Strafzahlungen von über 200 Milliarden Franken

Banken und Strafzahlungen gehören offenbar zusammen wie das Licht und die Motten. Vor allem seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2007/08 scheint kaum ein Monat zu vergehen, ohne dass irgendeine grössere Bank wieder eine saftige Busse oder sonstige Zwangszahlung aufgebrummt erhält. Selbst an Milliardenbussen hat man sich mittlerweile gewöhnt.

Das Institut Good Jobs First hatte Mitte Jahr vorgerechnet, dass die US-Behörden seit 2010 zwei Dutzend der grössten Banken aus dem In- und Ausland total Bussen und sonstige Vergleichszahlungen von 160 Mrd. $ aufgebrummt hatten. Die Bank of America war mit 56 Mrd. $ unrühmlicher Spitzenreiter, während UBS und Credit Suisse in jener Rangliste die Plätze elf und zwölf belegten. Die Hauptdelikte waren Vertrieb dubioser Wertpapiere, Verstoss gegen die Regeln von Wirtschaftssanktionen, Marktmanipulationen sowie Beihilfe zu Steuerdelikten.

Europäische Großbanken haben ihren Streit um Hypotheken-Kredite mit der US-Justiz beigelegt. Die Deutsche Bank muss 3,1 Milliarden Dollar (2,96 Milliarden Euro) Zivilbuße und 4,1 Milliarden Dollar (3,92 Milliarden Euro) zahlen. Auf einen entsprechenden Vergleich mit der US-Justiz einigte sich das Institut nach monatelangen Verhandlungen.

Ursprünglich hatte allerdings eine Strafe von 14 Milliarden Dollar gedroht. Mit der Forderung hatte das US-Justizministerium Mitte September die Anleger der Deutschen Bank alarmiert. Als die Zahl bekannt wurde, brach der Börsenwert des Instituts ein, die Nachricht löste sogar Spekulationen über mögliche Staatshilfen aus. Der Konzern hatte zuletzt rund 5,9 Milliarden Euro für seine Rechtsrisiken zurückgelegt.

Es ist kaum zu glauben, dass Banker, die derart hohe Bussen verursachen, nicht wegen ungetreuer Geschäftsführung belangt werden.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
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Wie war das Jahr für Bitcoin-Besitzer?

Kryptowährungen: Ein gutes Jahr für Bitcoin-Besitzer.

Der Bitcoin ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich geklettert. Die Marktkapitalisierung erreicht ein neues Höchst. Dieser Wert steht jedoch in keiner Relation zur Aufmerksamkeit, die die digitale Währung erhält.

Der Bitcoin schwingt sich zur besten «Währung» des Jahres 2016 auf. Am letzten Handelstag vor Weihnachten kletterte die Kryptowährung deutlich über 900 $ – das ist der höchste Stand seit dem Jahresbeginn 2014. Anfang des laufenden Jahres notierte der Bitcoin erst knapp über 400 $.

Analytiker zogen die geopolitische Unsicherheit und das Misstrauen gegenüber Schwellenländer-Währungen nach der jüngsten Zinserhöhung in den USA als Begründung heran. Das Zentrum der Handelsaktivität hat sich mittlerweile nach China verschoben. Dort schätzen die Investoren, dass keine nationale Behörde die Währung überwacht und Beträge anonym auf der ganzen Welt verschoben werden können….NZZ
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Geile Dividenden

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An den Aktienmärkten gibt es noch immer ausgesprochen interessante Dividenden zu verdienen. In der Schweiz sind einige davon gar steuerfrei. Es lohnt sich durchaus, hier näher hinzusehen.
DividendenWeitere Lernvideos Finanzkompetenz

Target-Salden ein schlummerndes Risiko?

Rekordhohe Ungleichgewichte bei Target-Salden.
Deutschlands hat ein heimliches 750-Milliarden-Risiko. Das Phänomen klingt sehr technisch, doch in einer Krise kann es enorme Sprengkraft entwickeln. Im System der Target-Salden schlummern für Deutschland Risiken, die sich der Billionengrenze nähern.

