Boomende Aktien der grossen Rating-Agenturen

Ratingfirmen befinden sich gerade im zyklischen Hoch. Wer wissen will, in welchem Zustand sich die Finanzmärkte gerade befinden, kann das an den Aktien der grossen Rating-Agenturen ablesen. Sie profitieren von der Geldschwemme.

Kursentwicklung der Aktien der grossen Rating-Agenturen
Sobald deren Kurse steigen, legen sie in der Regel deutlich stärker zu als der breite Markt – und das deutet auf opulente finanzielle Rahmenbedingungen und einen hohen Risikoappetit der Anleger hin. Das war vor der letzten grossen Finanzkrise so, das ist heute so, und das lässt sich auch ziemlich einfach erklären.

Prozyklische Entwicklung
Tatsächlich haben die Aktien von Moody’s und S&P Global von 2009 bis 2017 um etwa 600% zugelegt, während der S&P-500-Index gerade einmal auf ein Plus von 250% gekommen ist. Die Papiere der beiden grossen amerikanischen Rating-Agenturen haben sich also schnell von der Schlappe erholt, die sie in der jüngsten Finanzkrise hatten hinnehmen müssen. Damals waren sie vorübergehend unter Druck geraten, weil ihnen die Anleger nach massiven Fehlern vorübergehend nicht mehr trauten und man sogar die Folgen möglicher Schadenersatzforderungen fürchtete. Damals hatten die Rating-Agenturen den Investmentbanken geholfen, Bündel verbriefter Immobilienkredite zu verkaufen, indem sie ihre Substanz zu optimistisch beurteilt hatten. Später stellte sich heraus, dass viele davon kaum etwas oder überhaupt nichts wert waren, was zu Verlusten und Abschreibungen bei den Anlegern führte und schliesslich die Finanzkrise auslöste…Ratingfirmen Im Zyklischen Hoch

China lässt Auslands-Ratingfirmen zu
Der weltweit zweitgrösste Markt für Unternehmensanleihen öffnet sich ausländischen Ratingagenturen. Das bringt den chinesischen lokalen Champion allerdings nicht aus der Ruhe.

Derzeit gibt es China sechs wichtige Ratingagenturen. Dazu zählen China Lianhe Credit Rating Co., an der Fitch mit 49 Prozent beteilig ist, und Shanghai Brilliance Credit Rating & Investors Service Co., dem inländischen Partner von S&P. Dieser Wettbewerber hält die Preise niedrig, sagte Yan.S&P, Moody’s und Fitch lehnten es auf Nachfrage ab, die Gebühren, die sie von Kunden verlangen, zu nennen..
China lässt Auslands Ratingfirmen zu.

Schmerz- Rating

AV2020 – Höhere Renten 1

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen
im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Wir beleuchten die Konsequenzen des Vorschlages der Schweizer Rentenreform (AV2020): Es geht schlicht in die falsche Richtung.

Marian Kamensky    /www.w-t-w.org/en/cartoon/marian-kamensky/    www.humor-kamensky.sk

Weitere Lernvideos Finanzkompetenz

Gender Pay Gap-Deutschlands Lohnlücke

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Als Gender-Pay-Gap bezeichnet man diese Lücke. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl nur sehr langsam verringert. In Großbritannien, Frankreich und Italien etwa ist der Unterschied bereits deutlich kleiner.

Der Bundestag hat das Gesetz zu mehr Lohntransparenz verabschiedet. Ministerin Schwesig will so für mehr Gleichberechtigung sorgen. Der Opposition reicht das nicht.

Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechnet und sich nur Fälle wie den von Maria und ihrem Co-Teamleiter ansieht, von Frauen und Männern also, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine Lohnlücke von sechs Prozent.
Gender Pay Gap- Ungleichheit Gleichstellung
Lohngleichheit

 

Chinas Kampf gegen Korruption

Anti-Korruptionskampf China brüstet sich mit Erfolgen

Vor vier Jahren rief Chinas Präsident Xi Jinping seinen umstrittenen Kampf gegen die Korruption aus, nun gibt es eine erste Bilanz: Mehr als eine Million Menschen sind demnach seit Beginn der Kampagne überführt worden.
Laenderdaten/Asien/China/Korruption

Von 2013 bis Dezember 2016 wurden demnach fast 1,2 Millionen Funktionäre und Staatsangestellte wegen Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch, unmoralischen Verhaltens oder Verschwendung zuerst parteiintern und danach gerichtlich bestraft. Das teilte die zuständige Behörde mit, die Abteilung für Internationale Kooperation in der ZK-Kommission für Disziplinkontrolle (CCDI). Verurteilt wurden auch 223 von 240 hochrangigen Parteifunktionären. Darunter waren ehemalige Politbüro-Mitglieder, Vizearmeechefs oder Provinzgouverneure.

