Die reichsten Frauen der Welt

In den letzten Jahren sind mehr Frauen als Männer in den Rang eines Milliardärs aufgestiegen. Von den 2.043 Milliardären des „Forbes“-Rankings sind 227 weiblich.

Die derzeit reichste Frau der Welt ist die Französin Liliane Bettencourt. Sie besitzt gemeinsam mit ihren Kindern 33 Prozent des Make-up-Giganten L’Oréal. Ihr Vater Eugene Schueller gründete den Kosmetikkonzern im Jahr 1907.Die Anteile Bettencourt sind heute ganze 44,4 Milliarden US-Dollar (ca. 38,4 Euro Milliarden Euro) wert.

Alice Walton ist die einzige Tochter von Wal-Mart-Gründer Sam Walton, der den US-Einzelhandelskonzern 1962 ins Leben rief. Die 67-Jährige ist allerdings – im Gegensatz zu ihren beiden Brüdern Jim und Rob – mehr in der Kunstszene zuhause als im Familienbetrieb. Unter anderem ist sie Vorstandsmitglied im Amon Carter Museum. Ihre persönliche Kunstsammlung soll mehrere hundert Millionen Dollar wert sein. Insgesamt kann Alice Walton 37 Milliarden US-Dollar (ca. 31,9 Milliarden Euro) ihr Eigen nennen.

Die Italienerin Maria Franca Fissolo ist die Witwe von Michele Ferrero, dem Eigentümer des Süßwarenherstellers Ferrero – Stichwort Nutella und Kinderschokolade. Das Familienunternehmen wird derzeit von ihrem Sohn Giovanni weitergeführt, der CEO des Unternehmens ist. Das Vermögen der 82-Jährigen beläuft sich auf 28,5 Milliarden US-Dollar (ca. 22,7 Milliarden Euro).

Jacqueline Mars gehört ein Drittel von „Mars Incorporated“, einem der weltgrößten Süßwarenhersteller. Sie ist die Enkelin des Firmengründers und hat die Anteile geerbt. Mars ist bekannt für ihre sozialen Engagements. 2017 kaufte sie den Tierklinikbetreiber VCA Inc. (Veterinary Centres of America) für 7,7 Milliarden US-Dollar – exklusive Schulden. Dem Vermögen der 77-Jährigen hat das keinen wirklichen Abbruch getan. Sie besitzt immer noch 26,3 Milliarden US-Dollar (ca. 22,7 Milliarden Euro).

Die deutsche Unternehmerin Susanne Klatten wird als die reichste Frau Deutschlands gehandelt. Von ihrem Vater, dem Industriellen Herbert Quandt, und ihrer Mutter Johanna Quandt hat die 55-Jährige die Anteile am bayerischen Autohersteller BMW geerbt. Zusammen mit ihrem Bruder hält sie laut „Forbes“ fast 50 Prozent an BMW. Ihr Vermögen wird auf 22,5 Milliarden US-Dollar (ca. 19,4 Milliarden Euro) geschätzt.

Laurene Powell Jobs, die Witwe von Steve Jobs, gründete 2002 die Organisation „Emerson Collective“. Diese unterstützt Schulen und vergibt Stipendien an finanziell Benachteiligte. Von Apple soll sie nur geschätzte 0,7 Prozent halten. Wesentlich profitabler sind da schon ihre Anteile an der Walt Disney Company. Insgesamt ist die 53-Jährige 20 Milliarden US-Dollar (ca. 17,3 Milliarden Euro) schwer.

Abigail Johnsons Großvater Edward Johnson II hat 1946 die heute riesige US-Investmentfirma „Fidelity Investments“ gegründet. Seine Enkelin hat bereits während ihrer College-Zeit im Familienunternehmen gearbeitet, bevor sie als Analystin Vollzeit ins Geschäft eingestiegen ist – mit einem Abschluss in Harvard. Seit 2014 ist sie CEO der Firma, seit 2016 Vorsitzende. Das Vermögen der 55-Jährigen beläuft sich auf 15,7 Milliarden US-Dollar (ca. 13,6 Milliarden Euro).

