Nach dem Brexit geht es um Machtfragen in Europa. Der Brexit ist für viele ein Schock, aber das Leben geht weiter. Verlässt Grossbritannien die EU, werden andere Länder davon profitieren. Der Kampf um Einfluss hat schon begonnen.
Eric Gujer berichtet: Der Westfälische Frieden schuf 1648 ein System souveräner Staaten; der Wiener Kongress etablierte ein Gleichgewicht von fünf Grossmächten; nach der Katastrophe des Holocaust und zweier Weltkriege hiess die Lösung EU und Nato. Geht eine Ordnung unter, kommt eine andere – allenfalls die Profiteure wechseln. Jedes Machtvakuum bleibt begrenzt, und auch die ökonomischen Herausforderungen eines Ausscheidens der zweitgrössten Wirtschaftsmacht lassen sich bei gutem Willen nach helvetischem Vorbild bewältigen. Ein Preis wird dennoch fällig…. Machtfragen in Europa
Statistische Bundeamt Destatis meldet: 25- bis 44-Jährigen sind am häufigsten verschuldet. Diese Altersgruppe macht zwar nur 30 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, doch machten sie die Hälfte der Beratungsstellen-Klienten aus. Die durchschnittliche Schuldensumme wurde auf 34400 Euro taxiert. Lediglich sechs Prozent der Bürger hatten Schulden von mehr als 100.000 Euro. Häufig sind alleinlebende Männer und alleinerziehende Frauen von hoher Schuldenlast betroffen
Oft sind es sind Schicksalsschläge, die Bundesbürger in die Schuldenfalle treiben. Der häufigste Auslöser ist Statistikern zufolge Arbeitslosigkeit. Der Verlust des Arbeitsplatzes und gesundheitliche Probleme Trennung vom Partner an oder dessen Tod sind die häufigsten Ursachen.
Letztes Jahr haben 78.500 Menschen einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt haben. 2014 wurden gut 350.000 Haushalten der Strom abgestellt.
Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gelten 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre in Deutschland als überschuldet, weisen also nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Knapp vier Millionen Personen sieht Creditreform in einer „dauerhaften Schuldenspirale“. Überschuldung
Industrie 4.0 soll die Verzahnung der industriellen Produktion „mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik“ bezeichnen. Mit Anwendung der Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten.
„Made in Germany“ zählt als wichtiges Qualitätssiegel in der Pharma-, Automobil-, Elektro-, Luft- und Raumfahrtindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Deutschland ist führend in der Ausrüsterindustrie, aber auch in den USA und Asien gibt es bereits wichtige Initiativen. Damit das auch in Zukunft gilt, ist es von zentraler Bedeutung, die Möglichkeiten der Industrie 4.0 frühzeitig zu erkennen und zu erschließen. Denn der Wandel wird kommen und sollte von uns mitgestaltet werden. Nur so kann sich Deutschland die Chancen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, sichern und damit auch dauerhaft eine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb.
Digitalisierung ist kein Selbstzweck – sie muss in der Strategie des Unternehmens fest verankert sein und diese unterstützen.
Erste Anwendungen die „vernetzten Fabrik“ gibt es bereits, wie einige Beispiele aus Österreich zeigen. In der Fabrik der Zukunft lernen die Maschinen aus Fehlern, definieren die Produktion „just in time“ neu und geben Neuentwicklungen ein gänzlich anderes Gesicht, nämlich ein digitales.
So etwa beim steirischen Antriebshersteller AVL List, bei dem Prototypen für neue Motoren nicht aus Aluminium, sondern aus Bits und Bytes sind und der Auftraggeber statt einer Kiste mit Motor ein Datenpaket bekommt. Digitale Versorgungskette beim Wiener Waschmitterhersteller Henkel wiederum sorgt eine volldigitalisierte Versorgungskette dafür, dass die Produktherstellung innerhalb von 24 Stunden umgestellt werden kann, wobei die Etiketten für die neuen Waren erst eine Stunde vor Auslieferung ins Werk kommen. Bis 2030 soll die Effizienz der Produktion dank Industrie 4.0 verdreifacht werden.
