Was ist Kleptokratie?

Kleptokratie (altgr.stehlen-Herrschaft der Plünderer)

Eine Kleptokratie?
Die erfolgreichste Aktie der Welt kommt aus Ungarn.
Eine Jahresperformance von 2400%: Mit seinen Firmen macht ein Freund von Viktor Orban an der Börse Furore. Dahinter vermuten aber viele Ungarn Vetternwirtschaft.

Für viele Ungarn ist das ein Ausdruck davon, dass sich um Orban eine Kleptokratie gebildet hat, die sich vor allem bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen – auch durch EU-Mittel finanziert – bereichert. Starke Hinweise darauf gibt es tatsächlich, auch wenn bisher niemand vor Gericht verurteilt worden ist. Meszaros hingegen verweist gerne auf seine unternehmerische Leistung.

Aktie von Orban-Freund im HöhenflugDie erfolgreichste Aktie der Welt kommt aus Ungarn

Real exsitierende Kleptokratie: Ungarn legalisiert Korruption und Amtsmissbrauch                                                                                                                  www.pesterlloyd.net/html/1448legalisiertekorruption.html

Organisierte Kriminalität – Was geht das Frauen an?

Handelskriegsängste belasten die Börse

Die Angst vor wachsendem Protektionismus belastet die Aktienmärkte. Als Risikofaktoren gelten auch der Ausgang der Parlamentswahl in Italien und der Abstimmung der SPD-Mitglieder über eine grosse Koalition in Deutschland.

Michael Ferber berichtet: Ängste vor einem Handelskrieg haben die Aktienmärkte in der abgelaufenen Handelswoche belastet. Als Risikofaktoren gelten auch der Ausgang der Parlamentswahl in Italien und der Abstimmung der SPD-Mitglieder über eine grosse Koalition in Deutschland. Zudem verfolgen die Anleger weiterhin aufmerksam die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen. Nach einem positiven Start am Montag verlor das Schweizer Aktienbarometer Swiss-Market-Index (SMI) vier Tage in Folge an Boden und beendete die Handelswoche mit einem dicken Minus von 3,6%. Seit Jahresbeginn verbucht der SMI damit einen Verlust von rund 8%….NZZ

Harm Bengen
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Europarat rügt Parteienfinanzierung in Deutschland

Deutschland kommt im Kampf gegen undurchsichtige Parteienspenden nach Ansicht von Experten nicht voran. Die Bundesrepublik setze wichtige Empfehlungen nicht um, beklagt das Antikorruptionsgremium des Europarats, GRECO.
Europarat rügt Parteienfinanzierung in Deutschland

Staatengruppe gegen Korruption des Europarates:
Deutschland muss Rückstand bei der Transparenz der Parteienfinanzierung aufholen.

Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) wiederholt in einem aktuellen „Nachtrag zum Umsetzungsbericht“ ihre in früheren Berichten geübte Kritik hinsichtlich der Transparenz der Parteienfinanzierung in Deutschland.

Von den zwanzig Empfehlungen wurden neun „in zufriedenstellender Weise umgesetzt oder behandelt“, wird in dem Dokument betont.

Die GRECO stellt fest, dass seit der Verabschiedung eines früheren Evaluierungsberichts über sieben Jahre vergangen sind, ohne dass im Hinblick auf bestimmte Empfehlungen ein Fortschritt erzielt wurde. Dazu zählt die Empfehlung, die für die unverzügliche Anzeige und Veröffentlichung von Parteispenden geltende Grenze von 50 000 € zu senken, sowie die Empfehlung, regelmäßig Rechenschaftsberichte für den Wahlkampf zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung derartiger Berichte würde die Transparenz direkter Spenden an Abgeordnete und Wahlkandidaten, die Parteimitglieder sind, erhöhen.

Die GRECO „kann lediglich ihren dringenden Appell an die Behörden wiederholen, sich vorrangig mit den sieben ausstehenden Empfehlungen zu befassen“, so der Bericht.