2016 wird vielen als Krisenjahr in Erinnerung bleiben: Flüchtlingsdramen, Terroranschläge, Brexit und der Aufstieg der Populisten mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten als Höhepunkt. Ruhig blieb es dagegen in der Staatsschuldenkrise – vor allem wegen der Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) in Billionenhöhe. Doch unter der ruhigen Oberfläche schwelt auch diese Krise. Beleg dafür ist die Entwicklung der Target-Salden im Euro-System. Für Deutschland entstehen dort Risiken, die langsam auf die Billionen-Grenze zusteuern.

Die sogenannten Target-Salden, die, vereinfacht gesagt, grenzüberschreitende Geldströme zwischen den Zentralbanken im Euro-System zeigen, haben sich in den letzten 24 Monaten massiv ausgeweitet. Sie gelten als eine Art Krisenbarometer für den Euro-Raum und spiegeln Vertrauen und Misstrauen in verschiedene Volkswirtschaften. Die EZB spielt ihre Bedeutung zwar herunter, doch manche Ökonomen halten ein Auseinanderdriften der Target-Salden für ein Zeichen von Kapitalflucht. Jüngst haben die Salden Werte erreicht wie zur Hochphase der Finanzkrise. Die Deutsche Bundesbank hat inzwischen erneut Forderungen von mehr als 700 Mrd. € gegenüber anderen Zentralbanken. Italien weist dagegen Schulden von 355 Mrd. € auf, das ist der höchste je gemessene Wert für das Land. Damit hat Rom inzwischen sogar Spanien überholt.
Target-Salden drängen Deutschland an den Abgrund

Wirtschaftslexikon/Definition/Target
target

Zins Drama?

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Seit Mitte 2016 scheint der Rückgang der langfristigen Renditen ins Stocken geraten, um nicht zu sagen sich umgedreht zu haben. Mit den US Wahlen hat sich die Tendenz noch beschleunigt. Mit den aufkeimenden Inflationsbefürchtungen könnte dies der schon lange erwartete Trendwechsel bei den Zinsen sein.
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Aktienmarkt in Frankreich in schwierigem Umfeld

Die Börse ignoriert das garstige Umfeld. In Frankreich läuft die Wirtschaft nicht gerade rund. Kleinere und mittlere Unternehmen stört das nur bedingt. Viele prosperieren im internationalen Umfeld, ihre Aktien haben Rückenwind.

Christof Leisinger berichtet:  Wer sich für die Geldanlage interessiert, sollte zwar die grossen makroökonomischen Trends im Auge haben, darf sie aber auch nicht überbewerten. So mag es zwar ganz nett sein, wenn man sich eine Meinung darüber gebildet hat, ob die Zinsen in den kommenden Jahren eher steigen als fallen werden oder ob das Wirtschaftswachstum in einem Land eher anziehen oder abflauen wird.

Für Aktienanleger ist das jedoch nicht matchentscheidend. Schliesslich zeigt die Erfahrung, dass gute, solid wirtschaftende Unternehmen selbst mit schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zurechtkommen und in garstigem Umfeld sogar richtiggehend florieren können.Diese Aussage lässt sich durch einen Blick auf Frankreich und die Kursentwicklung an der Börse des Landes konkretisieren. Während die französische Wirtschaft mit seit Jahren im Trend sinkenden Wachstumsraten vor sich hindümpelt, die Arbeitslosigkeit mit 10% vergleichsweise hoch, das Leistungsbilanzdefizit beständig ist und die Verschuldung des Staates seit dem Höhepunkt der jüngsten Krise auf knapp 100% des Bruttoinlandprodukts gestiegen ist, ist es an der französischen Börse zu teilweise beachtlichen Kursavancen gekommen. NZZ.ch/Aktienmarkt Frankreich
Aktien

Der Widerstand gegen Papst Franziskus wird immer offener ausgetragen

In einer Welt, in der Rechtsbrüche, Gewalt, Verbrechen, Lügen, Finanzskandale und hemmunslose Habgier die Herrschaft übernommen zu haben scheinen, ist der Papst eine positive Gegenkraft, die unbedingt vorgestellt werden muss.papa-francesco

Immer häufiger melden sich die Kritiker,
oder besser gesagt die Feinde des
„Reformpapstes“ Franziskus zu Wort.

