Darf veruntreutes Geld aus Malaysia in die Schweizer Staatskasse fliessen?

Geldwäsche in Malaysia.

Der Skandal-Fonds
Bis zu fünf Milliarden Dollar könnten aus dem malaysischen Staatsfonds „1MdB“ abgezweigt worden sein. Die Bürger in Malaysia haben gegen Korruption demonstriert. Die Schweizer Finanzaufsichtsbehörde Finma sitzt auf 104 Millionen Franken, die malaysische Politiker veruntreut haben. Finanzminister Ueli Maurer will dieses Geld für die Bundeskasse. Ist das rechtens?

Es war einer der grössten Korruptionsskandale der vergangenen Jahre. Die Falcon Private Bank AG verwaltete 3,8 Milliarden US-Dollar des malaysischen Staatsfonds 1MDB. Doch kam ein Teil dieser Summe nicht der Allgemeinheit zugute – die Idee eines Staatsfonds –, sondern malaysische Politiker veruntreuten das Geld. Falcon unterband das nicht – sowie zwei weitere beteiligte Banken.

Die Finma stellte seinerzeit «schwerwiegende Mängel in der Geldwäschereibekämpfung und im Risikomanagement» fest.

In der Schweiz wird jetzt kontrovers diskutiert: Muss das Geld dem malaysische Staat zurückgegeben werden oder nicht? Malaysia sei nicht gerade ein sauberer Staat. Wenn die Schweiz das Geld zurückgeben muss, dann fliesst es in die malaysische Staatskasse – und wieder kann sich ein Politikerkonglomerat daran vergreifen. Es wird kaum für die Allgemeinheit verwendet oder einem „guten“ Zweck zugeführt. Zweifelos das Geld gehört dem Staat von Malaysia, alles andere wäre Betrug und Unterschlagung.

Es kann nicht sein, dass Malaysias Steuerzahler zum Schweizer Staatshaushalt beitragen müssen – nur weil Schweizer Banken veruntreutes malaysisches Staatsvermögen waschen.

Die Aufgabe scheint klar: Das durch Korruption und Geldwäscherei in die Schweiz gelangte Geld muss ins Ursprungsland Malaysia zurückgeführt und dort für gemeinnützige öffentliche Aufgaben zur Verfügung gestellt werden. Die Schweiz könnte hier eine wichtige Rolle erfüllen und gemeinsam mit Drittstaaten nach einer internationalen Lösung suchen.

Die Ermittlungen um den Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) beschäftigen Behörden rund um den Globus bereits seit Monaten. Bei dem Fonds waren Milliardenbeträge verschwunden oder auf ausländische Bankkonten mit unbekannten Eigentümern abgeflossen. Gegen 1MDB laufen daher in mindestens sechs Ländern Geldwäsche-Untersuchungen. Auch westliche Großbanken wie UBS und die britische Standard Chartered sind ins Visier der Ermittler geraten. Die Finanzaufsichtsbehörde ingapurs stellte bei den beiden europäischen Instituten und der asiatischen DBS Kontrollmängel fest.

Der Geldwäsche Skandal brilliant begleitet von dem Cartoonisten
ZUNAR-Zulkiflee Anwar Haque

ZUNAR-Zulkiflee Anwar Haque
www.w-t-w.org/en/zunar-zulkiflee-anwar-haque

Frauen und Kinder leiden unter Korruption
Crime Enabling – Verbrechen ermöglichen

1MdB – finanzstarker malaysischer Staatsfonds
Der malaysische Staatsfonds 1MdB (1Malaysia Development Berhad) wurde 2009 gegründet, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern, Infrastrukturprojekte hochzuziehen und Kuala Lumpur zu einem bedeutenden Finanzzentrum auszubauen. Der Fond wurde dem Finanzministerium unterstellt, stand jedoch unter der persönlichen Kontrolle des malaysischen Regierungschefs Najib Razak, der nach einem Bericht des Wall Street Journal über Umwege auf sein Privatkonto 681 Millionen Dollar erhalten haben soll. Sowohl 1Mdb als auch der Premierminister bestreiten ein Fehlverhalten. Regierungschef Najib bezeichnete den Geldtransfer auf sein Konto als Geschenk des saudischen Königshauses.

