Steuerpraktiken Maltas im Visier

Tochterfirmen europäischer Konzerne. Zahlreiche deutsche und italienische Firmen sollen Ableger auf dem Steuerparadies haben. Der tiefe Zinssatz lockt auch Steuerflüchtlinge mit kriminellem Hintergrund an.

Zahlreiche europäische Konzerne sollen Tochterfirmen auf Malta dazu nutzen, in der Heimat weniger Steuern zu bezahlen. Das geht aus Tausenden von Dokumenten hervor, die das Recherche-Netzwerk European Investigative Collaboration EIC ausgewertet hat. Am Wochenende begannen die beteiligten Medien damit, ihre Auswertungen der «Malta Files» zu veröffentlichen. Laut dem Magazin «Spiegel» haben viele deutsche Konzerne wie BMW, BASF oder die Deutsche Bank Töchter im Steuerparadies. Nach Angaben des Magazins «L’Espresso» stehen 8000 Firmen auf der Insel unter italienischer Kontrolle. Viele von diesen seien dort ganz legal tätig, heisst es. Daneben gebe es aber auch eindeutige Steuerflüchtlinge, unter ihnen einflussreiche Politiker, Manager und offenbar auch einige Mafiosi. Ausländische Firmen müssen auf Malta anfallende Gewinne lediglich mit 5% versteuern….The Malta Files: How The Smallest EU Country Became A Haven For Global Tax Avoidance

Immer mehr Frauen erobern die Schweizer Chefetage

Die Liste der Frauen, die auf den obersten Hierarchiestufen in Schweizer Unternehmen stehen, ist zwar noch kurz. Doch der Frauenanteil ist in der Schweiz im letzten Jahr stark angestiegen. Gerade mal vier Konzernchefinnen und zwei Verwaltungsratspräsidentinnen listet eine Studie bei den rund hundert grössten Unternehmen in der Schweiz auf.   Schillingreport 2017

Silvan Wegmann
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São Paulo: Präsident Temer soll Schmiergeldzahlungen gebilligt haben

Im brasilianischen Petrobras-Skandal belasten Tonaufnahmen Präsident Temer. Er soll der Zahlung von Schweigegeld an einen früheren Vertrauten zugestimmt haben.

Die Börse in São Paulo hat den jüngsten Skandal um Präsident Michel Temer schlecht verdaut. Die Affäre stellt die Wirtschaftserholung infrage. Nach Kursverlusten von über 10 Prozent wurde der Handel ausgesetzt.

Neue Ermittlungen im brasilianischen Korruptionsskandal um den Präsidenten Michel Temer haben den Börsenhandel in São Paulo gestern vorübergehend gestoppt. Nachdem der Index nach Börsenbeginn mehr als 10% verloren hatte, aktivierte die Aufsicht den Wellenbrecher. Damit wird der Handel ausgesetzt, um einen panikartigen Crash zu vermeiden, wenn die Kurse stark fallen.

Zuletzt setzte die Börsenaufsicht den Wellenbrecher im Verlauf der Finanzkrise 2008 ein. Die Erschütterungen sind diesmal jedoch politisch ausgelöst: Ton- und Filmaufnahmen belasten den brasilianischen Präsidenten und könnten seinen baldigen Abtritt bewirken.

Nach einem Bericht des Medienunternehmens Globo soll Präsident Temer unterstützt haben, dass der in Untersuchungshaft sitzende ehemalige Präsident des Abgeordnetenhauses mit Schmiergeld zum Schweigen angehalten wird. Das sollen Aufzeichnungen belegen, die ein Unternehmer von dem Gespräch gemacht hat. Während des Treffens habe er den Präsidenten darüber informiert, dass er den einsitzenden Politiker für sein Schweigen bezahle.

Völlig unklar ist die Nachfolge Temers. Nach der Verfassung kämen nach einem Abtritt oder einer Absetzung Temers erst der Präsident des Abgeordnetenhauses und danach der des Senats an die Reihe. Beide sind jedoch ebenfalls in Korruptionsskandale verwickelt. Nur die Nachfolgekandidatin Nummer 3, Carmen Lúcia, die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes, gilt als integer. Manager-Magazin

Griechisches Parlament verabschiedet neues Sparpaket

Trotz massiver Proteste im Land will Griechenland die Forderungen seiner Geldgeber erfüllen. Dazu hat das Parlament nun ein hartes Sparprogramm gebilligt. Zuvor war es zu Ausschreitungen gekommen.

Das griechische Parlament hat ein neues hartes Sparprogramm gebilligt. 153 Abgeordnete der Regierungskoalition unter dem linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras votierten dafür. 128 Parlamentarier stimmten dagegen. 19 waren nicht anwesend, teilte das Parlamentspräsidium mit.

