IWF: Korruption verursacht gigantische Kosten

IWF schlägt Alarm: Korruption macht der Weltwirtschaft schwer zu schaffen, wie ein neuer Bericht des IWF zeigt. Gigantische Summen gehen dadurch verloren, doch das ist nur einer der Negativeffekte.

Die rund um den Globus grassierende Korruption ist nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine schwere Belastung für die Konjunktur. Jährlich würden dadurch 1,5 bis zwei Billionen Dollar (1,3 bis 1,75 Billionen Euro) verschlungen, heißt es in einem IWF-Bericht, der vor einem Anti-Korruptions-Gipfel in London veröffentlicht wurde. Dies entspreche einer Schwächung der globalen Wachstumskraft von rund zwei Prozent.

Die negativen Effekte der Korruption sind dem Bericht zufolge vielfältig. Sie befördere die Steuerflucht und schwäche somit die Handlungsfähigkeit von Staaten, da Steuereinnahmen fehlten. Die Korruption trage auch zu sozialen Ungleichheiten bei und schrecke Investoren ab.

Die Unternehmen suchten sich Länder aus, „wo sie sicher sein können, dass sie nach einer einmal getätigten Investition nicht erpresst werden, Bestechungsgelder zu zahlen“, betonte IWF-Chefin Christine Lagarde in einem Redemanuskript für die Londoner Konferenz. Kein Geld für soziale Programme….N-TV berichtet:
IWF Corruption : Costs and Mitigating Strategies

Dad, ich möchte eine Karriere in der organisierten Kriminalität machen. Regierung oder privaten Sektor?

Dad, ich möchte eine Karriere in der organisierten Kriminalität machen. Regierung oder privaten Sektor?

 

US Wohlfühlklima für Superreiche

Wer an diskrete Briefkastenfirmen kommen und nahezu steuerfrei bleiben will, braucht das als Amerikaner nicht in exotischen Gefilden wie Panama zu versuchen.

Heike Buchter berichtet: US-Bundesstaaten wie Delaware, Nevada, South Dakota oder Wyoming bieten viele dieser Vorteile ebenfalls. Allein in Delaware sind über eine Million Firmen registriert – mehr, als der Staat Einwohner hat.

Über 60 Prozent der 500 größten US-Unternehmen haben ihre juristische Heimat in dem Bundesstaat, der gezielt um ihr Kapital wirbt. Dabei liefert Delaware sich mit anderen Bundesstaaten einen Wettbewerb darum, wer die einladendsten Bestimmungen hat. Das spärlich besiedelte South Dakota etwa hat in den vergangenen Jahren immer mehr Vermögende aus dem In- und Ausland angezogen, nicht nur wegen der strengen Geheimhaltungsregeln, sondern auch, weil der Staat weder persönliche Einkommensteuer noch Körperschaftsteuer erhebt.
Steueroasen- Besser als Panama

Silvan Wegmann www.w-t-w.org/en/silvan-wegmann www.swen.ch/

Silvan Wegmann
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Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Sind Banken und Sparkassen kriminelle Vereinigungen?

Sind Banken und Sparkassen also doch eine kriminelle Vereinigung? Die Jahrespressekonferenz der BaFin war über weite Strecken geeignet, diesen Eindruck zu erwecken.

Kommentar von Bernd Wittkowski:  Briefkästen in Panama, Cum-ex- und Cum-cum-Geschäfte oder das bislang höchste Bußgeld seit Bestehen der deutschen Finanzaufsicht – sage und schreibe fast 40 Mill. Euro in Sachen Geldwäsche – bestimmten gefühlt eine Halbzeit der zweistündigen Veranstaltung. Das Medieninteresse an diesen Themen ist weitaus größer als jenes an SREP-Kapitalaufschlägen oder Risiken von Bonitätsanleihen. Und wenn die BaFin dann noch herausfinden will, „ob Banken und Sparkassen systematisch Kunden benachteiligen“, indem sie bei Verbraucherkrediten Zinsänderungen mit ungerechtfertigter Verzögerung weitergeben – die Fragestellung klingt nicht gänzlich vorurteilsfrei -, ist das (Straf-) Maß aus Sicht des Stammtischs und nicht zuletzt vieler Politiker, die einen Watschenmann ja immer gut gebrauchen können, voll und das Klischee vom Bankster wieder mal bestätigt…
Sind Banken und Sparkassen also doch eine kriminelle Vereinigung

Fun Finance™ Expert Lilah führt Aufsicht www.w-t-w.org/de/fun-finance/

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W-T-W Women and Finance hat ja schon oft, kritisch über die Aufsicht (Lilah mit geschlossenen Augen) der Bafin -Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht- berichtet.  (Siehe Suchen Bafin).