Beim Chiphersteller Infineon in Villach arbeiten bereits Menschen und Roboter Hand in Hand. Ende Oktober des Vorjahres wurde der „Pilotraum Industrie 4.0“ in Betrieb genommen, in dem die Ionenimplantation selbststeuernd stattfindet. Alle Produkte sind mit RFID-Chips ausgerüstet, sodass sie jederzeit in der Halle lokalisiert werden können und die Maschine weiß, welcher Fertigungsschritt bei welchem Produkt gerade an der Reihe ist. Der Hörgerätehersteller Neuroth setzt auf 3D-Druck statt Handfertigung. Als Vorlage dient der zuvor von einem Hörgeräteakustiker angefertigte digitale Ohrabdruck des Kunden, der per Laser eingescannt, digital nachbearbeitet, ausgedruckt und manuell nachbearbeitet wird. Durch die dann vorhandenen Daten lassen sich weitere Ohrstücke einfach reproduzieren. Personalisierte Medizin Im Bioprozesslabor von Siemens in Wien werden sämtliche Abläufe einer Prozessanlage simuliert um personalisiere Medizin herzustellen. Dadurch sollen die Nebenwirkungen von Medikamenten minimiert werden.
Der IT-Spezialist Tieto und die TU Wien haben das Projekt „kognitive Intelligenz und Social Networks“ gestartet, das zum Beispiel Meldungen nach ihrer Wichtigkeit reihen soll, was bei der zu erwarteten Datenflut in der „vernetzten Fabrik“ eine große Herausforderung ist. Befürchtungen, wonach Industrie 4.0 Arbeitsplätze zerstört, hatte unlängst der Geschäftsführer des deutschen Maschinen- und Anlagenbauerverbandes zerstreut. „Wir sehen, dass die Zahl der Arbeitsplätze steigt“, sagte er. Deutschland hat die dritthöchste Roboterdichte nach Korea und Japan und einen Beschäftigungsrekord mit 43 Millionen Beschäftigten“, rechnete er vor. In der deutschen Autoindustrie sei der Roboterbestand seit 2010 um 17 Prozent gestiegen und die Zahl der Beschäftigten um 13 Prozent. „Mit der digitalisierten Produktion entstehen bis zu 40.000 neue Jobs“, rechnet wiederum Lothar Roitner, Obmann des FH-Technikum Wien und Geschäftsführer des österreichischen Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), vor. Nun gelte es die Chance zu nützen… derstandard.at Industrie 4.0 DIGITALISIERUNG & INDUSTRIE 4.0
So individuell wie der Bedarf – Produktivitätszuwachs durch Informationen
Nach dem Brexit-Schock sind die Briten sehr glimpflich davongekommen.
Die britischen Aktienfonds-Investoren haben am vergangenen Freitag mehrheitlich Kursgewinne verbucht. Die kontinentaleuropäischen Fondssparer erlitten hingegen grösstenteils Verluste. Kuwait feiert mit Kursfeuerwerken, den Aktien aus Nahost blieben auch in Euro gerechnet vom Brexit unberührt.
Wenn sich die eigene Währung abschwächt, hat das Vorteile: Die Briten mit Investments in Aktienfonds haben den vergangenen Freitag relativ gut überstanden. Die grössten Kursverluste (-3,8%) erlitten sie, wenn sie in Fonds für kleine und mittelgrosse britische Unternehmen investiert hatten. Lediglich neun Aktienfonds-Kategorien beendeten den schwarzen Tag aus der Sicht von britischen Sparern, die in Pfund investieren, überhaupt im Minus. Britische Aktien dagegen votierten schwach. Goldminen und Schwellenländer bilden eher ein Lichtblick. Die Aktienfonds, die in Kontinentaleuropa vertrieben werden, standen in Euro gerechnet hingegen deutlich schlechter da. Die grössten Verluste erlitten die kontinentaleuropäischen Aktienfonds-Anleger mit Fonds für britische, griechische und spanische Dividendentitel.
Goldminenwerte für Enthusiasten, Glücksritter und Falschspieler. Zweifel am Welt-Währungssystem verursachen derzeit Goldkäufe durch die Anleger. Doch mehr als der Goldpreis selber haben die Goldminenaktien profitiert.
Die 27 in der EU verbleibenden Mitglieder hoffen, Grossbritannien auch nach seinem Austritt (Brexit) als engen Partner zu haben. Aber ein Rosinenpicken soll es nicht geben: Voraussetzung für den Zugang zum Binnenmarkt ist, dass alle vier Freiheiten akzeptiert werden», hielt Angela Merkel in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung fest. Es werde keinen «Binnenmarkt à la carte» geben. Personenfreizügigkeit, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr sind betroffen. Zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs erstmals als 27er- statt als 28er-Gremium informell über das weitere Vorgehen beraten.