Es gibt zwar einige Frauen weltweit, die auf einem größerem Vermögen sitzen als Zhou Qunfei, die meisten davon sind jedoch durch ein Erbe zu Geld gekommen – so wie der Großteil der Milliardärinnen.Die Dame hat es allerdings ebenso wie die chinesische Unternehmerin teilweise auf eigene Faust geschafft: Gina Rinehart ist mit einem aktuellen Vermögen von 14,7 Milliarden US-Dollar (ca. 12,7 Milliarden Euro) die zehntreichste Frau der Welt. Die 63-jährige australische Bergbau-Magnatin – ihr Vater entdeckte gigantische Eisenerzvorkommen in Westaustralien – hat die Geschäfte ihres verstorbenen Vaters noch ausgebaut und es so zur Milliardärin gebracht.

Offizielle Fotos existieren von Yang Huiyan nur wenige. Die 35-jährige chinesische Geschäftsfrau hält 55 Prozent des von ihrem Vater gegründeten Immobilienunternehmens Country Garden. Ihr Vermögen beläuft sich laut „Forbes“ auf rund 4,8 Milliarden US-Dollar (ca. 12,8 Milliarden Euro).

Unter den reichsten Frauen der Welt ist auch die Chinesin Zhou Qunfei, sie ist aktuell 9,2 Milliarden US-Dollar (ca. 7,9 Milliarden Euro) schwer. Die 47-Jährige gründete die Firma „Lens Technology“, die Handy-Displays herstellt und hauptsächlich Apple und Samsung beliefert. Dabei hat Zhou Qunfei mit 16 die Schule verlassen und als einfache Fließbandarbeiterin bei einem Uhrenglashersteller angefangen. Heute ist sie die reichste Selfmade-Milliardärin der Welt (Platz 14 der Forbes-Liste).
Self Made Women World Billionaires List Wealth

Grösster Staatsfond erwirbt Berliner Zentrale des Axel-Springer-Verlags

Ein Norwegischer «Erdölfonds, der grösster Staatsfonds der Welt kauft in Berlin ein.

Der norwegische «Erdölfonds» erwirbt die neue Berliner Zentrale des Axel-Springer-Verlags, der unter anderem die «Bild»-Zeitung herausgibt. Ein eher seltenes Geschäft, denn der Fonds setzt vor allem auf Aktien.

Der norwegische Auslands-Pensionsfonds, im Volksmund besser bekannt als der «Erdölfonds», ist im Kreise der institutionellen Anleger eine bekannte Grösse. Wobei der Begriff «Grösse» auch im engeren Wortsinn zu verstehen ist: Mit einem Gewicht von zurzeit rund 970 Mrd. $ handelt es sich um den grössten Staatsfonds weltweit. Dieser Finanzkraft entsprechend wird jeweils von Fachkreisen interessiert beobachtet, welche Anlagen die Norweger tätigen.

Die Norweger bezahlen für das Gebäude laut Reuters einen Preis von 486 Mio. $. Im Gesamtportfolio des «Erdölfonds» wird dieses jedoch mit bloss einem halben Promille zu Buche schlagen. Von norwegischer Seite wird betont, dass es sich einerseits nicht um einen klassischen Rentenfonds handle und andrerseits der lange Anlagehorizont die gewählte Strategie rechtfertige.

 

Geldvermögen in Deutschland weiter gewachsen

Das Geldvermögen der Deutschen ist weiter gewachsen. Im Jahr 2007 hatten die privaten Haushalte in Deutschland Geldvermögen in Höhe von 4,56 Billionen Euro aufgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 153 Milliarden Euro oder dreieinhalb Prozent Zuwachs. Das ist ein um eineinhalb Prozent geringeres Wachstum als im vergangenen Jahr.