Staatschefs Xi schaltet politische Gegner aus
Selbst höchste Richter wurden der Korruption überführt. Am Dienstag bekannte sich beispielsweise der Vizepräsident des Obersten Volksgerichts, Xi Xiaoming, vor einem Gericht in Tianjin schuldig, umgerechnet 15 Millionen Euro an Bestechungssummen kassiert zu haben.

Die Anti-Korruptions-Kampagne half Xi Jinping, der sich inzwischen „Kern“ der Partei nennen lässt, auch politische Rivalen auszuschalten und seinen absoluten Herrschaftsanspruch zu verfestigen. Das brachte ihm einige Kritik ein.
China Bestechung ohne Bargeld
China macht Jagd auf korrupte Korruptionsjäger
Wie Würmer an einem Kadaver
In China frisst sich Korruption wie ein Krebsgeschwür durch Staat und Wirtschaft.
Das Buch von Minxin Pei sieht darin eine direkte Folge von Deng Xiaopings unvollständiger Reformpolitik. (Minxin Pei: China’s Crony Capitalism – The Dynamics of Regime Decay, Harvard University Press, Cambridge 2016.)Korruption in China

Neue digitale Finanzordnung

Das Finanzsystem könnte mit der Entwicklung des «Value Web» revolutioniert werden. Welche Hürden jedoch auf dem Weg sind.

Die Digitalisierung verändert derzeit die bestehende Mechanik des Finanzsystems. Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist die Evolution des sogenannten «Value Web», das zu einem fundamentalen Paradigmenwechsel unseres bisherigen Finanzsystems in den kommenden Jahrzehnten führen könnte.

Thomas Puschmann berichtet:  Zu den bisher bekannten Akteuren wie etwa (Zentral-) Banken, die über bekannte Währungen Transaktionen über bekannte Finanzmarktinfrastrukturen vornehmen, könnten schon bald neue Akteure, neue Währungen und neue Finanzmarktinfrastrukturen kommen bzw. die alten könnten teilweise verschwinden. Stehen wir also am Beginn einer neuen digitalen Finanzordnung?

Bislang war ein Finanzsystem als ein Gefüge definiert, das Finanzströme zwischen dessen Teilnehmern ermöglicht. Bedeutende Institutionen im Finanzsystem sind beispielsweise die Zentralbanken, supranationale Banken, wie zum Beispiel die Weltbank, die Aufsichtsbehörden wie die Finma, die Geschäftsbanken mit den primären Intermediären (Banken) und den sekundären Intermediären (z.B. Kapitalanlagegesellschaften) sowie Organisationen und Privatpersonen, die als Anleger und Kreditnehmer auf Finanzmärkten interagieren…..Neue digitale Finanzordnung

Roland Kopp-Wichmann
www.cartoon4you.de

Geldwäsche -Bekämpfung im Zeichen der Terrorgefahr

Nach den Terroranschlägen in Europa und der Veröffentlichung der »Panama Papers« hat die EU in rascher Folge Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche verabschiedet.

Die Mitgliedstaaten kommen bei der Umsetzung der neuen Maßnahmen nicht hinter-her. In diesem Regelungsbereich ist eine solche Unklarheit entstanden, dass die Bestimmungen bisher nur zögerlich und unzureichend implementiert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Handlungsdruck im Schatten der Terroranschläge die EU-Part-ner zu einer nur temporären Einigkeit bewogen hat, der kein nachhaltiger Konsens zugrunde liegt. Die Bundesregierung hat sich anfangs, zusammen mit anderen Mitglied-
staaten, gegen eine Verschärfung bestimmter Maßnahmen gesperrt. Das neue deutsche Geldwäsche-Gesetz von Juni 2017, mit dem die 4. Anti-Geldwäsche-Richtlinie der EU umgesetzt wird, ist zwar ein wichtiger Fortschritt. Doch Berlin hat die Chance verpasst,
noch mehr Transparenz im Finanz- und Wirtschaftssektor zu schaffen….Geldwäsche-Bekämpfung im Zeichen der Terrorgefahr

Heinrich Schwarze–Blanke
www.w-t-w.org/en/heinz-schwarze-blanke
www.hsb-cartoon.de

 

Die Umsetzung übereilt erlassener EU-Regulierungen erweist sich als schwierig.
Dr. Verena Zoppei ist Wissenschaftlerin in der SWP-Forschungsgruppe Sicherheitspolitik und Leiterin des MORE-Projekts.
Mario Serjoscha Beying war im Rahmen eines Praktikums in der Forschungsgruppe am MORE-Projekt beteiligt.

