Altersarmut betrifft alleinstehende Frauen

Wandel der Arbeitswelt lässt Altersarmut in Deutschland steigen. Wirtschaftsexperten sehen das deutsche Rentensystem nicht hinreichend ausgerüstet für die wachsende Zahl von Arbeitnehmern mit flexiblen Arbeitsverhältnissen oder unterbrochenen Erwerbsbiographien.

Unbefristete Jobs und lange beim gleichen Arbeitgeber – für viele Deutsche normal, für viele aber auch nicht. Stattdessen kennen immer mehr Menschen nur befristete Verträge, Mini-Jobs, Phasen der Erwerbslosigkeit und niedrige Löhne. Das deutsche Rentensystem ist auf diesen Wandel der Arbeitswelt nicht ausreichend vorbereitet, das Altersarmutsrisiko steigt weiter.Bald könnte jeder fünfte Rentner von Altersarmut bedroht sein.
Alleinstehende Frauen, Niedrigqualifizierte und Langzeitarbeitslose am stärksten betroffen.

Für alleinstehende Frauen, Langzeitarbeitslose und Niedrigqualifizierte ist das Risiko am höchsten, im Alter arm zu werden. Bei alleinstehenden Frauen steigt die Grundsicherungsquote zwischen 2015 und 2036 von 16 auf fast 28 Prozent. Somit wäre künftig fast jede dritte alleinstehende Neurentnerin auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen. Bei Langzeitarbeitslosen steigt die Grundsicherungsquote von 19 auf 22 Prozent, bei Menschen ohne Berufsausbildung von 10 auf 14 Prozent.
Gründe der Altersarmut

Entwicklung der Altersarmut bis 2036/ Studie
Trends, Risikogruppen und Politikszenarien

Thomas Plassmann
www.thomasplassmann.de

Argentiniens 100 Jahre Anleihe

Auf Rendite-Suche in Argentinien. Das Gedächtnis der Investoren ist kurz. Anders lässt sich nicht erklären, wieso es Argentinien trotz seiner Geschichte gelungen ist, Bonds mit hundertjähriger Laufzeit bei den Anlegern zu placieren.

Tiefe Zinsen führen zu unglaublichen Auswüchsen
Andreas Uhlig berichtet: Die hohe Nachfrage nach einer 100-jährigen argentinischen Anleihe bestätigt vor allem eines: Die Politik der tiefen Zinsen treibt Anleger zu riskanten Investitionen. Sie scheinen sich nicht einmal an den Unwägbarkeiten der Anleihe Argentiniens über 100 Jahre zu stören.

Argentienien ist bereits mehrfach in Zahlungsverzug geraten. Erst 2016 war eine jahrelange Auseinandersetzung mit dem US-Investor Paul Singer und seinem Fonds Elliott Management zu Ende gegangen. Ein US-Gericht hatte erlaubt, den seit 2001 bestehenden Zahlungsverzug, der ursprünglich die gesamte Aussenschuld von 93 Mrd. $ betroffen hatte, mit Neuemissionen zu lösen…Finanzmärkt Auswüchse der tiefen Zinsen

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Vielerorts wird die Meinung vertreten, dass nach einer relativ langen Zeit der Überperformance sogenannter Wachstumstitel, im Jahre 2017 die Zeit gekommen ist, dass Substanztitel wieder eine Führungsrolle übernehmen.
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EZB: Italienische Krisenbanken sollen abgewickelt werden

Fehlendes Eigenkapital. Die zwei kleineren italienischen Krisenbanken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca sollen laut der Europäischen Zentralbank (EZB) nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt werden. Die Bedingungen für eine Rettung seien nicht gegeben, teilte die Zentralbank am Freitagabend mit. Grund sei mangelndes Kapital. Die italienische Regierung werde Maßnahmen unter anderem zum Schutz von Kontoinhabern ergreifen, teilte das italienische Finanzministerium mit. Auch die EU-Kommission erklärte am Abend, dass sie im Gespräch mit Italien über die Banken sei.

Die beiden kleineren venezianischen Banken ächzen wie viele andere Kreditinstitute im Land unter einem Berg fauler Kredite. Sie brauchen früheren Angaben zufolge insgesamt mehr als 6 Milliarden Euro an frischem Kapital.

Italien hatte zuletzt versucht, die beiden Geldhäuser zu retten und dabei Sparer und Anleihebesitzer zu schützen, ohne gegen europäische Regeln für Staatshilfen zu verstoßen. Diese verbieten staatliche Rettungsaktionen für Banken.