Wie erkennt Frau unseriöse Finanzfirmen?

So erkennt man unseriöse Finanzfirmen.

Martin Spieler berichtet: Ein Kollege empfiehlt mir Devisenanlagen bei seinem Arbeitgeber. Dann könne man zwölf Prozent verdienen. Aber ich müsse mich rasch entscheiden. Er ruft immer wieder an und macht Druck. Ich würde schon gerne mit meinem Ersparten mehr verdienen. Was meinen Sie?

Lassen Sie die Finger von solchen Devisenanlagen. Die Risiken sind sehr hoch. Aufgrund Ihrer Beschreibung gehe ich sogar davon aus, dass die Finanzfirma, bei der Ihr Kollege arbeitet, unseriös ist. Jedenfalls deutet viel darauf hin.

Zunächst die hohe Rendite, die man Ihnen in Aussicht stellt. Zwölf Prozent Rendite pro Jahr sind sehr hoch. Das ist nicht unmöglich, aber nur mit hohen Risiken machbar. Wenn Sie in Aktien oder wie in Ihrem Fall in Devisen investieren, können Sie im positiven Fall sogar noch mehr Rendite erreichen. Im negativen Fall aber sitzen Sie auf grossen Buchverlusten. Garantiert haben Sie solch hohe Renditen nie. Falls Ihnen eine Finanzfirma dennoch eine Renditegarantie von zwölf Prozent in Aussicht stellt, besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass sie unseriös ist.

Oft lösen solche Unternehmen das Renditeversprechen anfänglich sogar ein und fordern die naiven Kunden auf, noch viel mehr Geld einzuschiessen und Verwandte und Freunde anzuwerben… Unseriöse Finanzfirmen

Bremsspuren im Anlagevermögen: Wer bei luschen Finanzfirmen anlegt, verliert sein ganzes Geld.

Finanzbetrüger
Foto: Getty Images

Kapitalgeschützte Produkte wieder auf dem Vormarsch

Die heissbegehrten kapitalgeschützten (capital protected products) Produkte wieder auf dem Vormarsch. Lange Zeit waren kapitalgeschützte Produkte fast ausgestorben. Nun hat sich das Umfeld für sie verbessert. Aufgrund der hohen Nachfrage haben sich die Umsätze in kurzer Zeit vervierfacht.

Die Angst vor einem Börsencrash ist wieder da. Ob drohender Staatsbankrott oder hohe Inflation, Amerikas schwächelnder Konjunkturaufschwung oder Chinas anfällige Wirtschaft – Anleger bekommen langsam kalte Füße und wollen ihre Gewinne absichern.

Kapitalgeschützte Zertifikate bieten dafür eine gute Möglichkeit. Denn sie schützen vor unerwünschten Kurseinbrüchen. Wer Augen und Ohren offen hat, stellt fest, dass in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt derivative Produkte mit Kapitalschutz begeben worden sind. Das Prinzip ist einfach: Die Rückzahlung des Kapitals, oder eines Teils davon, wird vom Emittenten garantiert. Zugleich ist der Investor an der Entwicklung eines Basiswerts beteiligt – einer Aktie, eines Aktienkorbes oder eines -indizes.

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres wurde mit 8 Mrd. Fr. gut viermal so viel mit kapitalgeschützten Produkten umgesetzt als im Vorjahr. Damit hat diese Kategorie ihren Marktanteil innerhalb der strukturierten Produkte auf 11,3% gesteigert und auch am stärksten zu deren Umsatzplus von immerhin 16,2% in diesem Zeitraum beigetragen. Wie lässt sich die Trendwende erklären?

Dass der Markt für kapitalgeschützte Produkte in den vergangenen Jahren quasi tot war, liegt an den ultratiefen Zinsen. Üblicherweise werden Produkte mit Kapitalschutz so konstruiert, dass derjenige Betrag während der Laufzeit sicher angelegt wird, der nötig ist, um bei Fälligkeit die garantierte Summe auszahlen zu können. Bei einem dreijährigen Papier und Zinsen von 3% sowie einem Kapitalschutz von 100% müssen folglich rund Fr. 91.50 investiert werden, um bei Fälligkeit eine Auszahlung von 100 Fr. zu gewährleisten. Mit den verbleibenden Fr. 8.50 kann eine Kaufoption, etwa auf einen Aktienindex wie den Swiss-Market-Index (SMI), erworben werden. Steigt der Index, legt auch die Option im Wert zu, und der Anleger erzielt einen Gewinn.

