Der Bankenverband stößt in seiner Umfrage unter Jugendlichen auf große Lücken im Wirtschaftswissen. Das Interesse ist aber da: Vermögensaufbau und sogar Kryptoanlagen beschäftigen immer mehr junge Leute.
Ein starker Wunsch nach mehr Wirtschaftsunterricht, ein eher sorgloser Umgang mit persönlichen Daten, gebremster Optimismus und mehr Zufriedenheit mit den Banken – das sind die Ergebnisse der aktuellen Jugendstudie des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Mit seiner Jugendstudie fühlt der BdB der Jugend alle drei Jahre den Puls. In diesem Jahr befragte die Marktforschungsgesellschaft GfK im Auftrag des Verbands 650 14- bis 24-Jährige.
Jugendliche stellen der Wirtschaftsbildung an deutschen Schulen ein schlechtes Zeugnis aus. Sie wünschen sich eindeutig mehr Informationen über Wirtschaft. Das ist ein klarer Appell an die Politik.
85 Prozent der Befragten kommen mit ihrem Geld „gut über die Runden“. Jeder Zweite kann sogar regelmäßig sparen – und zwar deutlich mehr als 2015. Während der durchschnittliche monatliche Sparbetrag vor drei Jahren noch bei 132 Euro lag, legen Jugendliche nun im Schnitt 179 Euro zurück. Dem Bericht zufolge spielt Konsumsparen bei Jugendlichen noch eine größere Rolle als bei jungen Erwachsenen. In beiden Gruppen habe aber das Sparen zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge deutlich zugenommen. Lediglich 8 Prozent haben Schulden, die allermeisten haben sich Geld bei ihren Eltern, Verwandten oder bei Freunden geliehen…Jugendstudie
In einem Restaurant in China können Kunden buchstäblich mit einem Lächeln bezahlen
In China, in der Stadt Hangzhou, wurde ein „K Pro“-Restaurant eröffnet – und mit ihm ein neues Bezahlsystem ins Leben gerufen. Anstatt am Ende des Bezahlvorgangs einen Pin-Code einzugeben, lächelt der Kunde in die Smartphone-Kamera.
Alibaba-Gründer Jack Ma investiert seit längerem in die Blockchain-Technologie aus Überzeugung. Die Forschung trägt Früchte in Form von Patenten und konkreten Lösungen.
Alibaba hält aktuell weltweit die grösste Zahl an Blockchain-Patenten. Das hängt auch damit zusammen, dass Alibaba-Gründer Jack Ma bereits sehr früh das Potenzial der Blockchain erkannt hat und laufend beträchtliche Mittel in die Forschung investiert.
Die Anwendungsbereiche sind im gigantischen E-Commerce-Imperium sehr breit gestreut und betreffen die gesamte Wertschöpfungskette – unter anderen in den Bereichen Bestellung, Auftragsabwicklung, Zahlung, Sicherheit, Betrugserkennung oder auch in der Logistik.
Ant Financial, Partner des chinesischen E-Commerce-Konzerns Alibaba, hat dieses eigene Bezahlsystem namens Alipay entwickelt. Die Idee stammt von Alibaba-Chef Jack Ma, der das neue System namens „Smile to Pay“ zum ersten Mal auf der Cebit 2015 gezeigt hatte.
Die chinesische Digitalwirtschaft ist in den vergangenen Jahren mit Riesenschritten gewachsen. Die aktuellen Börsenbewertungen zeigen: Alibaba (507 Mrd. USD) und Tencent (482) spielen durchaus schon in einer Liga mit ihren US-Pendants (Amazon 778, Facebook 538) und gehören damit heute zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Baidu (84) ist hier im Vergleich mit Google (751) eher weit zurück. Zum Vergleich: BMW, Daimler und VW sind zwischen 70 und 100 Mrd. USD wert.
