Chinas Kampf gegen Korruption

Anti-Korruptionskampf China brüstet sich mit Erfolgen

Vor vier Jahren rief Chinas Präsident Xi Jinping seinen umstrittenen Kampf gegen die Korruption aus, nun gibt es eine erste Bilanz: Mehr als eine Million Menschen sind demnach seit Beginn der Kampagne überführt worden.
Laenderdaten/Asien/China/Korruption

Von 2013 bis Dezember 2016 wurden demnach fast 1,2 Millionen Funktionäre und Staatsangestellte wegen Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch, unmoralischen Verhaltens oder Verschwendung zuerst parteiintern und danach gerichtlich bestraft. Das teilte die zuständige Behörde mit, die Abteilung für Internationale Kooperation in der ZK-Kommission für Disziplinkontrolle (CCDI). Verurteilt wurden auch 223 von 240 hochrangigen Parteifunktionären. Darunter waren ehemalige Politbüro-Mitglieder, Vizearmeechefs oder Provinzgouverneure.

Staatschefs Xi schaltet politische Gegner aus
Selbst höchste Richter wurden der Korruption überführt. Am Dienstag bekannte sich beispielsweise der Vizepräsident des Obersten Volksgerichts, Xi Xiaoming, vor einem Gericht in Tianjin schuldig, umgerechnet 15 Millionen Euro an Bestechungssummen kassiert zu haben.

Die Anti-Korruptions-Kampagne half Xi Jinping, der sich inzwischen „Kern“ der Partei nennen lässt, auch politische Rivalen auszuschalten und seinen absoluten Herrschaftsanspruch zu verfestigen. Das brachte ihm einige Kritik ein.
China Bestechung ohne Bargeld
China macht Jagd auf korrupte Korruptionsjäger
Wie Würmer an einem Kadaver
In China frisst sich Korruption wie ein Krebsgeschwür durch Staat und Wirtschaft.
Das Buch von Minxin Pei sieht darin eine direkte Folge von Deng Xiaopings unvollständiger Reformpolitik. (Minxin Pei: China’s Crony Capitalism – The Dynamics of Regime Decay, Harvard University Press, Cambridge 2016.)Korruption in China

Neue digitale Finanzordnung

Das Finanzsystem könnte mit der Entwicklung des «Value Web» revolutioniert werden. Welche Hürden jedoch auf dem Weg sind.

Die Digitalisierung verändert derzeit die bestehende Mechanik des Finanzsystems. Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist die Evolution des sogenannten «Value Web», das zu einem fundamentalen Paradigmenwechsel unseres bisherigen Finanzsystems in den kommenden Jahrzehnten führen könnte.

Thomas Puschmann berichtet:  Zu den bisher bekannten Akteuren wie etwa (Zentral-) Banken, die über bekannte Währungen Transaktionen über bekannte Finanzmarktinfrastrukturen vornehmen, könnten schon bald neue Akteure, neue Währungen und neue Finanzmarktinfrastrukturen kommen bzw. die alten könnten teilweise verschwinden. Stehen wir also am Beginn einer neuen digitalen Finanzordnung?

Bislang war ein Finanzsystem als ein Gefüge definiert, das Finanzströme zwischen dessen Teilnehmern ermöglicht. Bedeutende Institutionen im Finanzsystem sind beispielsweise die Zentralbanken, supranationale Banken, wie zum Beispiel die Weltbank, die Aufsichtsbehörden wie die Finma, die Geschäftsbanken mit den primären Intermediären (Banken) und den sekundären Intermediären (z.B. Kapitalanlagegesellschaften) sowie Organisationen und Privatpersonen, die als Anleger und Kreditnehmer auf Finanzmärkten interagieren…..Neue digitale Finanzordnung

Roland Kopp-Wichmann
www.cartoon4you.de

Geldwäsche -Bekämpfung im Zeichen der Terrorgefahr

Nach den Terroranschlägen in Europa und der Veröffentlichung der »Panama Papers« hat die EU in rascher Folge Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche verabschiedet.