Die in der Vergangenheit ultratiefen Zinsen haben Anlegern jedoch einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht…Kapitalgeschützten Produkte

 

Bei kapitalgeschützten Produkten, wie sie hier behandelt werden, verspricht der Emittent, bei Verfall einen Mindestbetrag an den Anleger zurückzubezahlen. Dieser kann über dem Nominalbetrag von zum Beispiel 100 Fr. liegen, darf aber nicht weniger als 90% davon betragen. Der Mindestbetrag steht dem Anleger unabhängig von der Entwicklung des Basiswerts zu. Nicht zu verwechseln sind solche «echte» kapitalgeschützte Produkte mit einigen sogenannten Produkten zur Renditeoptimierung wie Discount-Zertifikaten oder Barrier Reverse Convertibles, die mit einem bedingten Kapitalschutz ausgestattet sein können. Hier erlischt nämlich der Kapitalschutz, sobald der Basiswert eine vorab definierte Kursschwelle (Barriere) erreicht. Unabhängig von einem Kapitalschutz gehen Anleger bei strukturierten Produkten stets das Risiko ein, dass der Emittent zahlungsunfähig wird. Eine zusätzliche Sicherheit ist durch die Unterlegung mit einem Pfand (sogenannte Cosi-Zertifikate) möglich.

Ein digitales Sparschwein für Kinder?

Was Migros und Coop mit ihren Sammelmanien gelungen ist, erhofft sich nun auch die Credit Suisse (CS). Mit einem digitalen Sparsäuli mitsamt Kinderkonto, das sie nächsten Monat breit bewerben wird, will sie Eltern als Kunden gewinnen. Im digitalen Zeitalter könnte das klassische Sparschwein bald ausgedient haben. Die zweitgrößte Bank der Schweiz, die Credit Suisse, stellte am Dienstag ein Sparschwein vor, das Kindern unter zwölf Jahren mithilfe von Apps ihre eigene Finanzplanung im kleinen Rahmen ermöglichen soll. Mit dem digitalen „Sparsäuli“ können sich die Kinder demnach Sparziele setzen und sogar eine eigene Bankkarte erhalten, wenn sie älter als sieben Jahre alt sind.

Es richtet sich an Kinder bestehender Kunden und will weitere Eltern und deren Kinder zu CS-Kunden machen. Nachts dient das Sparschwein als Leuchte und Wecker. Es macht Geräusche, wenn Geld hereinkommt, wenn die Kinder Geburtstag haben und kennt 25 Gesichtsausdrücke. Pro Woche werden derzeit 1000 Digipigis produziert. Ein Expansion im Ausland ist laut CS vorerst nicht geplant. Die Patent- und Eigentumsrechte besitzt die Credit Suisse.

CS-Projektleiterin Schnydrig Moser spricht von einem «emotionalen Begleiter, der den Kindern, hilft den Umgang mit Geld zu lernen.» Die CS verdiene damit übrigens nichts, bemerkte sie. Ohne aktive Kündigung geht das Banking Paket am zwölften Geburtstag des Kindes in das bestehende CS-Paket für Jugendliche über. (SDA)

Die Eltern sind dennoch gefordert.

Bevor ich mein Kind der Datensammelwut ausliefere, lohnt sich ein Blick auf die  Rechtlichen Hinweise zum Datenschutz.

Die Eltern bleiben dabei natürlich nicht außen vor: Sie sollen das tägliche Limit für die Ausgaben der Kinder bestimmen können und jedes Mal informiert werden, wenn ihr Kind Geld ausgibt. Sollten sie mit einer finanziellen Entscheidung des Kindes nicht einverstanden sein, können sie die Überweisungen der Bank zufolge auch zurückziehen.

Das alles soll über elektronische Anwendungen, sogenannte Apps, funktionieren, die über WLAN mit dem Sparschwein verbunden werden können – eine für das Kind und eine für die Eltern. Dennoch kann das Sparschwein nach Angaben der Bank auch noch ganz traditionell mit Münzen bestückt werden. Taschengeld kann es demnach allerdings nicht ausspucken, aber überweisen.