Zum Sorgenkind Nummer eins des maroden italienischen Bankensektors hatte es vor einigen Wochen erst eine Grundsatzeinigung zwischen der EU-Kommission und der Regierung in Rom gegeben. So darf Italien der angeschlagenen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena mit einer milliardenschweren Kapitalspritze helfen. Möglich ist das, weil die Bank langfristig als profitabel eingeschätzt wird.

Der Wert der Kryptowährung Bitcoin

Die EU-Kommission als Teil des Action Plans gegen Terrorfinanzierung hat im Juli 2016 vorgeschlagen, “Wechsel-Plattformen für virtuelle Währungen” (virtual currency exchange platforms) und “verwahrende Wallet-Provider” (custodian wallet providers) “unter die Anti-Geldwäsche Direktive” zu stellen. Die “Vierte Direktive” ist eine Reihe von Regeln und Gesetzen der EU gegen Geldwäsche, die derzeit von den Mitgliedsstaaten umgesetzt wird. Sie soll nach dem Willen der Kommission bald auch für Bitcoin und andere Kryptowährungen gelten. Internationale Geldwäsche Experten warnen schon lange vor der Gefahr der Geldwäsche und der Nutzung von Bitcoins durch die OK (organisierten Kriminalität). Sicher ist es kein Zufall, dass ausgerechnet die Schweizer Stadt Zug sich als Bitcoin-Pionier bezeichnet. Verbrechen ermöglichen…

Markus Gentner berichtet: Bundesbank-Chef Weidmann: Bitcoin erhöht Gefahr von Bankenpleiten. Der Wert der Kryptowährung Bitcoin hat sich seit Anfang des Jahres annähernd verdreifacht. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank und einer der mächtigsten Männer der Finanzwelt, sieht darin eine große Gefahr für die weltweite Finanzstabilität.

In den vergangenen Monaten ist der Kurs der Internetwährung Bitcoin rasant angestiegen. Anfang 2016 kostete ein Bitcoin noch annähernd 435 US-Dollar, inzwischen gibt es für einen Bitcoin über 2.600 Dollar. Zwischenzeitlich kratzte der Bitcoin-Kurs sogar an der Marke von 3.000 Dollar. Bundesbank-Chef Jens Weidmann hält diese Entwicklung für sehr gefährlich.

Nach Meinung von Weidmann hätten Bitcoins das Potenzial, künftige Finanzkrisen deutlich schlimmer zu machen. Das sagte der Bundesbank-Chef bei einem Vortrag in Frankfurt vor einer Woche. Digitale Währungen wie der Bitcoin ließen die Gefahr einer Bankenpleite rapide ansteigen. Wie passt das zusammen?

Die Macht der Kryptowährungen steigt und der Druck auf die Notenbanken in aller Welt wächst, denn: Um dem Durchschnittsbürger das Gefühl zu geben, dass derartige Währungen stabil und sicher sind, könnten Zentralbanken künftig ihre eigenen Kryptowährungen bereitstellen (müssen). Und genau das bereitet Weidmann große Sorgen.

Würden Notenbanken in naher Zukunft eigene Digitalwährungen anbieten, könnte es schon bald auch für Otto Normalverbraucher selbstverständlich sein, damit zu bezahlen. Das allein ist noch nicht problematisch. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen allerdings könnte dies den schnellen Ruin von Banken in aller Welt bedeuten.

Sobald Kunden Sorge um die finanzielle Stabilität ihres Bankinstitutes haben, wollen sie in der Regel nur noch ihr Erspartes retten – es kommt zu einem sogenannten Bank Run, also zum Ansturm auf die Bank. Dabei versuchen viele Bankkunden, möglichst ihr gesamtes Geld abzuheben, um sich vor einer Enteignung durch die Bank zu schützen. Das kann ein Geldinstitut im schlimmsten Fall in die Insolvenz treiben.

Laut Weidmann steige mit Kryptowährungen – vor allem mit einer durch die EZB herausgegebenen – die Gefahr einer Bankenpleite, da ein Abzug des Geldes viel schneller vonstatten ginge. Es brauche nur noch eine digitale Transaktion, die binnen weniger Minuten per Klick abgeschlossen sei. Niemand müsse mehr an einen Bankschalter oder an einen Geldautomaten gehen. Und schlimmer noch: Gegen einen Abzug des digitalen Geldes kann sich die Bank kaum schützen. Es hilft nichts, die Bank zu schließen, so wie das bei einem Bank Run derzeit noch möglich ist.