Die Mitgliedstaaten kommen bei der Umsetzung der neuen Maßnahmen nicht hinter-her. In diesem Regelungsbereich ist eine solche Unklarheit entstanden, dass die Bestimmungen bisher nur zögerlich und unzureichend implementiert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Handlungsdruck im Schatten der Terroranschläge die EU-Part-ner zu einer nur temporären Einigkeit bewogen hat, der kein nachhaltiger Konsens zugrunde liegt. Die Bundesregierung hat sich anfangs, zusammen mit anderen Mitglied-
staaten, gegen eine Verschärfung bestimmter Maßnahmen gesperrt. Das neue deutsche Geldwäsche-Gesetz von Juni 2017, mit dem die 4. Anti-Geldwäsche-Richtlinie der EU umgesetzt wird, ist zwar ein wichtiger Fortschritt. Doch Berlin hat die Chance verpasst,
noch mehr Transparenz im Finanz- und Wirtschaftssektor zu schaffen….Geldwäsche-Bekämpfung im Zeichen der Terrorgefahr

Heinrich Schwarze–Blanke
www.w-t-w.org/en/heinz-schwarze-blanke
www.hsb-cartoon.de

 

Die Umsetzung übereilt erlassener EU-Regulierungen erweist sich als schwierig.
Dr. Verena Zoppei ist Wissenschaftlerin in der SWP-Forschungsgruppe Sicherheitspolitik und Leiterin des MORE-Projekts.
Mario Serjoscha Beying war im Rahmen eines Praktikums in der Forschungsgruppe am MORE-Projekt beteiligt.

Ein Teufelsstück Schröderscher Russlandpolitik

Deutsche Heucheleien?

«Germany first» war das Motto von Schröders angeblich so europäischer Energiepolitik, was ihm Putin mit der Übertragung des Aufsichtsratsvorsitzes über die Gazprom-Tochter Nord Stream 1 mit Geschäftssitz Zug entlohnte. Ein deutscher Ex-Kanzler in Diensten Gazproms, eines wichtigen politischen Instruments Putins zur Destabilisierung Europassolche Art politischer Korrumpierbarkeit ist in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig, und das in einer SPD, die sich gerne als Gralshüterin politischer Moral versteht. Bundeskanzlerin Merkel ermangelte damals wie heute die politische Courage, das Projekt zu stoppen. 

Jörg Himmelreich
berichtet…Das Wehgeschrei in Deutschland, dass die neuen amerikanischen Russland-Sanktionen die Gaspipeline Nord Stream 2 treffen könnten, ist gross. Fragwürdiges Pipelineprojekt/ NZZ

Zugegeben: Die jüngsten Volten der an erratischen Volten ohnehin schon reichen amerikanischen Aussenpolitik unter Donald Trump übertreffen an Chaotik noch einmal alles bisher Dagewesene. Trump, dessen Russland-Sympathie und Putin-Wertschätzung zunächst sogar in Europa Sorgen weckte, wird nun durch fast einstimmig beschlossene Sanktionsgesetze des Kongresses in seiner aussenpolitischen Gestaltungsmacht gegenüber Russland kaltgestellt.

Die Schröder-Devise «Germany first!» gilt in deutsch-russischen Energiebeziehungen nach wie vor. Gazprom-Chef Alexei Miller, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Isabelle Kocher, CEO von Engie in Paris im April 2017. (Bild: Christian Hartmann / Reuters)

Die Schröder-Devise «Germany first!» gilt in deutsch-russischen Energiebeziehungen nach wie vor. Gazprom-Chef Alexei Miller, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Isabelle Kocher, CEO von Engie in Paris im April 2017. (Bild: Christian Hartmann / Reuters)

© venitism.blogspot.co.uk

 

Ein Bombenattentat vor 25 Jahren in Palermo gibt bis heute Rätsel auf

Am 19. Juli 1992, 57 Tage nach dem Bomben-Attentat auf den Antimafiarichter Giovanni Falcone, wird in Palermo sein Freund und Kollege Paolo Borsellino von einer weiteren Mafiabombe in die Luft gesprengt. Der Anschlag wurde in mehreren Prozessen untersucht, trotzdem bleiben bis heute viele Fragen offen.

Anlässlich des 25. Jahrestages fand sich der CSM, das oberste Richtergremium in Italien, unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Mattarella zusammen. Hier soll nur der nationale Antimafia-Staatsanwalt Franco Roberti zitiert werden, der beklagte, dass die Wahrheit über das Attentat bis heute große Lücken aufweist; „Die Leute, die die Fakten kennen, haben weiterhin Angst darüber zu sprechen. Wenn ein Geheimnis, das vielen Personen bekannt ist, immer weiter gehütet wird, dann lehrt die Erfahrung, dass darauf ein Siegel der Macht lastet. (…) Ich habe alle Ergebnisse der Beweisaufnahme aufgeführt, weshalb wir behaupten, dass das Attentat vorsätzlich geplant war, um die politische Lage zu destabilisieren.“

Der leitende Oberstaatsanwalt von Palermo, Roberto Scarpinato, äußerte sich in einer ähnlichen Richtung: Er glaube, es sei jedem bewusst, dass das Attentat in der Via D’Amelio eine Geschichte sei, die noch nicht zu Ende ist. (…) Das Siegel der Macht, das das Geheimnis bewahre, müsse zerstört werden, sonst fände man nie die ganze Wahrheit heraus.