Die Bank erklärte am Dienstag, eine von ihr in Auftrag gegebene Studie habe ergeben, dass 90 Prozent aller Eltern wollten, dass ihr Kind im digitalen Zeitalter den Umgang mit Geld erlernt. Das Produkt mit dem Namen „Viva Kids“ soll im September auf den Markt kommen.
Moneyfit

Notenbankkonferenz von Jackson Hole

EZB Chef Draghi warnt „große Länder“ vor Banken- Deregulierung.

Einmal im Jahr treffen sich die großen Notenbanker im US-amerikanischen Jackson Hole. US-Notenbank und EZB haben diese Plattform früher gerne für ihre großen geldpolitischen Beschlüsse genutzt.

Beim Treffen der wichtigsten Notenbanker der Welt steht für Investoren das Währungsthema im Fokus. Die Zahl der Wetten auf einen steigenden Euro liegt auf Rekordniveau. Doch die Finanzprofis könnten sich irren.

US-Präsident Donald Trump hat die Regierung beauftragt, unter anderem den nach der Finanzkrise verabschiedeten Dodd Frank Act zur Bankenregulierung zu überarbeiten. Zur Begründung gab er an, dass eine lockerere Bankenregulierung die Kreditversorgung verbessern würde. Kritik an dieser Politik hatte am Nachmittag bereits Fed-Chefin Janet Yellen geübt. Zur Geldpolitik äußerte sich der EZB-Präsident – wie zuvor schon Yellen – nicht.

Der EZB-Präsident betonte in seiner Rede die Bedeutung multilateraler Organisationen wie Financial Stability Bord (FSB) und Baseler Ausschuss. Diese ermöglichten es, Regeln in gegenseitigem Vertrauen zu schaffen, die die Finanzstabilität erhöhten. Gegenwärtig verhandelt der Baseler Ausschuss über die Vollendung der Eigenkapitalrichtlinie Basel 3.
Dow Jones Newswires.

www.ft.com/ingram-pinn

Frauen verdienen immer noch weniger Geld als Männer

Lohnungleichheit abzubauen ist eigentlich eines der dringlichsten Ziele im Bereich der Gleichstellung und ein Gebot der Gerechtigkeit.

Trotz gleicher oder sogar besserer Bildung verdienen Frauen in Hessen noch immer weniger Geld als Männer. Vor allem auf dem Land sind die Einkommensunterschiede gravierend, wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt vorgestellten „Hessischen Lohnatlas“ hervorgeht. Danach bekommen Frauen in einer Vollzeitstelle durchschnittlich 14,1 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Trotz gleicher oder sogar besserer Bildung verdienen Frauen in Hessen noch immer weniger Geld als Männer. Vor allem auf dem Land sind die Einkommensunterschiede gravierend, wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt vorgestellten „Hessischen Lohnatlas hervorgeht. Danach bekommen Frauen in einer Vollzeitstelle durchschnittlich 14,1 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Frauen vernachlässigen auch ihre Rentenplanung, Aon Hewitt-Studie zeigt große Unsicherheiten/Presse

Frauen sind bezüglich ihrer Altersversorgung wesentlich unsicherer als Männer. Außerdem beschäftigen sich deutlich weniger Arbeitnehmerinnen mit der Planung ihrer Rente als ihre männlichen Kollegen. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die jetzt vom Beratungsunternehmen Aon Hewitt gemeinsam mit dem Statistikportal Statista durchgeführt wurde. Nur 57 Prozent der Frauen beschäftigen sich mit der Planung ihrer Rente oder haben diese schon abgeschlossen. Bei den Männern sind es immerhin 70 Prozent. Viele Frauen scheinen das Thema zu verdrängen.

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

Könnte Big Tech, nicht Fintech, die grösste Gefahr für Finanzinstitute werden?

Rodrigo Matos
www.w-t-w.org/en/rodrigo-de-matos

Ein Einfallstor für die Internetriesen?

Laut einer Studie des World Economic Forum besteht für Finanzinstitute die Gefahr, dass ihre Partnerschaft mit grossen Technologieunternehmen auf Dauer nicht wechselseitig bleibt.

