Baby-Gangs im Drogenhandel und der Schutzgelderpressung

Blutiger Krieg unter Minderjährigen. «Baby-Gangs» terrorisieren Neapel
Nun da viele ältere Mafiabosse verhaftet oder ermordet worden sind, hat in Neapel eine blutjunge Generation das Steuer übernommen, die schiesswütiger und undisziplinierter ist.

Teenager als Mörder und Opfer

Viele der alten Camorra-Bosse sind in den letzten Jahren verhaftet oder ermordet worden. Die Altersstruktur der Banden Neapels hat sich radikal verändert. Das Fussvolk wird immer jünger, und Vierzigjährige gehören bereits zur obersten Führungsriege. Der diesjährige Bericht der Anti-Mafia-Abteilung der Staatsanwaltschaft beurteilt dieses Phänomen als höchst beunruhigend. Die blutjungen Killer seien aussergewöhnlich brutal und folgten keinen Regeln mehr, schreiben die Justizbeamten. Oft seien Mörder und Opfer noch Teenager.

Bei den Kämpfen geht es in erster Linie um die Kontrolle des Drogenhandels und der Schutzgelder von Schwarzhändlern auf bestimmten Plätzen in der Sanità und in Forcella im Stadtzentrum. Doch auch in einigen Bezirken der Peripherie brodelt es. Das Szenario ist überall dasselbe. Jugendliche Banden rasen in der Dunkelheit auf Motorrädern durch die Gassen und schiessen mit Kalaschnikows um sich. Am Morgen finden die Anwohner Schusslöcher in ihren Türen oder leere Projektile auf ihren Balkonen. Immer öfters finden solche Machtdemonstrationen freilich auch am helllichten Tag statt. Laut Polizei nehmen die Banden dabei meist Mitglieder anderer Clans ins Visier. Da der Krieg aber auf offener Strasse ausgetragen werde, kämen regelmässig auch unbeteiligte Zivilisten ums Leben.
«Hier herrscht Krieg»…
Baby-Gangs terrorisieren Neapel
Mafia Boss

Hat ukrainischer Oligarch Kolomoiski IWF-Kredite veruntreut?

Ukrainischer Oligarch Igor KolomoiskiUkrainischer Oligarch bereichert sich an IWF-Krediten.

Igor Kolomoiski: Graue Eminenz der Ostukraine. Der Gouverneur von Dnipropetrowsk gilt in Moskau als „Staatsfeind Nummer ein“. In seiner ostukrainischen Region hält er viele wichtige Fäden in der Hand

Der IWF hat in den letzten Monaten Milliarden ins ukrainische Finanzsystem gepumpt, um die Banken des Landes zu stabilisieren. Etwa 1,8 Milliarden Dollar standen dabei dem größten Geldinstitut PrivatBank zu, das vom Oligarchen Igor Kolomoiski kontrolliert wird. Doch statt das Geld in die ukrainische Wirtschaft zu investieren, hat Kolomoiski die Notkredite über ein Netzwerk von Offshore-Firmen ins Ausland geschafft.
Ukrainischer Oligarch bereichert sich an IWF-Krediten
Kolomoiski

Siehe hierzu auch:
Frauen und Kinder leiden unter Korruption/ Folge 6 / Verbrechen ermöglichen

Oligarchen Frauen

Die Lage der russischen Gesellschaft lässt sich wohl nirgends so gut ablesen wie in ihrer Keimzelle: der Familie. Filmemacher Alexander Gentelev schaut hinter die Fassade der Oligarchen-Ehe. Dabei gelang es ihm, die Ex-Frau von Wladimir Potanin, dem reichsten Mann Russlands, zu interviewen. Außerdem begegnete er jungen Russinnen, die alles daran setzen, einen Oligarchen zu heiraten.

Mascha Sobol ist 22 Jahre alt, diplomierte Juristin und hat einen großen Traum: in Moskau einen reichen Mann zu finden und mit ihm eine Familie zu gründen.

