland beispielsweise gebe jedes Jahr mehrere Zehn-Euro-Münzen mit neuen Motiven aus, etwa vier bis fünf Gedenkmünzen.

Weit über 100 verschiedene Prägungen

Ihr Tipp: Sollte man bei einem Urlaubseinkauf eine Fünf- oder Zehn-Euro-Münze als Wechselgeld zurückbekommen, müsse man sie entweder gleich vor Ort wieder ausgeben oder als Sammelstück aufbewahren. Letzteres kann sich durchaus lohnen. Manche Euro-Münzen sind begehrte Sammlerobjekte.

Beller erklärt: „Ist die Auflage gering und die Nachfrage groß, können Münzen beachtliche Preise erzielen.“ Sicher ist das jedoch nicht.

Zu den Sonderprägungen mit höherem Nennwert kommt hierzulande jedes Jahr eine neue Zwei-Euro-Münze – jedes Mal von einem anderen Bundesland. Es dauere also noch eine Weile, bis jedes Bundesland einmal an der Reihe war, sagt Beller.

Gerade von den Zwei-Euro-Münzen haben die Euro-Länder weit über 100 verschiedene Gedenkprägungen ausgegeben. Diese sind aber in der gesamten Euro-Zone gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, jeder Händler muss sie anerkennen – vom kleinen Strand-Kiosk bis hin zum großen Supermarkt.

Europaweit viele 20-Euro-Scheine gefälscht

Aufpassen müssen Deutsche auch, wenn sie im Urlaub Euro-Scheine bekommen. Im Durchschnitt kommen auf 10.000 Einwohner mehr als 20 Blüten. Hierzulande sind es nur sechs. Zwar werden auch immer wieder Münzen gefälscht, doch Scheine sind einfacher zu erstellen und auch lukrativer. Europaweit werden vor allem 20-Euro-Scheine gefälscht. In Deutschland tauchen hingegen vor allem falsche 50er auf.
Sondermuenze-und-Briefmarke-wuerdigen-Deutsche-Einheit

BayernLB-Prozess: CSU will keine weitere Aufklärung

CSU will keine weitere Aufklaerung
BayernLB

Witwe von Kettenraucher bekommt 23 Milliarden Dollar

Höchster Schadenersatz aller Zeiten
Witwe von Kettenraucher bekommt 23 Milliarden Dollar

So etwas gibt es wohl nur in den Amerika: Ein US-Gericht hat der Witwe eines an Lungenkrebs gestorbenen Kettenrauchers mehr als 23 Milliarden Dollar Schadensersatz zugesprochen. Die Begründung ist erstaunlich.

Der US-Zigarettenhersteller R.J. Reynolds Tobacco Company soll einem Gerichtsurteil zufolge der Witwe eines Kettenrauchers mehr als 23 Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen. Der Anwalt der Klägerin Cynthia Robinson teilte am Samstag mit, es handle sich um die höchste Summe, die jemals in einem solchen Rechtsstreit von einem Gericht im Bundesstaat Florida zugesprochen worden sei.

Der Vize-Präsident des Konzerns, J. Jeffery Raborn, erklärte in der „New York Times“, R.J. Reynolds werde das „außer Kontrolle geratene Urteil“ anfechten.

Robinsons Anwalt widersprach: „Das war keine außer Kontrolle geratene Jury, dass war eine mutige Jury“. Die Geschworenen hätten sich anscheinend von den Beweismitteln überzeugen lassen, die gezeigt hätten, wie aggressiv R.J. Reynolds insbesondere bei jungen Leuten für seine Tabakprodukte geworben habe. „Sie haben den Kongress angelogen, sie haben die Öffentlichkeit angelogen, sie haben Raucher angelogen und Rauchern die Schuld gegeben“, sagte der Anwalt.

Verschwörung gegen die Gesundheit

Cynthia Robinson hatte den Konzern 2008 verklagt, weil ihr Ehemann Michael Johnson 1996 im Alter von 36 Jahren an Lungenkrebs gestorben war. Ihr Vorwurf lautete, dass der Zigarettenhersteller die Gefahren des Rauchens und die Suchtgefahr seiner Produkte in einer Verschwörung verheimlicht habe.

Nach Angaben des Anwalts von Robinson begann ihr Ehemann das Rauchen im Alter von 13 Jahren und konsumierte über einen Zeitraum von 20 Jahren täglich bis zu drei Päckchen Zigaretten.

Viel Arbeit für die Richter

Die jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung dürfte auch nach dem Urteil weitergehen. In der Vergangenheit konnten Tabakfirmen in Berufungsverfahren den Schadenersatz häufig drücken oder das Urteil sogar für nichtig erklären lassen. Der aktuelle Fall beschäftigt die Gerichte bereits seit Jahren.

Ursprünglich war er Teil einer Sammelklage, die 1994 gegen Tabakfirmen eingereicht wurde. Im Jahr 2000 gestand eine Jury den Klägern insgesamt 145 Milliarden Dollar Schadenersatz zu. Doch 2006 verwarf das Oberste Gericht von Florida das Urteil. Die Sammelklage sei nichtig, jeder Raucher habe aus anderen Gründen geraucht. Gleichzeitig entschied das Oberste Gericht, dass die Kläger einzelne Klagen einreichen könnten. Robinson war eine von ihnen.

Im vergangenen Monat lehnte es das Oberste Gericht der USA ab, sich mit einer Reihe von Berufungsklagen von Tabakfirmen zu befassen. Die Unternehmen – allen voran R.J. Reynolds – wollten eine Reihe von Schadenersatzurteilen anfechten, die durch Gerichte in Florida verhängt worden waren. Insgesamt ging es um eine Summe von mehr als 70 Millionen Dollar.

Andreas Prüstel

Andreas Prüstel