Warum Vanille immer teurer wird

Vanillekrise. Vor ein paar Jahren kostete ein Kilogramm Vanille noch 30 Euro, heute sind es rund 500 Euro.  Es ist allerfdings nicht ungewöhnlich, dass Rohstoffe wie Haselnüsse und Vanille starken Preisschwankungen ausgesetzt sind.

Der Preis für das weltweit begehrte Naturaroma von 30 Euro auf 500 Euro pro Kilo angestiegen – Wird nun die beliebteste Eissorte teurer? Die sogenannte Bourbon-Vanille, die nur aus den Gebieten Madagaskar, La Réunion oder den Komoren stammt, ist derzeit kaum zu bekommen. Verkauft werde derzeit zunehmend so genannte Tahiti-Vanille aus Papua Neuguinea, deren Aroma weniger weich und sanft ist. Das Gewürz Vanille wird aus den fermentierten Kapselfrüchten einiger Orchideenarten gewonnen. Die Ernte 2016 im wichtigsten Anbauland Madagaskar, einem Inselstaat vor der Küste Afrikas, ist sehr schlecht ausgefallen. Eingesetzt wird echte Vanille vor allem in der Nahrungsmittelindustrie, aber auch von Parfumherstellern.

Die Vanille ist ein Gewürz, das aus den fermentierten Kapselfrüchten („Schoten“) verschiedener Arten der Orchideen-Gattung Vanilla gewonnen wird. Der Name stammt über das französische vanille vom spanischen vainilla („kleine Hülse oder Schote“, zu. Vanille in Stangenform wird auch als Königin der Gewürze bezeichnet.

Draghi will festhalten an der geldpolitischen Strategie

Die Wirtschaft läuft gut, die Inflation zieht an. Die Hauptziele der EZB scheinen erreicht. Trotzdem weicht man in Frankfurt nicht von der bisherigen Geldpolitik ab. Die Hoffnung auf Änderungen im Juni wurde gedämpft. Die EZB fürchtet die Risiken ihrer Tiefzinsen. Sie sorgt sich über einen etwaigen Import höherer Zinsen aus den USA, das Aufflammen der Staatsschuldenkrise und die anhaltende Verwundbarkeit des Bankensektors.

Zur jüngsten Konjunkturentwicklung äußerte sich Draghi zuversichtlich. Das makrokönomische Umfeld verbessere sich, sagte Draghi. Die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbank stützten eine widerstandsfähige und breit angelegte Konjunkturerholung. Diese habe auch zu einer Stabilisierung des Finanzsektors beigetragen.

Harm Bengen
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Ausgerechnet Saudis wollen 100 Millionen spenden an Ivanka Trumps Hilfsfonds

Donal Trump Reise in den Nahen Osten erweist sich für den Trumps Clan als großer Erfolg: Zwei Tage nachdem US-Präsident Donald Trump einen Rüstungsdeal im Wert von bis zu 350 Milliarden US-Dollar mit Saudi-Arabien unterzeichnet hat, darf sich auch die „First Daughter“ über eine satte Geldspritze freuen.

Bei dem Wirtschaftstreffen in Saudi-Arabien hatte die „First Daughter“ zudem die Stärkung von Frauenrechten weltweit angemahnt. In jedem Land müssten sich Frauen und Mädchen weiterhin mit systematischen, institutionellen und kulturellen Schranken auseinandersetzen, „die uns daran hindern, uns voll einzubringen“, sagte sie. „Sie alle wissen, dass das wahr ist“, betonte sie bei einem Runden Tisch zu Frauen betreffende Wirtschaftsfragen.

Eine Expertin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte, dass die Präsidentenberaterin Trump nicht den größeren Zusammenhang sehe. „Nicht das Unternehmertum ist wichtig, sondern der politische Wandel, damit die Regeln, die Frauen am Arbeitsplatz beschränken, aufgehoben werden“, sagte Kristine Beckerle. Ohne das gingen die Investitionen nicht sehr weit.

