Ist vor dem kühlenden Gewitter die „Aktien“ Hitze am grössten?

Das grosse Gekrabbel der Börsenbabys Richtung Geldtöpfe
Wenn die Aktienkurse an der Börse heiss laufen, dreht auch das IPO-Geschäft im roten Bereich. Die Kursübertreibungen, die in den USA zu beobachten sind, gibt es in Europa nicht.

Werner Grundlehner berichtet: Viele Firmen drängen zurzeit an die Börsen, um noch vom üppig fliessenden Kapitalstrom zu profitieren.
Vor dem kühlenden Gewitter ist die Hitze am grössten. Dieses Wetterphänomen lässt sich auch auf den Aktienmarkt übertragen. Obwohl viele Beobachter aufgrund ernüchternder Wirtschaftszahlen mit einer baldigen Abkühlung an den Börsen rechnen, läuft diese weiterhin heiss. Der SMI hat in der vergangenen Woche erstmals die Marke von 10 000 geknackt. Und wenn es an der Börse rundläuft, gibt es auch viele Aspiranten, die ihre Aktien kotieren wollen…..Das grosse Gekrabbel der Börsenbabys Richtung Geldtöpfe/NZZ

G-20 will die Diskussion um globale Unternehmenssteuerreform beschleunigen

Beim Thema Digitalsteuer fanden die G-20-Finanzminister eine gemeinsame Basis. Doch die Handelskriege der USA belasteten das Treffen in Japan schwer.

Martin Koelling berichtet aus Tokio: Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin spricht sich beim G-20-Gipfel in Japan für internationale Lösungen bei der Konzernbesteuerung aus.

Zwischen China und den USA gibt es derzeit handels- und geopolitisch grosses Konfliktpotenzial. Doch in einem Punkt waren sich die beiden Länder beim Treffen der G-20-Finanzminister und -Notenbankchefs im japanischen Fukuoka einig: Neue globale Regeln für die Besteuerung von Grosskonzernen sollen kommen. Sowohl Chinas Finanzminister Liu Kun wie auch sein amerikanischer Kollege Steven Mnuchin sprachen davon, dass es einen Konsens gebe, gemeinsam eine Lösung zu finden. Nun müsse man sich mit den technischen Details beschäftigen, wie man den Konsens in eine Vereinbarung übertragen könne, sagte Mnuchin.

Die Abschlusserklärung spiegelte die Stimmung wider, dass die G-20 zu einer schnellen Lösung entschlossen ist. «Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, in einem Abschlussbericht im Jahr 2020 eine Lösung im Konsens zu finden», vereinbarten die Vertreter. Damit greifen sie einen der grossen finanziellen Konflikte der global vernetzten Welt auf: Gerade Konzerne mit digitalen Produkten wie Google und Amazon können Gewinne in sogenannte Steueroasen verschieben, um ihre Steuerlast zu senken.
Steuerquote von Digitalfirmen liegt viel tiefer…NZZ.ch
G20 streichen wichtige Formulierung aus Abschlusserklärung /Die Welt

Silvan Wegmann
www.w-t-w.org/en/silvan-wegmann

 

Ausspähen von Journalisten erlauben

Innenministerium will Ausspähen von Journalisten erlauben.

In Koalitionskreisen kursiert ein Entwurf für ein „Gesetz zur Harmonisierung des Verfassungsschutzrechts“. Dieser würde es dem Verfassungsschutz vergleichsweise leicht machen, Redaktionen digital auszuforschen – auch ohne Richtervorbehalt. Für eine Razzia in einer Zeitungsredaktion gelten heute sehr hohe rechtsstaatliche Hürden. So soll das Redaktionsgeheimnis gewahrt werden.

Das Bundesinnenministerium will dem Verfassungsschutz erlauben, Journalisten und ihre Redaktionen heimlich digital auszuforschen. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Spiegel-Affäre, bei der Polizisten in die Räume des Hamburger Nachrichtenmagazins eingedrungen waren, wäre dies ein deutlicher Bruch mit bisherigem Recht….Süddeutsche.de

Titelblatt der Satirezeitschrift „Uykusuz“

 

Fünf Jahren nach Lux-Leaks

Das Paradies Luxemburg baut um.