Der Club der deutschen Millionäre wächst

Nach der Analyse der Boston Consulting Group liegt Deutschland im internationen Vergleich auf Rang sieben. Gründe für den Zuwachs an Vermögen sind ein besseres Wirtschaftswachstum und haussierende Aktienmärkte.

Die privaten Haushalte in Deutschland sind in der Summe so reich wie nie: Ihr Geldvermögen stieg im ersten Quartal des laufenden Jahres weiter auf den Rekordwert von rund 5676 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Berücksichtigt werden dabei Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – nicht jedoch Immobilien.

Im Vergleich zum Schlussquartal 2016 erhöhte sich das Geldvermögen um 1,5 Prozent oder gut 84 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür: Dank des robusten Arbeitsmarkts und steigender Reallöhne konnten viele Menschen mehr auf die hohe Kante legen.

Immer mehr Geld horten die Menschen dabei als Bargeld oder parken es als Sichteinlagen bei Banken – also auf Giro- oder Tagesgeldkonten, deren Bestände man rasch umschichten kann. 17 Milliarden Euro kamen hier im ersten Quartal hinzu. Insgesamt belaufen sich die Bestände der privaten Haushalte an Bargeld und Sichteinlagen nun auf 1379 Milliarden Euro.

Gut 24 Milliarden Euro investierten die Bundesbürger in den ersten drei Monaten 2017 in Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die ähnlich wie Bankeinlagen als risikoarm gelten. Hier summieren sich die Bestände der privaten Haushalte auf rund 2136 Milliarden Euro.

Aber auch steigende Aktienkurse trugen ihren Teil bei. „Das im Berichtsquartal insgesamt günstige Kapitalmarktumfeld bescherte den privaten Haushalten in Deutschland zusätzlich zur transaktionsbedingten Zunahme des Geldvermögens Bewertungsgewinne, die für sich genommen das gehaltene Geldvermögen um etwa 25 Milliarden Euro erhöhten“, konstatiert die Bundesbank.

Weil Sparbuch und Tagesgeld kaum noch Zinsen abwerfen, trauen sich auch mehr Menschen an die Börse: Nach Verkäufen im Vorquartal wurden im ersten Quartal 2017 unter dem Strich Aktien und sonstige Anteilsrechte für fast zwei Milliarden Euro erworben.

Erste bundesweite Antimafia-Tagung

Konferenz für Freiheit und Sicherheit in Europa 12.Juli 2017, Berlin, Italienische Botschaft.

Der unmittelbar nach dem `Ndrangheta-Attentat von Duisburg 2007 gegründete Berliner Verein „Mafia? Nein danke1“ organisierte in Zusammenarbeit mit der italienischen Botschaft in Berlin und der Europäischen Bewegung Deutschland die erste bundesweite Antimafia-Tagung in Deutschland.

Nach Berlin gekommen waren zahlreiche hochkarätige Referenten aus Deutschland und Italien, aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, wodurch deutlich wurde, dass jeder auf seine Weise zum Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Europa beitragen kann.

Es folgt eine subjektive Sammlung von Informationen, die mir besonders interessant erscheinen: Referenten der Antimafia Tagung


„Die Mafia existiert nicht, und falls doch, dann habe ich da eben geschlafen.

Wie begegnen wir der organisierten Kriminalität in Europa
„Folgt der Spur des Geldes – und Ihr trefft auf die Mafia“
Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Ist deine Enkelin „MoneyFit“?

Die Ausprägung der Finanzbildung lasse sich zu zwei Fünfteln nicht mit dem allgemeinen Bildungsniveau in Verbindung bringen, sondern sei «sehr individuell», heisst es bei der OECD. So sind zum Beispiel die Pisa-Ergebnisse in Sachen Finanzbildung in Belgien, China, Russland und Kanada deutlich besser als jene in Mathematik.