Banken und Versicherungen hängen zunehmend von den Technologien von Internet-Riesen wie Google, Facebook und Amazon ab. Dies öffne die Tür für einen direkten Wettbewerb zu einem späteren Zeitpunkt, heisst es in einer neuen Studie des World Economic Forum WEF. Kleineren Startup-Unternehmen im Finanzbereich sei es indessen bisher nicht gelungen, die Wettbewerbslandschaft im Finanzsektor aufzumischen. Fintech-Unternehmen hätten zwar Innovationen auf den Markt gebracht, es sei ihnen bisher aber im Allgemeinen nicht gelungen, grosse Marktanteile zu gewinnen.

Für den in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Deloitte erstellten Bericht wurden Hunderte von Führungsverantwortlichen aus den Sektoren Finanzen und Fintech befragt.
Seit Jahren ist Fintech das heißeste Thema der Diskussion bei den Finanzdienstleistern, mit schon etablierten Betreibern, Regulierungsbehörden und Verbrauchern, die alle die gleiche Frage stellen: „Werden kleine technologiefähige“ Fintech-Start-ups neu definieren, wie Banken und Versicherer operieren und aufstehen.

Studienautor Jesse McWaters sieht für die Banken die Gefahr, dass ihre Kunden tägliche Bankgeschäfte über Facebook erledigen könnten.

Als Beispiele nennt die Studie die Bereiche Cloud-Computing, künstliche Intelligenz und Kundenanalyse mittels Daten. Dies seien Bereiche, in denen Konzerne wie Amazon, Google oder Facebook viel tiefergehende Erfahrungen hätten als Finanzinstitute. Viele unter den Letzteren wendeten sich folglich an Technologiekonzerne, womit diese einen Teil ihrer Kernfunktionen übernähmen. Als Beispiele nennt der Bericht den Cloud-Computing-Anbieter Amazon Web Services (AWS), der von Finanzkonzernen wie Aon, Capital One oder Nasdaq genutzt wird, sowie die Facebook-App des brasilianischen Banco Bradesco, mit der Kunden tägliche Bankgeschäfte über Facebook erledigen.

Auf das Entstehen von Fintech-Jungunternehmen beispielsweise im Bereich des «Robo-Advising» – also der maschinellen Anlageberatung zu günstigen Preisen – hätten etablierte Finanzkonzerne wie Vanguard indessen erfolgreich mit eigenen Angeboten reagiert.Fintech Trading Tech

Steuerbescheide zu prüfen kann sich lohnen

Fast zwei Drittel der angefochtenen Steuerbescheide waren in den vergangenen Jahren fehlerhaft und mussten geändert werden, berichtet die Zeitschrift „Finanztest“ (Heft 8/2017) der Stiftung Warentest. Und zwar zugunsten der Steuerzahler. Deshalb lohnt es sich eigentlich fast immer, den Steuerbescheid unter die Lupe zu nehmen…
Focus/ Steuerbescheid

Ein Finanzamt ist eine örtliche Behörde der Finanzverwaltung. Das Finanzamt hat grundsätzlich die Aufgabe alle Steuern zu verwalten – mit Ausnahme der Verbrauchsteuern. Ausgeschlossen sind ebenfalls die Steuern, deren Verwaltung die Bundesfinanzbehörde oder die Gemeinden betreffen. Im Finanzamt werden damit hauptsächlich Umsatzsteuer, Lohnsteuer beziehungsweise die Einkommenssteuer verwaltet. Welcher Bürger wie viel Steuern zahlen muss, berechnet das Finanzamt auf Grundlage der jeweiligen Steuererklärung. Die Steuererklärung kann mittlerweile elektronisch mittels Elster-Formular abgegeben werden, welches online beim jeweils zuständigen Finanzamt abgerufen werden kann.

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen

Schweiz verkauft giftigen Treibstoff nach Afrika

Der Dokumentarfilm „Giftiger Treibstoff für Afrika“
geht den Einzelheiten dieses lukrativen, aber mehr als bedenklichen Geschäfts mit dem Rohöl nach. Und stellt die Frage nach dem „Warum“: Warum Westafrika dreckigen Treibstoff importiert, warum Westafrika sein gutes Rohöl verkauft und was Schweizer Konzerne mit diesem „schmutzigen“ Business zu schaffen haben.