US-Präsident Donald Trump hatte in seiner Rede vor Staatenlenkern zwar dazu aufgerufen, gemeinsam gegen die Unterdrückung von Frauen vorzugehen. Seinen Schwerpunkt legte er jedoch auf den Kampf gegen Extremismus, der ein „Kampf zwischen Gut und Böse“ sei. Er sagte auch, dass die USA niemandem in der Region ihren Willen aufdrängen wollten. „Wir sind nicht hier, um zu belehren, wir sind nicht hier, um anderen Leuten zu sagen, wie sie leben, was sie tun, wie sie sein und wie sie beten sollen.“

Falsches Spiel
Die Spende steht in krassem Widerspruch zu Donald Trumps früheren Äußerungen. So hatte er etwa Hillary Clinton im Juni falsches Spiel bei der Entgegennahme einer Geldspende aus Saudi-Arabien vorgeworfen: „Die unehrliche Hillary sagt, wir müssen Saudi-Arabien dazu bringen, die Finanzierung des Hasses zu stoppen. Ich fordere sie auf, die 25 Millionen US-Dollar umgehend zurückzugeben, die sie von Saudi-Arabien für die Clinton-Foundation bekommen hat“, schrieb er damals auf Facebook…
Saudis spenden 100 Millionen an Ivanka Trumps Hilfsfonds.

Frauen sind in den Emiraten weiterhin einer enormen Diskriminierung vor dem Gesetz und im täglichen Leben ausgesetzt. So darf zum Beispiel ein Ehemann seine Frau und seine Kinder „züchtigen“, vorausgesetzt, dass keine sichtbaren Spuren zurückbleiben. Auch ist es in Saudi-Arabien um die Frauenrechte denkbar schlecht bestellt. Frauen müssen sich etwa in der Öffentlichkeit von Kopf bis Fuß verschleiern. Die Mega-Spende ist also nicht ohne Ironie: Während die Frauen in dem Königreich nicht einmal ein Auto fahren dürfen, sollen sie als Unternehmerinnen gefördert werden.

Statement Verband Deutscher Unternehmerinnen:

„Der VdU setzt sich als Gastgeber des zivilgesellschaftlichen Women 20-Dialogs für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen weltweit ein. Dazu gehört neben der Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen und dem Zugang zu Bildung, insbesondere in MINT-Fächern, auch die Unterstützung des weiblichen Unternehmertums. Die Delegierten von Women 20 gemeinsam mit dem VdU begrüßen die Initiative der US-Delegation der G20, einen gemeinsamen Fond unter der Führung der Weltbank einzurichten, mit dem die selbständige Tätigkeit von Frauen in Schwellen- und Entwicklungsländern gefördert werden soll. Die Idee eines gemeinsamen Fonds, der aus öffentlichen und privaten Geldern gespeist werden soll, war auf dem Podium des W20-Dialogforums in der Runde mit Bundeskanzlerin Merkel, der IWF-Chefin Christine Lagarde, der kanadischen Außenministerin Chriystia Freeland, der Vizepräsidentin der Bank of America Anne Finucane, First Daughter Ivanka Trump und der Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller diskutiert worden. Stephanie Bschorr hofft auf das Engagement aller G20-Staaten: “Wir freuen uns, dass sich nun mehr und mehr Länder der amerikanischen Fond-Initiative anschließen.“

Harm Bengen
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Griechisches Parlament verabschiedet neues Sparpaket

Trotz massiver Proteste im Land will Griechenland die Forderungen seiner Geldgeber erfüllen. Dazu hat das Parlament nun ein hartes Sparprogramm gebilligt. Zuvor war es zu Ausschreitungen gekommen.

Das griechische Parlament hat ein neues hartes Sparprogramm gebilligt. 153 Abgeordnete der Regierungskoalition unter dem linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras votierten dafür. 128 Parlamentarier stimmten dagegen. 19 waren nicht anwesend, teilte das Parlamentspräsidium mit.

Tsipras versicherte, mit diesem Programm könne Griechenland im Sommer 2018 wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen. Die Opposition bezeichnete dagegen seine Politik als einen „Alptraum“. Den Griechen stünden harte Zeiten bevor. Die Billigung des Sparprogramms war Voraussetzung für weitere Finanzhilfen der Geldgeber. Die wichtigsten geplanten Einschnitte: Eine Kürzung der Renten ab 2019 um bis zu 18 Prozent, zudem eine Senkung des jährlichen Steuerfreibetrags ab 2020 um rund ein Drittel.

