Geldgier und ihr Lohn

Groteske oder Glorifizierung?

Ist Martin Scorseses Film «The Wolf of Wall Street», ein Porträt des Finanzjongleurs Jordan Belfort, eine Verherrlichung der Geldgier und Korruption? Darüber ist in den USA eine erhitzte Debatte entbrannt.

Der Hochstapler Jordan Belfort , der in den neunziger Jahren mit seiner vornehm Stratton Oakmont getauften Wall-Street-Firma naive Kleinanleger um ihre mühsam zusammengekratzten Ersparnisse bringt. Doch ist sich die amerikanische Öffentlichkeit nicht einig über die Botschaft des Films. Handelt es sich bei Scorseses jüngstem Regie-Ausflug ins kriminelle Milieu um eine Verdammung oder eine Glorifizierung der Geldgier und Korruption? Auf der Website des «New Yorker» ist über diese Frage eine regelrechte Debatte entbrannt, in der Roger Brody in «der tobenden Turbulenz eine kontemplative Distanz und tragische Note» entdeckt haben will, derweil David Denby bloss einen hohlen, obszönen «Fake» gesehen hat. «Ist der Film dazu angetan, Abscheu hervorzurufen, oder darauf aus, unseren Neid zu erwecken?»
Geldgier und ihr Lohn
Geldgier

Trägt der Teufel doch Prada ?

 

Prada: Verdacht auf Steuerhinterziehung

 

Es geht um fast eine halbe Milliarde Euro

Mailand – Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Mailänder Modeschöpferin Miuccia Prada und gegen ihren Ehemann Patrizio Bertelli wegen Steuerhinterziehung aufgenommen. Die Eigentümerin des namhaften Modekonzerns und der Prada-Geschäftsführer werden beschuldigt, sich die Zahlung von Steuergeldern in Höhe von 470 Mio. Euro erspart zu haben, berichteten italienische Medien.

Dies sollen sie erreicht haben, indem sie die Firmensitze von Tochtergesellschaften in die Niederlande und nach Luxemburg verlegt haben. Die Rechtsanwälte des Ehepaares bestreiten die Vorwürfe entschieden. Der Prada-Konzern habe schon vor Weihnachten die Firmensitze seiner Tochtergesellschaften nach Italien zurückverlegt. Der Streit mit dem Fiskus sei beglichen. Die Rechtsanwälte zeigten sich zuversichtlich, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen bald einstellen werde.

Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung hatten zuletzt auch die Mailänder Modefirma Dolce e Gabbana betroffen.
Prada Verdacht auf Steuerhinterziehung

Teufel in Prada Mantel

 

China steigt zur größten Handelsnation auf

China ist zur größten Handelsnation der Erde aufgestiegen. Mit dem Zuwachs seines Außenhandels um 7,6 Prozent im vergangenen Jahr überholte das Reich der Mitte erstmals die USA.

Wie die chinesische Zollverwaltung am Freitag in Peking mitteilte, stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent auf 2,21 Billionen US-Dollar. Die Einfuhren wuchsen um 7,3 Prozent auf 1,95 Billionen US-Dollar.

Der Anstieg des Außenhandels um insgesamt 7,6 Prozent liegt knapp unter dem Ziel der Regierung von acht Prozent für 2013, allerdings über dem Vorjahreswert von 6,2 Prozent. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Welt, steigende Lohnkosten und eine stärkere chinesische Währung machten den chinesischen Exporteuren zu schaffen.
China ist neuer Handelsweltmeister

Container-Schiff im Hafen von Qingdao in der Provinz Shandong.

Pharmabranche: Novartis in den USA wegen Korruption angeklagt

Schweizer Pharmakonzern Novartis ist in den USA mit einer Klage konfrontiert. Novartis Pharma Schweiz Die Behörden werfen dem Unternehmen vor, Schmiergelder bezahlt zu haben, um den Absatz seines Medikamentes Exjade anzukurbeln. Dieses senkt den Eisengehalt im Blut.

In zwei gestern publizierten Mitteilungen kündigten der Generalstaatsanwalt von Manhattan, Preet Bharara und der Justizminister des Staates New York, Eric Schneiderman, an, sie hätten gegen Novartis geklagt.

Der Konzern habe mit der Pharma-Gesellschaft BioScrip «ein System der gegenseitigen Begünstigung» unterhalten.