Daten der Panama Papers

Die Panama Papers enthüllen, wie Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen über Briefkastenfirmen verstecken. Jetzt kann jeder die Rohdaten online einsehen.

Fünf Wochen nach den ersten Berichten über die Panama Papers hat das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten ICIJ die Rohdaten über Hunderttausende Briefkastenfirmen veröffentlicht.

 Die Gruppe stellte am Montagabend eine interaktive Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online. Der Server war daraufhin zeitweise überlastet und nicht zu erreichen.

„Es ist wahrscheinlich die größte Datenbank über geheime Offshorefirmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde“, teilte das ICIJ mit.

Der Spiegel: Steueroasen und Briefkastenfirmen – das sind die Fakten
Was sind die Panama Papers?
Wie kam es zu den Enthüllungen?
Wer ist davon betroffen?
Welche Betroffenen gibt es in Deutschland?
Warum kommen die USA nicht vor?
Wie funktioniert eine Briefkastenfirma?
Sind Briefkastenfirmen schädlich oder gar illegal?
Welche Folgen hatten die Enthüllungen bislang?
Oh wie schön

Kranke Banken?

Finanzsektor unter Druck: Europas Bankenbranche geht es schlecht. Nur die konsequente Neuaufstellung von Aufsicht und Abwicklung kann den Sektor von Grund auf erneuern und Europa vor finanzieller Stagnation bewahren.

Claudia Aebersold berichtet: In Europa lässt die dringend notwendige Flurbereinigung auch acht Jahre nach der Krise noch immer auf sich warten Das Vertrauen in Europas Bankensystem ist schwer angeschlagen. Das schwache Wachstum und die Altlasten aus der Ära vor der jüngsten Finanzkrise machen es verletzlich. (Verweis) Das Zusammenspiel aus strukturellen Problemen im Finanzsystem und zyklischer Konjunkturschwäche in der Euro-Zone ist ein giftiges Gebräu, das die Bankenbranche der Währungsunion mächtig unter Druck setzt. Wie stark, war zu Jahresbeginn ersichtlich, als die Aktien der Grossbanken innert kürzester Zeit einen Fünftel ihres Wertes verloren. Der Internationale Währungsfonds (IMF) warnt denn auch in seinem neusten (Verweis) Bericht zur Finanzstabilität vor den Schwachstellen im Euro-Bankensystem, die er mit den Begriffen Überkapazität, notleidende Kredite sowie veraltete Geschäftsmodelle umschreibt.

Die amerikanischen Banken stehen heute viel besser da als die europäische Konkurrenz, und dies nicht nur, weil die US-Wirtschaft im Konjunkturzyklus weiter fortgeschritten ist und eine Normalisierung der Geldpolitik in den USA eher in Reichweite ist. Amerika hat auch schneller und beherzter auf die Finanzkrise reagiert. Die amerikanische Aufsicht etwa hat nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers die Strukturbereinigung im Bankensektor dezidiert vorangetrieben. In Europa lässt die dringend notwendige Flurbereinigung hingegen auch acht Jahre nach der Krise noch immer auf sich warten. Die Zahl der Banken in der Euro-Zone hat sich seit 2007 nur halb so stark verringert wie jene in den USA (vgl. Grafik). So werden die Aktien europäischer Geldhäuser heute an der Börse zu einem rekordhohen Bewertungsabschlag gegenüber jenen amerikanischer Wettbewerber gehandelt – der Markt traut den europäischen Banken nicht. Besonders jenen nicht, die am stärksten unter den genannten Krankheiten leiden: die griechischen, die italienischen und die portugiesischen Institute sowie die deutschen Grossbanken. Auch bei den «schlechten» Aktiva wie illiquiden Positionen oder notleidenden Krediten haben die Europäer bisher zu wenig auf das Tempo gedrückt.