Viele in Deutschland glauben immer noch, dass China vor allem vom Westen kopiert, statt selbst Innovation voranzutreiben. Diese Sichtweise trifft aber schon lange nicht mehr zu und ist schlichtweg falsch. Da ist oftmals viel deutsche Arroganz, Verblendung und auch Wunschdenken dabei. Man unterschätzt den globalen Wettbewerb, überschätzt sich selbst gnadenlos und sieht daher keinerlei Notwendigkeit, Themen wie die Digitalisierung, den Breitbandausbau sowie Investitionen und Forschung und Bildung ernsthaft voranzutreiben. Das wird nicht mehr lange gutgehen, aber das scheinen leider weder Wirtschaft, Politik noch die Bevölkerung zu realisieren.
Dabei in der Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Bild- und Spracherkennung ist China unheimlich weit. So gibt es zum Beispiel in China bereits tausende von kassenlosen Supermärkten, während Amazon mit Amazon Go bislang erst einen Prototyp-Store in den USA hat. Und auch in den Bereichen der Moblität passieren spannende Dinge: ob Ride-Sharing, Bike-Sharing, E-Mobilität oder autonomes Fahren – China geht voran.
Alibaba ist exzellent aufgestellt: im B2B-E-Commerce mit der Plattform Alibaba, im B2C-E-Commerce mit den Plattformen TMall, TaoBao und AliExpress. Das Tochterunternehmen Ant Financial mit dem Payment Dienst AliPay ist heute schon das wertvollste Fintech Unternehmen der Welt und die Alibaba Cloud bietet ähnliche Dienste an wie Amazon Web Services. Diese Plattformen und Services haben auch international ein starkes Potenzial… A Financial-Technology Giant
Twitter: @Alipay
Alibaba’s Ant Financial Aims for 2 billion Users by Bringing Blockchain Technology to Alipay
Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.
Bei Worten ist es bei Putin nicht geblieben. Wie Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg zeigen, hat Russland in den Monaten April und Mai seine Position von amerikanischen Staatsanleihen um mehr als 80 Prozent auf noch 14,9 Milliarden Dollar reduziert. Beobachter gehen davon aus, dass die Verkäufe eine unmittelbare Reaktion auf die Einführung der Sanktionen vom 6. April waren. In Russland hat man sich wohl davor gefürchtet, dass der Handel mit amerikanischen Staatsanleihen für das Land bei der nächsten Sanktionsrunde erschwert wird. Dies hat an den Märkten einen überraschenden Nebeneffekt.
Russland verschachert seine TreasuriesRussland setzt auf Gold und ist damit unter den Top 10 bei den Goldreserven
Doch die Veräusserungen der Dollarschuldscheine hatten wohl eine weitere Nebenwirkung. Die Rendite einer zehnjährigen Treasury legte im April auch dank den russischen Verkäufen von fast 50 Mrd. $ um fast 35 Basispunkte zu. Diese Begleiterscheinung dürfte die Amerikaner nicht ganz kaltlassen. Wenn schon eine vergleichsweise bescheidene Veräusserung von Treasuries zu einem solchen Renditeanstieg führen kann, was passiert dann, wenn das Doppelte oder Dreifache abgestossen wird? Laut dem Fed sind Staatsanleihen im Wert von über 6 Bio. $ in ausländischen Händen. Grösster Gläubiger ist China mit 1,1 Bio. $. Die Möglichkeiten Pekings, am amerikanischen Bondmarkt für Aufsehen zu sorgen, sind ungleich grösser als jene Russlands…. NZZ
Die chinesischen Giganten kommen: JD.com und Alibaba greifen deutschen Onlinehandel an. Alibaba und JD.com planen den Markteinstieg in Europa. Damit werden im deutschen Onlinehandel die Karten neu gemischt.
Deutscher Onlinehandel in Aufruhr: Die Chinesen kommen
„Was in China gut funktioniert, lässt sich auch in Deutschland einsetzen“
Richard Liu läutet die Attacke auf Amazon, Otto und Zalando ein. Der Chinese will direkt an Kunden in Europa verkaufen und den Markt radikal umkrempeln….Handelsblatt
Die deutschen Onlinehändler bekommen Konkurrenz aus China. Der Markteinstieg von JD.com und Alibaba dürfte den E-Commerce ähnlich nachhaltig umkrempeln wie das Hinzukommen von Amazon in den letzten Jahren.