Ein Teufelsstück Schröderscher Russlandpolitik

Deutsche Heucheleien?

«Germany first» war das Motto von Schröders angeblich so europäischer Energiepolitik, was ihm Putin mit der Übertragung des Aufsichtsratsvorsitzes über die Gazprom-Tochter Nord Stream 1 mit Geschäftssitz Zug entlohnte. Ein deutscher Ex-Kanzler in Diensten Gazproms, eines wichtigen politischen Instruments Putins zur Destabilisierung Europas – solche Art politischer Korrumpierbarkeit ist in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig, und das in einer SPD, die sich gerne als Gralshüterin politischer Moral versteht. Bundeskanzlerin Merkel ermangelte damals wie heute die politische Courage, das Projekt zu stoppen. 

Jörg Himmelreich
berichtet…Das Wehgeschrei in Deutschland, dass die neuen amerikanischen Russland-Sanktionen die Gaspipeline Nord Stream 2 treffen könnten, ist gross. Fragwürdiges Pipelineprojekt/ NZZ

Zugegeben: Die jüngsten Volten der an erratischen Volten ohnehin schon reichen amerikanischen Aussenpolitik unter Donald Trump übertreffen an Chaotik noch einmal alles bisher Dagewesene. Trump, dessen Russland-Sympathie und Putin-Wertschätzung zunächst sogar in Europa Sorgen weckte, wird nun durch fast einstimmig beschlossene Sanktionsgesetze des Kongresses in seiner aussenpolitischen Gestaltungsmacht gegenüber Russland kaltgestellt.

Die Schröder-Devise «Germany first!» gilt in deutsch-russischen Energiebeziehungen nach wie vor. Gazprom-Chef Alexei Miller, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Isabelle Kocher, CEO von Engie in Paris im April 2017. (Bild: Christian Hartmann / Reuters)

Die Schröder-Devise «Germany first!» gilt in deutsch-russischen Energiebeziehungen nach wie vor. Gazprom-Chef Alexei Miller, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Isabelle Kocher, CEO von Engie in Paris im April 2017. (Bild: Christian Hartmann / Reuters)

© venitism.blogspot.co.uk

 

Ein Bombenattentat vor 25 Jahren in Palermo gibt bis heute Rätsel auf

Am 19. Juli 1992, 57 Tage nach dem Bomben-Attentat auf den Antimafiarichter Giovanni Falcone, wird in Palermo sein Freund und Kollege Paolo Borsellino von einer weiteren Mafiabombe in die Luft gesprengt. Der Anschlag wurde in mehreren Prozessen untersucht, trotzdem bleiben bis heute viele Fragen offen.

Anlässlich des 25. Jahrestages fand sich der CSM, das oberste Richtergremium in Italien, unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Mattarella zusammen. Hier soll nur der nationale Antimafia-Staatsanwalt Franco Roberti zitiert werden, der beklagte, dass die Wahrheit über das Attentat bis heute große Lücken aufweist; „Die Leute, die die Fakten kennen, haben weiterhin Angst darüber zu sprechen. Wenn ein Geheimnis, das vielen Personen bekannt ist, immer weiter gehütet wird, dann lehrt die Erfahrung, dass darauf ein Siegel der Macht lastet. (…) Ich habe alle Ergebnisse der Beweisaufnahme aufgeführt, weshalb wir behaupten, dass das Attentat vorsätzlich geplant war, um die politische Lage zu destabilisieren.“

Der leitende Oberstaatsanwalt von Palermo, Roberto Scarpinato, äußerte sich in einer ähnlichen Richtung: Er glaube, es sei jedem bewusst, dass das Attentat in der Via D’Amelio eine Geschichte sei, die noch nicht zu Ende ist. (…) Das Siegel der Macht, das das Geheimnis bewahre, müsse zerstört werden, sonst fände man nie die ganze Wahrheit heraus.

  1. Der Antimafiarichter Paolo Borsellino
  2. Ermittlungen, Prozesse und falsche Kronzeugen
  3. Der verschwundene Taschenkalender, Zeugen ohne Erinnerung, externe Auftraggeber

„Folgt der Spur des Geldes – und Ihr trefft auf die Mafia