Der IMF schätzt, dass die Euro-Banken heute notleidende Kredite in der Höhe von 900 Mrd. € in den Büchern halten. Viele Euro-Banken haben das Zeitfenster für den Verkauf illiquider Aktiva, das sich nach dem Lehman-Kollaps durchaus geöffnet hatte, schlicht nicht genutzt. Heute sitzen sie nicht nur auf diesen toxischen Altlasten, sondern auch auf einem Berg an Problemkrediten, der in der gegenwärtigen Konjunkturlage anwächst statt kleiner wird. In einzelnen Fällen, wie in Deutschland, wiegen auch Rechtsrisiken aus der Vorkrisenzeit schwer. Politischer Filz als Erblast…
Die Bank ist krank

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
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Deutschland ein Mekka für Geldwäsche

Nur Bares ist Wahres? Besonders bargeldintensive Geschäfte wie der Immobiliensektor, der Autohandel, der Kunstmarkt und die Gastronomie sind besonders anfällig für Geldwäsche – und das in weit höherem Maße als bislang vermutet.

Das Geldwäschevolumen in Deutschland – einschließlich Gastronomie und Glücksspiel – könnte sich auf mehr als 100 Milliarden Euro im Jahr belaufen. Das wäre etwa doppelt so viel wie die bisher angenommene Summe. Das geschätzte finanzielle Volumen der nicht gemeldeten Verdachtsfälle sei erheblich, heißt es unter Berufung auf eine Studie von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für das Finanzministerium. Es dürfte allein im Nicht-Finanzsektor 20 Milliarden bis 30 Milliarden Euro umfassen. „Das gesamte Geldwäschevolumen des Finanz- und Nicht-Finanzsektors Deutschlands zusammengenommen dürfte sich in der Größenordnung von 100 Milliarden Euro jährlich bewegen“, heißt es.

Das „Dunkelfeld im Nicht-Finanzsektor“, zum Beispiel bei Immobiliengeschäften, im Autohandel oder auf den Kunstmarkt – ist demnach auf mindestens 15.000 bis 28.000 Verdachtsfälle jährlich zu schätzen. Das sind weit mehr als die tatsächlichen Anzeigen, heißt es im Monatsbericht des Finanzministeriums.

Das Finanzministerium hatte jüngst Lücken im Kampf gegen Geldwäsche auf Ebene der Bundesländer eingeräumt. In Deutschland sind die Bundesländer für die Kontrolle im Nicht-Finanzsektor zuständig- also für Immobilien- und Baugeschäfte, Kfz-, Boots- und Jachthandel sowie Geschäfte mit Schmuck und Kunst. Anfällig sind auch bargeldintensive Hotel- und Gastronomiebetriebe, die als Deckmantel zur Geldwäsche betrieben würden.

Den Finanzsektor überprüft die Aufsicht Bafin.
Die Studie zeige, dass Deutschland aufgrund seiner Attraktivität als Wirtschaftsstandort ein erhöhtes Geldwäscherisiko aufweise. Die Gelder kämen zu einem großen Teil auch aus dem Ausland. Als Gegenmaßnahme werde unter anderem ein Höchstbetrag bei der Bezahlung mit Bargeld vorgeschlagen. Zudem müsse der „Geldwäscheprävention in der gesamten den Bundesländern unterliegenden Aufsicht des Nicht-Finanzsektors in Deutschland ein sehr viel größerer Stellenwert eingeräumt werden als bisher“.
Geldwaesche Deutschland Studie
GeldwaescheKorruption schädigt Zukunft

Deutschlands Pressefreiheit verschlechtert sich

Reporter ohne Grenzen. Angriffe auf Journalisten:Censorship

In allen Weltregionen ist laut Reporter ohne Grenzen ein Rückgang der Freiräume für Medien zu beobachten. Deutschland verschlechterte sich in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit um vier Plätze.