Gleichzeitig werden darin die Bemühungen Deutschlands zum Thema „Kriminalisierung“ begrüßt. Konkrete Empfehlungen, welche die Kriminalisierung der Bestechung und Bestechlichkeit von Mitgliedern inländischer und ausländischer öffentlich-rechtlicher Vertretungskörperschaften (einschließlich Bundestagsabgeordneter), von ausländischen Amtsträgern, internationalen Beamten und ausländischen Schöffen sowie die Bestechung im privaten Sektor und Zuständigkeitsregeln betreffen, wurden behandelt. Dies bezeichnet die Staatengruppe als „große Errungenschaft“. Transparenz der Parteienfinanzierung/Greco.PDF

Harm Bengen
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Mehr Geld für die Natur im EU-Haushalt

Artenschutz ist wichtig, braucht aber auch Investitionen.
Ab jetzt verhandeln die die Staats- und Regierungschefs über den künftigen EU-Haushalt. Daran wird sich auch entscheiden, wohin sich Europas Landwirtschaft künftig entwickeln wird – und ob es Hoffnung auf Rettung für die Artenvielfalt in der EU gibt. Das bisherige Schweigen der Regierungen gerade zum dramatischen Insektensterben ist ohrenbetäubend. Zusammen mit über 130 Organisationen aus ganz Europa fordert der NABU daher heute bei einer Aktion in Brüssel „mehr Geld für die Natur im EU-Haushalt“.

Neue Zahlen zum Finanzdefizit im deutschen Naturschutz

Aber worum geht es genau? Liegt es wirklich am fehlenden Geld, dass Insekten sterben und Vögel verschwinden? Können wir mit EU-Geld die Natur retten? Sicher nicht alleine – wir brauchen starke Gesetze, die zum Beispiel den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und die Düngung regulieren. Wichtig ist auch ein gut vernetztes System von europäischen Schutzgebieten und die Unterbindung von illegalen Aktivitäten – von der Tötung geschützter Arten bis zu verbotener Abholzung oder Grünlandumbruch. Und natürlich liegt es auch stark am Konsumverhalten von uns allen. Dass Erdbeeren im Winter oder Billigfleisch sowohl Klima als auch Artenvielfalt schaden – ist klar.

Dennoch: Geld ist zwar nicht alles, doch ohne Geld ist alles nichts – zumindest im europäischen Naturschutz. Das beste Schutzgebietsnetz – und die EU hat mit Natura 2000 zumindest das größte – der Welt nützt kaum, wenn die Flächen nicht erhalten und gepflegt werden können. Hierfür braucht es Geld – insbesondere für Landwirte, Waldbesitzer, Schäfer aber auch alle anderen, die sich im Dienste der Gesellschaft um Arten und ihre Lebensräume kümmern…Euractiv
Deutschlands Natur

Waldemar Mandzel
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Immobiliendeal und Geldwäscheverdacht

Söders Wohnungsdeals im Zwielicht: Geldwäsche-Verdacht im Umfeld des GBW-Verkaufs. Opposition erwägt Untersuchungsausschuss.

Neue Details zum Verkauf der bayerischen Wohnungsgesellschaft GBW im Jahr 2013 bringen die bayerische Landesregierung und den designierten Ministerpräsidenten Markus Söder in Erklärungsnot. Das berichten das ARD-Magazin MONITOR (Donnerstag, 22.00 Uhr, Das Erste) und Handelsblatt (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf interne Ermittlungsdokumente. Danach gingen das bayerische Landeskriminalamt und das Zollfahndungsamt München während des Verkaufs einem Geldwäsche-Verdacht im Umfeld der PATRIZIA Immobilien AG nach, dessen Überprüfung sie für „dringend notwendig“ hielten. Der Augsburger Wohnungsbaukonzern hatte seinerzeit die Federführung beim Kauf der GBW für ein Konsortium von 27 Investoren. Sie hatten das Wohnungsunternehmen mit rund 32.000 Wohnungen für einen Bruttopreis von knapp 2,5 Milliarden Euro von der Bayern LB erworben. Die Identität dieser Investoren ist bis heute unbekannt, da sie die GBW über Beteiligungsgesellschaften in Luxemburg halten.