Marco Politi, Vatikanexperte und Verfasser des Artikels auf il fatto quotidiano, spricht sogar von einem Bürgerkrieg im Innern der Kirche, der sich vor allem um gegensätzliche Vorstellungen dreht, Vorstellungen über die Aufgabe der Kirche und von dem, was als Sünde betrachtet werden muss.

Vier Kardinäle haben Mitte November einen Brief an den Papst veröffentlicht, den sie „zur Kenntnis“ auch an den Präfekten der Glaubenskongregation Gerhard Müller geschickt haben. Darin beschuldigen sie Franziskus, mit seinem Dokument „Amoris laetitia“ (in dem auch der Weg zur Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen geöffnet wird) nur Unsicherheit und Verwirrung bei den Gläubigen hervorgerufen zu haben.

In diesem Brief, der sich wie eine Kriegserklärung an den Papst liest, behaupten die vier Kardinäle, dass durch die Betonung des Gewissens, wie sie Franziskus in diesem Dokument formuliert, „Ehebruch eine Tugend, Mord legal und Wortbruch obligatorisch“ werden könnten. Höchst besorgniserregend ist das totale Schweigen der Vertreter der kirchlichen Hierarchien. Kein einziger, der sich bisher berufen fühlt, die Position des Papstes zu verteidigen.

Zwei der Verfasser des Briefes gehören zur Kurie: Walter Brandmüller und Raymond Burke, die zwei anderen sind emeritierte Erzbischöfe großer Diözesen: der von Papst Wojtyla und Ratzinger sehr geschätzte Carlo Carfarra, und Ratzingers Intimus Joachim Meisner.

Sie sind nur die Spitze eines Eisbergs, denn die Kritik an Franziskus’ Reformkurs und die Beschädigung seiner Autorität haben sich in den letzten beiden Jahren in weiten Teilen der katholischen Kirche ausgebreitet:

Vor der Synode 2014 schrieben fünf Kardinäle ein Buch zur Verteidigung des Sakraments der Ehe. Dann meldeten sich ebenfalls 11 renommierte Kardinäle aus aller Welt in einem weiteren Buch zu Wort. 800 000 Katholiken, darunter 100 Bischöfe, unterschrieben eine Petition mit dem Ziel, die Reformen zu stoppen. Zu Beginn der Synode 2015 schrieben 13 Kardinäle an den Papst und zweifelten die Rechtmäßigkeit der Sitzungsleitung an.

Diesem systematischen Widerstand begegnen die Reformbefürworter nur mit Furcht und Zaghaftigkeit. Bei der Abstimmung zur Synode „zur Familie“ 2015 hat die konservative Mehrheit des weltweiten Parlaments der Bischöfe gegen die Reformvorschläge gestimmt.

Danach meldete sich eine große Gruppe von Kardinälen, Bischöfen, Priestern, Theologen und Laien mit einer Erklärung zum Sakrament der Ehe zu Wort. Kurz darauf ging beim Kardinalskollegium ein anonymes Schreiben von 45 Theologen ein, in dem behauptet wurde, gewisse Interpretationen von „Amor Laetitiae“ könnten als ketzerisch angesehen werden.

Die Medien, so Marco Politi, unterschätzten massiv die Reichweite und die Explosionskraft der Anti-Franziskus-Bewegung im Innern der Kirche, während Kirchen-Experten davon sprechen, dass Franziskus in der katholischen Kirche völlig isoliert sei, dass es im 20. Jahrhundert noch nie einen solchen Aufstand gegen einen Papst gegeben habe. Ziel der Kritiker, so der Verfasser, sei die Zeit nach Franziskus. Man versuche auf alle Fälle zu verhindern, dass der nächste Papst die von Franziskus installierten Reformen weiter umsetzen könne.