Vor fünf Jahren haben die Lux-Leaks aufgedeckt, wie das Großherzogtum internationalen Konzernen dabei hilft, Steuern zu drücken. Luxemburg hat seitdem eine neue Regierung, die Reformen verspricht. Manche loben die Fortschritte, anderen reicht das nicht.
Eine Recherche zeigt, dass Luxemburg noch attraktiv ist: 20 der 100 reichsten Deutschen haben oder hatten Firmen in Luxemburg.

Bastian Brinkmann, Thomas Kirchner, Mauritius Much und Ralf Wiegand berichten:

„Das hier ist Theater. Die Konzerne tun so, als wären ihre Luxemburger Briefkastenfirmen echte Firmen. Die Luxemburger Steuerbehörden tun so, als würden sie das glauben. Und der Rest der Europäischen Union tut so, als wäre das alles kein Ding.“ So berichtete die Süddeutsche Zeitung im November 2014 von einem Besuch in Luxemburg. Damals legten Recherchen unter Federführung des Internationalen Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) offen, wie mehr als 300 multinationale Unternehmen wie Ikea oder Amazon mit den Luxemburger Behörden sehr vorteilhafte Steuerdeals abgeschlossen hatten, um ihre Abgaben auf nahe null zu drücken…..Süddeutsche Zeitung

„Die haben kein Unrechtsbewusstsein, wenn man Steuern hinterzieht“
Steueroasen-Experte Hans-Lothar Merten erklärt, wie Luxemburg das wurde, was es heute noch ist – und welche Rolle deutsche Banken dabei spielen.

Interview von Bastian Brinkmann:
Schließfächer in der Schweiz und Briefkastenfirmen auf karibischen Inseln: Hans-Lothar Merten, 77, beschäftigt sich seit Langem mit Steueroasen. Viele Jahre gab er jährlich das Standardwerk Steueroasen heraus, das die Vor-und Nachteile der verschiedenen Offshore-Staaten zusammenfasste. Der Publizist lebt in München. Von ihm erschien im Jahr 2017 das Buch „Vertreibung aus dem Paradies: 100 Jahre Steueroasen zwischen Nummernkonten, Briefkastenfirmen und Karibikinseln“.

SZ: Wie ist Luxemburg zur Steueroase geworden?…Sueddeutsche Zeitung

Illustration: Stefan Dimitrov (Foto: )

 

Geheimnis des Wohlstandseffektes des internationalen Handels

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri. Fintool

Wir zeigen an einem einfachen Beispiel, warum alle profitieren, wenn man Handel betreibt – auch wenn das nicht alle glauben wollen.

Cartoon by Erl

Der große Diebstahl in Europa

Grand Theft Europe

Es ist der größte laufende Steuerbetrug Europas: Organisierte Banden berauben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach Schätzungen der EU-Kommission jedes Jahr um sagenhafte 50 Milliarden Euro. Umsatzsteuerkarusselle verursachen in Deutschland einen jährlichen Schaden von geschätzt 5 Milliarden bis 14 Milliarden Euro.

Mangelnde Kooperation und die Unfähigkeit der Staaten, sich bei Steuerfragen zu einigen, kosten die Öffentlichkeit Milliarden.

Deutschland bremst beim Kampf gegen den Steuerbetrug besonders.Aktuell sehen europäische Behörden eine große Gefahr von Karussellbetrug über Ökostromzertifikate.

Anhand des Karrierepfades eines Drahtziehers von Steuerkarussellen in Deutschland beschreibt CORRECTIV die Strukturen dieser Form von Organisierter Kriminalität und die Schwierigkeiten, sie zu bekämpfen. Correctiv

Für das Rechercheprojekt Grand Theft Europe haben sich 35 vom Recherchezentrum CORRECTIV koordinierte Medienpartner aus ganz Europa vernetzt. Gemeinsam hat das Netzwerk Umsatzsteuerkarusselle durchleuchtet, den größten laufenden Steuerbetrug in der EU. Die Recherche hat zu zahlreichen Artikeln, einem Podcast, einem Newsgame und mehreren TV-Dokumentationen geführt. Das Projekt: www.grand-theft-europe.com

– Addendum

Untersuchungen über die Finanzen des US-Präsidenten Donald Trump

Die Deutsche Bank händigt offenbar Finanzunterlagen Trumps an Behörden aus.
Nach den Russland-Untersuchungen Robert Muellers konzentrieren sich die Ermittler in Behörden und Kongress nun auf seine Finanzen.