Panagiotis Petrakis, Wirtschaftsprofessor an der Universität Athen, sagte dem griechischen Nachrichtensender Skai, es stünden den Griechen noch schwierige Zeiten bevor. Dennoch komme das Land langsam in eine Aufschwungsphase.

Dr. Jan Tomaschoff
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Millionäre fürchten Trump, Brexit und Nordkorea

Millionäre haben oft andere Sorgen als der Rest der Bevölkerung.Unsicherheit ist das grösste Gift für Investoren. Doch ist die Welt so unsicher? Eine Umfrage unter reichen Privatpersonen gibt Aufschluss über die Hoffnungen und Ängste dieser Klientel.

Die Finanzmärkte sind Aufruhr Trumps Politik-Chaos setzt Börsen weltweit zu. Das verwirrende Verhalten von Amerikas Präsidenten bleibt auch an der Börse nicht ohne Folgen: Die Wall Street erlebt am Mittwoch ihren schlechtesten Tag seit Trumps Amtsantritt. Auch auf dem Parkett in Frankfurt ist man verunsichert.

Trump, Brexit und Ärger mit Kim Jong Un: Die Welt hat an Zauber verloren. Doch was beunruhigt reiche Personen genau? Eine von der UBS lancierte Befragung Watch- Unberechenbarkeit von 2842 sehr wohlhabenden Privatpersonen in aller Welt, unter ihnen 400 in der Schweiz, gibt Aufschluss.

Laut den Ökonomen der Grossbank waren in der Schweiz 77% der Millionäre und Milliardäre der Ansicht, dass die heutige Zeit die unberechenbarste Periode in der Geschichte der Welt sei – damit ist die Skepsis hierzulande zwar gross, aber dennoch geringer als in allen anderen befragten Ländern. Knapp drei Viertel der befragten Schweizer (71%) leiden jedoch unter der Informationsflut, wenn sie Entscheidungen treffen, um mit dieser Unsicherheit zurechtzukommen…NZZ
Investor Watch

Deutscher Außenhandels-Rekord im März

Einen so erfolgreichen Monat haben deutsche Exporteure noch nie erlebt: Im März verkauften sie Waren im Wert von 118,2 Milliarden Euro ins Ausland – ein Plus von 10,8 Prozent. Eine Zahl der Monatstatistik könnte deutsche Kritiker besänftigen.

Nach dem Höchstwert im vergangenen Jahr sind die Ausfuhren und Einfuhren im März auf nie erreichte Monatswerte gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt führten die Unternehmen Waren im Wert von 118,2 Milliarden Euro aus – 10,8 Prozent mehr als im März vor einem Jahr. Deutscher Aussenhandel

Chinas Außenhandel ist weiter auf Wachstumskurs – der Anstieg fiel im April aber weniger stark aus als im März. Die Exporte legten im vergangenen Monat um acht Prozent im Vorjahresvergleich auf 180 Milliarden Dollar (164 Milliarden Euro) zu, wie der chinesische Zoll am Montag mitteilte. Die Importe wuchsen um fast zwölf Prozent auf 142 Milliarden Dollar. Der Überschuss betrug 38 Milliarden Euro.

Bundesbank-Vorstand warnt vor Kryptowährung

Bitcoin-Höhenflug. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele warnt vor der Digitalwährung Bitcoin. Das Kryptogeld sei „kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren“. Der Bitcoin-Kurs war zuletzt deutlich in die Höhe geschossen.

Für Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele ist das Kryptogeld „kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren“. Er warnte vor den starken Kursschwankungen der Online-Währung. Nach dem jüngsten Bitcoin-Höhenflug warnt die Bundesbank Sparer vor Geldanlagen in der Digitalwährung. „Aus unserer Sicht ist der Bitcoin kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren. Das zeigt ein einfacher Blick auf die sehr schwankungsanfällige Kursentwicklung“, , sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele der „Welt am Sonntag“. Der Bitcoin sei „ein Spekulationsobjekt“, dessen Wert sich rapide verändere. „Zuletzt ging es steil nach oben, aber das sah schon anders aus“, sagte Thiele.