Il Santo Padre Papa Francesco nell' Aula Paolo VI durante la commemorazione del 50/mo anniversario dellistituzione del Sinodo dei Vescovi, Roma 17 Ottobre 2015. Pope Francis arrives in the Paul VI hall at the Vatican for a meeting marking the 50th anniversary of the creation of the Synod of Bishops, Vatican, Oct. 17, 2015. ANSA/GIUSEPPE LAMI

 

Papst Franziskus kämpft für Legalität

Der Kämpfer im Vatikan: Papst Franziskus und sein mutiger Weg

Andreas Englisch arbeitet seit 1987 als Vatikan-Korrespondent für den Springer-Verlag in Rom und hat schon mehrere Bücher über die verschiedenen Päpste veröffentlicht. Sein zweites Buch über Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio mit bürgerlichem Namen) „Franziskus – der Kämpfer im Vatikan“ beschäftigt sich vor allem mit den revolutionären Maßnahmen, die Bergoglio seit seiner Wahl zum Papst (März 2013) getroffen hat.

Fast 30 Jahre Arbeit in Rom, in unmittelbarer Nähe zum Vatikan und zu den Päpsten Johannes Paul II., Benedikt und Franziskus, das bedeutet Kontakt zu unzähligen Leuten, die entweder im Vatikan arbeiten oder in enger Verbindung zur Kurie und zum jeweiligen Papst stehen, darunter auch namentlich genannte Größen der italienischen Politik (z.B. Giulio Andreotti, Licio Gelli u.a.), aber auch anonym bleibende Mitglieder des römischen Hochadels, Kardinäle, Bischöfe und Mitarbeiter der mittleren Ebene der Kurie.

Das Buch ist so spannend, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Spannend – auch für kirchenferne Leser – sind zunächst einmal die Beschreibungen der revolutionären Einstellungen und Maßnahmen, die mit dem derzeitigen Papst verbunden sind. Die Wahl des Papst-Namens „Franziskus“ ist Programm. Wie sein Vorbild, der heilige Franz von Assisi, Nationalheiliger Italiens, sieht Bergoglio die Rolle der katholischen Kirche darin, den Armen, den Besitzlosen zur Seite zu stehen, statt die Privilegien der Reichen und derer, die sich für eine Elite halten (wie z.B. die Kurie im Vatikan)zu verteidigen. Tatsächlich lebt er dieses Programm als Papst vor: Er weigert sich z.B., im Apostolischen Palast zu residieren, bezieht zwei Zimmer im einfachen Gästehaus des Vatikans und speist in der Mensa für die Vatikan-Mitarbeiter. Als Zeitungsleser nimmt man ein solches Beispiel für den Lebens- und Regierungsstil des argentinischen Papstes zur Kenntnis und denkt vielleicht voller Anerkennung, dass der Papst Ernst macht mit seinem Bekenntnis zur Armut. Andreas Ernst aber schildert auch die Konsequenzen: Der Papst ist für jeden Mitarbeiter ansprechbar; die Mensa als traditioneller Umschlagplatz für Informationen liefert ihm Wissen über sehr vieles, was in der Kurie vor sich geht. Franziskus lässt sich nicht durch einen alles regelnden Mitarbeiterstab isolieren, wie das unter Benedikt der Fall war. Während vorher ein Präfekt entschied, wer Zugang zum Papst erhielt, bestimmt jetzt Bergoglio selber, wen er sprechen möchte. Will er telefonieren, greift er selber zum Hörer, so sei es einmal dazu gekommen, dass er auf seine Meldung „Hier spricht der Papst“ als Antwort erhielt: „Und ich bin der Kaiser von China“.

Das kleine Zimmerchen neben der Pforte, in dem Franziskus jetzt seine Gäste empfängt, soll nicht nur Bescheidenheit demonstrieren, sondern die Botschaft übermitteln, dass jetzt nicht mehr die äußere Form zähle, sondern der Inhalt der Gespräche. Dass der Autor das Innere des Vatikans bestens kennt, aber genauso auch die Denkweisen und die Vorliebe für symbolische Gesten, zeigt z.B. der Vergleich des jetzigen Audienzraums mit dem Weg durch den Apostolischen Palast, den frühere Gäste zurücklegen mussten, bis sie im Audienzsaal angekommen waren. Im Angesicht von solcher Pracht und Herrlichkeit, der der Gast auf seinem Weg begegnete, konnte er sich bei seiner Ankunft nur noch voller Demut und im Gefühl völliger Bedeutungslosigkeit vor dem Papst auf die Knie werfen. Eine solche Machtdemonstration liegt Franziskus fern.