Zu Wort kommt der Vertreter einer Mineralölfirma, der Verkehrsminister von Ghana, der Mitarbeiter der Schweizer NGO „Public Eye“ sowie Strassenhändler, die tagtäglich zwischen den Autos und mitten im Smog versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ein sehenswerter Film, der einen wahren, aber legalen Skandal aufdeckt.

Die Luftverschmutzung in afrikanischen Städten ist gravierend. Smog an der Tagesordnung. Obwohl in Paris oder London deutlich mehr Autos unterwegs sind als in Lagos oder Dakar ist die Luftqualität in afrikanischen Städten viel schlechter.
Hauptursache hierfür ist der hohe Schwefelgehalt in Benzin und Diesel. Die Grenzwerte für den Schwefelgehalt liegen dort bis zu 300 Mal höher als in Europa. Da in Europa viel strengere Qualitätsvorschriften für Treib- und Brennstoffe gelten, verkaufen Schweizer Rohstofffirmen Treibstoffe, die diesen Vorschriften nicht genügen, legal nach Afrika. Die Folgen für die Menschen dort: Asthma und Bronchitis. Es existiert eine absichtliche Strategie der Schweizer Erdölhändler: Man setzt auf die Schwäche der in Afrika geltenden Standards und bringt hochwertigen Treibstoff nach Europa, liefert aber minderwertige, dreckige Produkte nach Afrika. Alles ist vollkommen legal und spielt innerhalb der zulässigen Grenzen. Dennoch: Dürfen Schweizer Erdölhändler von der schwachen Regulierung in Afrika profitieren, um Gewinne auf Kosten von Millionen Menschen zu erzielen?
Giftiger Treibstoff für Afrika / DW
Korruptionsrisiken im Rohstoffhandel

Blockchain-Technologie soll Goldmarkt effizienter machen

Gold-Börsen bereiten Einstieg in Blockchain* vor

Mehrere große Player bauen Blockchain-basierte Plattformen für den Goldhandel. Die Blockchain-Technologie, auf der die Kryptowährungen wie Bitcoin beruhen, soll nun auch den Goldmarkt effizienter machen. In den kommenden Monaten werden der weltgrößte Börsenbetreiber CME Group, das IEX-Group-Start-up TradeWind Markets und die Fintechfirma Paxos entsprechende Produkte auf den Markt bringen.

Jeden Tag wird physisches Gold im Wert von rund 27 Milliarden Dollar gehandelt. Doch die Abwicklung kann sich über Tage hinziehen, was für Käufer und Verkäufer ein Risiko darstellt. Nun verspricht die Blockchain-Technologie nicht nur eine schnellere Abwicklung, sondern auch mehr Transparenz und mehr Sicherheit.

Eine Blockchain ist eine neuartige Form eines dezentralen Registers. Dabei werden die Daten gleichzeitig auf mehreren Servern gespeichert und kryptographisch signiert, um die Blockchain gegen Manipulationen zu schützen. So lassen sich Transaktionen stärker automatisieren und dadurch schneller und kostengünstiger abwickeln.

Mit der Blockchain-Technologie wollen daher auch sieben der größten Banken Europas in Kooperation mit IBM eine Plattform für die Handelsfinanzierung kleinerer und mittlerer Unternehmen in Europa schaffen. Zudem verspricht die Blockchain die Probleme der Containerverschiffung zu lösen. Auch den Goldhandel soll die Blockchain effizienter machen. Der Börsenbetreiber CME Group und die britische Royal Mint haben im letzten Jahr ein Goldprodukt mit dem Namen Royal Mint Gold RMG entwickelt. Die RMG-Handelsplattform wird derzeit mit großen Finanzinstituten getestet. Sie wird den Kunden bereits ab Ende dieses Jahres zur Verfügung stehen.…New Currency in Race*Unter einer Blockchain (auch Block Chain, englisch für Blockkette) wird eine Datenbank verstanden, deren Integrität (Sicherung gegen nachträgliche Manipulation) durch Speicherung des Hashwertes des vorangehenden Datensatzes im jeweils nachfolgenden, also durch kryptographische Verkettung, gesichert ist.