Das zeigt, dass es neben der Schulbildung allein noch andere Einflussfaktoren geben muss. Eine empirische Untersuchung der Universität Luzern aus dem Jahr 2013 über die Wirkung der Schuldenprävention zeigt zum Beispiel, dass ein gutes Finanzwissen erst dann präventiv gegen Schulden wirkt, wenn die Einstellung zu Geld und Konsum positiv beeinflusst werden kann. «Besonders Jugendliche und junge Erwachsene, welche einen Statusverlust erlitten haben, können dazu neigen, diesen mit übermässigem Konsum auszugleichen», schreiben die Autoren der Studie.

Finanzwissen und finanzielle Bildung haben in diesen Situationen «keinen direkten Einfluss auf Ver- und Überschuldungsrisiken.» Diese Erkenntnisse decken sich erstaunlich präzis mit den individuellen Erfahrungen einzelner Lehrpersonen.

Nicole Hauser, Lehrerin einer 3. Sekundarklasse in der Zürcher Gemeinde Wädenswil, sagt am Ende eines Themenschwerpunktes zum Thema Geld: «Nach meiner Beobachtung ist der Wissensstand stark abhängig davon, ob eine Schülerin oder ein Schüler im täglichen Leben schon Geld zur Verfügung hat und den Umgang damit lernt.»

Unabhängig vom Lehrplan scheint Geld an den Schweizer Schulen zunehmend thematisiert zu werden. «MoneyFit», ein Lehrmittel, das die Postfinance den Schulen seit 2015 gratis zur Verfügung stellt, wurde nach Angaben des Unternehmens bis heute schon über 100 000-mal bestellt. Am kommenden Mittwoch veröffentlichen Credit Suisse und Pro Juventute die bislang grösste empirische Untersuchung in der Schweiz zum Themen Taschengeld.

Finanzbildung:  Wer hat Ahnung von Geld?  Geld haben will jeder, sich mit Geld beschäftigen aber nicht. Deswegen ist das Finanzwissen der Deutschen so schlecht.

Kanadische Lehrer sollen ihren Schülern Sparen, Kredite und Unternehmertum näherbringen. „Career Studies“ vermittelt Grundwissen über Volkswirtschaft, Buchhaltung und Haushaltsplanung.  Der Umgang mit den eigenen Finanzen, Einnahmen und Ausgaben, Sparen oder Krediten soll erlernt werden. Ein neues Pilotprojekt testet finanzielle Bildung im Unterricht. Ein Vorbild für Deutschland? Kanadische Schüler lernen ab sofort Sparen im Unterricht

Rudolf Schuppler
www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler

OECD fordert Deutschland zum Finanzbildungs-Test:
OECD Pisa
PISA-2012-Results Students and Money

Wie begegnen wir der organisierten Kriminalität in Europa

Antimafia Konferenz in Berlin 12.07.2017

Vor zehn Jahren haben die Mafiamorde von Duisburg der Öffentlichkeit die Präsenz und Radikalität der organisierten Kriminalität in Deutschland deutlich vor Augen geführt. Mafiöse Organisationen operieren – für die Öffentlichkeit oftmals kaum sichtbar – in praktisch allen Ländern Europas. Mit Blick auf andere, oftmals deutlich präsentere Kriminalitätsformen stellen sich viele Fragen:

Bestehen Verbindungen zwischen organisierter Kriminalität und Terrorismus? Mit welchen Instrumenten der Prävention und Bekämpfung reagieren Deutschland, Italien und Europa auf diese Bedrohungen in einer globalisierten Welt? Können nationale Regierungen den Gefahren überhaupt noch entgegentreten? Wo bedarf es einer europäischen und internationalen Kooperation? Und welche zukünftigen Herausforderungen zeichnen sich bereits heute ab?