Wie sieht es mit der Pressefreiheit weltweit aus? Die aktuelle Rangliste der Reporter Grenzen sieht einige Absteiger. Journalisten und unabhängige Medien stehen nach Angaben der Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit unter zunehmendem Druck. Deutschland verschlechterte sich in der aktuellen internationalen Rangliste der Pressefreiheit um vier Plätze auf Rang 16.
Das sei „eine Folge der stark gestiegenen Zahl von Anfeindungen, Drohungen und gewalttätigen Übergriffen gegen Journalisten“, erklärte die Medienorganisation.

Rückgang der Pressefreiheit
In allen Weltregionen sei ein Rückgang der Freiräume für Medien zu beobachten. „Zunehmend autokratische Tendenzen in Ländern wie Ägypten, Russland oder der Türkei tragen zu diesem Trend ebenso bei wie die bewaffneten Konflikte etwa in Libyen, Burundi und dem Jemen“, heißt es. Negative Folgen hätten auch die Bestrebungen der Regierungen in Ländern wie Polen und Ungarn, staatliche und private Medien stärker zu kontrollieren.

In Deutschland hätten vergangenes Jahr Gewalt und Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen gegen Journalisten „massiv zugenommen“. Es gab demnach mindestens 39 gewaltsame Übergriffe gegen Journalisten, etwa bei Demonstrationen der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung.
Auf Platz 1 der Rangliste steht Finnland, gefolgt von den Niederlanden und Norwegen. Am schlechtesten ist es dem Ranking zufolge um die Pressefreiheit in den Diktaturen Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea bestellt. Sie landeten wie im Vorjahr auf den letzten drei Plätzen der 180 Länder.

Türkei nur auf Platz 151
In Syrien (177) seien Journalisten gezielter und teils bestialischer Gewalt ausgesetzt. In Ägypten (159) sind laut ROG mehr als 20 Journalisten wegen ihrer Arbeit in Haft. Die Türkei steht ebenfalls weit hinten – auf Platz 151.
Zu den Ländern, die deutlich abrutschten, gehört Polen, das mit seiner neuen Regierung einen strengeren Kurs fährt. Das Nachbarland Deutschlands fiel um 29 Plätze auf Rang 47. Absteiger sind auch Brunei und Tadschikistan. Als größten Aufsteiger wertete ROG Tunesien (96), das sich um 30 Plätze verbesserte.

Die Rangliste versucht, den Grad der Freiheit wiederzugeben, die Journalisten, Blogger und Medien in 180 Ländern haben. Ihre Grundlage ist ein Fragebogen zu unabhängiger journalistischer Arbeit, den Reporter ohne Grenzen in 20 Sprachen an Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und Menschenrechtsverteidiger weltweit verschickt. Das aktuelle Ranking bezieht sich auf das Jahr 2015.

https://en-gb.facebook.com/alexei.talimonov

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Ohne findige Whistleblower wäre unsere Freiheit längst veraucht

EU-Parlament stimmt für Datenschutz, gegen Whistleblower.

Das war der Datenschutz-Tag im EU-Parlament: Die Volksvertretung hat gleich zwei medienrelevante Entscheidungen getroffen. Ein umfassendes Datenschutzpaket, die sogenannte EU-Datenschutzgrundverordnung, ist nach vier Jahren der Verhandlungen beschlossen. Es sieht u.a. härtere Strafen für Verstöße gegen Datenschutzregeln vor – bis zu 4 % des globalen Umsatzes der betroffenen Firma können fällig werden. Hacks, die persönliche Daten von Nutzern betreffen, müssen innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden. Das sogenannte Recht auf Vergessenwerden wird zur gesetzlichen Regelung. Die Privatfunk-Lobby VPRT begrüßt die Vereinheitlichung der Regeln in Europa, hätte sich die Verordnung aber „konkreter“ und damit u.a. „rechtssicher“ gewünscht und befürchtet „hohen bürokratischen Aufwand“. Die Nationalstaaten haben nun zwei Jahre, um eigene Gesetze aus der Verordnung abzuleiten.