Tsipras versicherte, mit diesem Programm könne Griechenland im Sommer 2018 wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen. Die Opposition bezeichnete dagegen seine Politik als einen „Alptraum“. Den Griechen stünden harte Zeiten bevor. Die Billigung des Sparprogramms war Voraussetzung für weitere Finanzhilfen der Geldgeber. Die wichtigsten geplanten Einschnitte: Eine Kürzung der Renten ab 2019 um bis zu 18 Prozent, zudem eine Senkung des jährlichen Steuerfreibetrags ab 2020 um rund ein Drittel.

Panagiotis Petrakis, Wirtschaftsprofessor an der Universität Athen, sagte dem griechischen Nachrichtensender Skai, es stünden den Griechen noch schwierige Zeiten bevor. Dennoch komme das Land langsam in eine Aufschwungsphase.

Dr. Jan Tomaschoff
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Millionäre fürchten Trump, Brexit und Nordkorea

Millionäre haben oft andere Sorgen als der Rest der Bevölkerung.Unsicherheit ist das grösste Gift für Investoren. Doch ist die Welt so unsicher? Eine Umfrage unter reichen Privatpersonen gibt Aufschluss über die Hoffnungen und Ängste dieser Klientel.

Die Finanzmärkte sind Aufruhr Trumps Politik-Chaos setzt Börsen weltweit zu. Das verwirrende Verhalten von Amerikas Präsidenten bleibt auch an der Börse nicht ohne Folgen: Die Wall Street erlebt am Mittwoch ihren schlechtesten Tag seit Trumps Amtsantritt. Auch auf dem Parkett in Frankfurt ist man verunsichert.

Trump, Brexit und Ärger mit Kim Jong Un: Die Welt hat an Zauber verloren. Doch was beunruhigt reiche Personen genau? Eine von der UBS lancierte Befragung Watch- Unberechenbarkeit von 2842 sehr wohlhabenden Privatpersonen in aller Welt, unter ihnen 400 in der Schweiz, gibt Aufschluss.

Laut den Ökonomen der Grossbank waren in der Schweiz 77% der Millionäre und Milliardäre der Ansicht, dass die heutige Zeit die unberechenbarste Periode in der Geschichte der Welt sei – damit ist die Skepsis hierzulande zwar gross, aber dennoch geringer als in allen anderen befragten Ländern. Knapp drei Viertel der befragten Schweizer (71%) leiden jedoch unter der Informationsflut, wenn sie Entscheidungen treffen, um mit dieser Unsicherheit zurechtzukommen…NZZ
Investor Watch

Finanzwissen: Private Banking ohne Berater?

Was wissen die Schweizer über ihr Geld?

Junge Menschen in der Schweiz wissen am wenigsten über Finanzen. Sie würden für eine Verbesserung ihrer Kenntnisse sogar etwas bezahlen. Bankberater bleiben mit Abstand die wichtigste Informationsquelle.

Claudia Gabriel berichtet: Dass Obligationenfonds auch Anleihefonds heissen können, wissen zwar 54% der Schweizer nicht. Fast genauso viele glauben zudem, dass man bei einem Investment in Fonds am Ende sein Geld sicher vollständig zurückbekommt. Cracks in Finanzfragen sind Herr und Frau Schweizer also noch lange nicht. Doch immerhin 45% von ihnen haben mittlerweile ein gutes Verständnis. Ihr Anteil wächst seit zehn Jahren zwar langsam, aber stetig. Und wie viel Geld man heute hätte, wenn man vor zehn Jahren 10 000 Fr. in einen Aktienfonds investiert hätte, das wissen sie sogar haargenau: nämlich rund 24 600 Fr.

Denn je älter und je vermögender die Befragten, desto besser ist im Durchschnitt ihr Wissen, und desto eher investieren sie auch in Fonds – dabei wurde der Fonds ursprünglich nicht zuletzt als Investment für Kleinanleger konzipiert……Umfrage zum Fondswissen

Langjährige Überlegenheit der US-Börsen vorbei?

Sind europäische Aktien nun entfesselt? Europäische Aktien haben jahrelang vergleichsweise magere Renditen abgeworfen. Nun ist die Hoffnung gross, dass die Aufholjagd auf die US-Titel begonnen hat. Ob es dazu kommt, ist aber fraglich.

Die Bullen sind los. Spätestens seit den französischen Wahlen stehen europäische Titel wieder hoch im Kurs. Markiert der Wahlsieg von Emmanuel Macron in Frankreich eine Wende an den Aktienmärkten? Lange Zeit schienen die bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich wie Mühlsteine an den europäischen Börsen zu hängen. Nachdem sowohl der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders und vor wenigen Tagen auch seine französische Gesinnungsgenossin Marine Le Pen als Verlierer aus den Abstimmungen gingen, haben sich zahlreiche Sorgenfalten bei den Marktteilnehmern verflüchtigt. Vor allem nach dem Sieg des proeuropäisch eingestellten Emmanuel Macron im Hexagon stellt sich die Frage, ob nun die europäischen Aktienmärkte von ihren Fesseln befreit sind…Verbesserte Aussichten?