Die verbleibenden EU-Staaten haben erste Pflöcke für die Brexit-Verhandlungen und die künftigen Beziehungen zu Grossbritannien eingeschlagen. Für Bern ist ihre Stellungnahme keine gute Nachricht. Für die Schweiz ist die deutlich formulierte Botschaft keine gute Nachricht. Will die EU ihre Linie gegenüber London durchhalten, kann sie in der Zwischenzeit im Streit mit Bern über die Auslegung des bilateralen Freizügigkeitsabkommens kaum nennenswerte Zugeständnisse machen.
Die steigenden Energiepreise ziehen in Deutschland auch die Inflationsrate nach oben. Dienstleistungen verteuerten sich spürbar. Schon im August wird mit einer Inflationsrate von rund einem Prozent gerechnet. Im Juni lag die Inflationsrate im Jahresvergleich wie erwartet bei 0,3%, nachdem sie im Mai mit 0,1% angestiegen war. Schaut man in die Einzelkomponenten, so fällt auf, dass sich der Rückgang der Energiepreise weiter abschwächt. Die Nahrungsmittelpreise legten leicht und die Dienstleistungspreise kräftig zu.
In Deutschland legen die Verbraucherpreise etwas schneller zu. Ein Grund dafür sind unter anderem steigende Kosten für Energie. Auch Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Juni um durchschnittlich 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, schätzte das Statistische Bundesamt. Verbraucherpreise
Im Kampf gegen die „Organisierte Kriminalität“ OK wurden in Ostia (Rom) Güter konfisziert. Die Besitztümer im Wert von 20 Millionen fallen an den Staat.
Die Finanzpolizei von Rom hat auf Anordnung der DIA
(Direzione Investigativa Antimafia -Antimafia-Ermittlungskommission) letzte Woche Besitztümer zweier inhaftierter Brüder aus Ostia beschlagnahmt, die einen Gesamtwert von 20 Millionen Euro haben:
Bars, Restaurants, Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, Immobilien-Agenturen, Immobilien und Bankverbindungen fallen nun an den italienischen Staat. „Sie haben schrittweise die lokale Wirtschaft unterwandert“ so die Ermittler.
Dies ist nicht die einzige Aktion von Polizeieinheiten: Im Mai wurde im Zentrum von Rom das ganze Geschäftsimperium eines Camorra-Clans konfisziert, Wert: 80 Millionen. Letzte Woche waren Reggio Calabria und Palermo Schauplatz von Großeinsätzen von Finanzpolizei und Carabinieri: In Reggio, dem Gebiet der ‚Ndrangheta, traf es einen Unternehmer, der Geschäfte mit großen Supermärkten gemacht hat (30 Millionen), in Palermo einen sehr bekannten Bauunternehmer und einen seiner Unterstützer (15 Millionen, 6 Millionen). Von dessen Verbindungen zur Cosa Nostra sprechen Kronzeugen schon seit den 70er Jahren.
Möglich werden in Italien solche Beschlagnahmungen durch ein spezielles Gesetz, das Gesetz „Rognoni-La Torre“ (von 1982), nach dem die Zugehörigkeit zu einer Mafia-Organisation ein Straftatbestand ist. Außerdem sieht das Gesetz die Beschlagnahmung des gesamten Besitzes des Verurteilten vor, wenn anzunehmen ist, dass er mit illegal erwirtschafteten Geldern finanziert wurde. Über die Verwendung der eingezogenen Mafia-Besitztümer entscheidet eine von der Regierung eingesetzte nationale Agentur (ANBSC). Der positive Effekt des Gesetzes ist, dass die konfiszierten Besitztümer sozialen Einrichtungen oder Antimafia-Organisationen und -Vereinen zur Verfügung gestellt werden müssen. So hat die größte Antimafia-Organisation „Libera“ z.B. auf verschiedenen Ländereien landwirtschaftliche Kooperativen gegründet, auf denen „mafia-freie“ Produkte hergestellt werden, die von den Koop-Läden in ganz Italien verkauft werden. Ein anderes Beispiel ist Brancaccio, ein Stadtviertel von Palermo von hoher Mafiadichte, in dem das örtliche Gymnasium in Reihenhäusern und einer Garage untergebracht ist, die einer Mafia-Familie konfisziert worden waren.
Im italienischen Parlament wartet übrigens ein Reformvorschlag auf Behandlung, der die Ausweitung der Beschlagnahmungen auf Fälle von Korruption vorsieht.