Spannend sind auch die Ermittlungen, die der Autor anstellt, um zu begreifen, weshalb der Papst seine Weihnachtsansprache an die Kurie 2014 in eine bitterböse Strafpredigt verwandelte, in der er den Kardinälen unter anderem „spirituellen Alzheimer“ vorwarf. Der Weg führt den Autor über mehrere Informanten, mit denen er verschiedene Hypothesen diskutiert, bis er zu einer plausiblen Erklärung für die große Wut des Papstes gelangt.

Eine drängende Frage unmittelbar nach der Wahl Bergoglios war: Wie wird er es mit der Vatikan-Bank (IOR) halten? Wird er, anders als seine Vorgänger, sich den Skandalen stellen und die einzelnen Vorgänge und die darin verwickelten Personen genau unter die Lupe nehmen? Diese Kapitel machen ein Viertel des Buches aus und lesen sich wie ein Kriminalroman. Wenn der Papst die Botschaft des Jesus von Nazareth „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“ ernst nahm, dann musste er sich diesem Problem stellen. Die europäische Bankenaufsicht Moneyval hatte die Vatikanbank als „hochgradig kriminell“ eingestuft und sie der Geldwäsche verdächtigt. Und es ist allgemein bekannt, dass die IOR an dem betrügerisch herbeigeführten Zusammenbruch des Banco Ambrosiano (Mailand) vor 25 Jahren beteiligt war, durch den 1,1 Milliarden Dollar Kundengelder vernichtet worden waren. (Der Vatikan hat später Verantwortung übernommen, in dem er eine Entschädigung von 247 Millionen an die Gläubiger zahlte). Ein Paradestück des Buches ist der Besuch des Autors bei einem Fürsten, der von ihm, einem deutschen Journalisten, wissen will, was der Papst bezüglich der Vatikanbank vorhat. Die Unterredung selber ist für den Autor ein völliges Rätsel, und erst als einer seiner Freunde das Wort für Wort von Englisch wiedergegebene Gespräch dechiffriert, wird einiges klar. Das soll aber hier nicht verraten werden.

Die Schilderungen der Ereignisse gehen bis zum September 2015 und enden mit den Vorfällen um die „Grüne Enzyklika“, durch die die Papstgegner in der Kurie aller Welt demonstrierten: Wir sind mit diesem Papst nicht einverstanden! Damit findet ein durch-gängiges Thema seinen Abschluss: Die Feindschaften, die sich Franziskus durch seine Reformen zugezogen hat und die möglicherweise, so Englisch, zu einer Kirchenspaltung führen könnten: Er spielt den Gedanken durch, dass sich Benedikt mit Kardinälen zusammentun und eines Tages Franziskus exkommunizieren könnte, weil er „nicht katholisch“ sei, das heißt, weil er gemeinsame Sache mit „Ketzern“ mache, weil er das Sakrament der Ehe nicht anerkenne, weil er den Absolutheitsanspruch der katholischen Kirche nicht teile (Benedikt hatte stets wiederholt, nur als Katholik komme man ins Paradies), weil er die Kurie abgestraft hat (der Papst hat u.a. die bisher automatische Immunität für Vatikanangehörige abgeschafft), weil er Freundschaft mit anderen Kirchen und den Freikirchen wolle und den Islam achte. Der Autor ist der Meinung, dass den Papst bisher nur die Zustimmung und die Verehrung durch die weltweite Öffentlichkeit vor Schlimmerem geschützt hat.