Marktbeobachter hatten schon lange damit gerechnet, jetzt ist es soweit: Der Gründer und Vorstandschef Richard Liu, der mit JD.com eines der größten und umsatzstärksten E-Commerce-Unternehmen in China betreibt, hat angekündigt, dass das Unternehmen an einer Strategie für den europäischen Markt arbeitet. Und dabei wird der deutsche Markt aufgrund seines Umsatzvolumens und seiner Größe eine entscheidende Rolle spielen. „Mir geht es nicht mehr nur darum, Produkte von Deutschland nach China zu verkaufen. Ich möchte auch Produkte in Europa verkaufen“, erklärt Liu gegenüber dem Handelsblatt.
Verkaufen wolle man dabei nicht zwangsläufig chinesische Produkte, sondern vielmehr Waren aller Art mit einem globalen Handelsansatz. Was nach einem Angriff auf Amazon klingt, will Liu nicht als solchen verstanden wissen. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und ein dominanter Spieler stelle eine Gefahr dar. Da ist in der Tat was dran: Denn Amazon hat in seiner Gesamtheit und Breite in den letzten Jahren in Deutschland immer weniger Gegenwind zu spüren bekommen. Das dürfte sich nun ändern, wenn die Chinesen ernst machen und den deutschen und zentraleuropäischen Markt als Betätigungsfeld entdecken…..t3n.de
Bitcoin verbindet Europa – Gemeinsam gegen Geldwäsche. Studie/EN
Ralf Herzog berichtet: Während sich der Bitcoin-Kurs seit langer Zeit wieder einmal im grünen Bereich befinden, stellen sich Behörden erneut die Frage:
Wie können wir Kryptowährungen regulieren? Wie kann man diese neuen Währungen in einen vernünftigen Rahmen bringen? Die Antwort: Europa muss zusammenarbeiten….Europa gemeinsam gegen Geldwäsche
„Wir haben gesehen, dass Kryptowährungen benutzt wurden, um Milliarden an US-Dollar auf das zu verwenden, was wir als verdächtige Aktivitäten bezeichnet würden.“ Der Antragsteller Robert Novy, seines Zeichens stellvertretender Vorsitzender des U.S. Secret Service, gab zu bedenken:
„Wir sollten […] legislative oder regulatorische Maßnahmen in Betracht ziehen, um die Kontrollen zu verbessern, um potentielle Gefahren von anonymen Kryptowährungen ins Auge zu fassen. Dazu gehören auch Angebote, die Transaktionen auf der Blockchain (wie beispielsweise Tumbler oder Mixer) sowie Kryptowährungs-Mining-Pools.“ Das Problem liegt in der menschlichen Natur.
Solche Aussagen gehören zu den klassischen Vorwürfen gegenüber Kryptowährungen. Ob es sich jetzt um die Mutter aller Kryptowährungen Bitcoin handelt oder die anonymeren Varianten wie Monero oder ZCash: Sie finanzieren Menschenhandel, Geldwäsche und Drogenhandel. Die Gier, der Neid, die Eifersucht oder die Ungerechtigkeit, die zu solchen Aktivitäten führen, gehen vom Menschen aus und dem Gesellschaftssystem, das er erschaffen hat. Kryptowährungen oder Privacy Coins zu bekämpfen, würde nichts an diesen Ursachen ändern, es wäre lediglich Symptombekämpfung. Denn die Probleme entstammen der menschlichen Natur. Sie kommen weder von Kryptowährungen, noch vom Bargeld – und auch nicht von Äpfeln.