Natalia Potanina war mit so einem Mann verheiratet: Wladimir Potanin hat riesigen Einfluss im Land und ein ebensolches Vermögen. Auf der Forbes-Liste der reichsten Russen steht er an erster Stelle. Geschätztes Gesamtvermögen: 15,4 Milliarden Dollar. Nach 30 Ehejahren verließ der Oligarch seine Frau wegen einer Jüngeren – so weit, so banal. Doch mit welchen juristischen und persönlichen Mitteln fortan um die Aufteilung des gigantischen Vermögens gestritten wird, gibt einen interessanten Einblick in das Kampfgebaren russischer Oligarchen und zeigt, wie es um das Land bzw. seine Geld-Elite derzeit bestellt ist. Alena Nowa ist Besitzerin eines angesagten Clubs, in dem die reichen Moskauer feiern. Sie hat am eigenen Leib den „Abstieg“ in die Mittelschicht erlebt und weiß, dass frau in Russland gut daran tut, gegen den Ex-Mann, einen reichen FSB-Funktionär, kein Gerichtsverfahren anzustreben. Der Dokumentarfilm von Regisseur Alexander Gentelev verwebt die Geschichten dieser Frauen zu einer Parabel auf das Geschlechterverständnis und die Stellung der Frau in der modernen russischen Gesellschaft, auf die Bedeutung von Geld und Macht, und er zeichnet die gegenläufige Entwicklung des kometenhaften Aufstiegs russischer Oligarchen zum Verfall ihrer persönlichen Beziehungen als Kriegsschauplatz. Gentelev ist es gelungen, erstmalig und exklusiv Natalia Potanina zu interviewen, deren Ex-Mann einem der größten Wirtschaftsimperien vorsteht und aus dessen Privatleben bislang kaum etwas an die Öffentlichkeit gelang.
Arte.tv/Oligarchenfrauen

Geldwäsche-Affäre in Russland

Deutscher Bank drohen Milliarden-Bußgelder. Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen Kunden in Russland bei der Geldwäsche geholfen haben. Behörden in vier Staaten ermitteln. Nach SPIEGEL-Informationen fürchtet man im Konzern nun Kosten von bis zu vier Milliarden Euro. Behörden in vier Staaten ermitteln

In der Deutschen Bank wächst die Sorge, dass die Geldwäsche-Affäre in Russland extrem hohe Strafen nach sich ziehen könnte. Es gibt Befürchtungen, die Kosten könnten sich zusammen mit einem laufenden Verfahren wegen Verstößen gegen US-Embargos gegen Iran und andere Länder auf vier Milliarden Dollar summieren.

Allein seitens der britischen Finanzaufsicht hält man in der Bank eine Strafe von Hunderten Millionen Euro für möglich, das größte Risiko liege aber in den USA. Weil sich aber die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befinden und die Höhe möglicher Strafen sehr unsicher ist, hat die Bank offenbar noch keine Rückstellungen dafür gebildet.

Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen Kunden geholfen haben, in Russland gegen Rubel Aktien zu kaufen und gleichzeitig für diese Kunden in Großbritannien Aktien gegen Dollar verkauft haben. Über solche Spiegelgeschäfte im Volumen von sechs Milliarden Dollar könnten Gelder zweifelhafter Herkunft gewaschen und ins Ausland geschafft worden sein.

Behörden in vier Staaten ermitteln offenbar nicht nur wegen Geldwäsche, sondern auch wegen möglicher Verstöße gegen Sanktionen, die Russland wegen des Ukrainekonflikts im vergangenen Jahr auferlegt worden waren. Die russischen Behörden gehen zudem dem Verdacht nach, die Bank könnte bei der Kapitalflucht geholfen haben.