Das Buch ist wirklich lesenswert. Man bekommt einen viel präziseren Eindruck von den Vorgängen im Vatikan als durch die Lektüre von einzelnen Nachrichten, die man unter tausend anderen Informationen von den Medien erhält. Englisch erzählt emotional, oft mit salopper Sprache und immer wieder mit Humor von seinen Recherchen im Vatikan. Er verhehlt nicht seine persönliche Bewunderung für den Papst aus Argentinien. Erfrischend ist seine unkomplizierte Haltung gegenüber italienischen Verhaltensweisen. Dadurch dass er immer wieder auch seine Überlegungen mitteilt, wie er in einer bestimmten Situation strategisch am besten vorgehen könnte, um an die von ihm gewünschte Information zu kommen, entsteht der Eindruck, unmittelbar am Geschehen beteiligt zu sein.
Das letzte Kapitel listet die von Franziskus eingeführten Neuerungen noch einmal in neun Punkten auf. Der Schlusssatz besteht aus einem Gebet, in dem Englisch dem Papst den Beistand Gottes wünscht. Ich habe dem Autor dieses persönliche Bekenntnis abgenommen.Der Kämpfer im Vatikan: Papst Franziskus und sein mutiger WegAndreas Englisch – Franziskus, der Kämpfer im Vatikan 2015 (374 Seiten)

Vatikanbank Rücktritt wegen Investmentfonds in Luxemburg

Immer noch D-Mark-Restbestände im Umlauf

Die Bundesbank vermisst fast 13 Milliarden D-Mark

Immer noch sind Scheine und Münzen im Wert von fast 13 Milliarden DM im Umlauf. Dabei ist die D-Mark seit 2002 kein Zahlungsmittel mehr. Viel von dem Geld ist wohl „unwiederbringlich verloren“.

Schon seit 2002 ist die D-Mark kein Zahlungsmittel mehr. Dennoch sind immer noch Scheine und Münzen im Wert von fast 13 Milliarden DM im Umlauf. Viel Geld ist wohl „unwiederbringlich verloren“, berichtet die Welt.de.

Ivica Astalos www.astalos.eu

Ivica Astalos
www.astalos.eu

 

Caracas unfreiwillig bargeldlos

Maduro gibt wichtigste Banknote wieder frei.

Venezuelas Präsident Maduro wollte den 100-Bolivar-Schein eigentlich abschaffen. Doch der Mangel an anderen Zahlungsmitteln hat zu Protesten und Plünderungen geführt.
Der 100-Bolívar-Schein wurde schon aus dem Verkehr gezogen. Bis Donnerstagabend konnten die Venezolaner ihr Geld umtauschen oder auf Konten gutschreiben lassen. „Die Frist ist abgelaufen. Es gibt keine Verlängerung“, sagte Präsident Maduro. Bis zum 20. Dezember ist noch der Umtausch bei der Zentralbank möglich.

Angeblich wurde der 100er-Schein gezielt aus dem Ausland aufgekauft, um dem Land Liquidität zu entziehen und die Wirtschaft zu destabilisieren. Die Bargeldbestände würden vor allem in Kolumbien, aber auch in Deutschland, Tschechien und der Ukraine gehortet, sagte Präsident Maduro. Hinter dem Komplott stecke das US-Finanzministerium.

Maduro sprach im Fernsehen von einem „internationalen Sabotageakt“. Im Ausland seien Flugzeuge, die mit den neuen Geldscheinen für Venezuela beladen gewesen seien, zum Umsteuern gezwungen worden. Die Regierung habe aber bereits neue Lieferungen organisiert.

Maduro verlängerte die Schließung der Grenze zu Kolumbien am Donnerstag um weitere 72 Stunden. Damit solle ein Rückfluss von 100-Bolívar-Scheinen nach Venezuela verhindert werden. Die Grenze zwischen den beiden südamerikanischen Ländern war erst im August nach einem Jahr wieder geöffnet worden.

Das südamerikanische Land kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Die Regierung macht keine Angaben zur Teuerungsrate, aber Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Inflation im laufenden Jahr. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet 2017 sogar eine Inflationsrate von mehr als 1600 Prozent.

Venezuela leidet seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises verfügt das Land mit den größten Erdölreserven der Welt kaum noch über Devisen. Venezuela zieht Banknote ausdem Verkehr

Peter Schrank www.schrankartoons.com

Peter Schrank
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