Cryptocurrencies and blockchain Legal context and implications for financial crime, money laundering and tax evasion /Cryptocurrencies and Blockchain
Bei aller Liebe – wieso sich ein Ehevertrag immer lohnt Schon bevor sie die Ehe schließen, sollten Paare für eine mögliche Trennung vorausplanen. Für Unternehmerinnen ist das besonders wichtig. Ehevertrag lohnt immer
Wie sich der Zugewinn ehevertraglich regeln lässt Selbst wenn man glücklich verlobt ist, ist ein Ehevertrag sinnvoll – vor allem für Unternehmerinnen und Gründerinnen. Wie dieser fair gestaltet werden kann. Zugewinn
Ehevertrag muss notariell beglaubigt sein
Auch sinnvoll kann ein Ehevertrag sein, wenn die Partner unterschiedliche Nationalitäten haben. So legt man fest, welches Recht der jeweiligen Länder im Falle einer Scheidung gelten soll. Wenn man im Ehevertrag festlegt, dass man keinen Ausgleich des Zugewinns möchte, dann muss man eine Gütertrennung vereinbaren und das Vermögen der Ehegatten bleibt getrennt voneinander. Unromantisch oder sinnvoll
Schwule und lesbische Paare können heiraten Ehe für alle
Steuern: Schenken statt Erben
Wer sein Vermögen bereits zu Lebzeiten verschenkt, erspart seinen Erben nicht nur Steuern, sondern auch viel Ärger. Dazu gibt es ein paar Tricks. Steuern schenken
Original: „Viel los auf dem Biobauernhof“ Wimmelbuch
Nach Schätzungen deutscher Sicherheitsbehörden fließen jährlich bis zu 30 Milliarden Euro Schwarzgeld nach Deutschland, vor allem in den Immobiliensektor. Geld auch aus der Organisierten Kriminalität. Um mögliche Geldwäsche durch Investoren prüfen zu können, hat Deutschland im Herbst 2017 das so genannte Transparenzregister eingerichtet. In diesem Register sollen Informationen über die wirklichen, natürlichen Personen hinter Unternehmen oder Stiftungen zusammengetragen werden. Aber taugt dieses Mittel im Kampf gegen Geldwäsche?
Die KONTRASTE-Recherche führt anhand einer seit zehn Jahren leerstehenden Immobilie in bester Berliner Innenstadtlage vor, wie hilflos Behörden, aber auch betroffene Mieter sind, wenn es darum geht herauszufinden, wer hinter einem Immobiliendeal steht. Das Transparenzregister entpuppt sich als untauglich. Deutschland bleibt ein Geldwäscheparadies.Für Investoren ist der deutsche Immobilienmarkt zur Zeit ein äusserst lohnendes Geschäft, sie investieren Milliarden. Aber woher kommt das ganze Geld? Das würden viele gern wissen, deren Haus grade verkauft wird. Um Klarheit zu schaffen, ob Geldwäsche oder Schwarzgeld im Spiel ist, wurde unlängst ein so genanntes Transparenzregister eingerichtet. Doch geholfen hat das bislang wenig.
Viele Fenster sind zerschlagen, der Putz fällt überall herab und in den Ecken liegt Junkie-Müll: Ein Geisterhaus, bis auf drei Geschäfte seit Jahren leergezogen. Und das mitten in Berlin, nur 100 Meter vom Kudamm entfernt. Eine halbe Ruine – wegen der steigenden Immobilienpreise dennoch jedes Jahr mehr wert.
Allein schon wegen der Wohnungsnot in der Stadt ärgert dieser Zustand den verantwortlichen Baustadtrat. Aber um über die Zukunft des Hauses verhandeln zu können, braucht er die Menschen, denen es gehört – und die zeigen sich nicht.
Oliver Schruoffeneger, (Bü90/Die Grünen), Baustadtrat Charlottenburg-Wilmersdorf:
„Wir haben versucht, die Eigentümerstruktur zu ergründen, um mal ja rauszukriegen, was sind denn eigentlich die Interessen, die hier vorherrschen könnten. Das ist völlig unmöglich.“
Die Eigentümer zu finden soll ein Problem sein? Wir machen uns selbst auf die Suche, wollen wissen, wer Millionen investiert – und offenbar nichts damit anfängt.
Erste Adresse: das Grundbuch – eine Institution, so ehrwürdig wie das Berliner Amtsgericht, in dem die Original-Akten aufbewahrt werden. Seit Jahrhunderten hält das Grundbuch in Deutschland fest, wem Haus und Hof gehören.