Geschäftspartner für Hunderte fragwürdiger Deals waren teils offenbar eigens dafür gegründete Zweckgesellschaften. Die Bank soll in Moskau und London in manchen Fällen den gleichen Gegenparteien gegenübergestanden haben. Dennoch brachte wohl erst ein Hinweis der russischen Zentralbank die Ermittlungen in Gang.
Deutscher Bank droht neue Millionenstrafe

Siehe hierzu auch: Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Frauen und Kinder leiden unter Korruption/ Folge 7 Verbrechen ermöglichen

Im Teil 1 des Fortsetzungsberichtes Frauen und Kinder leiden überproportional unter Korruption hat W-T-W Women and Finance versucht zu erklären, dass Korruption viele verschiedene Formen hat, aber allesamt mit dem Missbrauch eines öffentlichen oder privaten Amts zum Zweck der persönlichen Bereicherung einhergehen. Korruption bewirkt, dass der Sozialstaat ausblutet. In Folge 2 stellten wir den original Unicef Bericht “Kinderarmut in den reichen Staaten” vor. In Folge 3 beleuchten wir das geschätzte Geldwäsche Volumen in Europa. Folge 4: Was ist ein Heimlichkeitsdelikt? Folge 5 Geldwäsche und schwere Steuerhinterziehung. Folge 6 Verschleierung

Crime Enabling – Verbrechen ermöglichen

Gewinnerzielung ist das Hauptmotiv für Straftaten weltweit. Enabling“ heißt ermöglichen – und genau das tun, unter anderen, Schweizer Finanzinstitute und ihre Helfer: sie ermöglichen Verbrechen.

Die explosive Zunahme der Organisierten Kriminalität und Geldwäsche ist eine Folgeerscheinung der Globalisierung. Die Organisierte Kriminalität arbeitet grenzenlos, weltweit und vernetzt. Die Strafverfolgung endet dagegen immer noch an den nationalstaatlichen Grenzen.

„Crime Enabling“ bedeutet das Verschleiern der wirtschaftlich Berechtigten und der Herkunft der durch Kriminalität gewonnenen Vermögenswerte. Indem die Herkunft und die Eigentümer der illegalen Gelder verschleiert werden, reduzieren die „Crime Enablers“ Entdeckungsrisiko für die Täter gegen Null. Eine mögliche Strafverfolgung wird effektiv im Keim erstickt.

Dies zeigt sich an den weltweiten Einnahmen der Organisierten Kriminalität, welche auf 2’100 Milliarden im Jahr geschätzt werden. Damit liegen die Einnahmen der Organisierten Kriminalität auf dem Niveau der Nationalprodukte der G-20 Mitgliedsstaaten Italien und Russland. Dass weltweit weniger als 1% der illegalen Vermögenswerte konfisziert werden, verdankt die Organisierte Kriminalität hauptsächlich den Dienstleistungen der „Crime Enablers“.

Um die kriminellen Gelder nutzbar zu machen, müssen diese gewaschen, d.h. in den legalen wirtschaftlichen Kreislauf geschleust werden. Die riesigen Geldbeträge der Organisierten Kriminalität hinterlassen Spuren im Finanzsystem, welche nicht zu übersehen sind. Die Dienstleistungen der „Crime Enablers“ sorgen nun dafür, dass diese Spuren verwischt werden.

Nicht nur in der Schweiz ist das Verschleiern von Vermögenswerten, d.h. des wirtschaftlich Berechtigten, grundsätzlich erlaubt und toleriert, worauf Schweizer Anwälte, Treuhänder, Vermögensverwalter, Banken, aber auch deren Aufsichtsbehörden, die Staatsanwaltschaften und selbst die Gerichte gebetsmühlenartig hinweisen. In der Schweiz wird nicht in Abrede gestellt, dass man besonders Ausländern bei der Verschleierung ihrer Vermögenswerte behilflich ist.

„Crime Enablers“ geben sich den Anschein von seriösen Geschäftsleuten, welche jedermann ihre Dienstleistungen anbieten, auch das Verschleiern von Vermögenswerten.

Wer es aber wagt, auf den Missbrauch des behördlich geschützten Schweizer Verschlei-erungssystems hinzuweisen, sieht sich den koordinierten Aktionen der „Crime Enablers“, deren Aufsichtsbehörden und selbst der Schweizer Staatsanwaltschaften und Gerichte ausgeliefert.

