Autorenarchiv: Diana Latona
Die asiatische Investitionsbank AIIB vor der Gründung
China ist – zumindest bisher – mit der AIIB, die den Ausbau der oft maroden Infrastruktur in Asien finanziell unterstützen und vorantreiben will, ein aussen- und wirtschaftspolitisch cleverer Schachzug gelungen.
Pragmatismus kann man Chinesen nicht absprechen. Innerhalb kürzester Zeit haben sie die asiatische Investitionsbank AIIB aus der Taufe gehoben, die sich bereits grosser Nachfrage erfreut. In Peking werden kommende Woche Detailfragen geklärt.
Offenbar hat der grosse Zuspruch, den die neue asiatische Investitionsbank AIIB (« Asian Infrastructure Investment Bank ») erfahren hat, selbst Chinas Machthaber überrascht. Das für Montag und Dienstag kommender Woche anberaumte Treffen der 57 Gründungsmitglieder in Peking war ursprünglich nicht geplant. Da sich aber in den Tagen vor Bewerbungsschluss Mitte April noch etliche neue Länder bereit erklärt hatten, der AIIB beizutreten, zeigte sich Gesprächsbedarf – diverse Fragen harren der Klärung. Nach dem Treffen in Chinas Hauptstadt – dem künftigen Hauptsitz der AIIB – werden die Gründungsmitglieder Ende Mai nochmals in Singapur zusammenkommen; Anfang kommenden Jahres soll die Bank dann die Arbeit aufnehmen.
Effizienz contra Transparenz
Da Effizienz bei der neuen Bank für die Chinesen das Zauberwort ist, wird es zwischen den Gründungsmitgliedern unvermeidlich zu Diskussionen über die Ausgestaltung der Führungsstruktur am Hauptquartier in Peking kommen. Nach chinesischer Vorstellung sollen im Gegensatz zu Weltbank und ADB die AIIB-Länder keine ständigen Vertreter an den Hauptsitz entsenden, damit das Management möglichst schlank bleibt und ein Wasserkopf vermieden wird. Dieser Schritt würde die Macht der Zentrale stärken, weckt aber Ängste vor einem intransparenten Agieren der Verantwortlichen.
Die Mitglieder des Managements sollen laut Jin ausschliesslich auf Basis ihrer Qualifikation und nicht aufgrund politischer Verdienste berufen werden. Oberstes Gremium wird der Gouverneursrat (Board of Governors), in den die Mitgliedsländer ihre jeweils zuständigen Minister entsenden. Für die Schweiz wäre das der derzeitige Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Der Gouverneursrat soll die Mitglieder des voraussichtlich zwölf Personen – neun aus Asien, drei aus den restlichen Ländern – umfassenden Verwaltungsrats (Board of Directors) und die groben Richtlinien bestimmen. Das Board wird wohl über die Projekte befinden.
Wie diese Akteure überwacht werden, ist eine der zentralen Fragen, die in Peking kommende Woche zu klären sein werden. Das Verhalten Chinas bei diesem Traktandum werden viele Gründungsmitglieder wohl besonders argwöhnisch unter die Lupe nehmen. Die Einhaltung von Menschenrechten und die Beachtung des Umweltschutzes bei der konkreten Umsetzung der Infrastrukturprojekte dürften nicht verhandelbar sein. In Afrika hat China vorgemacht, wie es nicht gehen sollte.
Die asiatische Investitionsbank auf dem Sprung
Handelsblatt: Die Macht des Geldes
Versicherungen kaufen sich Gutachter
Gutachten – Entscheidend in vielen Schadenersatz-Prozessen
Wer unverschuldet einen Unfall oder einen anderen Schaden erleidet, muss sich vor Gericht meist auf ein Gutachten berufen. Etliche Gutachten allerdings sind sehr einseitig verfasst.
Gutachten: Entscheidend in vielen Schadenersatz-Prozessen
Siehe Gerichtsgutachter haben grossen Einfluss (2. Beitrag 7min)
Mehr zum Thema: Versicherungen zahlen nicht
Putin-Anhänger bringen Satirezeitung heraus
Das Magazin befasst sich in erster Ausgabe mit „Vorgängen in der Ukraine“
Der Standard berichtet: Eine Gruppe von Anhängern des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat am Dienstag eine neue satirische Wochenzeitung präsentiert. Die erste Ausgabe befasse sich ausschließlich mit den „Vorgängen in der Ukraine“, sagte der Sprecher der Anti-Maidan-Bewegung, Waleri Saborowski.
Aktivisten der Vereinigung, in der sich Biker-Clubs, Kosaken, Sportler und Veteranen zusammengeschlossen haben, verteilten die erste Ausgabe des vierseitigen Gratismagazins „Scharsch i Pero“ (Karikatur und Stift), das sich als russische Antwort auf das französische Magazin „Charlie Hebdo“ ausgibt, am Dienstag in Moskau an Passanten.
„In der Ukraine und im Westen läuft eine gigantische russophobe Kampagne“, sagte der Künstler Michail Serebryakow. „Deshalb haben wir uns zusammengesetzt, um unsere Antwort zu geben. Die Cartoons und Gedichte richten sich allesamt gegen den Westen.