Seit Monaten machen sich die weltweit führenden Zentralbanker tatsächlich Gedanken über eigene digitale und vom Staat gedeckte Währungen. Weidmanns Sorgen dürften deshalb nicht kleiner werden.

Wie funktionieren Bitcoins überhaupt?

Bitcoins werden ausschließlich bei Zahlungen im Internet eingesetzt. Abgesichert werden die Transaktionen dabei mittels der sogenannten Blockchain-Technologie. Bei dieser Technologie werden alle Daten dezentral gespeichert, indem die Datenbank von allen Teilnehmern des Transaktionssystems gemeinsam geführt wird. Alle Aktionen werden dort in einer Block-Kette gespeichert, womit Manipulationen verhindert werden sollen.

Eine vom Staat gedeckte Digitalwährung hätte deshalb auch Vorteile: Die Zahlungsabwicklung wäre billiger, die im Umlauf befindliche Geldmenge wäre besser kontrollierbar und Zahlungen ließen sich sehr viel einfacher nachverfolgen.

Weidmann: Bitcoins überhaupt keine Alternative zu unserem Geld

Weidmann hatte bereits 2013 vor Bitcoins gewarnt, die Kryptowährung damals aber noch als Nischenprodukt bezeichnet. „Versuchen Sie einmal, ihren Samstagseinkauf mit Bitcoins zu bezahlen“, sagte der Bundesbankpräsident in einem Interview mit der „WirtschaftsWoche“. „Bitcoins sind doch überhaupt keine Alternative zu unserem Geld.“

Vor vier Jahren hatte der Bitcoinkurs ähnlich rasant zugelegt wie in diesen Tagen. Für Weidmann war die treibende Kraft hinter der großen Nachfrage einzig und allein „die Hoffnung auf eine hohe Rendite“. Er warnte: „Was Anlagen in das Internet-Geld Bitcoin angeht, wäre ich vorsichtig: Wegen der starken Kursschwankungen und der geringen Tiefe und Intransparenz des Marktes sind diese sicherlich nicht risikoarm.“

Weidmann sollte mit seiner Einschätzung recht behalten: Wenige Monate nach diesem Interview folgte der Kursabsturz des Bitcoins auf unter 200 US-Dollar. Schuld an dem Wertverlust war damals die Insolvenz des wichtigen Bitcoin-Handelsplatzes Mt. Gox. Finanzen.net

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen

Fast 40 Milliarden Euro versenkt

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble präsentiert sich gerne als den großen Bewahrer des ausgeglichenen Haushalts und als Beschützer der kleinen Sparinnen und Sparer.

Beitrag von Gerhard Schick & Jürgen Trittin:  Fast 40 Milliarden Euro versenkt: Kann sich Deutschland diesen Finanzminister noch leisten?

Am 07.06.2017 urteilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über die Klagen der Atomkonzerne gegen die Brennelementesteuer. Das Urteil fiel für das Bundesfinanzministerium (BMF) unter der Leitung von Wolfgang Schäuble ernüchternd aus. 6,3 Milliarden Euro sind an die Atomkonzerne zurück zu zahlen und zwar noch in diesem Jahr! Hinzu kommen 6 % Zinsen pro Jahr, weil Schäuble trotz niedriger Marktzinsen an den hohen Zinssätzen für Steuersäumnisse festhalten will.Schuld an diesem Milliardendebakel ist die atompolitische Entscheidung Merkels und Schäubles, die im Jahr 2010 einen schmutzigen Deal mit den Atombossen eingingen: Atomsteuer gegen Laufzeitverlängerung! Das Bundesverfassungsgericht hat diese Steuer kassiert, da der Bundesfinanzminister Schäuble es nicht vermochte, eine verfassungsfeste Regelung zu finden, die Atomkonzerne in die Pflicht zu nehmen!

Das kostet die Steuerzahler/innen nun etwa 7 Milliarden Euro.

Doch nicht nur bei der Atomsteuer sondern auch durch die fehlende Bekämpfung der Cum/Ex & Cum/Cum-Geschäfte lässt Schäuble die Steuerzahler/innen bluten. Mindestens 31,8 Milliarden Euro – so hoch ist der Steuerschaden durch die Cum/Ex und Cum/Cum-Geschäfte. Die aktuellen Berichterstattungen vom 08.06.2017 von Zeit, Zeit Online und Panorama zeigen, wie ein Netzwerk aus gierigen Akteuren einen „milliardenschweren Akt der Selbstbedienung“ vollzog und sich auf Kosten der deutschen Steuerzahler/innen bereicherte. Möglich war das durch Fehler im Bundesfinanzministerium und seinen nachgelagerten Behörden. Das konnten wir im 4. Untersuchungsausschuss Cum/Ex nachweisen.