Auslöser der Ermittlungen, an denen auch das Bundeskriminalamt beteiligt war, waren mehrere Geldwäsche-Verdachtsanzeigen. Mehrfach wurde darin der Verdacht geäußert, dass Geschäftspartner der PATRIZIA AG im Rahmen von Immobiliengeschäften illegales Geld aus Russland waschen könnten. In den Akten finden sich Vermerke über auffällige internationale Geld-Transfers sowie Hinweise russischer Ermittlungsbehörden auf Personen und Unternehmen, „die im Verdacht stehen, Kapital aus Russland illegal nach Deutschland und in andere EU-Staaten zu bringen“. Die Ermittler stellten den Verdacht damals auch in einen Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der GBW-Wohnungen an das von der PATRIZIA AG geführte Konsortium, da es sich bei einer in den Verdachtsmeldungen genannten Firma offenbar „um einen Kooperationspartner der PATRIZIA und hier speziell für russische Investoren“ handele: „Aufgrund der Hintergründe zu dieser Firma und den dort handelnden Personen ist eine Überprüfung des Sachverhaltes dringend notwendig“, heißt es im Schlussbericht der Ermittler.

Die PATRIZIA AG bestreitet dagegen vehement, dass beim Kauf der GBW Schwarzgeld oder russische Investoren im Spiel waren. „Bei den Investoren handelt es sich ausschließlich um berufsständische Versorgungswerke, Pensionskassen, Versicherungen und Sparkassen aus der so genannten DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)“, teilt das Unternehmen mit. Der Vorgang sei zudem durch die Bayern LB und Finanzbehörden geprüft worden. Fragen zu den in den Dokumenten genannten Geschäftsbeziehungen und dem daraus resultierenden Geldwäscheverdacht in ihrem Geschäfts-Umfeld beantwortete die PATRIZIA AG auch nach mehrmaliger Aufforderung bisher nicht.

Die Ermittlergruppe aus Landeskriminalamt und Zoll nahm die Verdachtsanzeigen offenbar äußerst ernst und empfahl der Staatsanwaltschaft München im Juni 2013, die Verdachtslage „im Zuge tiefergreifender Ermittlungen“ aufzuklären. Diese stellte das Verfahren jedoch nach kurzer Zeit und ohne nennenswerte Ermittlungstätigkeiten ein. Geldwäsche-Experten kritisieren die Einstellung gegenüber Handelsblatt und MONITOR.

Für Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) drängt sich ein Anfangsverdacht der Geldwäsche förmlich auf: „Ich hätte weitere Ermittlungen für zwingend gehalten“, so Fiedler gegenüber Handelsblatt und MONITOR.

Ein Bekanntwerden der Ermittlungen hätte den ohnehin umstrittenen Verkauf an das PATRIZIA-Konsortium gefährden können und Finanzminister Söder zusätzlich in Bedrängnis gebracht.

Die Opposition im bayerischen Landtag vermutet daher politische Einflussnahme auf das Ermittlungsverfahren: „Der Verdacht ist da“, so Florian Streibl von den Freien Wählern in Bayern. Streibl fordert daher, den Fall neu aufzurollen – notfalls per Untersuchungsausschuss.

Das bayerische Finanzministerium hingegen bestreitet einen Zusammenhang zwischen den eingestellten Geldwäsche-Ermittlungen und dem Verkauf der GBW. Weder das Finanzministerium noch das bayerische Justizministerium hätten von den Ermittlungen gewusst, teilen beide Behörden auf Anfrage mit. Geldwäsche-Experte Fiedler hält diese Aussage für unglaubwürdig: „Das ist aller Erfahrung nach eigentlich unvorstellbar. Fälle weit geringerer Dimension lösen bereits Berichtspflichten an die Landesregierung aus. Mindestens der Innenminister sowie die Justizministerin hätten über den Fall informiert sein müssen“, so Fiedler.

Für den internationalen Geldwäsche-Experten Andreas Frank ist die Entscheidung der Staatsanwaltschaft München nicht nachvollziehbar: „Nach den Unterlagen, die ich gesehen habe, sind das typische Hinweise für Geldwäsche. Staatsanwaltschaften sind dafür da, das zu ermitteln“. Ein Bekanntwerden der Ermittlungen hätte den umstrittenen Verkauf an das PATRIZIA-Konsortium gefährden können und Finanzminister Söder zusätzlich in Bedrängnis gebracht. Tagesschau
Deutschland Eldorado für Geldwäscher /Andreas Frank

„Deutschland ist ein attraktives Land für Geldwäsche“, stellte etwa der Sachverständige des Deutschen Bundestages Andreas Frank in seiner Stellungnahme fest. Frank warf Politik und Behörden vor, das vor 24 Jahren in Kraft getretene Geldwäschegesetz nicht umgesetzt zu haben. Daher könne es nicht überraschen, dass Erfolge im Kampf gegen Geldwäsche und gegen Terrorismusfinanzierung ausgeblieben seien. Dies liege auch daran, dass staatliche Aufsichtsbehörden weiterhin ihren Pflichten nicht nachkommen würden…. Bundestag.de/Presse Deutscher Bundestag Stellungnahme/2017 PDF

Organisierte Kriminalität – Was geht das Frauen an?

Korruption in Mitgliedstaaten der EU gestiegen

Korruptionsindex 2017: Ein Armutszeugnis für Europa – in manchen EU-Ländern steigt die Korruption

Transparency International hat jetzt seinen Korruptionswahrnehmungsindex 2017 veröffentlicht. Die skandinavischen Länder scheiden vorbildlich ab. Die besten EU-Länder, Dänemark (88) und Finland (85) liegen direkt hinter Spitzenreiter Neuseeland (89). Dagegen fällt Ungarn (45) um 10 Punkte (auf einer 100 Punkte Skala von 0 “hoch korrupt” bis 100 “sehr sauber”), noch hinter Beitrittskandidat Montenegro (46). Nur Bulgarien (43) liegt als Schlusslicht noch dahinter. Auch Italien (50) und Malta (56) liegen aber bei ähnlich schlechten Werten. Auch Griechenland steht schlecht dar (48), hat sich aber deutlich verbessert. Deutschland liegt bei einem Wert von 81. Dazu kommentiert Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament und Berichterstatter für Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität in den EU-Institutionen:

“Es ist Armutszeugnis für Europa, dass die Korruption in manchen Mitgliedstaaten der EU gestiegen ist. Europaweit herrscht Stagnation bei der Bekämpfung von Korruption. Die EU-Kommission muss bei der Bekämpfung von Korruption innerhalb endlich ihre Versprechen einlösen. Es ist unerklärlich, warum die EU-Kommission den zweiten EU-Anti-Korruptionsbericht bisher nicht veröffentlicht hat. Bei der Korruptionsbekämpfung bekleckert sich Europa wahrlich nicht mit Ruhm. Da auch EU-Fördermitteln von Korruption betroffen sind, schadet die Handlungsverweigerung der EU-Kommission dem Ansehen Europas.

Bulgarien bleibt das traurige Schlusslicht bei der Korruption in Europa. Die bulgarische Regierung und die EU müssen die Proteste der Bürger ernst nehmen, die sich gegen die Korruption im Land wehren. Auch in Ungarn gibt es akuten Handlungsbedarf: Unter Orban grassiert die Vetternwirtschaft und eine Kultur der Straflosigkeit. Europa darf der Korruption innerhalb der eigenen Gemeinschaft nicht länger tatenlos zu sehen.” Transparency.org

Spenden und Schmuggel ruinieren die Textilindustrie in Afrika

Die einst florierenden Kleiderfabriken in Ländern wie Nigeria wurden fast alle geschlossen. Die Gründe liegen im Schmuggel … Wie Spenden und Schmuggel die Textilindustrie in Afrika ruinieren
Der «Guardian» schätzt, dass mit dem weltweiten Handel von Gebrauchtkleidern jährlich 3,7 Mrd. $ umgesetzt werden. In Tansania kamen vor den neuen Massnahmen jeden Monat rund 40 000 Tonnen Altkleider aus dem Westen an. In Uganda machen Secondhandkleider 81% aller Kleiderkäufe aus. In den frühen neunziger Jahren gab es in Kenya 110 grosse Bekleidungsfirmen. 2006 waren es noch 55. Inzwischen existieren noch ganze 15 Textilfabriken. 
Was Altkleider aus Deutschland für Afrika bedeutet

Journalisten – Wer unerwünschte Fragen stellt oder Tabu-Themen behandelt, lebt gefährlich

Schon der Jahresbericht 2017 von
Reporter ohne Grenzenschilderte die zum Teil dramatischen, manchmal lebensgefährlichen Bedingungen, unter denen weltweit Journalisten arbeiten:

Sie werden behindert durch Justiz und Geheimdienste, Behörden verweigern ihnen Auskünfte, und einzelne Politiker kritisieren öffentlich die Ergebnisse von Recherchen oder zweifeln ihre Richtigkeit an. Höhepunkt dieser Tendenz ist wohl die Erfindung der „Lügenpresse“ durch die Pegida-Anhänger und des Begriffs „Alternative Fakten“ durch die Beraterin Donald Trumps. Dazu kommen aber noch gewalttätige Angriffe aus der Bevölkerung oder von Interview-Partnern.