Kritiker des Schweizer Geschäftsmodells werden wegen Verleumdung und übler Nachrede angeklagt und müssen vor Gericht ihre Unschuld beweisen. Die Unschuldsvermutung ist vor Schweizer Gerichten ausgesetzt. Offensichtlich falsche Anschuldigungen der eigentlichen Täter gegen den Beschuldigten werden von den Schweizer Staatsanwaltschaften und Gerichten toleriert. Die zuständigen geldwäscherechtlichen Aufsichtsbehörden schützen die „Crime Enablers“ unter ihren Mitgliedern und sehen in dem Verdacht der Geldwäsche eine Bagatelle.

Wie das behördlich geschützte parasitäre Schweizer Geschäftsmodell funktioniert, kann anhand von Originaldokumenten, welche W-T-W vorliegen, dargestellt werden.

Solange die Schweiz das parasitäre Geschäftsmodell der „Crime Enablers“ toleriert, die die Organisierte Kriminalität und die Finanzierung des Terrorismus unterstützen und ermöglichen, sind Verträge mit Schweizer Gesellschaften fragwürdig. Die Folgen dieses Systems auf internationaler Ebene zu diskutieren und Konsequenzen zu ziehen ist die Aufgabe der Internationalen Gemeinschaft.

Isabell Hemming
www.w-t-w.org/en/isabell-hemming/

Crime EnablerMehr zum Thema Geldwäsche

Was sind eigentlich «Social Impact Bonds»

Soziale Geldanlage:  Investoren nehmen Behörden die Arbeit ab
Mit «Social Impact Bonds» finanzieren private Geldgeber öffentliche Projekte vor. Erzielen die Programme ihre vereinbarte Wirkung, zahlt der Staat das Geld samt Rendite zurück.

Asylbewerber aus Eritrea in Lumino, TessinNur jeder sechste Asylsuchende in der Schweiz war Mitte 2014 erwerbstätig. «Social Impact Bonds» finanzieren staatliche Projekte für mehr Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt (Asylbewerber aus Eritrea in Lumino, Tessin).

Staatliche Sozialprogramme und die Profitorientierung in der Privatwirtschaft werden oft als Gegensätze wahrgenommen. Eine innovative Finanzierungsform, der «Social Impact Bond» (SIB), holt jedoch private Investoren zur effizienteren Lösung sozialer Probleme mit ins Boot. Wie das funktioniert, zeigt zum Beispiel der erste SIB der Schweiz, der diesen Juni im Kanton Bern lanciert wurde.  Wettbewerb im Sozialbereich….
Investoren nehmen Behoerden die Arbeit weg

Social Impact Bonds

Social Impact Bonds

Whistleblowerinnen gehören geehrt!

W-T-W Women and Finance fordert Frauennetwerke dazu auf weltweit Whistelblower verstärkt zu ehren.

Wie wird mit Whistleblower umgegangen?

Whistleblower, Presse und die Öffentlichkeit sind das A und O bei der Aufklärung.  Ohne Whistleblower ist eine Aufklärung oft überhaupt nicht möglich.

Um Korruption bekämpfen zu können, sind die Strafverfolgungsbehörden auf Informanten angewiesen, die das korrupte Verhalten überhaupt erst aus dem Dunkeln zerren. Solche Informanten werden auch als „Whistleblower“ bezeichnet. Ohne Whistleblower könnte Korruption nicht aufgedeckt werden, da es sich um ein Heimlichkeitsdelikt handelt, von dem nur die Beteiligten und Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe etwas wissen. Indem ein Whistleblower Missstände in seiner Organisation, Partei oder Firma meldet, geht er oft erhebliche persönliche Risiken ein. Er kann wegen Verletzung seiner Schweigepflicht über Betriebsgeheimnisse bestraft werden, muss als „Nestbeschmutzer“ und „Denunziant“ mit Mobbing oder gar dem Verlust seines Arbeitsplatzes rechnen.