Unter Schäuble dauerte es noch drei Jahre bis Cum/Ex und sieben Jahre bis Cum/Cum unterbunden wurden! Auch unter Schäuble wiederholten sich alle Fehler, die eine frühzeitige Aufklärung bei Cum/Ex verhinderten.

Das Bundesministerium der Finanzen wurde bereits 2009 durch einen Whistleblower umfassend über die Problemlage informiert und wusste, wie Cum/Ex funktioniert. Schäuble selbst wurde mit dem Thema im Juli 2010 befasst. Doch erst im März 2012 bekam das Bundeszentralamt für Steuern eine klare Handlungsanweisung und es dauerte sogar bis 2015, bis die Bundesbetriebsprüfung systematisch an der Aufklärung der Cum/Ex-Fälle beteiligt wurde. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) ignorierte jahrelang völlig die Hinweise, die seit 2007 durch Whistleblower bei ihr eingingen, und wurde selbst erst Ende 2015 tätig, als sie eine systematische Abfrage bei den Banken zur Cum/Ex-Thematik durchführte. Dasselbe Bild wiederholt sich bei Cum/Cum: Auch hier hätte man schon spätestens 2011 das Schlupfloch schließen können und müssen.

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen

Steuertricks kosten die EU-Staaten jährlich etwa 173 Milliarden Euro

Ein EU-Vorschlag gegen Steuervermeidung will Banken und Steuerberater in der Pflicht nehmen.

Anwälte oder Banken in der EU sollen Behörden künftig über fragwürdige Steuerkonstrukte informieren, die sie ihren Kunden empfehlen. Das Projekt betrifft auch «Vermittler» aus der Schweiz.

In ihrem Kampf gegen die Steuervermeidung nimmt sich die EU-Kommission einer weiteren Front an: der Vermittler («Intermediäre»). Gemeint sind zum Beispiel Banken, Steuerberater, Revisoren oder Wirtschaftsanwälte, die Unternehmen oder reichen natürlichen Personen dabei helfen, mit «aggressiver Steuerplanung» ihre Steuerbelastung zu senken oder Gelder über Offshore-Zentren der Besteuerung zu entziehen. Eine neue Richtlinie (Gesetz) soll diese Vermittler verpflichten, grenzüberschreitende Arrangements dieser Art den Behörden zu melden.

Wer muss melden?

Die vorgeschlagene Richtlinie würde die Vermittler verpflichten, «potenziell aggressive Steuerplanungs-Arrangements», in die sie involviert sind oder die sie für einen Kunden gestaltet haben, den Steuerbehörden zu melden. Gelten würde dies nur für grenzüberschreitende Fälle, also für Strukturen, die mehr als einen Mitgliedstaat oder mindestens ein Mitgliedsland und einen Drittstaat betreffen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Konzerntöchter in verschiedenen Ländern involviert sind…
Banken und Steuerberater in der Pflicht
Anti Tax Avoidance
Bekämpfung von Steuervermeidung
Allerdings hat Donald Trump andere Steuerpläne. Trump will Steuertricks von US-Konzernen legalisieren…Steuertricks von US Konzernen legalisieren

Die G20-Länder beschließen Maßnahmen gegen Steuerflucht

Zur finanziellen Situation von Donald Trump

Erstmals als US-Präsident hat Donald Trump zumindest teilweise Einblick in seine Finanzen aus dem Jahre 2016 gegeben. Erheblichen Vermögenswerten im Milliardenvolumen stehen demnach Schulden in Höhe von mehr als 300 Millionen Dollar gegenüber. Ein großer Teil der Verbindlichkeiten besteht gegenüber der Deutschen Bank.

Trump hat vergangene Woche neue Informationen über seine finanzielle Situation verfügbar gemacht. Der sogenannte Financial Disclosure Report wurde am Freitag von der US-Ethikbehörde zertifiziert und auf deren Website veröffentlicht. Er deckt die Periode Januar 2016 bis April 2017 ab und gibt Aufschlüsse über Trumps Geschäftsimperium….Spiegel.de

Waldemar Mandzel
www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel