So sehen «Gurus» die Welt

World Economic Forum WEF: So sehen «Gurus» die Welt

Eine Umfrage des World Economic Forum benennt die wichtigsten globalen Entwicklungstrends. Allgegenwärtig sind Konzentration von Reichtum, Arbeitslosigkeit, Umweltbedrohungen, politische Instabilität und Gewalt.
Wie sieht die Welt im kommenden Jahr aus? Diese Frage bewegt regelmässig eine Arbeitsgruppe des Weltwirtschaftsforums (WEF).

Die Top 10 Entwicklungstrend in 2015 sind:

  1. Zunehmende Ungleichheit in Einkommen Verteilung

  2. Beständiger Anstieg der Arbeitslosenzahlen
  3. Mangel an Führung
  4. Zunehmender geostrategischer Wettbewerb
  5. Schwächung repräsentativer Demokratie
  6. Zunehmende Umweltverschmutzung in den Entwicklungsländern
  7. Vermehrtes Auftreten von Unwettern
  8. Zunehmender Nationalismus
  9. Zunahme von Wasserknappheit
  10. Zunehmende Bedeutung von Gesundheit in der Wirtschaft

So sehen Gurus die Welt
weforum.org/Outlook/DE
WEF OutlookGlobalAgenda_Report/EN
Increasing Water Stress

EZB will 1.000 Milliarden Euro drucken

Zentralbanken: Kauf von Staatsanleihen geplant
Bundesbank-Chef Weidmann stimmt zu: EZB will 1.000 Milliarden Euro drucken
Die Bundesbank hat ihren Widerstand gegen die neue EZB-Geldschwemme aufgeben: Der EZB-Rat hat am Donnerstag eine Formel beschlossen, nach der 1.000 Milliarden Euro neues Geld gedruckt werden können. Auch der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB scheint im Jahr 2015 auf dem Plan zu stehen.

Die Bundesbank hat ihren Widerstand gegen die neue EZB-Geldschwemme aufgeben: Der EZB-Rat hat am Donnerstag eine Formel beschlossen, nach der 1.000 Milliarden Euro neues Geld gedruckt werden können. Auch der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB scheint im Jahr 2015 auf dem Plan zu stehen.

Eine Billion Euro (1.000 Milliarden) sollen aus dem Nichts geschaffen werden.

In der Debatte über den angemessenen Umfang der Geldspritzen der Europäischen Zentralbank hat EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag den EZB-Rat hinter sich gebracht. Er setzte sich mit dem Ziel durch, die Bilanz der Notenbank im Kampf gegen die unerwünscht niedrige Inflation und die hartnäckige Konjunkturflaute in der Euro-Zone um eine Billion Euro aufzublähen. In einer gemeinsamen Erklärung nickte der Rat einstimmig eine entsprechende Formel ab, mit der Draghi im September vorgeprescht war. Demnach soll das Bilanzvolumen das Niveau von Anfang 2012 wieder erreichen. Zugleich werden die dafür nötigen unkonventionellen Maßnahmen der EZB bereits vorsorglich in Stellung gebracht – dazu dürften am Ende womöglich auch Firmen- oder Staatsanleihenkäufe zählen. Draghi betonte, dass die Zustimmung zu der Formel einstimmig erfolgt sei – also auch mit Zustimmung von Bundesbank-Chef Jens Weidmann, der im Vorfeld noch deutlich gegen die neue Geldschwemme aufgetreten war.
Draghi stellt eine Billion Euro ins Schaufenster
Giannelli Snake

Auf zum Praxistest

Europäische Bankenunion am Start

Die systemrelevanten Banken werden ab sofort von der Europäischen Zentralbank überwacht:
René Höltschi berichtet:  Mit der Übernahme der Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank wird die erste Säule der Bankenunion operativ. Deren Errichtung stellte einen gewaltigen Kraftakt dar, ihr Start ist nicht ohne Risiken.
Selten zuvor hat die EU ein derart weitreichendes Projekt in so kurzer Zeit realisiert. Im Frühjahr 2012 war erstmals ernsthaft von einer Bankenunion die Rede, an diesem Dienstag nimmt die bei der Europäischen Zentralbank EZB angesiedelte einheitliche Bankenaufsicht als erste Säule der Bankenunion die Arbeit auf. Dazwischen liegen gut zwei Jahre des zähen politischen Ringens und fieberhafter Vorbereitungen.
Reaktion aus der Krise
Nun beginnt der Praxistest

Raul Arias

Raul Arias

Aufschwung kommt in den Schwellenländern nicht selten vor dem Fall

Emerging Markets. Die «fragilen fünf» stehen weiter auf der Kippe

Schwellenländer-Investments gelten zwar als renditeträchtig. Wirtschaftspolitisches Missmanagement bringt allerdings das Risiko sich regelmässig wiederholender Turbulenzen mit sich.

Schwellenländer-Anlagen haben Investoren, Anlageberater und Fondsgesellschaften vor der Schuldenkrise angezogen wie das Licht die Motten. Das war oberflächlich betrachtet auch kein Wunder. Denn glaubte man den damals medial gerne weiterverbreiteten Analysen und Werbebotschaften, so schien zunächst nichts den volkswirtschaftlichen Erfolg der rasch wachsenden Staaten und den Boom an ihren Finanzmärkten aufhalten zu können. «Kaufe, was China kauft», hiess es damals beispielsweise, was in Verbindung mit den extrem expansiven geldpolitischen Strategien der Zentralbanken der Industriestaaten einen enormen Aufschwung an den Energie- und Rohwarenmärkten auslöste.
Zunehmende Ernüchterung

In diesem Rahmen floss rasch sehr viel Geld von den Industriestaaten in die Schwellenländer, was den dort ohnehin schon laufenden wirtschaftlichen Auftrieb zusätzlich befeuerte. Die Kombination aus zunehmenden Direktinvestitionen und spekulativem Interesse renditeorientierter Anleger aus dem Ausland führte zu einer Eigendynamik, welche sich selbst verstärkte, bis sie von der Kreditkrise plötzlich unterbrochen wurde. Unmittelbar nach der Krise erlebte die anfängliche Entwicklung zwar zunächst, getrieben von geld- und fiskalpolitischen Stimulierungsmassnahmen in aller Welt, eine kurze Renaissance. Seitdem aber macht sich eine gewisse Ernüchterung breit.
Aufschwung kommt in den Schwellenländern nicht selten vor dem Fall
Emerging Markets

Japan startet neue Runde im globalen Währungskrieg

Anleihekäufe

Mit ihrer Ankündigung noch mehr Geld zu drucken, bringt die Notenbank in Tokio die Märkte in Wallung. Der Yen bricht ein, der Dow Jones steigt auf einen Rekordwert – und die EZB hat ein neues Problem.

Für einen erfolgreichen Feldzug braucht es den richtigen Moment zum Losschlagen und noch dazu die passenden Waffen. Gemessen an diesen beiden Kriterien hat die Bank von Japan (BoJ) alles richtig gemacht. Tokios oberste Währungshüter kündigten am Freitag völlig überraschend an, ihre Geldpolitik drastisch zu lockern. Die Bank von Japan will noch mehr Yen in die Märkte pumpen und das Volumen der Staatsanleihenläufe erhöhen.

Die Finanzmärkte wurden von dieser Strategie komplett überrumpelt. An den Devisenmärkten verlor der Yen zum Dollar rund drei Prozent und stürzte auf das tiefste Niveau seit 2007. Auch zum Euro verlor der Yen gut zwei Prozent. Solche kräftigen Bewegungen zeigen den großen Überraschungseffekt. Am Devisenmarkt werden täglich rund fünf Billionen Dollar umgeschlagen, damit ist er der liquideste Markt überhaupt.

„Mit ihren drastischen Maßnahmen hat die Bank von Japan die nächste Runde im globalen Währungskrieg eröffnet“, sagt Lena Komileva, Strategin beim unabhängigen Analysehaus G+ Economics in London. Sie versuche den Yen abzuwerten und sich so im globalen Kampf gegen Stagnation und Deflation gegenüber den anderen Notenbanken einen psychologischen Vorteil zu verschaffen. „Jetzt geht es darum, wer die Kosten der globalen Abschwächung trägt.“

EZB befindet sich in einer Art Wartestellung
Japan startet neue Runde im globalen Waehrungskrieg
Currency War

Griechische Beamte verschieben Milliarden ins Ausland

Steuerhinterziehung und Korruption
Stern: In den vergangenen vier Jahren sollen 5260 griechische Beamte rund 1,5 Milliarden Euro ins Ausland überwiesen haben. Steuerfahnder vermuten Schmiergelder hinter den Summen. Das griechische Finanzministeriums prüft die Transaktionen und die Herkunft der Gelder, die Staatsbedienstete ins Ausland überwiesen haben.

Steuerhinterziehung und Schmiergelder machen der griechischen Wirtschaft zu schaffen. In den vergangenen vier Jahren haben 5260 Beamte und andere Staatsbedienstete rund 1,5 Milliarden Euro ins Ausland überwiesen, teilte das Ministerium für Verwaltungsreform am Donnerstag in Athen mit. Kontrolleure des Finanzministeriums prüften jetzt die Transaktionen und die Herkunft der Gelder.
An der Spitze der Liste stünden 329 Beamte. Jeder von ihnen habe mehr als 600.000 Euro ins Ausland transferiert, hieß es in der griechischen Presse. Es sei ein „Ding der Unmöglichkeit“, weil diese Gelder bei weitem ihre gesamten Verdienste in mehr als zehn Jahren überträfen.
Steuerfahnder sagten, dies deute darauf hin, dass es sich um Schmiergelder handle. Der griechische Minister für Verwaltungsreform, Kyriakos Mitsotakis, wolle nun diese Beamten zur Rechenschaft ziehen, teilte das Ministerium mit.

Arend  Van Dam

Arend Van Dam

Bei Immobilienfonds lohnt sich ein genauer Blick

Immobilienfonds unter der Lupe: Das Gebührenkartell
Bei Immobilienfonds lohnt sich ein genauer Blick auf die Kostenstruktur.

Für Immobilienfonds werden teilweise sehr hohe Gebühren verlangt. Beobachter orten mangelnde Konkurrenz, was auch an der Regulierung liegt.

Immobilienfonds waren in den vergangenen Jahren für Anleger ein gut rentierendes Investment. Zwischen 2010 und 2012 betrug die Summe aus Wertentwicklung und Ausschüttung im Durchschnitt etwas mehr als 6%, und auch im laufenden Jahr sieht es nach einem Plus in dieser Grössenordnung aus. Einzig im Jahr 2013 gab es einen Dämpfer mit leicht negativer Performance.
Das Gebuehrenkartell
Immobilienfonds mit Gebühren

Nach dem Stresstest ist vor dem Stresstest

25 europäische Banken sind durch den EZB-Stresstest gerasselt – 13 von ihnen gelten sogar als gefährdet. Was kommt nun auf die Durchfaller zu? Müssen Banken abgewickelt werden? Und ist das Finanzsystem nun sicherer als zuvor?Welche Banken sind durchgefallen?

Wird der Stresstest das Finanzsystem sicherer machen?

Vermutlich schon. Denn wenn die Banken mehr Eigenkapital halten, können sie Verluste leichter abfedern. Übrigens zwingt der Stresstest nicht nur die Durchfaller, ihre Kapitalbasis stärken. Aus Angst, den Test nicht zu bestehen, hatten viele Banken ihre Kapital zuletzt bereits erhöht – gewissermaßen in vorauseilendem Gehorsam. Die US-Bank Morgan Stanley schätzt, dass allein dadurch zusätzliche 47 Milliarden Euro in den Bankensektor der Eurozone geflossen sind.

Dass die Banken künftig sicherer sein dürften, heißt freilich nicht, das sie auch sicher sind. Manche Experten finden die Kriterien, die die EZB anlegte, viel zu lasch. Und ungute Erinnerungen weckt auch ein ähnlicher Stresstest, den die Europäische Bankenaufsicht EBA 2010 durchführte. Den bestanden nämlich auch jene irischen Banken, die nur wenige Monate später in Schieflage gerieten.
Was kommt nach dem Stresstest

Mike Keefe

Mike Keefe

25 Banken sind durch Europas Stresstest gefallen

Unter ihnen befindet sich auch die Münchener Hypothekenbank. Aus Italien sind insgesamt neun Banken durch den Stresstest gefallen.

Welche Institute konkret den Test nicht bestanden haben und nacharbeiten müssen, teilte die EZB zunächst nicht mit. Aus Deutschland mussten sich neben den beiden größten Geldhäusern, der Deutschen Bank und der Commerzbank, auch die Landesbanken der Belastungsprobe stellen. Diese bestand aus einer intensiven Prüfung riskanter Posten in den Bilanzen und einem Stresstest. Bei diesem mussten die Institute beweisen, dass sie auch einen schweren Einbruch der Konjunktur überstehen könnten, ohne mit Steuergeld aufgefangen zu werden.