Insgesamt sind im Jahr 2017 weltweit 65 Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden, und zwar außerhalb von Kriegsregionen, 54 sind derzeit entführt und 326 befinden sich augenblicklich in Haft.

Eigentlich sind diese Fakten bekannt, aber die Zahl der tätlichen Angriffe und der Einschüchterungsversuche in den letzten Monaten und der Erfindungsreichtum der Journalisten-Hasser ist doch erschreckend.

Hier einige wenige Beispiele aus Deutschland und Italien

Tätliche Angriffe geschehen in Deutschland häufig im Kontext von Veranstaltungen der AfD oder während Pegida-Demonstrationen und ähnlichen Events. Man versucht, Medienvertreter einzuschüchtern, man bedroht sie auf jede nur erdenkliche Weise, das geht bis zu Morddrohungen. Deshalb musste z.B. das Haus von Peter Bandermann von den Ruhrnachrichten (sein Thema Rechtsextremismus) von der Polizei geschützt werden. Ein ähnliches Schicksal erlitt das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv, dessen Berliner Redaktion ebenfalls unter Polizeischutz gestellt werden musste, (Thema: Korruption in der Türkei, Umbau des Landes in einer Präsidialdiktatur).

Ein Journalist des italienischen Staatsfernsehens RAI interviewte in Ostia (bei Rom) Roberto Spada, den Bruder des Mafia-Bosses Carmine Spada, zu den Beziehungen des Clans mit den lokalen Faschisten. Die vielen Fragen beantwortete Spada schließlich mit einem Kopfstoß und brach dem Reporter die Nase. In einem Viertel von Bari wollte Mariagrazia Mazzola (RAI) die Frau eines Bosses interviewen, die aber die Anfrage mit einem Faustschlag an den Kopf beantwortete, so dass die Journalistin ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Eine neue Idee kommt aus Reggio Emilia, vom Maxi-Prozess gegen den `Ndrangheta-Clan Grande Aracrì „Aemilia: Die Verteidiger der angeklagten Mafiosi haben die Einrichtung eines „Observatoriums für die Prozess-Berichterstattung“ verkündet. Die Kommission besteht aus vier Verteidigern des Prozesses. Die Maßnahme begründen sie folgendermaßen „Die Prozess-Berichterstattung wird häufig zu einem Instrument der Anklage, um sich Zustimmung in der Öffentlichkeit zu verschaffen, und um auf diese Weise die öffentliche Meinung zu beeinflussen und somit auch unweigerlich die Meinung des Gerichts.“

Journalisten-Vereinigungen reklamieren den eindeutig „einschüchternden Charakter“ dieser Kommission, während die Politik auf lokaler und nationaler Ebene sich vornehm zurückhält und wie so oft schweigt.

Dies ist übrigens nicht der erste Versuch der Verteidiger und der Mafiosi, die Presseorgane vom Prozessgeschehen auszuschließen: Der Verteidiger Stefano Vezzadini hatte während einer Gerichtsverhandlung die anwesenden Medienvertreter beschuldigt, nur Lügen über den Prozess zu verbreiten – ohne jedoch anzugeben, welche Presse-Informationen angeblich Lügen gewesen seien. Ein anderer Verteidiger hatte im Januar 2017 den offiziellen Antrag gestellt, die Medien des Gerichtssaals zu verweisen, was drei Mafiosi dazu ermunterte, wiederholt „Ab in den Knast“ zu rufen und damit den Antrag ihres Verteidigers zu unterstützen.

Mutige Journalisten verdienen unsere uneingeschränkte Solidarität!

Schwarwel.de

Ist die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise?