  1. Der Antimafiarichter Paolo Borsellino
  2. Ermittlungen, Prozesse und falsche Kronzeugen
  3. Der verschwundene Taschenkalender, Zeugen ohne Erinnerung, externe Auftraggeber

„Folgt der Spur des Geldes – und Ihr trefft auf die Mafia

Verkaufen sich Frauen oft unter ihrem Wert?

Entgeltgleichheit – Welche Ursachen hat der Gender Pay Gap?

Frauen verkaufen sich oft unter ihrem Wert.

Auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels kann gezeigt werden, dass der geschlechtsspezifische Verdienstabstand in Deutschland fast vollständig auf unterschiedliche erwerbsbiografische und berufsbezogene Merkmale zurückzuführen ist. Die Befunde bestätigen bereits vorliegende Studienergebnisse und stellen die Notwendigkeit des geplanten Lohngerechtigkeitsgesetzes in Frage.

Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich rund 21 Prozent weniger als Männer. Die Bundesregierung findet das besorgniserregend und will mit einem „Lohngerechtigkeitsgesetz“ gegensteuern. Doch eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln IW zeigt: Die gesamtwirtschaftliche Lohnlücke ist wesentlich kleiner als gedacht, ein staatlicher Eingriff nicht gerechtfertigt.

IW-Kurzbericht-Gender Pay Gap
Sind Frauen selbst schuld an den tiefen Löhnen?
Wenn Frauen ein Job gefällt, sehen sie meist keinen Grund, nach mehr Lohn zu fragen. Oft fehlt auch schlicht der Mut, das Thema Lohn anzusprechen. Da sind Männer mutiger. Unter diesem Gesichtspunkt sind Frauen an den tiefen Löhnen selbst schuld, sie verkaufen sich unter ihrem Wert.

Frauen soltte für das nächste Lohngesprächgeraten werden.
Gute, objektive Argumente zurechtlegen. Mit Mut nach mehr Lohn zu fragen. Macht dem Arbeitgeber klar, wie viel ihr wert seid. Seid selbstbewusst und ein bisschen frech.

NZZ/ Sind Frauen selbst Schuld?
IW Kurzberichte/Entgeltgleichheit
Blick-Tieferer Lohn

Plattform BTC-e für Geldwäsche genutzt

Geldwäsche: Mutmaßlicher Betreiber von BTC-e angeklagt und festgenommenGeldwäsche Experten haben schon lange vor dem Missbrauch von digitalen Bezahlmethode der organisierten Kriminalität gewahrnt. Die Plattform BTC-e soll für Geldwäsche und kriminelle Zwecke genutzt worden sein. Der mutmaßliche Betreiber der Bitcoin-Börse soll außerdem mit dem Hack von Mt. Gox in Verbindung stehen und wurde in Griechenland festgenommen.

Die USA haben einen 37 Jahre alten Mann russischer Herkunft angeklagt, weil er mit dem Betrieb einer Bitcoin-Börse über viele Jahre zur Geldwäsche und anderen Straftaten beigetragen haben soll. Der mutmaßliche Betreiber der Seite BTC-e wurde nach den Ermittlungen der US-Behörden in Griechenland festgenommen, wie Reuters berichtete.
Bitcoin

Die Kryptowährung Bitcoin ist eine weit verbreitete digitale Bezahlmethode im Internet. Guthaben werden in einer persönlichen Brieftasche (englisch: Wallet) gespeichert und können ohne eine zentrale Instanz weltweit überwiesen werden. Transaktionen werden in einer Blockchain gespeichert. Da Bitcoin-Zahlungen pseudoanonym erfolgen, werden sie besonders bei illegalen Dienstleistungen im Internet verwendet. Aber auch viele legale Onlinedienste und sogar einige Einzelhändler akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel. Da die Menge an Bitcoins begrenzt ist und die Berechnung einer Einheit immer schwieriger wird, soll der Wert der digitalen Währung weiterhin steigen. Inzwischen spielt der Handel mit Bitcoins bei der Festlegung des Wertes aber eine entscheidendere Rolle.