Eine starke und mutige Frau nach Amtsantritt ermordet

Drogenkrieg in Mexiko. Einen Tag nach ihrem Amtsantritt ist die Bürgermeisterin der Stadt Temixco in Mexiko getötet worden. Die Täter erschossen Gisela Mota am Samstag in ihrem Haus.

Gisela Mota beim Ablegen des Amtseides.Gisela Mota beim Ablegen des Amtseides
Die neue Bürgermeisterin von Temixco wurde am 2. Januar Opfer eines Gewaltverbrechens im Zusammenhang mit der anhaltenden Gewalt zwischen Regierung und Drogenkartellen.

Weniger als einen Tag nach ihrem Amtsantritt ist die Bürgermeisterin einer mexikanischen Stadt erschossen worden. Die bewaffneten Attentäter seien am Samstag in das Haus von Gisela Mota in der Stadt Temixco eingedrungen und hätten sie getötet, teilte die Regierung des Bundesstaates Morelos mit.Zwei mutmaßliche Angreifer seien getötet und drei weitere nach einer Verfolgungsjagd festgenommen worden, sagte der Sicherheitsbeauftragte von Morelos, Jésus Alberto Capella. Die Verdächtigen hätten während der Verfolgung aus einem Geländewagen heraus auf Polizisten und Soldaten geschossen. Die Festgenommenen konnten auch mit anderen Straftaten in Verbindung gebracht werden, wie Morelos‘ Generalstaatsanwalt Javier Pérez sagte.

Gouverneur Graco Ramírez schrieb die Tat auf Twitter dem organisierten Verbrechen zu. Ein bestimmtes Drogenkartell oder eine Bande nannte er aber nicht als Verdächtige. Kartelle, die die Kontrolle über mexikanische Gemeinden und Städte an sich reißen wollen, haben in der Vergangenheit schon öfters städtische Vertreter und Bürgermeister ins Visier genommen.

Mota war erst am Neujahrstag vereidigt worden. Sie war Mitglied der linken Demokratischen Revolutionspartei und saß als Abgeordnete im mexikanischen Parlament. Temixco zählt rund 100 000 Einwohner und leidet unter der organisierten Kriminalität. Es gibt immer wieder Entführungen und Erpressungsfälle. Motas Partei beschrieb die Getötete in einer Erklärung als „eine starke und mutige Frau, die beim Amtsantritt als Bürgermeisterin erklärt hat, der Kampf gegen Kriminalität werde frontal und direkt sein“. Gouverneur Ramírez versprach, die Täter würden nicht ungestraft davonkommen. Die staatliche Regierung werde im Konflikt mit dem organisierten Verbrechen nicht aufgeben.
Bürgermeisterin nach einem Tag im Amt ermordet
Mexico Drug War

Haben zwei Drittel der Menschen keine Ahnung von Finanzen?

Das Finanzwissen der Deutschen soll besser sein als das der Franzosen. Frauen wissen weniger über Finanzen als Männer. Je mehr ein Mensch verdient, desto mehr Ahnung hat er, wie damit umzugehen ist. Zu diesen Ergebnissen kommen verschiedene Studien.

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Studien zum Thema „Finanzwissen“ veröffentlicht. Solche Untersuchungen gibt es häufiger. Und doch überraschen die Ergebnisse immer wieder aufs Neue. So befragte etwa die Ratingagentur Standard & Poor’s in ihrer aktuellen Studie zum Grad der „finanziellen Alphabetisierung“ rund 150.000 Menschen in 144 Ländern – und kam zu dem ernüchternden Befund, dass nur jeder dritte Befragte als „finanziell alphabetisiert“ gelten könne.

Die Antworten setzten nach Meinung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die sich die Studie näher ansah, nur Grundkenntnisse in Prozentrechnung und etwas gesunden Menschenverstand voraus. Doch selbst diese Grundkenntnisse sind weltweit offensichtlich nicht ohne weiteres vorhanden.

Wer mehr Geld verdient, weiß mehr darüber
Dass Menschen mit höherem sozialen Status gebildeter sind als sozial Schwächere, dürfte nicht überraschen. Auffällig ist jedoch, dass zwar die Kenntnisse überall mit dem Alter abnehmen, in den entwickelten Ländern die 36- bis 50-Jährigen jedoch über bessere Kenntnisse verfügen als jüngere Befragte. Finanzprodukte werden oft nicht verstanden. Geradezu erschreckend: In den USA konnte nur etwa jeder Fünfte die Zinsfrage richtig beantworten. Im  Hinblick auf die zunehmende Verbreitung von komplizierten Kreditinstrumenten ist das eine verheerende Erkenntnis.