In unserem Fall nennt es als Eigentümer aber leider nur eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die Wiwela Bau Projekt GmbH – aber keine Personen.
Das Internet bietet auch kaum Information: Die Website ist noch im Bau, es gibt nicht einmal eine Email-Adresse. Immerhin aber eine Berliner Postanschrift.
Doch gleich stehen wir vor dem nächsten Problem: ein Klingelschild suchen wir vergeblich, finden nur eine Rechtanwaltskanzlei, die der Firma Wiwela offenbar ihren Briefkasten zur Verfügung stellt. Wir klingeln bei der Kanzlei und fragen nach der Wiwela.
Frage Kontraste:
„Also, die stehen nur auf dem Briefkasten, aber man kann sie nicht erreichen?“
Gedächtnisprotokoll – Stimme nachgesprochen:
„Sie können sie nicht erreichen, wenn Sie jemanden erreichen wollen, dann geben sie doch schriftlich eine Eingabe ein.“
Wir hinterlassen einen Brief mit der Frage nach den wirklichen Eigentümern – und warten auf Antwort.
Im Internet finden wir für die Wiwela noch eine Telefonnummer aus Niedersachsen. Offenbar eine veraltete Information: Denn von dort hören wir: man habe die Firma längst verkauft – an wen, das könne man nicht sagen.
Erstes Fazit: aus dem Grundbuch lässt sich nicht erkennen, welchen natürlichen Personen das Haus gehört. Nach dem Verkauf der Firma werden die Namen der neuen Inhaber nämlich nicht ins Grundbuch eingetragen. Das Haus gehört ja weiterhin demselben Unternehmen.
Weil Immobilien aber immer öfter Gesellschaften und nicht Privatpersonen gehören, reicht das Grundbuch häufig nicht mehr aus, um Eigentumsverhältnisse wirklich zu klären, meint die Bundestagsabgeordnete Lisa Paus.
Lisa Paus, MdB, finanzpol. Sprecherin Bü’90/Die Grünen:
„Im Grundbuch stehen eben nicht die wirklichen wirtschaftlichen Eigentümer, und deswegen gibt es praktisch keinen Überblick darüber, wem die Stadt gehört.“
So darf das nicht bleiben, sagt Politikberater Andreas Frank. Schließlich treiben Milliarden an Kapital aus dem In- und Ausland zurzeit die Immobilienpreise in die Höhe – da haben die Bewohner ein Anrecht darauf, zu wissen, wer hier durch Eigentum Einfluss gewinnt.
Andreas Frank, AMLCFT Politikberater:
„Wir wollen wissen, wer diese Stadt aufkauft! […] Schluss mit lustig: Wir wollen wissen, wer ihr seid und woher euer Geld kommt!“
Nächster Schritt: wir suchen die Gesellschafter der Firma im Handelsregister. Vielleicht finden wir so die Personen, die hinter der Wiwela stehen.
Doch auch hier kommen wir nicht weiter: Wir stoßen auf ein unübersichtliches Firmengeflecht mit Anteilseignern in Russland und Tschechien.
Immerhin verrät uns das Handelsregister: viele Unternehmen des Geflechts haben dieselben Geschäftsführer. Die sollen an derselben Adresse in Moskau wohnen: Victor und Stanislav T. Der Wohnblock: eine geschlossene Anlage. Ohne Eingangs-Code kommt man gar nicht erst hinein. Kontaktaufnahme: Fehlanzeige.
Einer der größten Anteilseigner der Wiwela Bau ist die GmbH „Hotel Salve“. In Karlovy Vary in Tschechien, ein Vier-Sterne-Hotel. Wir fahren nach Karlovy Vary. Treffen wir dort wenigstens die Geschäftsführer an? Schließlich hat Victor T. das Hotel „Salve“ im Handelsregister auch als Wohnsitz angegeben.