Die Digitalwährung Bitcoin hatte in der vergangenen Woche massive Kursgewinne verbucht – in der Spitze auf einem Handelsplatz bis in die Gegend von 1650 Dollar. Im März war der Kurs noch unter die Marke von 1000 Dollar gerutscht, nachdem die US-Börsenaufsicht SEC einem ersten Indexfonds eine Absage erteilt hatte, der Investitionen in das Kryptogeld für breitere Anlegermassen zugänglich machen wollte. Wie die SEC aber im April mitteilte, gab sie dem Antrag des Börsenbetreibers Bats auf nochmalige Prüfung statt. Bis zum 15. Mai können nun Stellungnahmen für oder gegen eine Zulassung des Winklevoss Bitcoin Trust als börsengehandelten Fonds eingereicht werden.

Bitcoins sind ein digitales Zahlungsmittel, das es seit 2009 gibt. Ursprünglich sollte damit ein Geldsystem ermöglicht werden, das unabhängig von staatlicher Kontrolle und Banken funktioniert sowie Transaktionen beschleunigt und Kosten minimiert. Mittlerweile gibt es etwa am weltweit wichtigsten Finanzplatz New York strikte Regeln für den Handel mit virtuellen Währungen. Bitcoins haben sich zu beliebten Spekulationsobjekten mit starken Kursschwankungen und einer Art Alternativwährung in Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen entwickelt. Ein Großteil des Handels ballt sich in China.

„Der Bitcoin ist ein Tauschmittel, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben wird, sondern von nicht bekannten Akteuren. Ich sehe ihn ich nicht als Währung“, betonte Thiele. Jeder Bürger, der sein Erspartes in Bitcoin anlegt, sollte sich die Kursentwicklung anschauen. „Wer dann noch meint, der Bitcoin wäre so sicher wie der Euro oder der Dollar, muss dafür die Verantwortung tragen“, sagte der Währungshüter. „Wir können nur die Menschen davor warnen, den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen. Aber wir treffen keine Anlageentscheidungen für die Bürger.“

Anlass, ein Verbot des Bitcoin als Zahlungsmittel anzustreben, sieht Thiele indes keinen. Nutzer dürften jedoch nicht gegen die Geldwäschevorschriften verstoßen. Auch für das Finanzsystem stelle der Bitcoin derzeit keine Gefahr dar, zumindest solange er ein Randphänomen bleibe. Pro Tag würden auf der ganzen Welt lediglich 350.000 Transaktionen mit dem digitalen Tauschmittel getätigt, verglichen mit 77 Millionen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen allein in Deutschland
Quelle/dpa…Bundesbank warnt vor Internet Währung Bitcoin

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Rytis Daukantas Lithuania

Frauen die besseren Chefs

Noch immer sind weibliche Führungskräfte die Ausnahme. Ein großer Fehler, finden Forscher. Laut ihrer Untersuchungen schneiden Frauen in vier von fünf Kategorien besser ab als ihre männlichen Kollegen.

Ein guter Vorgesetzter braucht laut norwegischen Forschern vor allem fünf Eigenschaften: Er muss Stress aushalten, Initiative ergreifen, Innovationen fördern, andere unterstützen und Ziele effektiv erreichen können.

Wissenschaftler der Norwegian Business School haben 2900 Führungskräfte auf diese Merkmale hin analysiert, darunter 900 Frauen. Das Ergebnis: Frauen sind die besseren Chefs. Studie Darum sind Frauen die besseren Chefs

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Frauen in Bezug auf Persönlichkeit besser für Führungspositionen geeignet sind als ihre männlichen Kollegen“, sagen Øyvind L. Martinsen and Lars Glasø, die an der Studie mitgearbeitet haben.

Eine Chefin, neun Chefs
Demnach seien Frauen klarer in ihrer Kommunikation, offener für Innovationen, gewissenhafter und besser darin, Mitarbeiter zu unterstützen. Damit schneiden sie in vier von fünf Kategorien besser ab als Männer. „Wenn Arbeitgeber diese Tatsache ignorieren, könnte das ihre Produktivität beeinträchtigen“, warnt Martinsen.

In Deutschland ist allerdings nur etwa jede fünfte Chefposition in mittelständischen Unternehmen mit einer Frau besetzt. In Dax-Konzernen ist es sogar nur jede zehnte, wie eine Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young zeigt.