Auch in Europa gibt es weitreichende Wissenslücken, zum Beispiel beim Thema private Altersvorsorge. Besonders im Osten Europas gebe es eine chronische Unter-Ersparnis, derweil ältere Menschen nicht in der Lage seien, der wirtschaftlichen Herausforderungen des Rentnerdaseins Herr zu werden. S&P empfiehlt daher Aufklärungskampagnen und fordert einen größeren Verbraucherschutz im Finanzbereich.

Umfragen zeigen darüber hinaus: Männer beschäftigen sich häufiger mit ihren Finanzen als Frauen. Während sich 28 Prozent der Männer täglich bis mehrmals in der Woche darum kümmern, ist es bei den Frauen nur jede Fünfte (19 Prozent).

„Dabei sollten gerade Frauen darauf achten, sich früh mit den Themen Sparen und Geldanlage auseinanderzusetzen. Denn noch immer hören deutlich mehr Frauen als Männer für die Kindererziehung in ihrem Job auf oder gehen in Teilzeit, sodass es bei ihnen häufiger zu Brüchen in ihrer Erwerbsbiographie kommt“, sagt Kirsten Albers, Leiterin Banking bei comdirect. „Das Risiko der Altersarmut ist bei Frauen daher besonders hoch.“
Zwei Drittel der Menschen haben keine Ahnung von Finanzen

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler
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Legos grosser Erfolg

Dänischer Spielzeughersteller. Der neue «Star Wars»-Film füllt auch die Kassen des Lego-Konzerns, der von Rekord zu Rekord eilt. Dies war nicht immer so: Vor einem Jahrzehnt standen die Dänen vor der Frage von Sein oder Nichtsein.

Über den Verkaufserfolg der bunten Bausteine freuen sich nicht zuletzt die Nachfahren des Schreiners Ole Kirk Kristiansen, der die Firma 1932 gegründet hatte. Heute halten der Enkel Kjeld und dessen drei Kinder den Milliardenkonzern via die Holding Kirkbi (75% der Aktien) sowie den Lego-Fonds (25%). Damit sind die Kirk Kristiansens Dänemarks reichste Familie: Die Wirtschaftszeitung «Berlingske Business» schätzt den Wert des Lego-Imperiums auf 122,7 Mrd. dKr. (17,8 Mrd. Fr.).

Ingrid Meissl Årebo berichtet: Unter dem Weihnachtsbaum mag auch dieses Jahr das eine oder andere Kind eine Träne der Enttäuschung verdrückt haben, weil in keinem der Pakete die sehnlichst gewünschten Klötzchen drin waren. Schuld daran war oft nicht das Christkind. Vielmehr verzeichnete Lego Probleme, alle Wünsche zu erfüllen. Im Herbst musste die Nummer eins auf dem Spielzeugmarkt mitteilen, dass in Europa die hohe Nachfrage nach Bausätzen aus beliebten Serien nicht voll befriedigt werden könne. Trotz voll ausgelasteten Produktionskapazitäten klafften in den Regalen vieler Spielzeuggeschäfte deshalb Lücken.

Vom Erfolg überrollt
Da der dänische Konzern mit dem Weihnachtsverkauf mehr als die Hälfte seines Gesamtumsatzes erzielt, werden die Lieferengpässe Spuren im kommenden Geschäftsabschluss hinterlassen. Dennoch besteht kein Zweifel, dass Lego auch für 2015 Rekordergebnisse ausweisen und den seit einem Jahrzehnt dauernden Höhenflug weiterführen wird. Bereits im ersten Halbjahr 2015 hatte der Umsatz um 23% auf 14,1 Mrd. dKr. (2 Mrd. Fr.) und der Reingewinn 31% auf 3,6 Mrd. dKr. zugelegt, was eine beneidenswerte Betriebsmarge von 32,6% ergibt – und dies wohlgemerkt im Vergleich zu einem Vorjahr, in dem erstmals ein eigener Lego-Film über die Kinoleinwände flimmerte und den Umsatz dank Lizenzeinnahmen, «Movie»-Bausätzen und Videospielen steigerte.

Auch jetzt profitiert man wieder im grossen Stil von einem Blockbuster: Der kürzlich angelaufene siebte «Star Wars»-Film klingelt hell in den Kassen des Spielzeugriesen. Dass sich die Weltraum-Saga zur Goldgrube…..
Legos Erfolg ist nicht von dieser Welt
Legosteine

Erdöl beeinflusst Währungen

Ehemalige Sowjetunion. Russlands Rubel steht nahe dem Rekordtief, Aserbaidschans Manat ist kollabiert: Der tiefe Erdölpreis schwächt die Devisen im postsowjetischen Raum; fixe Wechselkurse sind kaum zu verteidigen.