Im luxuriösen Mittelpunkt des ehemaligen Kaiserbads finden wir Haus „Salve“. Und tatsächlich: im Fenster hängen die Namen von Victor und Stanislav T. – als Geschäftsführer des Hotels. Zu sprechen sind sie auch hier nicht. Frühestens in vier Wochen könnte er Victor T. unseren Brief übergeben, erklärt der Portier. Er käme nur ab und zu vorbei, etwa einmal im Monat.
Wir beenden die Jagd nach den Phantomen – und fahren zurück nach Berlin. Behält der Baustadtrat am Ende recht: und die wahren Eigentümer des Hauses sind nicht zu ermitteln?
in letzter Versuch: seit neun Monaten gibt es das sogenannte „Transparenzregister“, eingeführt aufgrund einer Richtlinie der Europäischen Union.
In dieses Transparenzregister sollte eigentlich jede Firma eintragen, wer ihre sogenannten „wirtschaftlich Berechtigten“ sind, wer also von ihr profitiert – falls dies nicht schon in anderen Registern steht.
Archiv 2016, Heiko Maas (SPD), amtierender Justiziminister 2016:
„Briefkastenfirmen, bei denen die wirtschaftlich Berechtigten anonym bleiben, darf es in Zukunft nicht mehr geben.“
Wir fragen beim Transparenzregister an – und bekommen nach einer Woche gespannten Wartens diese dürre Auskunft: für die Wiwela Bau Projekt GmbH gebe es:
„keine Eintragung eines wirtschaftlich Berechtigten“.
Für Lisa Paus bringt die Einführung des Transparenzregisters bisher kaum Fortschritte. Wer wirklich hinter millionenschweren Investitionen steht, lässt sich in vielen Fällen auch weiterhin nicht klären.
Lisa Paus, MdB, finanzpol. Sprecherin Bü’90/Die Grünen:
„Das größte Problem, dass es immer noch ganz viele Möglichkeiten gibt, die Öffentlichkeit und eben auch die Behörde hinter die Fichte zu führen […], so dass das Transparenzregister eigentlich gar nicht den Zweck erfüllt, den es ursprünglich, den wir uns von dem Gesetz wünschen.“
Die Wiwela hat uns schließlich geantwortet: die Geschäftsführer Victor und Stanislav T. seien zugleich auch die Eigentümer der Firma. So die Behauptung. Belege dafür zeigen sie uns aber nicht.
Das United Nations Office of Drug and Crime (UNODC) gibt jährlich den Weltdrogenbericht heraus. Darin werden aktuelle Entwicklungen innerhalb der Mitgliedsstaaten sowie die neuesten Zahlen zum Drogenhandel und Konsum vorgestellt. Im Booklets 5 des Weltdrogenberichts 2018 mit dem Thema Frauen und Drogen. Women and Drugs
Der Weltdrogenbericht (WDR) des VN-Büros für Drogen und Verbrechensbekämpfung (UNODC) informiert einmal jährlich über aktuelle Trends des globalen Konsums, Handels und Anbaus illegaler Drogen. Seit über 20 Jahren beleuchtet er die wesentlichen Entwicklungen der globalen Drogenmärkte. Der WDR liefert ein evidenzbasiertes, umfassendes Bild der Weltdrogensituation und ist daher eine der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen für die Gestaltung der Drogenpolitiken weltweit.
Die jährliche Analyse befasst sich mit unterschiedlichen Fragen: Wie umfangreich ist die Nachfrage nach Substanzen wie etwa Opiaten, Stimulanzien oder Neuen psychoaktiven Stoffen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus Konsum, Verbreitung und Anbau von Drogen für die individuelle und öffentliche Gesundheit? Wie wirkt sich das Drogenproblem auf die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften aus und wie hängt dies mit der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zusammen?
Daneben widmet sich der Weltdrogenbericht in einem Sonderkapitel regelmäßig einem Schwerpunktthema, 2016 beispielsweise der alternativen Entwicklung. Die Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE) hat i. A. des BMZ die Forschungsarbeit für die Booklets 4 und 5 des Weltdrogenberichts 2018 unterstützt. Diese geben Aufschluss über die Rolle von Jugendlichen und Frauen im Drogenanbau und -handel sowie über die Muster und Konsequenzen von Drogenkonsum unter Frauen. Beide Bevölkerungsgruppen spielen eine Schlüsselrolle in der Gestaltung von entwicklungs- und gesundheitsorientierten Drogenpolitiken sowie im Bereich der alternativen Entwicklung.