Über all diese Aspekte wird am 12. Juli auf der Konferenz „Für Freiheit und Sicherheit – Wie begegnen wir der organisierten Kriminalität in Europa?“ debattiert, die von dem Verein Mafia? Nein, Danke! e. V. in Zusammenarbeit mit der Italienischen Botschaft in Berlin und der Europäischen Bewegung Deutschland organisiert wird. Wir freuen uns sehr, Sie zu dieser Veranstaltung einzuladen.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und der italienische Innenminister Marco Minniti sowie einige der wichtigsten italienischen und deutschen Experten im Bereich der Bekämpfung organisierter Kriminalität haben ihre Teilnahme an der Konferenz zugesagt.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist frei und kostenlos. Aus organisatorischen Gründen ist eine Online-Registrierung erforderlich.

„Für Freiheit und Sicherheit“ von Mafia? Nein Danke! am 12. Juli 2017.
Sie können die Veranstaltung über live stream ab 9:00 Uhr auf www.netzwerk-ebd.de verfolgen

 

Programm und Sprecher Liste:
Freiheit und Sicherheit  
Wie begegnen wir der organisierten Kriminalität in Europa

Bitcoin- Kryptowährungen

Die US Commodity Futures Trading Commission CFTC gab bekannt, dass LedgerX den offiziellen Status als Swap Execution Facility SEF bekommen hat. Mit dieser Genehmigung ist LedgerX die erste anerkannte Börse auf der man Bitcoin-Optionen handeln kann. Jetzt fehlt nur noch die Einstufung der CFTC als Derivates Clearing Organization, um alle Genehmigungen beisammen zu haben.

Inzwischen ist Bitcoin ist in Venezuela zur wichtigsten Parallelwährung aufgestiegen. In Krisenländern wie Venezuela sind Kryptowährungen ein willkommener Schutz gegen Behördenwillkür und Inflation. Das entfaltet idealerweise eine disziplinierende Wirkung.

Kryptowährungen ringen mit einem schlechten Ruf. Sie gelten als das Geld der Kriminellen. Bei globalen Attacken auf Rechner sind jüngst Hunderttausende von Bürgern mit digitalen Währungen erpresst worden. Die Besitzer der infizierten Computer wurden dazu aufgefordert, als Lösegeld einen bestimmten Betrag in Bitcoins zu bezahlen. Tue man dies nicht, drohe der Verlust der vom Schadprogramm verschlüsselten Daten. Weil solche Zahlungen auf komplexe kryptografische Techniken zurückgreifen, ist es fast unmöglich, den Empfängern der Lösegelder auf die Schliche zu kommen…Kryptowährungen 

Kryptowährung diese Dinge müsst ihr jetzt über Bitcoins wissen

Euro ist derzeit vergleichsweise stark

Die europäische Einheitswährung hat in letzter Zeit deutliche Kursgewinne verbucht, auch gegen den Franken. Die Rede ist von einer konzertierten Abkehr vom Billiggeld. Ein Euro kostet nun 1 Franken 10. Der Euro ist in der Schweiz zwar immer wieder geschmäht worden, in jüngerer Vergangenheit allerdings war er überraschend stark.

Euro offiziell unter 1,14 Dollar. Der Kurs des Euro gibt zu Wochenbeginn leicht nach. Die Europäische Zentralbank EZB errechnete bei der Festlegung der täglichen Referenzkurse am Montagnachmittag einen Wechselkurs von 1,1387 US-Dollar für den Euro. Vor dem Wochenende lag der Euro offiziell noch bei 1,1412 Dollar.

Der Dollar kostet damit laut EZB-Angaben aktuell 0,8782 (0,8763) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88443 (0,88488) britische Pfund, 129,98 (129,80) japanische Yen und 1,1007 (1,0983) Schweizer Franken fest.