 Die Wissenschaftler haben jedoch auch eine gute Nachricht für Männer: Bei der Stressbewältigung haben sie die Nase vorn. Die befragten Frauen machten sich im Schnitt dagegen häufiger Sorgen, was ihre emotionale Stabilität schwäche, so die Forscher.

Sie betonen jedoch auch, dass das Ergebnis der Studie nicht pauschalisiert werden dürfe. So gebe es durchaus männliche Chefs, die besonders kommunikativ und gewissenhaft seien und weibliche Fortgesetzte, die kaum auf ihre Mitarbeiter eingingen.
Erfolgreiche Frauen: Das sind Deutschlands wichtigste Managerinnen.
Video Strecke/Der Spiegel

Silvan Wegmann
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Inflation und Zinsen steigen weltweit

Die Inflation wird in den kommenden Monaten weltweit schrittweise anziehen und mit ihr das Zinsniveau. Im vergangenen Jahr kletterten die Konsumentenpreise in den Industrieländern im Durchschnitt um 0,7 Prozent, in den Schwellenländern um 4,5 Prozent. Für die Industriestaaten erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) nun einen Wert von 1,7 Prozent 2017 und 1,9 Prozent 2018. In den Schwellenländern soll die Inflationsrate stagnieren, so der IWF.

Dementsprechend dürften auch die Zinsen steigen. Der Referenzzinssatz Libor für sechsmonatige Dollareinlagen lag vergangenes Jahr bei 1,0 Prozent. Für dieses und nächstes Jahr prognostiziert der IWF einen Anstieg auf 1,7 und 2,8 Prozent.

Die Finanzmärkte müssen sich auf höhere Zinsen und sinkende Notenbankbilanzen sowie eine neue Rolle Grossbritanniens im Welthandel einstellen. Das Umfeld, in das Finanzmärkte eingebettet sind und das sie gleichzeitig beeinflussen, verändert sich laufend. Gegenwärtig gehören zu diesen Veränderungen die vorsichtigen Versuche von Notenbanken, die exzessiv lockere Geldpolitik wieder zu normalisieren. Gleichzeitig ändert sich die Zusammensetzung der Europäischen Union. 
Was kommt auf die Finanzmärkte zu, wenn die Zinsen wieder steigen?
Die Angst vor dem Zinsschock

Dieter Hanitzsch
cartoonline.de

Jagd auf Whistleblower?

Ein Schweizer soll im Auftrag des Nachrichtendienstes des Bundes in Deutschland spioniert haben, um herauszufinden, welche Steuerfahnder die Steuer-CDs kauften und wie diese Käufe genau abliefen. Das wäre Wäre ein handfester Skandal.

Um die deutschen Beamten ausfindig zu machen, die am CD-Ankauf beteiligt waren, soll die Schweiz schon vor Jahren auch Spione, oft „Privatermittler“ genannt, eingesetzt haben. Der Schweizer Geheimdienst NDB hat rund 280 Mitarbeiter und einen Jahresetat von 66,5 Millionen Euro. Daniel M. sei als Spion im deutschen Finanzsektor und Bankenwesen unter anderem aufgrund der von deutschen Behörden angekauften Schweizer Steuer-CDs eingesetzt worden. Sein Auftrag war es demnach, deutsche Steuerfahnder zu identifizieren, die am Ankauf der Daten beteiligt waren.

In der hessischen Metropole Frankfurt und im hessischen Landkreis Wetteraukreis seien mehrere Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe in einem Communiqé mit.

Dem Zugriff auf den Schweizer liege ein Haftbefehl zugrunde, den der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs am 1. Dezember 2016 ausgestellt hatte.

Dem Beschuldigten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Doch der angebliche Spionageakt könnte auch weitreichendere Konsequenzen nach sich ziehen: «Falls sich die Geschichte als wahr erweist, wäre das ein handfester Skandal», sagt Norbert Walter-Borjans, Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, gegenüber «SonntagsBlick». Wenn Nachrichtendienste Spione beauftragen würden, in Deutschland Steuerfahnder zu bespitzeln, müsse man sich fragen, in wessen Interesse sie handeln. «Im Namen der Steuergerechtigkeit ja wohl kaum.»

Dooa Eladl
www.w-t-w.org/en/doaa-eladl/

Whistleblower deckt Tricks von Schweizer Banken auf
Artikelserie:  Frauen und Kinder leiden unter Korruption