Jugendliche und Kinder des Globalen Südens müssen häufig ihre Familien beim Anbau von Koka, Schlafmohn oder Marihuana zur Sicherung des Einkommens unterstützen und bleiben deswegen der Schule fern. Sie sind kriminellen Netzwerken oft stärker ausgeliefert als Erwachsene und werden beispielsweise für Kurierdienste und Drogenschmuggel zwangsrekrutiert. Jugendliche mit mangelnden Berufsperspektiven schließen sich etwa gewaltbereiten Gangs an, um ihren sozialen Status in armen urbanen Gebieten mit schwachen staatlichen Institutionen zu stärken. Für die Akzeptanz in der Gruppe werden Jugendliche oftmals selbst zu Konsumenten oder Dealern.
Frauen in Drogenanbaugebieten in meist marginalisierten ländlichen Regionen erfahren häufig Doppelbelastungen: Einerseits haben sie verschiedene Aufgaben in der landwirtschaftlichen Produktion zu erfüllen, andererseits sind sie für die Hausarbeit sowie die Pflege und Ernährung der Familie zuständig. Sie sind dadurch auch stärker von Ernteeinbußen betroffen und engagierter bei der Findung und Sicherung legaler Einkommensalternativen zu illegalen Drogenpflanzen als Männer. Beim Zugang zu Ressourcen und der Teilhabe an Entscheidungsprozes-sen werden Frauen jedoch meist benachteiligt.
Auch in Bezug auf Drogenkonsum ist die Situation von Frauen und Männern deutlich zu unterscheiden. Drogenkonsumierende Frauen leiden oft unter Stigmatisierung – ihr Konsum wird häufiger als unmoralisch und unvereinbar mit ihren sozial zugewiesenen Geschlechterrollen betrachtet. Zudem erleben Frauen die medizinischen und sozialen Folgen des Drogenkonsums schneller als Männer. Gleichzeitig haben sie schlechteren Zugang zu Hilfs- und Behandlungsangeboten.
Die Deutsche Bank fällt beim Stresstest des Fed durch. Die amerikanische Tochter der Deutschen Bank ist beim Stresstest in den USA durchgefallen.
Stellen wir uns die Deutsche Bank als Boxer vor: Einst umjubelter Champ und vor Kraft strotzend, hängt die Bank jetzt wie ein geprügelter Hund in den Seilen. Was hat sie nur so ruiniert?
Großes Ego, große Gesten: 2004 sah sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann als Siegertyp
Maximaler Profit
Zum Symbol dieser Zeit wurde Josef Ackermann, der von 2002 bis 2012 Chef der Deutschen Bank war. Er führte das fort, was seine Vorgänger Hilmar Kopper und Rolf E. Breuer begonnen hatten: die Konzentration auf maximalen Profit. Im Jahr 2005 verkündete er das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent, kurz darauf veränderte er die Organisation der Führungsebene.