Beim Stresstest zeigte sich nach Angaben der EZB, dass das Eigenkapital aller geprüften Banken zusammen im schlimmsten durchgespielten Fall – einem massiven Einbruch der Konjunktur – um 263 Milliarden Euro zurückgehen würde. Dies entspricht einem Rückgang der Eigenkapitalquote von 12,4 Prozent auf 8,3 Prozent. Beim Bilanzcheck (Asset Quality Reviews) zeigte sich, dass in den Bilanzen der Banken deutlich mehr faule Kredite schlummern als bislang angenommen – insgesamt 879 Milliarden Euro. Das sind 136 Milliarden Euro mehr als bislang angenommen.

Insbesondere italienische Banken sind betroffen. Nach Angaben der EZB haben aus Italien die Banken Montepaschi die Siena, Carige, Creval, Banco Popolare, Popolare di Milano, Popolare di Sondrio, Popolare di Vicenza, Veneto Banca und Credito Valtellinese den Stresstest nicht bestanden.

Aus Österreich ist die Volksbanken AG (ÖVAG), aus Spanien die Liberbank, aus Griechenland die Eurobank Ergasias, die Piraeus Bank und die National Bank of Greece, aus Slowenien die Banken NLB und NKBM, aus Belgien die Dexia Bank und AXA Bank Europe, aus Zypern die Hellenic Bank und die Bank of Cyprus, aus Irland die Permanent tsb, aus Bulgarien die Cooperative Central, aus Portugal die Banco Comercial Português und aus Frankreich die Caisse de Refinancement de l’Habitat (CRH) durchgefallen.

Das größte Loch in der Bilanz hätte nach der von den Prüfern simulierten Wirtschaftskrise die traditionsreiche Banca Monte dei Paschi mit allein 2,1 Milliarden Euro. Sie hätte als einziger Stresstest-Teilnehmer ihr Kapital nach der Krise restlos aufgebraucht. Dahinter folgen die griechische Eurobank (1,76 Milliarden Euro) und die portugiesische Millennium BCP (1,15 Milliarden Euro).

Bei der Bilanzprüfung war der Stichtag der 31. Dezember 2013. Zahlreiche Banken haben allerdings bereits durch die Aufnahme von Kapital oder die Einbehaltung von Gewinnen ihre Bilanzen zusätzlich gestärkt – nach Angaben der EZB seit Mitte 2013 um etwa 200 Milliarden Euro. Banken, die beim Stresstest Probleme bekamen, haben bis zu neun Monate Zeit, die Löcher in ihrer Kapitaldecke zu stopfen.
Diese 25 Banken sind durch Europas Stresstest gefallen

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

Wie funktioniert der Banken-Stresstest?

Größter Krisencheck der Geschichte
Stefan Kaiser berichtet: Es ist der größte Bankencheck, den es in Europa je gab: Ein Jahr lang hat die EZB die Bilanzen von 130 Geldinstituten durchkämmt und geprüft, ob sie eine erneue Krise überstehen würden. Welche Finanzkonzerne müssen zittern?

Der Countdown läuft. Seit Donnerstag, 12 Uhr, trennen sich die europäischen Banken in zwei Lager: In jene, deren Chefs sich entspannt zurücklehnen können, weil die Europäische Zentralbank (EZB) ihnen bescheinigt hat, dass sie den großen Banken-Stresstest souverän bestanden haben. Und jene, die von den Aufsehern weniger gute Nachrichten erhalten haben:

Entweder sind sie durchgefallen oder sie haben den Test knapper bestanden als erwartet.
Noch wird in den Bankenzentralen in Frankfurt, Paris oder Athen fleißig gerechnet. Bis
Samstagmittag, 12 Uhr, haben die Finanzinstitute Zeit, die Ergebnisse zu prüfen, die die EZB ihnen präsentiert hat. Legen die Banken keinen Einspruch ein, werden die Resultate 24 Stunden später veröffentlicht.

Es ist der bisher größte Bankencheck in Europa. Ein Jahr lang hat die EZB mit Hilfe der nationalen Aufsichtsbehörden und der Beratungsfirma Oliver Wyman die 130 größten Banken in der Eurozone untersucht, darunter 24 deutsche. Wo liegen die größten Risiken für jedes einzelne Institut? Sind die Kredite in den Bilanzen richtig bewertet? Und schließlich der Stresstest: Wie würden dieBanken eine neue schwere Wirtschaftskrise überstehen? In dieser letzten Stufe wurden in Zusammenarbeit mit der europäischen Aufsichtsbehörde EBA auch Banken aus Nicht- Euro-Ländern wie Großbritannien oder Dänemark mitgeprüft.
So funktioniert der Banken-Stresstest

Kostas Koufogiorgos

Kostas Koufogiorgos