Wenn in Deutschland ein Pizzabäcker, der laut Steuererklärung 1000 Euro verdient, sich ein Haus mit Pizzeria für 800 000 Euro kauft, müssen sich die Behörden mit einer Erklärung wie „das Geld habe ich von meinem Opa in Kalabrien geerbt“ abspeisen lassen. Bei uns muss die Justiz beweisen, dass Besitztümer illegal erworben wurden, statt dass die Eigentümer nachweisen müssen, dass sie ihren Besitz legal erworben haben. Hier bestünde wirklich Handlungsbedarf!
Das Wachstum in der Eurozone könnte in den nächsten drei Jahren um insgesamt 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte geringer ausfallen als bisher angenommen, warnt EZB-Chef Mario Draghi am Dienstag beim Brüsseler EU-Gipfel. Weltweit gibt es womöglich die Wahrnehmung , dass die EU unregierbar werde. Ähnliche Warnungen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel schon am Montag geäußert. Draghi weist darauf hin, dass die Anfälligkeiten im Bankensektor angegangen werden müssen. Die Haushalte der EU-Staaten sollten stärker auf Wachstum ausgerichtet werden. Draghi versichert, dass die EZB bereit stehe, für Preisstabilität zu sorgen und sich darin bei Bedarf mit anderen Notenbanken zu koordinieren.
Die LuxLeaks-Informanten„Deltour und Halet werden verurteilt und die Steuerdiebe genießen Freiheit. Das ist skandalös und beschämend“, kommentiert der Europaabgeordnete und Zeuge der Verteidigung von Antoine Deltour, Fabio De Masi (DIE LINKE.) Die Urteilsverkündung im Prozess gegen Edouard Perrin und Raphaël Halet. Der ehemaligen Unternehmensberater Deltour wurde verurteilt. Unterstützer sagen: Er müsste eigentlich Orden bekommen.
De Masi weiter: „Trotz symbolischer Geldstrafe ist dies ein hartes Urteil. Es ist ein Skandal, dass Steueroasen-Architekt Jean-Claude Juncker die EU-Kommission leitet und die LuxLeaks immer noch nicht aufgeklärt sind, aber nun die Hinweisgeber verknackt werden. Die Linksfraktion im Europäischen Parlament hat bereits eine Aussprache zum Schutz von Hinweisgebern für die Plenarsitzung in der kommenden Woche beantragt.“ Strafe für „aufklärerische Verdienste“ Warum werden Geldwäsche Richtlinien nicht umgesetzt? Luxleaks Cartoons ICIJ International Consortium of Investigative Journalists (International Konsortium Enthüllungs Journalisten)
Twilio ein Softwareunternehmen aus San Francisco findet, dass alles sofort und mobil verfügbar sein muss, und dürfte laut Analytikern auch weiter sehr solide auf der Mobilwelle reiten.
Twilio ist ein sogenanntes Plattformunternehmen. Gründer Jeff Lawson hat sich zwei Dinge zum Ziel gesetzt. Zum einen will er mit Twilio eine Plattform schaffen, bei der Applikationen im Mobilfunk verbessert werden können. Zum anderen will er auch eine einfache und billige Form des Entdeckens und Ausprobierens ermöglichen. Darunter versteht Twilio die Möglichkeit, schnell und vor allem kostengünstig neue Applikationen zu lancieren. Einen halbstündigen Anruf auf zwanzig Sekunden reduzieren… In Deutschland
Kunden von Twilio sind führende Namen im Mobilbereich wie beispielsweise Uber, Salesforce oder Airbnb, wo Mobilität und Kommunikation in Echtzeit im Zentrum stehen. Wer eine Mitfahrgelegenheit braucht oder ein Appartement buchen will, muss das schnell, effizient und ohne grosse Bürokratie erledigen können. Twilio ist die Plattform, die im Hintergrund solche Applikationen ermöglicht. Dazu bietet das Unternehmen Dienstleistungen im Bereich von Stimmerkennung, Kurznachrichten und Video an. Wer in diesen Bereichen neue Wege gehen und mit eigenen Applikationen bessere Kundenerlebnisse bieten will, dürfte ein potenzieller Kunde von Twilio werden. Wie andere vielversprechende Startups, so ist auch Twilio weit davon entfernt, Geld zu verdienen.
Heute verzeichnet Twilio eine Milliardenbewertung, weltweit sind bereits 700.000 Programmierer Kunden des Unternehmens. Wahrscheinlich ist fast jeder Smartphone-Nutzer mit Twilios Produkten schon in Kontakt gekommen. Eine Push-Nachricht von Drive Now, Authentifizierungscodes per SMS – diese Kommunikationen wickelt das Unternehmen ab.