Daneben stimmte das EU-Parlament auch für die umstrittene Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Gegner fürchten, dass die Regelung das Veröffentlichen durchgestochener Informationen über Fehlverhalten erschweren wird. In der Richtlinie gibt es Ausnahmen bei „öffentlichem Interesse“, für „Pluralität“ und „Freiheit der Medien“ – das öffentliche Interesse müssten Journalisten allerdings im Zweifel vor Gericht belegen, warnt die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament.

Haben wir in Europa bald Zustände wie in der Schweiz? Werden Whistleblower wegen Verleumdung angezeigt und Vorbestraft? Ohne die Wühlarbeit findiger Whistleblower wäre unsere Freiheit längst veraucht.
Schutz von Unternehmen, Achtung des Rechts auf Information
Geschaeftsgeheimnisse

Doaa Eladl www.w-t-w.org/en/doaa-eladl @doaaeladl

Doaa Eladl
www.w-t-w.org/en/doaa-eladl
@doaaeladl

 

Wie korrupt ist Deutschland?

„Korruption ist effektiv, attraktiv und lukrativ“, sagt Korruptionsexperte Wolfgang Schaupensteiner. 100 Millionen Euro Bestechungsgelder fließen jährlich in Deutschland, schätzt das BKA.

„ZDFzeit“ fragt: Wie korrupt ist Deutschland? Bestechung, Vorteilsannahme, Schmiergelder sind viel weiter verbreitet als angenommen. Und Polizei und Staatsanwälte tun sich schwer mit der Bekämpfung der Korruption, denn es gilt das Gesetz des Schweigens.

Alle wissen Bescheid, aber keiner redet darüber. Das Risiko, wirklich erwischt und überführt zu werden, ist bei diesem Heimlichkeitsdelikt minimal. Denn alle Beteiligten sind Täter. Laut BKA haben 70 Prozent der Bestecher keinerlei Skrupel. Und auf Seiten der Strafverfolger sieht es dürftig aus: Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte sind überlastet. Und sie werden durch einzelne, sehr komplexe Verfahren blockiert. Die Folgen der Korruption sind gravierend: Sie beschädigt die Grundwerte des demokratischen und sozialen Rechtsstaates. Denn wo Aufträge, Genehmigungen oder Straffreiheit käuflich sind, gehen die Geschäftsmoral und das Vertrauen in Rechtsstaat und Politik kaputt.

„ZDFzeit“ fragt: Wer ist korrupt? Müssen deutsche Unternehmen im Ausland bestechen? Was hilft gegen Korruption, und lohnt sie sich?

Die Dokumentation beleuchtet anhand verschiedener Korruptionsfälle, wie verbreitet das Schmieren ist. An konkreten Fällen wird erklärt, wie die Anbahnung funktioniert: Man kennt sich schon länger, vertraut sich, hilft sich. Ein System, das die Strafverfolgung so mühsam macht und zu wenigen Ermittlungserfolgen führt.
Gezeigt wird außerdem ein aufwändiger Test in der Branche mit der größten Korruptionshäufigkeit, der Bauwirtschaft. Analysen von Ermittlern kommen zum Schluss: Bestechung ist hierzulande weit verbreitet und strukturell tief verwurzelt.

Versagen von Banken und Politik

Berenberg-Mitarbeiter warnten vor Offshore-Geschäften

Hans-Walter Peters von der Privatbank Berenberg (Verdacht der Beihilfe zur Geldwäsche) ist neuer Präsident beim Bundesverband deutscher Banken. Mit ihm sollte endlich wieder Ruhe in die von Skandalen gebeutelte Branche einkehren. Doch nun steht die Berenberg Bank im Fokus der Panama Papers. Waren Offshore-Geschäfte bei der Berenberg-Bank Alltag? Nein, sagt Bankchef Hans-Walter Peters. Doch Ex-Mitarbeiter warnten schon 2013 vor solchen Deals – und wurden entlassen.
Berenberg-Mitarbeiter warnten vor Offshore-Geschaeften
Warnung vor Offshore-Geschaeften

Geldwaesche in Deutschland das Versagen von Banken und Politik

Exklusive Hamburger Bank pflegt Panama-Kontakte/