Die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise» Paul Kirchhof
Es gibt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, in der wir weiterhin stecken, letztlich nur zwei Auswege. Der eine ist die geordnete Rückkehr zur Normalität. Der andere Ausweg ist Weiterwursteln.

Es gibt aus der Krise, in der wir weiterhin stecken, letztlich nur zwei Auswege. Der eine ist die geordnete Rückkehr zur Normalität, zu Banken, die solide finanziert sind, zu tieferen öffentlichen und privaten Schulden, zu einer markant geschrumpften Geldmenge und zu Zinsen, die den Konsumverzicht wieder entschädigen. Das wird ohne Rezessionen und Verluste an den Vermögensmärkten, also bei Aktien und Immobilien, nicht möglich sein.

Der andere Ausweg ist Weiterwursteln. Das mag aufs Erste und vorübergehend weniger schmerzhaft erscheinen. Am Ende der derzeitigen finanziellen Repression mittels tiefer Zinsen wird dann aber eine explizite Enteignung der Gläubiger durch Schuldenschnitte und ein Zwangssparen zugunsten der überschuldeten Staaten stehen – und auch das begleitet von Rezessionen und Kurseinbrüchen. Das zeigt: «Die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise» (Paul Kirchhof). Weil man das Unangenehme nicht denken will, wird man vor lauter Schmerzvermeidung in einer noch schmerzhafteren, chaotischeren Situation landen…Finanzkrise als Denkkrise

Infografik WELT

Steuern? Tricksen wie die Großen!

Film von Gesine Enwaldt und Malte Heynen

Der Mittelstand ist zu recht verärgert. Während Großkonzerne wie Starbucks, Google, Apple oder IKEA, trickreich Milliardengewinne in ferne Steuerparadiese verschieben und ihren Steuersatz Richtung Null drücken, trägt der ehrliche Mittelständler bald die ganze deutsche Steuerlast allein. Allerhöchste Zeit, ein Experiment zu wagen: Können es die „Kleinen“ nicht einfach auch so machen wie die „Großen“?

Mit ihrer Dokumentation „Steuern? Tricksen wie die Großkonzerne!“ liefern Gesine Enwaldt und Malte Heynen einen tiefen Einblick in die Welt der Steuervermeider. Nach dem Vorbild der internationalen Konzerne versuchen sie, für ihre kleine mittelständische Produktionsfirma ein Steuerschlupfloch zu buddeln. Die Wege der Global Player ins Steuerparadies sind hochkomplex und die Autoren sammeln für ihren Versuch jede Menge Sachverstand und Informationen. Sie treffen ehemalige Steuerfahnder, Whistleblower, Finanzexperten. Dabei entwirren sie die dreisten Methoden der Konzerne – und ganz nebenbei lernen sie einiges über die Macht der Finanzlobby. Außerdem finden die Autoren Antworten auf die Frage, warum eigentlich die Politik die Steuerschlupflöcher nicht schließt.

Großunternehmen entziehen sich mit Dreistigkeit ihrer Steuerpflicht
Der Weg ins selbstgebastelte Steuerparadies ist für Gesine Enwaldt und Malte Heynen voller Hindernisse: Bekommen die finanzschwachen Journalisten überhaupt einen Beratungstermin bei den Steuerexperten der sogenannten „Big Four“, den einflussreichsten Unternehmensberatungsfirmen der Welt? Wie kann es gelingen, auf eigene Faust in Amsterdam eine Briefkastenfirma aufzumachen und dann noch eine Niederlassung in einem Null-Prozent-Steuerparadies in der Südsee? Was muss getan werden, damit das Finanzamt die für Mittelständler ungewöhnliche Gewinnverschiebung mitmacht?

Der Selbstversuch zeigt nachvollziehbar, mit welcher Dreistigkeit sich Großunternehmen ihrer Steuerpflicht entziehen. Der Film liefert Antworten auf die Frage, warum für Große möglich ist, was den Kleinen verwehrt bleibt. Wie konnte es zu diesem Riesenspielplatz der Tricks und Schlichen kommen, auf dem sich nur die Superreichen tummeln und nach ihren eigenen Gesetzen spielen?  

 

Design Rachel Gold
www.w-t-w.org/en/rachel-gold
www.goldcartoons.at

Phoenix
Organisierte Kriminalität – Was geht das Frauen an?