Benjamin Triebe berichtet: Die Schwäche des Erdölpreises reisst die Währungen grosser Produzenten, namentlich in der ehemaligen Sowjetunion, in die Tiefe. Der Rubel verlor am Montag weiter an Boden und fiel zum Dollar auf den tiefsten Stand des Jahres. Er hielt sich nur hauchdünn über dem Allzeittief, das er während der Währungsturbulenzen im Dezember 2014 erreicht hatte. Ein Dollar war zeitweise über 72 Rbl. wert, ein Plus von knapp 3%. Der Euro gewann in ähnlichem Ausmass und notierte bei knapp 80 Rbl.

Immer im Dezember
Wie bereits vor rund einem Jahr hat sich ein Umfeld gebildet, in dem die Bewegungen des Erdölpreises relativ grosse Auswirkungen haben können: Der Handel am russischen Devisenmarkt ist dünn, und die gen Jahresende üblichen Überweisungen der Konzerne zur Deckung ihrer Steuerschulden lassen nach. Schlecht auf die Marktstimmung könnte sich auch eine neue Auflage ausgewirkt haben, wonach Kunden von Banken und Wechselstuben beim Tauschen von Geldbeträgen detailliertere Angaben zu Person und Verwendungszweck machen müssen. Jedenfalls blieb die Tageskorrektur des Preises für die Nordseesorte Brent am Montag von zeitweilig über 3% auf unter 37 $ je Fass nicht folgenlos.

Russland ist mit einer Förderung von derzeit 10,7 Mio. Fass pro Tag neben Saudiarabien der grösste Produzent. An diese Volumina reicht das am Kaspischen Meer gelegene Aserbaidschan mit rund 800 000 Fass pro Tag nicht heran, aber die Wirtschaft des kleinen Landes ist noch weniger diversifiziert. Vergangene Woche veranlasste der Preiszerfall Aserbaidschan zu einem radikalen Schritt: Es gab die Landeswährung Manat frei, die daraufhin an einem Tag zum Dollar etwa die Hälfte an Wert verlor.
Aserbaidschan ist nach Russland und Kasachstan der dritte Erdölexporteur im postsowjetischen Raum, der seine Währungsreserven nicht mehr für die Fixierung einer überbewerteten Valuta an den Dollar oder einen Währungskorb aufbrauchen möchte. Russland gab den Rubel im November 2014 frei. Aserbaidschan versuchte sich im Frühjahr 2015 mit einer Abwertung von einem Drittel zum Dollar zu helfen, ähnlich wie dies Kasachstan ein Jahr zuvor probiert hatte . Doch Astana musste schliesslich diesen August kapitulieren; nun auch Baku. Allerdings greifen die Zentralbanken der russischen Nachbarländer noch opportunistisch in den Markt ein, wenn sie es möchten.

Grosser Vorteil, grosse Risiken
Der aserbaidschanische Manat hält sich seit dem Kollaps relativ stabil. Ein Dollar ist rund Man. 1.56 wert, zuvor waren es Man. 1.05 Der Tenge, die Währung des zweitgrössten exsowjetischen Ölproduzenten Kasachstan, steht bei schwachen 330 T je Dollar. Vor einem Jahr erhielt man für einen Dollar noch rund 180 T. Die Korrekturen haben für die Länder einen grossen Vorteil, denn sie dämpfen den Einnahmeverlust aus den in Dollar abgewickelten Ölverkäufen. Auf der anderen Seite schlägt sich die schwache Währung unter anderem in steigenden Importpreisen und einer hohen Teuerung nieder, was die Volkswirtschaften zusätzlich belastet. Diese Erfahrung haben Moskau und Astana bereits gemacht, Baku steht sie noch bevor.
Oil Price

Wie verdienen Internetgiganten Geld?

Internetgiganten außer Kontrolle
Die Kartellbehörden ignorieren die Macht des Datenbesitzes. Das muss sich ändern.

Gastbeitrag von Anton Hofreiter und Katharina Dröge: Stellen wir uns vor, Facebook würde mit der Kreditauskunftei Schufa fusionieren. Die Kartellbehörden hätten vermutlich nichts dagegen. Ihren vergangenen Entscheidungen folgend, würden die Wettbewerbshüter wahrscheinlich sagen: Die beiden Unternehmen agieren auf unterschiedlichen Märkten, weshalb der Wettbewerb nicht in Gefahr ist – und Konkurrenten und Kunden keine Nachteile zu fürchten haben.