Stabschefin des Investmentbank-Bosses fälschte jahrelang Spesen – als sie aufflog, entliess die Bank Whistleblowerin.
UBS-Chefs schuetzen hochrangige Betruegerin

Doaa Eladl www.w-t-w.org/en/doaa-eladl @doaaeladl

Kein Einzelfall siehe hierzu auch:
Operation weisse Weste -/
Superreicher lebt auf der Strasse
Von Korruption betroffen

http://www.w-t-w.org/en/anti-corruption-2/

Bernie, wettert über gierige Milliardäre und kriminelle Banken

Er scheint all jene Amerikaner zu erreichen, die Hillary Clinton aufgrund ihrer Nähe zu mächtigen Wirtschaftsbossen angeblich meiden. Zu seinen Auftritten kommen mehr Zuschauer als zu den grell orchestrierten Events aller anderen Präsidentschaftskandidaten. Im Juli sprach er vor 10.000 Menschen in Madison im Bundesstaat Wisconsin, 15.000 waren es wenige Wochen später in Seattle. Mit 28.000 Zuhörern in Portland legte Sanders am Sonntag seinen bislang größten Auftritt hin. Hillary Clinton brachte es in der Eröffnungs-Veranstaltung in New York nur auf 5.500 Zuschauer.

„Bernie“-Sprechchöre schallen über den Parkplatz der Arena.

Sie alle sind gekommen, um ihn zu sehen: Bernie Sanders. Der 73 Jahre alte Politiker steht im Innern der Arena auf dem Podium und winkt in das Meer aus Schildern mit seinem Namen. „Immer wieder fragen mich Journalisten, warum so viele von euch zu unseren Veranstaltungen kommen“, sagt Sanders und setzt an, um die Antwort zu geben. Da schreit ein Zuhörer: „Weil du recht hast, Bernie!“ Donnernder Applaus. Sanders lacht. In seiner Rede wettert er gegen die wachsende Ungleichheit in den USA, über gierige Milliardäre und kriminelle Banken und fordert einen flächendeckenden Mindestlohn für alle US-Bürger.

Der Politiker, dem am vergangenen Wochenende in Portland die Massen zujubelten, ist Sozialist. Und er bewirbt sich für das höchste politische Amt der Welt: die Präsidentschaft der USA, seit jeher Bollwerk gegen den Kommunismus. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Denn Sanders zielt mit seiner Politik ins Herz der amerikanischen Gesellschaft. Er richtet sich an die Arbeiterklasse, die seit den neunziger Jahren unter der schwächelnden Wirtschaft und hoher Arbeitslosigkeit leidet.

Obama „mag Bernie“
Sanders fordert Beschäftigungsprogramme und kostenlose Hochschulbildung – bezahlt mit hohen Steuern auf die Einkommen der Superreichen. Für amerikanische Verhältnisse sind seine Positionen krass….
Ein Sozialist fuers Weiße Haus

Taylor Jones

Taylor Jones

Warum zeigen sich Steuerhinterzieher immer noch an?

Die milderen Regeln für reuige Steuerhinterzieher wurden Anfang des Jahres abgeschafft – doch von dem erwarteten Rückgang bei den Selbstanzeigen fehlt jede Spur. Der Grund sind findige Finanzminister.

Martin Greive Redakteur: Die Angst deutscher Steuerhinterzieher, entdeckt zu werden, ist weiterhin überraschend groß. In den ersten sechs Monaten haben sich 10.512 Deutsche, die Schwarzgeld im Ausland hatten, selbst beim Finanzamt angezeigt. Dies ergab eine Umfrage unter den 16 Landesfinanzministerien. Wir werden erleben, dass Steuerhinterzieher, die aufgrund von Steuer-CDs entdeckt wurden, ihre Banken anschwärzen werden. Das lässt sich schon jetzt beobachten