Clearinghäuser stehen im Handel zwischen Käufer und Verkäufer. Sie springen ein, wenn ein Geschäftspartner ausfällt. Das Euro-Clearing gilt als ein Streitpunkt in den Brexit-Verhandlungen: Großbritannien will auch weiter auf Euro lautende Geschäfte abwickeln können. Pläne der EU-Kommission sehen dagegen vor, dass systemrelevante Clearinghäuser wie LCH schlimmstenfalls ihre Lizenz verlieren können, wenn sie Auflagen der Aufsicht nicht nachkommen.

Die Briten könnten beim EU-Austritt das lukrative Euro-Clearinggeschäft verlieren. In der Londoner City sitzt das größte Clearinghaus* der Welt. Doch wegen des Brexits könnten die Briten einen Teil ihres lukrativen Geschäfts verlieren. Was die Londoner ärgert, könnte die Frankfurter freuen. Die Zahlen sind schwindelerregend: Täglich werden in London Zinsderivate für hunderte Milliarden Euro abgewickelt. Die Finanzinstrumente lauten zwar auf die europäische Gemeinschaftswährung, die Deals laufen aber vor allem über das Londoner Clearinghaus LCH, das größte Clearinghaus der Welt. Doch die Briten könnten das lukrative Euro-Geschäft verlieren, wenn Großbritannien die EU verlässt.

Derzeit werden mehr als 90 Prozent aller Euro-Derivategeschäfte über Clearing-Häuser in London wie LCH.Clearnet abgewickelt. Der Zugriff von EU-Aufsehern auf solche Abwicklungsgeschäfte könnte aber nach dem Austritt Großbritanniens merklich abnehmen. Viele Politiker in Europa fordern daher eine Verlagerung des Euro-Clearing in die Euro-Zone.

Offenbar rechnet die Zentralbank auch mit der Möglichkeit schwerer Finanzkrisen.

*Ein Finanz-Clearinghaus (engl. Clearinghouse) oder eine Clearinggesellschaft ist ein Unternehmen oder eine Institution, das im Finanzbereich für das Clearing und Settlement von Wertpapier- oder Fremdwährungstransaktionen zuständig ist und meist auch die Rolle der zentralen Wertpapierverwahrung übernimmt.

Zinswende

Die Zinswende in der Euro-Zone hat begonnen und nimmt konkretere Formen an.

An den Bondmärkten haben die Renditen in kürzester Zeit deutlich angezogen. Die Notenbanken bereiten die Anleger auf ein restriktiveres monetäres Umfeld vor.

Die Niedrigzinspolitik in Australien soll sich in nächster Zeit nicht ändern. Laut australischer Zentralbank bleibe der Leitzins auf dem bisherigen Rekordtief. Das Vorgehen belastet jedoch die Landeswährung. Der australische Dollar wertete deshalb um einen halben Cent zum US-Dollar ab. Höhere Zinsen machen eine Währung attraktiver für Anleger.

Christof Leisinge berichtet: Die Stimmung an den Finanzmärkten ändert sich manchmal schnell – wie sich jüngst an den Bondmärkten gezeigt hat. Dort haben die Renditen in kürzester Zeit deutlich angezogen, weil sich die Anleger plötzlich der Erkenntnis annähern mussten, dass die Zinsen wohl doch nicht «auf ewig» so tief bleiben, wie sie das in der Vergangenheit erwartet haben mögen. Tatsächlich ist die Rendite eidgenössischer Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren in gerade einmal vier Wochen von –0,20% auf bis zu 0,013% gestiegen.

Damit lag sie nahe am höchsten Stand vor zwei Jahren. In Deutschland hat sich die Rendite vergleichbarer Papiere in den vergangenen zwei Wochen mehr als verdoppelt.  Die Renditen liegen nebst der Schweiz und Deutschland in den USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Grossbritannien, den Niederlanden, Schweden, Italien, Spanien oder auch in Japan und Australien praktisch auf dem höchsten Stand seit drei Monaten…Zinswende