(dpa) Laut Angaben des amerikanischen TV-Senders CNN hat die Deutsche Bank Finanzunterlagen des amerikanischen Präsidenten an die Ermittlungsbehörden in New York ausgehändigt. Die Deutsche Bank machte auf Anfrage keine Angaben zu der Sache. Die Bank hatte aber bereits zuvor im Grundsatz erklärt: «Wir bekennen uns zur Kooperation mit autorisierten Ermittlungen.» Auch die Staatsanwaltschaft in New York kommentierte den Sachverhalt auf Anfrage nicht.

Mehrere Ausschüsse des amerikanischen Abgeordnetenhauses verlangen ebenfalls Unterlagen von der Deutschen Bank, die Trump Kredite in Milliardenhöhe gegeben haben soll. Die Staatsanwaltschaft hatte im März um die Herausgabe der Unterlagen gebeten, nachdem ein Zivilverfahren eröffnet worden war.

Bei den Untersuchungen in New York stehen laut CNN das neue Trump-Hotel in Washington, zwei weitere Hotels in Miami und Chicago und der Übernahmeversuch des American-Football-Teams Buffalo Bill im Zentrum.

Lange Zeit war die Deutsche Bank nach Informationen der «New York Times» eines der wenigen Geldinstitute, mit dem Trump noch in Geschäftsbeziehungen stand. Zu Beginn der Amtszeit soll der Schuldenstand Trumps bei dem Bankhaus bei 300 Millionen Dollar gelegen haben.

Claytoonz

Rendite abseits der Börse

Anlegen ist mehr als kotierte Wertschriften. Wer auf Liquidität verzichtet, kann die Rendite verbessern, etwa mit Anlagen in Crowdfunding, nichtkotierte Aktien oder Private Debt.

Werner Grundlehner berichtet: Crowdfunding
Anfang des laufenden Jahrzehnts sorgte eine neue Art der Finanzierung über das Internet für Furore. Crowdfunding ist der englische Begriff für Schwarmfinanzierung. Dabei handelt es sich um die internetbasierte Finanzierung von Projekten durch eine grosse Anzahl von Personen mit kleinen Beträgen auf der Basis kostengünstiger Prozesse und standardisierter Dokumente. Ursprünglich ging es dabei meist um wohltätige Projekte und um Firmengründungen. Die «Rendite» war in den Anfangszeiten meist moralisch oder symbolisch: Der Investor darf etwa als Erster das neue Produkt eines Startups zu Vorzugskonditionen beziehen.

Doch über die Jahre hat sich das «Crowd»-Modell entwickelt und auf andere Bereiche wie das Crowdlending oder das Immobiliengeschäft ausgedehnt. Zahlreiche Anbieter – auch in der Schweiz – betreiben das Crowdfunding mittlerweile als kommerzielles Geschäftsmodell. Crowdinvesting erreichte im Jahr 2017 gemäss der Fachhochschule Luzern ein Volumen von fast 380 Mio. Fr. Die Zahlen für das vergangene Jahr werden erst Ende Mai publiziert. Einzelne Beobachter rechnen damit, dass 2019 die Milliardengrenze geknackt wird. Punkto investiertes Volumen pro Kopf liegt die Schweiz noch deutlich hinter den USA und Grossbritannien zurück, wo der Wert rund viermal höher liegt. Auf dem Schweizer Markt tummelt sich eine Vielzahl von Crowdfunding-Plattformen, wenige Marktführer beherrschen aber den Grossteil des Marktes. Erste Anbieter experimentieren mit Blockchain-basierten Lösungen.

Auch professionelle Investoren nehmen Crowdfunding mittlerweile als interessante Anlage wahr….NZZ.ch