Eine Karikatur zeigt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel neben US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premierminister David Cameron und Kanadas Regierungschef Stephen Harper. Die Politiker halten sich Augen und Mund zu: „Wir im Westen haben entschieden, dass die Aggression nur von Moskau ausgeht. Wir haben unsere Augen und Münder geschlossen, es ist nicht unser Fehler.“ Eine andere Karikatur nimmt den Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, aufs Korn.
In der kommenden Ausgaben der Satirezeitschrift wollen sich die Macher mit der russischen Opposition befassen. Saborowski schloss zwar nicht aus, dass sich die Zeichner künftig auch Putin widmen könnten. „Aber es gibt Grenzen“, betonte er.
Erholung oder Crash?
Schulden außer Kontrolle: Die Vorahnung eines perfekten Sturms
Der neue Bericht des IWF über die globale Finanz-Stabilität ist ein Eingeständnis des Scheiterns der Alchimisten des Geldes: Schon die kleinste Krise in der Welt kann zu einem Crash führen, fürchten die Finanz-Eliten. Lösungen haben sie keine. Ab sofort gilt das Prinzip „Rette sich, wer kann“. Die Sparer, Steuerzahler und Bank-Kunden sollten höchste Wachsamkeit walten lassen….
Besonders bedrohlich scheint demnach die Lage der Eurozone zu sein. Der IWF stellt fest, dass die Banken der Eurozone auf faulen Krediten (Non Performing Loans, NPL) in Höhe von 900 Milliarden Euro sitzen. Dagegen nehmen sich die 250 Milliarden Euro, die die internationalen Gläubiger an Griechenland vergeben haben und im Fall einer Pleite Griechenlands verloren wären, als überschaubare Größe aus. Die Berechnungen des IWF zeigen, dass der Großteil dieser faulen Kredite bei den italienischen und spanischen Banken sowie in Irland, Zypern und Griechenland lagert. Zwar habe die EZB durch die Übernahme der Bankenaufsicht in Europa und die neuen Vorschriften zum Eigenkapital gewisse Erfolge erreicht. Doch reichen diese Maßnahmen in keiner Weise aus, um das Problem der faulen Kredite in den Griff zu bekommen. Der IWF schlägt daher vor, dass sich die Banken aktiv mit diesen faulen Krediten beschäftigen müssten. Zugleich empfiehlt der IWF, effizientere rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen zu errichten, um diese faulen Kredite aus der Welt zu schaffen…
Die Vorahnung eines perfekten Sturms
Blog IMF direct

Geldanlagen und ihre Eigenschaften, CHF
Wirtschaftsleistung von Finanzexperten und Putzfrauen
Britische Studie: Ökonomen preisen die Putzfrauen
Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten jetzt britische Ökonomen – und brechen mit dem alten Lehrsatz: Wer viel verdient, hat auch viel geleistet. Die schlimmsten Wertvernichter sind der Studie zufolge Steuerberater.
Kein Zusammenhang zwischen Bezahlung und gesellschaftlicher Leistung.
Die Boni-Banker in der Londoner City haben einen schweren Stand: Erst haben sie mit ihren Spekulationen das Land in eine Krise gestürzt und den Zorn der Briten auf sich gezogen. Zur Strafe will die Regierung jetzt die Hälfte ihrer Bonuszahlungen kassieren – was in der Branche als unfair und vollkommen überzogen empfunden wird. Und nun zeigt eine neue Studie auch noch, dass die Arbeit der Banker verzichtbar wäre. Eine Reinigungskraft in einem Krankenhaus leistet demnach mehr für die Gesellschaft als ein Spitzenbanker im Finanzdistrikt.
Britische Studie- Ökonomen preisen die Putzfrauen

Achteinhalb Jahre Haft für Finanzunternehmer
Urteil im Wölbern-Prozess: Achteinhalb Jahre Haft für Schulte
Andreas Dörnfelder und Gertrud Hussla berichten: Das Landgericht Hamburg hat den Ex-Chef des Fondshauses Wölbern Invest verurteilt. Es ist die wohl härteste Strafe in einem deutschen Wirtschaftsprozess. Knapp 150 Millionen Euro wurden veruntreut.
Heinrich Maria Schulte saß regungslos auf seinem Stuhl, als er von Richter Peter Rühle sein Urteil erfuhr. Der 61-jährige Medizinprofessor und Finanzunternehmer soll für acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Es ist die wohl härteste Strafe, die je ein deutsches Gericht in einem Wirtschafts-Strafprozess verhängte.
Die Große Strafkammer des Hamburger Landgerichts sah es als erwiesen an, dass Schulte als Inhaber und Chef des Fondshauses Wölbern Invest rund 147 Millionen Euro gewerbsmäßig veruntreut hat. Betroffen sind mehr als 30.000 Anleger, die in 30 geschlossene Fonds investiert hatten. Vier Fonds haben inzwischen Insolvenz angemeldet, bei mindestens sechs weiteren gibt es Probleme.
Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend Staatsanwalt Heyner Heyen. Der forderte in seinem Plädoyer am vorletzten Verhandlungstag eine Gesamtstrafe von zwölf Jahren. Schultes Anwälte Wolf Römmig, Arne Timmermann und Thomas Hauswaldt plädierten dagegen auf Freispruch für ihren Mandanten, der seit 19 Monaten in Untersuchungshaft sitzt.
Achteinhalb Jahre Haft fuer Schulte

Comeback des Investmentbankings?
oder mehr ein wieder sehr viel Geld verdienen, da Ihre Kollegen und Ex-Mitarbeiter bei den Zentralbanken dafür sorgen?
Lloyd Blankfein genoss am letzten Donnerstag einen Moment der Genugtuung. Der Chef von Goldman Sachs (GS 197.35 -1.43%) durfte einen Zahlenkranz präsentieren, der keine Wünsche offenlässt. 2,8 Milliarden Dollar verdiente die amerikanische Grossbank im ersten Jahresquartal. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Das viel gescholtene Investmentbanking erzielte sogar das beste Resultat seit sieben Jahren.
Blankfein war für seine Sturheit auch schon kritisiert worden. Goldman Sachs klammere sich zu stark ans sogenannte Fixed Income – das Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Dieses war nach der Finanzkrise zu einem Bremsklotz für viele Banken geworden. Institute wie die Royal Bank of Scotland haben die Abteilungen in den letzten Jahren teils massiv zurechtgestutzt, weil sie nach der Finanzkrise mit zusätzlichen Kapitalerfordernissen belegt worden waren. Dagegen hat sich Goldman Sachs stets gesträubt.
Kein Wunder, freut die aktuelle Wiedergeburt im Fixed Income Lloyd Blankfein und dessen Finanzchef Harvey Schwartz besonders. Dieser verspricht den Anlegern nach einer «guten, soliden Leistung» jetzt noch mehr: Die Rendite soll von aktuell 15 Prozent wieder in die einstigen Sphären von 20 Prozent und mehr ansteigen.
Credit Suisse auf dem richtigen Weg

Ist Aufspaltung kein Thema für UBS-CFO?
UBS-CFO Tom Naratil: «Ein Verkauf der Investmentbank würde Aktionärswert vernichten».
Der Finanzchef der UBS, Tom Naratil, setzt der Grossbank eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent und steigende Dividenden als Ziel für die Zukunft. Die Investmentbank abzuspalten sei kein Thema.
Die Forderung des oppositionellen Aktionärs Knight Vinke, die Investmentbank abzuspalten, weist er zurück. Zudem warnt er in einem Interview mit der „Finanz und Wirtschaft“ (Fuw, Ausgabe 18.04.) vor negativen Folgen für die Schweiz, falls die Kapitalanforderungen weiter steigen.
Um sicherzustellen, dass der Steuerzahler nie mehr für Grossbanken in Schieflage geradestehen müsse, reiche allein der Blick auf das Leverage Ratio nicht aus, sagt Naratil. Dazu müsse man sich das Total an verlustabsorbierendem Kapital ansehen. „Als wir 2011 unseren Strategiewechsel ankündigten, hatten wir signifikante Risiken in unserem Altlastenportfolio. Diese haben wir wesentlich reduziert“, so der Finanzchef.
Im Rechtssetzungsprozess brauche man eine informierte Debatte mit einem Abwägen von Kosten und Nutzen. In der UBS-Bilanz stamme eine Mehrheit aus der Vermögensverwaltung und dem Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft, nur eine Minderheit entfalle auf die Investmentbank. „Jede weitere Beschränkung der Verschuldungsquote hat folglich einen überdurchschnittlichen Einfluss auf die Vermögensverwaltung und unser Geschäft in der Schweiz.“ (…) „Die Schritte, die wir unternommen haben, reduzieren die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Staatsrettung signifikant“, fügt Naratil hinzu.
Investmentbank bleibt erhalten
„Wir erwarten eine Rendite von über 15 Prozent auf dem materiellen Eigenkapital“, so der CFO. Das Ziel sei realistisch und die UBS sei eine sehr fokussierte Bank. Die Marke soll bis 2016 erreicht werden.
Die zuletzt von UBS-Aktionär Knight Vinke erhobene Forderung die Investmentbank abzuspalten und sich auf die Vermögensverwaltung zu konzentrieren wies er zurück. „Ein Verkauf der Investmentbank würde Aktionärswert vernichten und unsere global führende Vermögensverwaltung schwächen. Wir werden zu einem höheren Kurs-Buch-Verhältnis gehandelt als alle unsere Konkurrenten, was davon zeugt, dass der Markt anerkennt, was wir erreicht haben“, so Naratil in dem Gespräch.
Das Altlastenportfolio sei aggressiv abgebaut worden. Das bisher gelöste Kapital sei in die Vermögensverwaltung und das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft reinvestiert worden. „Es ist nicht so, dass wir plötzlich auf einem Haufen Kapital sitzen würden, für das wir keine Verwendung hätten“, so der CFO angesprochen auf mögliche Sonderdividenden. Die diesjährige Dividende von 50 Rappen werde die Basis für die Zukunft sein. „Von da wollen wir die Dividende steigern.“