Natürlich wäre nach einer Fusion zweier so mächtiger Datenkonzerne nichts in Ordnung. Vielmehr nimmt sich das Wettbewerbsrecht der Marktmacht durch Daten nicht ausreichend an.
Dabei stellen sich wegen des wachsenden Datenaustauschs zwischen Konzernen viele Fragen. Die Beispiele Facebook und Schufa sind nicht aus der Luft gegriffen. Bereits 2012 versuchte die Schufa, Facebook-Daten zu analysieren, und Facebook sicherte sich kürzlich ein Patent, mit dem das Unternehmen Nutzerdaten für Kreditauskünfte verwenden will.
Kombinationen von Facebook- und Schufa-Daten würden unsere Interessen und Namen unserer Freunde, unsere finanzielle Situation und unsere Zahlungsmoral miteinander verbinden. Dadurch wären präzise Rückschlüsse auf unsere Kreditwürdigkeit und unser Konsumverhalten möglich. Beides ist Gold wert für Datenkonzerne….
Internetgiganten außer Kontrolle

Dieter Huthmacher www.w-t-w.org/en/dieter-huthmacher
Dieter Huthmacher
www.w-t-w.org/en/dieter-huthmacher

Kranken-Kassen und ihre Beiträge

2016 steigen für viele gesetzliche Versicherte die Krankenkassenbeiträge. Um ihren Finanzbedarf zu decken, erhöhen die meisten Kassen ihre Zusatzbeiträge – teilweise deutlich. Die wichtigsten Veränderungen im Überblick.

Für die gesetzlich Versicherten ist ein Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent festgeschrieben, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen zahlen. Darüber hinaus können alle Kassen aber Zusatzbeiträge erheben, um ihren Finanzbedarf zu decken. Diesen Zusatzbeitrag zahlen allein die Versicherten.

Weil die Kosten des Gesundheitssystems steigen und die gesetzlichen Krankenkassen zwischen Januar und September bereits ein Defizit in dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet haben, erhöhen viele Kassen 2016 ihre Zusatzbeiträge…
Zusatzbeitraege 2016 im Ueberblick

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

Holt die Bundesbank ihr Gold zurück?

Die Bundesbank sitzt auf dem zweitgrößten Goldschatz der Welt, ein Großteil davon liegt jedoch im Ausland. Doch das soll sich nun ändern – mit einer Rückholaktion, deren Details im Dunkeln bleiben.

Er liegt im Ausland, der zweitgrößte Goldschatz der Welt – doch er gehört der Bundesbank. Die holt das Gold nun nach und nach zurück – aus ganz bestimmten Gründen.

Der Goldschatz der Bundesbank ist legendär: Mit mehr als 270.000 Barren ist er der zweitgrößte der Welt. Doch der Großteil der umgerechnet 3384 Tonnen Edelmetall lagert aus historischen Gründen im Ausland – noch. Denn seit 2013 bringt die Notenbank schrittweise Gold nach Frankfurt am Main, insgesamt 674 Tonnen sollen bis 2020 aus den Tresoren der US-Notenbank Fed und der Banque de France in heimische Tresore verlagert werden.
Warum die Bundesbank heimlich ihr Gold zurueckholt
Gold Mine

US-Zinserhöhung gibt den Börsen Rückenwind

Der US-Aktienmarkt hat am Mittwoch mit deutlichen Kursgewinnen auf die lange erwartete Leitzinswende reagiert. Notenbankpräsidentin Janet Yellen habe „die bestvorbereitete Zinserhöhung der Geschichte vollzogen“, schrieb Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. „Mit der Aussicht auf eine positive US-Wirtschaft und mögliche, aber längst nicht sichere Zinsschritte 2016 können die Investoren gut leben.“

Der Dow Jones Industrial kletterte um 1,28 Prozent auf 17 749,09 Punkte und legte damit den dritten Tag in Folge zu. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 1,45 Prozent auf 2073,07 Punkte an. Er schaffte es damit auf Jahressicht wieder leicht ins Plus. An der Nasdaq gewann der Auswahlindex 100 am Mittwoch 1,46 Prozent auf 4664,57 Punkte.

Auch die Anleger reagieren positiv auf die Zinswende. Nachdem der amerikanische Aktien- und Bondmarkt ruhig und optimistisch losgelegt haben, starten die Börsen in Europa und Fernost durch.
Fed-Entscheid erfuellt Erwartungen
Zarte Zinerhoehung