„Damit war ein CEO nach angelsächsischem Vorbild installiert“, erinnert sich Folkerts-Landau. „Das Schicksal der Bank lag jetzt in den Händen des Vorstandschefs, für den das Wachstum der Investmentbank absolute Priorität hat.“
Beim zweiten Teil des diesjährigen Bankenstresstests hat es Beanstandungen gegeben. Der Kapitalplan der Deutschen Bank wird vom Fed zurückgewiesen, und jener von drei weiteren Banken wird nur bedingt bewilligt….NZZ
Zum achten Mal durchgeführter Stresstest
Der von den Bankenaufsehern des Federal Reserve Systems (Fed) durchgeführte Stresstest besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil werden die Kapitalquoten geschätzt unter der Annahme konstanter Kapitalausschüttungen. Dieser Teil, dessen Ergebnisse am 21. Juni veröffentlicht worden sind, dient dem Vergleich der Kapitalquoten, ohne dass die Bankenaufseher eine Beurteilung vornehmen und Noten an die einzelnen Institute verteilen. Der zweite, am 28. Juni veröffentlichte Teil des Bankenstresstests ist vor allem für Investoren der wichtigere. Dies, weil die Zentralbank darin auch eine quantitative und qualitative Beurteilung der Kapitalplanung der einzelnen Banken vornimmt. Je nach Resultat verlangt das Fed Änderungen bei den geplanten Kapitalmassnahmen – de facto entscheidet die Zentralbank also mit, wie viel Dividenden ausbezahlt und Aktien zurückgekauft werden können oder wie viel Kapital einbehalten werden muss. Mit dem Stresstest wollen die Bankenaufseher verhindern, dass die Finanzinstitute von einer Wirtschaftskrise überrascht und als Folge davon die Kreditvergabe einstellen würden. Solide Eigenkapitaldecken tragen dazu bei, dass Banken Verluste zu absorbieren in der Lage sind, und dass solche Verluste von den Aktionären und nicht von der Allgemeinheit getragen werden. Federal Reserve releases results of Comprehensive Capital Analysis and Review (CCAR)
Wie anfällig ist die Immobilienwirtschaft für Geldwäsche? Das wollte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen einer Kleinen Anfrage im Bundestag von der Bundesregierung wissen. Die Antwort dürfte in der Branche nicht gut ankommen.
Die Immobilienwirtschaft ist nach Ansicht der Bundesregierung besonders anfällig für Geldwäsche. Aufgrund der hohen Transaktionsvolumina handele es sich um einen Sektor mit herausgehobenem Risiko, schreibt die Bundesregierung in der Antwort (1902449) auf eine Kleine Anfrage (1901956) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Die in diesem Bereich regelmäßig vorhandene Wertstabilität eröffnet die Möglichkeit, insbesondere hohe Bargeldsummen zu platzieren.“ Beim Kampf gegen Geldwäsche verweist die Regierung auf die kürzlich abgeschlossenen Verhandlungen zur 5. EU-Geldwäsche-Richtlinie.
Auf Bundesebene konzentriere sie sich auf die Nationale Risikoanalyse, die unter anderem das Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiko im Immobiliensektor untersucht. Dabei würden die Berufsfelder von Immobilienmaklern, Bauträgern, Architekten und Notaren untersucht. Ergebnisse sollen im Sommer kommenden Jahres vorliegen. Außerdem soll die geldwäscherechtliche Aufsicht im Immobiliensektor weiter gestärkt werden. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, gab es in etwa sieben Prozent der 563 erfassten Verfahren Organisierter Kriminalität 2016 Geldwäscheaktivitäten mittels Investitionen in Immobilien.
Bundesregierung tappt beim Thema Geldwäsche im Immobiliensektor komplett im Dunkeln – planlos, was das Ausmaß des Problems anbelangt und auch was dagegen unternommen werden kann
Wälzt Verantwortung auf die Länder ab. Insbesondere die Städte wie Hamburg und Berlin kann man bei dem Thema nicht alleine lassen – sind komplett überfordert = stehen im Zentrum der Geldwäsche-Aktivitäten und fehlen vollkommen die Mittel für effektive Bekämpfung
Geldwäsche kein Bagatelldelikt, schmutziges Geld treibt Immobilienpreise in die Höhe und verschärft Wohnungsnot gerade in den Ballungsgebieten wie Hamburg und Berlin.
Der Bund drückt sich vor Verantwortung zur Bekämpfung von Geldwäsche im Immobilienbereich Die Bundesregierung lässt kein Interesse daran erkennen, im Kampf gegen Geldwäsche im Immobiliensektor tätig zu werden und möchte keine Verantwortung für die Aufsicht übernehmen.
Das Thema gehört nach oben auf die Agenda der Bundesregierung: Transparenz im Immobilienmarkt durch Einführung eines zentralen Immobilienregisters, grundlegende Reform der Aufsichtsstruktur und Koordination auf Bundesebene.