Das Treiben habe 2007 begonnen, in einem Moment, als die Novartis-Führung befürchtete, Patienten könnten die Einnahme von Exjade einstellen wegen möglicher gefährlicher Nebenwirkungen, liess Schneiderman verlauten. Demnach habe sich das Unternehmen mit BioScrip abgesprochen, um den Verkauf von Exjade anzukurbeln.

Angestellte von BioScrip hätten «tausende Telefonanrufe getätigt» bei Patienten, die durch das Medicaid-Programm im Staat New York gedeckt waren. Diese seien ermuntert worden, Exjade weiterhin einzunehmen. Im Gegenzug habe Novartis bei Patienten für BioScrip geworben und dem Unternehmen seine Medikamente zu tieferen Preisen verkauft.

Deal mit den Behörden

BioScrip liess sich auf ein Abkommen mit den Behörden ein, um einer Anklage zu entgehen. Es wird 15 Millionen Dollar bezahlen, um Mehrkosten abzugelten, die den Gesundheitssystemen Medicaid und Medicare entstanden.

Novartis «nimmt die Anschuldigungen zur Kenntnis und weiss sich entschlossen zu verteidigen», sagte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. «Novartis hatte mit BioScrip zusammengearbeitet, um sich die nötigen Informationen zu sichern um Patienten zu kontaktieren», bestätigte die Sprecherin. Die Gesellschaft habe danach die Patienten aber «nach ihrem eigenen Vorgehen» kontaktiert.

Eine Anzeige in Japan

Nach monatelangen Ermittlungen stellte auch das japanische Gesundheitsministerium Strafanzeige gegen die dortige Novartis-Tochter. Japan werfe dem Unternehmen Manipulation irreführende Werbung vor, die per Gesetz verboten sei, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag.

Novartis hatte bereits im September öffentlich um Entschuldigung für mutmassliche Manipulationen an Wirksamkeitsstudien für das blutdrucksenkende Medikament Diovan gebeten. Mehrere japanische Spitäler hatten aufgehört, das Mittel zu verschreiben.
Diovan, dessen Patentschutz in Japan 2013 auslief, ist ein wichtiger Umsatzträger für Novartis. Rund ein Viertel der Erlöse mit dem Mittel kamen zuletzt aus Japan
Novartis in den USA wegen Korruption angeklagt
Novartis corporate-publications/annual-report-2012.

Novartis

 

EZB-Rat zu erster Zinsentscheidung 2014 zusammengekommen.

Frankfurt (Reuters) – Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Donnerstagvormittag zum ersten Mal im neuen Jahr Beratungen über seinen geldpolitischen Kurs aufgenommen. Volkswirte rechnen mehrheitlich nicht damit, dass die Währungshüter den Leitzins weiter senken werden. Er liegt seit November mit 0,25 Prozent bereits so niedrig wie nie zuvor. Einige Ökonomen fordern allerdings weitere Maßnahmen der Notenbanker gegen die Kreditklemme in einigen südeuropäischen Euro-Ländern und die aus Sicht der EZB zu niedrige Teuerung.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Verbraucherpreise in der Euro-Zone im Dezember im Jahresvergleich lediglich um 0,8 Prozent gestiegen waren. Schon im November hatte das Plus nur 0,9 Prozent betragen und lag damit deutlich unter dem Zielwert der EZB, die bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen spricht. Bei deutlich niedrigerem Preisdruck fürchten die Notenbanker die Gefahr einer Deflationsspirale, in der fallende Preise auf Investitionstätigkeit und Nachfrage drücken.
EZB-Rat zu erster Zinsentscheidung 2014 zusammengekommen

Pleite Bekämpfung EZB

Drohen, tricksen: Wie die Griechen Europa gängeln

 Schein-Sanierung in Athen

In der Schuldenkrise hat sich die Rollenverteilung geändert. Plötzlich treibt Griechenland die Eurostaaten vor sich her. Sie sind zu neuen Zugeständnissen fast gezwungen.

Kaum haben sie die EU-Ratspräsidentschaft übernommen, machen die Griechen Druck auf die Euro-Staaten. Die Regierung will sich endlich aus der Umklammerung der ungeliebten Troika befreien. Sie will wieder unabhängig sein und selbst über ihren Haushalt bestimmen.

Die Voraussetzungen dafür: Griechenland muss sich wieder selbst Geld leihen können statt weiter auf Hilfskredite angewiesen zu sein. Noch am liebsten in diesem Jahr möchte Regierungschef Antonis Samaras an die Finanzmärkte zurück.