Bis Ende des Jahres könnte die Zahl der reuigen Steuersünder damit wieder auf über 20.000 steigen. „Das ist viel – und viel mehr, als zu erwarten war“, sagte der Vorsitzende der Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler. Zwar gab es im Rekordjahr 2014 insgesamt rund 40.000 Selbstanzeigen. Zu Jahresbeginn hatten Bund und Länder die Regeln für den Steuer-Ablasshandel mit dem Staat allerdings verschärft. Experten hatten deshalb nach dem Run auf die Finanzämter in 2014 für dieses Jahr einen viel deutlicheren Rückgang der Selbstanzeigen erwartet – einige hatten sogar einen Rückgang auf nahe null prognostiziert.
Steuerhinterzieher zeigen sich reihenweise selbst an

Nel / Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Nel / Ioan Cozacu
www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

 

Malaysias Ringgit in der Krise

RinggitVon der Staats- zur Währungskrise: Malaysias Ringgit bleibt unter Druck.  Die Wertverluste des Ringgit führten zum tiefsten Stand seit siebzehn Jahren und werden mit einer Kehrtwende der Zentralbank begründet: Die Bank Negara scheint auf Stützungskäufe zu verzichten.

Die malaysische Währung ist in der vergangenen Handelswoche unter Druck geblieben. Nachdem der Ringgit zum US-Dollar schon am Montag die Marke von Rin. 3.85 durchbrochen hatte, schwächte er sich bis Freitag bis auf Rin. 3.92 ab. Gegenüber dem Greenback hat der Ringgit in den vergangenen 18 Monaten damit bereits rund einen Fünftel seines Werts eingebüsst. Bei Kuala Lumpurs Geldwechslern hat sich inzwischen eine Knappheit an US- sowie Singapur-Dollars eingestellt.

Notenbankpolitik unklar
Die politischen Wirren in Kuala Lumpur, die nachgebenden Rohwarenpreise, die wirtschaftliche Abschwächung und die Aussicht auf eine Zinserhöhung in den USA lassen nach Einschätzung von Händlern vermuten, dass die schwächelnde Valuta bis auf weiteres unter der psychologisch wichtigen Marke von Rin. 3.80 bleiben wird. Auf diesem Niveau wurde seinerzeit der Untergrenze gegenüber dem Dollar festgelegt, die zusammen mit Kapitalverkehrskontrollen 1998 dem Sturzflug der Währung Einhalt geboten hatte.

Die neuerlichen Wertverluste führten zum tiefsten Stand seit siebzehn Jahren und werden unter anderem mit einer Kehrtwende der Zentralbank begründet: Die Bank Negara, die zu Beginn der Vorwoche noch mit Dollarverkäufen eingegriffen hatte, scheint jetzt auf Stützungsmassnahmen zu verzichten. Ihre Politik bleibt undurchsichtig. Seit dem Ausbruch der Krise rund um den notleidenden Staatsfonds und den Korruptionsvorwürfen gegenüber Ministerpräsident Najib Razak hat sich Notenbankchefin Zeti Akhbar Aziz noch nicht zu Wort gemeldet. Über ihren Verbleib wird in Kuala Lumpur derzeit gerätselt.

Sie ist insofern exponiert, als sie einem Untersuchungsausschuss angehört, der die dubiosen Finanztransaktionen des in Schieflage geratenen Staatsfonds sowie die Millionen-Überweisungen auf das persönliche Konto von Najib ausleuchten soll.

Zwei Milliarden verschollen
Najib geht seit der Veröffentlichung belastender Dokumente resolut gegen Kritiker aus seiner Partei und gegen die Medien vor. Derweil bleiben zentrale Fragen über den Verbleib von umgerechnet 2 Mrd. $ unbeantwortet; über die genaue Herkunft und den Verwendungszweck von umgerechnet 700 Mio. $, die 2014 auf sein Privatkonto überwiesen worden waren, schweigt Najib. Aus Kreisen der Opposition heisst es, dass ein Misstrauensvotum gegen Najib im Parlament in Erwägung gezogen werde.

Notenbankchefin Zeti Akhbar Aziz

Zeti Akhtar Aziz