Experten halten diesen Schritt für illusorisch. „Für eine neunjährige griechische Staatsanleihe erhält man derzeit acht Prozent. Wenn das Land zu diesen Konditionen größere Kredite aufnimmt, würde die gesamte Schulden- und Zinslast sehr viel höher ausfallen als bei einer Kreditaufnahme über den Rettungsfonds ESM“, rechnet Myles Bradshaw, Manager beim weltweit größten Anleiheinvestor Pimco vor.
Drohen, tricksen: Wie die Griechen Europa gängeln

Sofia Mamalinga www.w-t-w.org/en/sofia-mamalinga www.mamalinga.wordpress.com

Sofia Mamalinga
www.w-t-w.org/en/sofia-mamalinga
www.mamalinga.wordpress.com

Neue Ermittlungen in Finanzbranche – Deutsche Bank dabei

Frankfurt (Reuters) – Banken geraten nun zum ersten Mal auch wegen fragwürdiger Handelsgeschäfte nach dem Höhepunkt der Finanzkrise ins Visier der Ermittler.

US-Behörden untersuchen einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge, ob internationale Geldhäuser wie die Deutsche Bank Kunden im Handel mit Hypothekenpapieren übervorteilt haben. Sie sollen die Wertpapiere von 2009 bis 2011 zu künstlich überhöhten oder niedrig gehaltenen Preisen verkauft oder gekauft haben. Damals war der Markt hierfür weitgehend eingefroren, weshalb es kaum transparente Bewertungen gab. Das Blatt berief sich auf Personen, die mit der Untersuchung vertraut seien. Die Behörden äußerten sich zunächst nicht. Im Umfeld einiger Institute wurden die Ermittlungen am Mittwoch bestätigt.

Ob die Prüfungen zu greifbaren Ergebnissen führen, ist völlig offen. Sie hätten vor weniger als einem Jahr begonnen und stünden ganz am Anfang, hieß es in dem Zeitungsbericht. Bisher hätten die US-Börsenaufsicht SEC und der Sonderermittler für das Banken-Hilfsprogramm der US-Regierung (Sigtarp) nur Anfragen an eine Reihe von Banken gestellt. Sigtarp sei mit von der Partie, weil die Institute die Hypothekenpapiere an Häuser verkauft hätten, die Geld vom Staat erhalten hatten. Die teilweise mehrfach in Wertpapiere gebündelten Hypothekenkredite hatten die Krise geschürt, weil sie rapide an Wert verloren, als die Immobilienblase in den USA platzte.
Neue Ermittlungen in Finanzbranche – Deutsche Bank dabei

Deutsche Bank

 

Affäre um Finanzbetrüger

JP Morgan zahlt Milliarden wegen Madoff

Über Konten von JP Morgan lief der Milliarden-Betrug von Bernie Madoff – die Bank wusste davon angeblich nichts. Mit 2,6 Milliarden Dollar kauft sich das Institut nun von weiteren Rechtsstreitigkeiten frei. Es ist nicht der einzige Fall, der JP Morgan belastet.
Affäre um Finanzbetrüger JP Morgan zahlt Milliarden wegen Madoff

Madoff Behind Bars

Garantiezins vor Senkung: Lebensversicherung droht der nächste Schlag

Ende für den Garantie-Zins: Versicherungen wollen keine Kunden mehr

 Kleine Versicherer sprechen sich für eine Senkung des Garantiezinses von Lebensversicherungen auf 1,25 Prozent aus. Sie haben Schwierigkeiten, die hohen Zinsen aus den Altverträgen im Niedrigzinsumfeld zu erwirtschaften. Eine erneute Absenkung lässt das Kapital der Kunden bei Neuverträgen schrumpfen.

Die Lebensversicherer planen den nächsten Zinsschnitt. Nach der Überschussbeteiligung wollen sie auch den Garantiezins weiter senken. Der Klassiker der Altersvorsorge würde darunter leiden. Doch der Plan ist umstritten.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, den Versicherern unter die Arme zu greifen. Eine Rettung der Versicherer mit Steuergeldern ist also bei einer drohenden Pleitewelle nicht auszuschließen.

Eine Senkung des Garantiezinses könnte als eigener Beitrag der Branche dazu gewertet werden. Für die Kunden macht er eine Lebensversicherung aber noch unattraktiver, da die Zinsen oft nicht einmal die Geldentwertung abdecken.

Die Unternehmen versuchen gegenzusteuern, indem sie die Kosten senken, etwa die Provisionen für die Vertreter, die aus dem angesparten Geld gezahlt werden.  Lebensversicherung droht der nächste Schlag

Versicherungsvertreter